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Thema: Wie oft darf man denn nun aufmachen?

  1. #1
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    Standard Wie oft darf man denn nun aufmachen?

    Hallo,

    speziell: Hallo, nassauer!

    Du schreibst im Thread zum Varroabefallsdruck:
    - Früher Brutschluss im letzten Herbst.
    - Verzögerter Brutbeginn im Winter.
    - Starker Bruteinschlag um den 10. Februar.
    - Anschließend Wetterrückschlag und erneut Brutschluss
    Mir kommt dabei die Frage des Anfängers: Woher weißt Du das alles? Ich gebe mir den Sommer über unendliche Mühe, enthaltsam zu leben hinsichtlich zu häufiger Brutraumdurchsichten, stehe asketisch mit Heinrich Storch in der Hand vor den Fluglöchern - und am Ende des Bienenjahres lese ich dann so etwas von Dir - und erblasse vor Neid... Ich hätte nämlich gern viel öfter reingeguckt!!!

    Wie viel Gucken vertragen die Bienen, ohne, daß sie Schaden nehmen? Und wann?

    Viele Grüße, Johannes


  2. #2
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    Standard Man muß nicht reinkucken.

    Moin Johannes,

    1. früher Brutschluß im Herbst: ermittelbar durch Handauflegen oder mit der Wärmefühlung der Nasenspitze. Oder auf die Windel fallen keine Zelldeckel mehr. Oder es gibt im Herbst einen plötzlichen und einige Tage anhaltenden Temperaturabfall um 10 oder mehr K oder es gibt 3 Tage hintereinander Bodenfrost bei bedecktem Himmel. Bei der Winterbehandlung, sieht man ob man richtig lag, wenn garkeine Brut mehr da ist, gab's auch drei Wochen vorher keine Eier. Sind nur wenige Eier da, aber sonst keine Brut, dann fressen die Arbeitsbienen die wahrscheinlich aus. (das ist wie Motor läuft noch auf Drehzahl weil es gleich grün werden könnte, aber Handbremse ist angezogen )

    2. verzögerter Brutbeginn: die Nasenspitze hilft auch hier und jetzt geht es um die hellen Zelldeckel, weil Brut Futter braucht. Liegen jetzt also vermehrt helle Zelldeckel auf der Windel, dann geht der starke Futterverbrauch los. Den kann man auch sehr gut erwiegen.

    3. Starker Bruteinschlag um den 10 Februar: Es war frühlingshaft warm Anfang Februar, und wenn es 5 Tage über 10°C hat, dann geht jede Königin in den 4. oder 5. Gang. Für manche reichen schon 3 Tage. Ein voller Reiniungsflug ist auch ein Zeichen dafür. Wenn auch kein sicheres. Die Nase wirst Du Dir jetzt am Innendeckel verbrennen und vermutlich fliegen lebensmüde ultraharte Wasserholer. Das Gewicht nimmt stärker ab.

    4. Anschließend Wetterrückschlag und erneut Brutschluß: Na da hilft der Wetterbericht. Und selbst wenn das Volk nach dem Auslaufen nicht völlig aus der Brut geht, ist klar, daß bei mehreren Tagen Schnee die Königin die Eierlegerei einstellt (oder das Volk wieder die Handbremse zieht) Die Gewichtsabnahme verringert sich wieder, wenn auch nicht so deutlich. Zumindest bleibt die normale Zunahme der Abnahme aus.

    Einmal notgedrungen reingekuckt, Rest gewissenhaft geschätzt oder zur Überprüfung der Schätzung , wenn man denn wirklich unsicher und es auch wirklich wichtig ist, eines von vielen Völkern geöffnet und zwar das zum totkucken. Zwischen Oktober und März bleiben bei mir alle Völker zu. Oft auch länger. Man kann ja eh im Winter nichts tun. (außer halt um Weihnachten behandeln)

    Mir hat mal ein Imker gesagt, einmal reinkucken kostet ein Kilo Honig. Oder auch einmal weniger, ist ein Kilo mehr. Und das sind schon zwei Kilo Unterschied oder mindestens 16 Euro. :D
    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  3. #3
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    Standard

    Hallo ihr,

    ich würde auch sagen im Winter überhaupt net rein schauen. Ich mache das Volk nur zur Behandlung auf. Sonst wenn du wissen willst ob deine Völker noch leben, kannst mal leicht gegen die Beute klopfen. Dann das Ohr ran halten.

    Lieben Gruß

    Alexandra
    Liebe Grüße Alexandra

  4. #4
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    Standard Danke!

    Danke, Henry! Das ist eine sehr hilfreiche Antwort. Noch ein paar Fragen:

    1. Handauflegen
    Wie sicher erspürst Du damit die Brut? Merkst Du da auch die kleinen handtellergroßen Brutflächen (dann vielleicht laukühler statt kalter Innendeckel)?

    2. Windel
    Läßt Du die denn den ganzen Winter über drunter?

    3. Wiegen, die 19te...
    Wie oft wiegst Du im Winter? (Ich will keine Diskussion lostreten!) Auch wenn ich die Völker mit der Federwaage nur vorsichtig anlupfe, frage ich mich doch, ob ihnen das bei entsprechender Häufigkeit doch nicht zu viel Ruckelei ist.

    Bitte sag' bescheid, wenn's neues von der chinesischen Waage gibt! Am besten schon am Tag vorher...

    Viele Grüße, Johannes

  5. #5
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    Standard Reinschauen

    Sowenig, wie möglich reinschauen oder aufmachen, diese These vertrrte ich auch. Ich kann mir gut vorstellen, dass dieser im hohen Grade organisierte Organismus BIEN jedes Reinschauen als ein Art Streß empfindet. Das der gute Imker ihnen nichts will, wissen sie u.U. gar nicht.

    Vieles, was im Inneren vorgeht kann man, so ein alter Imker zu mir, schon am Flugloch beobachten. Das wäre evtl. ein interessantes Thema hier im Forum.

    ANKLOPFEN und rein hören. Mit einem Stück Schlauch geht das auch ohne klopfen. Ein Ende ans Ohr das andere in das FLugloch. Natürlich wäre nun gut zu wissen, was dieses Gesumme innen bedeutet. Vieleicht kann man da mehr hören als Ok, WIR SIND NOCH AM LEBEN.


    H. Watzl

  6. #6
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    Standard Handauflegen, Windeln, Wiegen

    Moin Johannes,

    Wie sicher erspürst Du damit die Brut? Merkst Du da auch die kleinen handtellergroßen Brutflächen (dann vielleicht laukühler statt kalter Innendeckel)?
    Ich spüre vor allem den Temperaturunterschied zwischen Rand und Mitte, bzw. Bienensitz. Dieser Unterschied ist mit der Hand nicht zu spüren, wenn es keine Brut gibt. Gibt es nennenswerte Brut dann spürst Du den Unterschied. Ganz ehrlich, man kann auch mit der Nase auf die Mitte von der Acrylplatte tippen. Die Nasenspitze ist sensibler. Ich habe keine Ahnung, wie wenig Brut man damit spüren kann, aber wenn ordentlich Brut da ist spürst Du's ganz sicher.

    Läßt Du die Windel denn den ganzen Winter über drunter?
    Nein, auf keinen Fall. Die Windel ist jetzt gerade für eine Woche drunter, weil ich gerne sehen will, wieviele Milben im Moment (nach nur zweimal Schwammtuch) fallen. Nach weihnachtlichem Perizin kommen die eine Woche drunter, um zu sehen, ob's wirkt und dann nochmal Mitte Januar um zu sehen welches Volk eventuell nochmal Perizin braucht und unter die Völker kommt dann Ende Januar nochmal 'ne Woche die Windel. Da die immer sauber drunter kommt, kann man ganz gut sehen, was gerade außer Milben nochso abfällt. Im Moment schlüpft in allen Völkern noch Brut, wenn auch wenig und Dank Windel weiß ich auch ganz genau wo.

    Wie oft wiegst Du im Winter?
    Michael und andere meinen zu oft :D Ich wiege immer wenn ich an die Bienen komme und das ist mindestens einmal im November (um zu sehen, wieviel die nach dem Einfüttern noch dazugepackt oder tatsächlich schon verbraucht haben und ob es späte Räuberei gab) einmal Ende Dezember (beim Perizinieren) Mitte Januar (beim Milbenfall kontrollieren) und Ende Januar (beim Kontrollieren der noch immer vermilbten) Ab Ende Februar wiege ich bestimmt alle zwei Wochen, weil ich doch miterleben will, wenn die kiloweise Sirup verbrüten. Und wenn das Blühen beginnt, oder schon mit der Weide, wiege ich so oft ich kann. Wenn der Raps blüht am liebsten Sonnabend und Sonntag und nochmal in der Woche. Das geht solange bis die Waage am Anschlag ist (2*25kg) Ab da ist mir das dann wurscht, da ist man ohnehin oft in den Völkern. Die Wiegerei geht erst wieder mit den ersten Futtergaben los.

    Und ich bin ein sehr sanfter Wieger. Ganz nebenbei sagt mir das, weil ich lieber addiere als zu multiplizieren auch immer ganz genau und auch ohne bekrümelte Windel drunter, ob die nun nur an einer Seite Futter liegen haben oder eher gleichmäßig. Ist der Unterschied (be-)merkenswert notiere ich beide Werte und wenn ich irgendwas massenhaftes in den Völkern mache dann wiege ich anschließend nach.

    Die Chinawaagensache läuft ganz ganz langsam an. Der Deutsche Imker ist geizig und der Deutsche Imkereifachhändler kennt seinen Deutschen Imker und der Chinese redet über Preise wenn ich über Container rede. Aber der Deutsche Imker ist derartig geizig und deshalb werden die Chinesen nicht billig. Abwarte und ... mit Stäbchen essen!
    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  7. #7
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    Standard Re: Wie oft darf man denn nun aufmachen?

    Hallo Johannes,
    das Wichtigste hast Du ja schon von Henry erfahren, als direkt Angesprochener gebe ich halt meinen Senf noch dazu. :-)
    Früher Brutschluss im letzten Herbst
    Erste Hinweise kamen aus der Hohenheimer Ecke: Bei Populationsschätzungen anfangs November hatte man dort Brutfreiheit festgestellt (Wurde auch hier im Forum gepostet, glaube ich.).
    Eigene Kontrollen am Flugloch und auf den Windeln bestätigten das auch für meine Völker.
    Verzögerter Brutbeginn im Winter
    Am 28.12.2003 habe ich die Windeln nach Ox-Winterbehandlung kontrolliert: Keine Anzeichen auf brütende Völker. Das ist nicht in allen Jahren so!
    Starker Bruteinschlag um den 10. Februar
    Das Wetter war danach. Frühmorgens Schwitzwasser am Flugloch. Intensive Wasserflüge. Guter Pollenflug auf Hasel etc.
    Zwei Völker fühlten sich 'leicht' an: Ein kurzer Kontrollblick unter den Deckel zeigte genügend Futter und deutliche Hinweise auf Brut: Lockeren Bienensitz, Aktivität in den äußeren Wabengassen (Futterumtrag nach innen), Wärmestrahlung aus dem Bienensitz.
    Anschließend Wetterrückschlag und erneut Brutschluss
    Das Wetter war danach. Ab 15.3. habe ich bei beginnender Weidenblüte meine Auswinterungskontrolle gemacht: Nur Eier und offene Brut vorhanden, also wurde die im Februar begonnene Brut noch einmal unterbrochen.

    Zu den Windelkontrollen:
    ------------------------
    Bei mir liegen die Windeln ab Ende Juli bis zum Abschluss der Varroa-Winterbehandlung in den Völkern und werden nach Bedarf und verfügbarer Zeit kontrolliert. Zwei Hinweise zum Erkennen von brütenden Völkern:
    - Das Wachsschrot aus dem aktiven Brutnest erscheint größer-flockiger-dunkler, das Schrot aus dem Futterlager dagegen kleiner-kompakter-heller.
    Brutaktive Völker haben eine deutlich höhere Zehrung und deshalb auch deutlich mehr Wachsschrot als brutlose Völker.
    - Werden nur gleichmäßig dunkle und ausgefärbte Varroen auf der Windel gefunden, haben wir es mit brutlosen Völkern zu tun (Genauer: Völker ohne schlüpfende Brut...).
    In brutaktiven Völkern gibt es dagegen Varroen in allen Brauntönen, bis hin zu farblosen Exemplaren.

    Zu den Fluglochkontrollen:
    --------------------------
    Bezogen auf die Frage 'Brut oder nicht Brut' in der kühleren Jahreszeit: Die Kontrollen müssen morgens bei beginnendem Bienenflug stattfinden.
    - Bei brütenden Völkern finde ich Kondenswasser am Flugloch (...das mag bei anderen Beuten und anderer Aufstellung fehlen.).
    - Brutlose Völker fliegen lange nicht und wenn doch einzelne Bienen erscheinen hat man den Eindruck: Die gehen spazieren und könnten es genausogut auch lassen.
    - Brütende Völker brauchen am frühen Morgen Wasser und bei den schnell und gezielt abfliegenden Bienen hat man den Eindruck: Die sind mit einem Auftrag unterwegs.
    - Kennt man den Platz, an dem die Völker Wasser holen: Wird gebrütet, dann ist hier morgens Betrieb. Auch schon bei Temperaturen um 10°C!

    Zitat Zitat von Johannes
    Wie viel Gucken vertragen die Bienen, ohne, daß sie Schaden nehmen? Und wann?
    Ich arbeite mittlerweile mehr an meinen Völkern als in meinen Völkern. Keine Frage: Es bekommt den Völkern und auch meiner Honigernte gut.
    Aber wenn ich heute von Aussenbeobachtungen mit ausreichender Sicherheit auf innere Vorgänge schließen kann, hängt das stark damit zusammen, dass ich früher meine Neugier eben nicht zu sehr gezügelt habe!
    Das ist auch bei vielen anderen Imkern so gewesen, die heute mit hoch erhobenem Zeigefinger vor schädlichen Eingriffen warnen.
    Nebenbei: Die Sache mit dem 'unbedingt zu vermeidenden Stress' der Bienenvölkern hat in unseren Diskussionen ja immer auch etwas Scheinheiliges. Von dem durch Honigernte ausgelösten Stress wird z.B. nur selten gesprochen... :-)

    Zwei extreme Beispiele:
    -----------------------
    - Brennholzsammler haben mir einmal im Februar mit einem fallenden Baumstamm eine zweizargige Beute zerdeppert. Das Volk lag fast zwei Tage offen am Boden, die Bienen saßen in drei getrennten Trauben und hatten auf drei Waben Brut.
    Ich habe das Volk in eine andere Beute gesammelt und zur Frühtracht war weder am Volk noch an der Ernte ein Unterschied zu den restlichen Völkern zu erkennen.
    - Zweimal wurde ich im Winter von Holzfällern gerufen, die eine dicke Buche mit einem Bienenvolk umgelegt hatten. In beiden Fällen habe ich das Volk aus Neugier in eine Beute umgesetzt und mit Futter versorgt.
    Beide Völker überlebten und waren zur Sommertracht einsatzbereit.

    Was ich damit sagen will: Starke und gut versorgte Völker vertragen Einiges! Sie werden ganz sicher nicht dadurch gefährdet, dass der Imker im Winter mal den Deckel abhebt.
    Suche Dir ein 'Kuck-Volk' aus und sei verantwortungsvoll, aber ohne Angst neugierig.

    Viele Grüße,
    Rudi

  8. #8
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    Standard Aha!!!

    Danke! Ihr seid klasse.


  9. #9
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    Standard

    Hallo Henry !

    Nachdem Du zweimal mit dem Schwammtuch und AS gegen die Varroa vorgegangen bist, finde ich es schade das Du dann im Dezember zum Perizin greifen willst. Warum gehst Du den eingeschlagenen Weg nicht bis zum Ende und verwendest z.B. Bienenwohl welches genauso anwenderfreudlich und wirksam wie Perizin ist ?

    Beste Grüße

    Frank


    www.bienenpower.de

  10. #10
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    Standard Ich habe Sorge, daß ...

    Moin Frank,

    ich mach' mir das auch nicht leicht, aber ich habe Sorge, daß das OS-träufeln meinen Bienen noch mehr schadet als das Perizin und ich weiß, daß ich notfalls Perizin mehrfach ohne schlimme Bienenschäden anwenden kann. Ich denke ich werde eher auf die OS-Verdampfung kommen als wieder auf ein Verfahren mit Schütt-nei-Medizin. Den Alfraseder seinen Oxamaten würde ich halt gern mal live erleben und mich dann vielleicht gegen alles andere und nur noch für das dann einheitliche notfalls mehrfach anwendbare Verfahren entscheiden.
    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
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  11. #11
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    Standard Heimlichkeiten

    Hallo, alle Miteinander,

    Ja, Henry wenn ich den Oxamat vom Alfranseder beurteilen soll, würde ich sagen „ schade das er nicht aus Schleswig-Holstein kommt“.
    Ich habe ihn mir so ganz klammheimlich zugelegt und bin begeistert, auch wenn es mir als alte AS-Panscherin schwer fällt.
    Aber ich habe ganz einfach die Langzeitbehandlung verpennt.
    Für mich, ist es eine saubere Sache wenn man sich an die Vorgaben hält, zehn Minuten Behandlungszeit für ein Volk ist kein Stress.
    Ich habe keine Ablagerungen an Zarge und Beute gesehen, die OS hat sich ganz fein verteilt, die Damen hatten einen leichten Grauschleier
    Es ist jetzt natürlich ein Problem für mich, ich habe drei Ableger ohne Brut behandelt mit mäßigem Varroenfall, nur das war bei der Schwammtuch-Behandlung genauso.
    Ende dieses Monats werde ich alle Völker behandeln, endlich mal keine Leerzargenschlepperei.

    Ich wünsche viele gesunde Bienen.

    Margret

  12. #12
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    Standard

    Hey Henry !

    Mir ist noch nichts negatives bezüglich der Bienenverträglichkeit bei einmaliger Behandlung mit Bienenwohl in der brutfreien Zeit aufgefallen. Größere Sorge bereiten mir da die Rückstände im Honig die sich früher oder später über den Wachskreislauf im Honig wiederfinden (Fettlöslichkeit). Wir dürfen nicht vergessen das wir es hier mit einem hochgradigen Nervengift zu tun haben.

    Beste Grüße

    Frank

  13. #13
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    Standard Das ist es doch gerade

    Moin Frank,

    bei einmaliger Behandlung mit Bienenwohl
    gibt es wohl keine nennenswerten Probleme, zumindest keine, die das Perizin nicht auch hätte. Aber wie sieht es denn mit mehrmaliger Behandlung aus? Das ist doch mein Problem. Was werde ich machen, wenn am 15. Januar noch immer Milben fallen? Erneut OS-träufeln ist für die Bienen tödlich. Erneut Perizin reinschütten bringt ohne weiteren Totenfall die Milben um.
    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
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  14. #14
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    Standard mehrmalige Behandlung mit Bienenwohl

    Hallo Henry,

    In der neuesten Ausgabe der "neuen Bienenzucht" ist ein Artikel von Dr Hans Albrecht, einem Tierarzt aus Germering. Er schreibt, daß früher Oxalsäure in viel zu hohen Mengen und Konzentrationen eingeträufelt wurden. Das wäre der Grund für schlechte Bienenverträglichkeit bei mehrfacher Anwendung gewesen. Bei Bienenwohl (Hauptwirkstoff Oxalsäure) stelle sich dieses Problem nicht. Bei einer Anwendung kommt die Oxalsäuremenge von 50g Spinat in das Bienenvolk.
    Allerdings mag ich partout kein Volk im Winter aufreißen und dann, egal mit was auch immer, meine Bienen naß machen. Andererseits muß ich dabei nicht befürchten aus Versehen selbst mit entmilbt zu werden, was bei Verdampfermethoden immer mal passieren kann.
    Ich bin froh, daß ich noch ein bißchen Zeit habe, mich zu entscheiden. Ich denke, ich sehe mir das mal bei meinen Paten an. Der eine will diesen Winter mit Bienenwohl behandeln, der andere ist im Besitz diverser Höllenmaschinen zum Verdampfen.

    Worüber ich aber ganz sicher bin: Kein Perizin. Ich möchte keine Rückstände in Wachs und Honig. Das Perizin ist einer meiner Hauptgründe, meinen Honig nicht in DIB-Gläser zu füllen. In einen Rückstandsskandal möchte ich nicht verwickelt sein.

    Viele Grüße
    wunderbiene

  15. #15
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    Standard

    Hallo Wunderbiene,
    steht in dem von Dir zitierten Artikel auch, wodurch die Bienenunverträglichkeit von mehrmaliger Anwendung der Oxalsäure (Träufelmethode) entsteht. Reichert sicht die Oxalsäure irgendwo an z. B. in den Futterwaben?
    Habe ich das richtig verstanden, dass mit Bienenwohl eine Mehrfachbehandlung im Winter theoretisch möglich wäre und ginge dieses auch, wenn man bei einer Oxalsäurebehandlung die Konzentration niedriger also entsprechend dem Bienenwohl wählt?
    Wie hoch ist die Oxalsäurekonz. im Bienenwohl?
    Falls näheres in der "Neuen Bienenzucht" drin steht, würde ich mich über die Beantwortung der Fragen sehr freuen.
    Gruß
    Andreas Albig


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