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Thema: Wintertraube auf Futter

  1. #1
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    Standard Wintertraube auf Futter

    Mal wieder eine Verständnisfrage:
    Im neuen Infobrief steht, dass die Bienen den Winter nicht überstehen, wenn so viel Futter in der Beute ist, dass die Wintertraube auf Futter sitzen muss. Daher solle man in diesem Fall zwei Leerwaben einhängen, so dass sich die Bienen bei den jetzt noch gemäßigten Temperaturen besser einrichten können.

    Gilt das nur für den Fall, dass es sich um Melizitose handelt, oder auch dann, wenn es sich um gut verdauliches Futter handelt? Im zweiten Fall verstehe ich das Problem nicht. Ist das Futter erst mal in der Traube erwärmt, dann hält es doch die Wärme viel besser als leere, luftgefüllte Zellen. Und drumherum (wo Isolierung sinnvoll wäre) sind zumindest zum Winteranfang die Waben sowieso voller Futter. Oder geht es gar nicht um den Wärmehaushalt? Um was geht es dann?

    Bei uns ohne Frost und ohne Wintertrauben, dafür mit eifrigem Polleneintrag
    Kikibee
    With lots of room for improvement.


  2. #2
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    Standard AW: Wintertraube auf Futter

    Soweit ich das bisher verstanden habe, wird die Wintertraube auch nur richtig beheizt, wenn Brut da ist. Ansonsten heizen sie nur koordiniert alle paar Tage hoch, um dann beweglich zu sein und lokal etwas Honig zu erwärmen, den sie dann aufsaugen können.

    Sollten Sie dafür auf kaltem Honig sitzen müssen, ist das Aufwärmen in der Traube mit hohem Verlust an Wärme in die Wabe verbunden - Was dann viel Energie kostet, die dann sinnlos in die Umgebung entweicht und beim langsameren Abkühlen der Bienen läuft der Stoffwechsel dann auch noch schneller, was auch wieder mehr Energie kostet.
    Geändert von Amape (14.10.2016 um 14:33 Uhr) Grund: Fehler ausgebessert
    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  3. #3
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    Standard AW: Wintertraube auf Futter

    die Wärmeleitung von Futterwaben als auch Absperrgittern verhindert die isolierende Winterraube, wenn dann noch Schwund durch varroageschädigte Bienen die Traube verkleinert ist schnell die Grenze erreicht, wo nur noch ein kläglicher Rest auf den kalten Waben erfriert.
    ich hatte 2014 das Problem, weil ich mangels Erfahrung nach der Abschleuderung Mitte/Ende August mit Thymovar/Apiguard behandelte anstatt mit AS die Notbehandlung zu machen und auch überfütterte, im November waren einige vorher sehr starke Ableger tot. Der Bereich leerer Zellen hatte nur einen Durchmesser <10cm, der Rest der 11 DN-Waben war voll verdeckelt. Da einige Völker auch schon im September verkrüppelte Bienen und aufsitzende Varroa hatten, haben wir alles aus toten Völkern eingeschmolzen und die Beuten ausgeflammt.

  4. #4
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    Standard AW: Wintertraube auf Futter

    Die Leerzellen benötigen die Bienen m.E. Für den Wärmehaushalt. Gerstung beschreibt schon das Temperaturgefälle von innen nach außen in der Wintertraube. Sitzt der Bien auf Futter, klappt es mit dem Heizen offensichtlich nicht (Futter muss mit erwärmt werden, was viel Energie benötigt). Meine leidvolle Erfahrung im 1. Imkerjahr entspricht der von bienenfred - Jungvolk überfüttert, im Nov. offensichtlich erfroren; denn Varroen waren definitiv nicht die Ursache.

    Die Wintertraube muss auf Leerzellen sitzen, um ausreichend Wärme zu erzeugen - so meine Erfahrung.

    Beste Grüße

    Rainer
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  5. #5
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    Standard AW: Wintertraube auf Futter

    Ah ja, unter dem Aspekt, dass die Temperatur nicht dauerhaft gehalten wird, sondern nur ab und an hochgeheizt, frißt das Futter natürlich wiederholt relativ viel Energie, bis es auch warm ist. Wenn der gegenteilige Effekt (es dauert ja ebenfalls länger, bis es wieder abgekühlt ist) das Ganze nicht ausgleicht, dann verstehe ich auch, wieso die Bienen damit Probleme haben.

    Vielen Dank!
    Kikibee
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  6. #6
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    Standard AW: Wintertraube auf Futter

    Ich vermute eher, dass das Futter den Wärmetausch innerhalb der Wintertraube stört. Es kommt ja darauf an, dass hier von außem nach innen eine entsprechende Temperaturverteilung herrscht.

    Wolfgang

  7. #7
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    Standard AW: Wintertraube auf Futter

    Ja, das Futter als Masse muss ja erst aufgeheizt werden; wäre dann aber auch Wärmespeicher. Insofern könnte man denken, es sei kein Einfluss zu erwarten. Ich denke, dass die Dynamik ohne Futter viel höher ist, d.h. die Zeit zum Aufheizen/Abkühlen ist viel kürzer. Zudem isoliert Futter auch noch die Wabenseiten voneinander, so dass dieser Effekt viel Energie frisst. In Leerzellen ist der Wärmedurchgang besser. Tautz spricht ja auch von Heizbienen, die in (!) den Leerzellen sitzen und die umgebende Brut heizen.

    Beste Grüße

    Rainer
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  8. #8
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    Standard AW: Wintertraube auf Futter

    Hallo

    meine Erfahrung ist, das die Bienen, bei vollen Futterwaben sich verstärkt unter den Waben zusammenziehen. Das heißt sie hängen sehr stark in den Unterboden durch. Haben die Bienen einen normalen Wintersitz eingerichtet, schließt die Wintertraube oft mit der Unterkante der Rähmchen ab. Normal starke Völker werden einen kalten Winter überleben, weil sie genügend Wärme erzeugen können. Schwächere Völker die auf vollen Waben sitzen und von unten, offner Gitterboden oder Zug und oben, durch übervolle Waben, der Kälte ausgesetzt sind, können leichter Erstarren. Das Problem ist das zuerst die Einzelbiene beim Versuch die Wintertraube mit Futter zu versorgen erstarrt, beim stärkeren Volk ist einfach der Umkreis der Erwärmung größer. Ich spreche hier von Temperaturen von -15°C bis -20°C , bei niedrigeren Temperaturen sind die Chancen natürlich größer zu überleben.
    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)


  9. #9
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    Standard AW: Wintertraube auf Futter

    Zitat Zitat von Drobi Beitrag anzeigen
    ... bei niedrigeren Temperaturen sind die Chancen natürlich größer zu überleben.
    Du meinst wahrscheinlich weniger Minusgrade und somit höhere Temperaturen, oder?
    Gruß Michi ☮ ------------- Spezialisierung ist was für Insekten!

  10. #10
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    Standard AW: Wintertraube auf Futter

    ja natürlich
    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

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