Beiträge von scoutladen


    Um das Überleben der Bienenvölker ohne Imker zu belegen, brauche ich ein Beispiel von einem Imker, der seine Völker 4 jahre lang ohne jegliche Behandlung durchbringt.


    Hier sehe ich einen Trugschluss. Der Imker hat andere Ziele. Diese werden ohne Behandlung nicht zu erreichen sein. Im anderen Fall geht es um wilde Völker ohne menschliche Eingriffe.

    Auch nachvollziehbar. Ist die Schwarmträgheit wirklich eine echte Selektion? Oder hat das "Nicht Schwärmen (lassen)" eher mehr mit der gängigen imkerlichen Praxis zu tun? Und sagen nicht viele, standbegattete Königinnen würden viel mehr zum Schwärmen neigen? Sprich, das wäre das erste, was die Bienen wieder lernen würden?

    Es haben ja so viele probiert, ohne Behandlung klar zu kommen, aber ich kenne noch keine versprechende Ergebnisse.


    Das ist richtig... aber hier haben wir auch den Ansatz, Völker dauerhaft mit einem gewissen Honigertrag führen zu können. Ich wage zu behaupten, das ein wildes Volk ohne Behandlung Chancen hat, über den Winter zu kommen und sich zu vermehren und zu sterben. Das vermehrte Volk wiederum hat die gleiche Chance.


    Anders kann ich mir z.B. bei uns Vorschwärme in der Innenstadt/Altstadt nicht erklären. Hier gibt es in der Nachbarschaft keine Imker, aber immer wieder regelmäßig Schwärme im Zyklus von zwei Jahren. Ich gehe davon aus, die siedeln irgendwo auf den alten Dachböden...

    Du hast in vielem Recht, vor allem, dass wir als Mensch zu unserer Verantwortung stehen müssen.


    Ich ziehe lediglich in Zweifel, dass die Biene ohne unser Zutun (allgemeiner die ganze Natur) keine Chance hätte. Ich wage zu behaupten, dass sich ohne unser Zutun recht schnell eine stabile Population halten würde. Klar ist, dass die aktuellen Bienenvölker binnen ein, zwei, vielleicht auch drei Bienenjahren sterben, wenn wir diese nicht behandeln würden. Wahrscheinlich ist die eigene Reproduktionsrate eines Volkes aber auch ausreichend, die Geamtzahl der Bienenvölker stabil zu halten. Mit der wichtigen Einschränkung: wenn sie denn in unserer Landschaft noch artgerechte Behausungen finden würden. Was uns dann schon wieder in die Verantwortung bringt...

    Hallo Salsero,
    es ist nunmal das Schicksal wildlebender Tiere, das es nicht jedes Individuum oder Volk schafft, seine Gene weiterzugeben. Ein Bienenschwarm, der sich irgendwo einnistet und erfolgreich überwintert, hat seinen Zweck erfüllt, wenn er sich im Frühjahr vermehrt und durch Schwärmereien für die Weiterverbreitung/Erhaltung der Art sorgt. Und das schaffen die Bienen nach wie vor, wenn sie eine geeignete Behausung finden.
    Gruß Sven


    Der Gedankengang ist aus meiner Sicht legitim... Ein Vogel in Gefangenschaft wird mehrere Jahre alt, in freier Wildbahn vielleicht nur ein Jahr... Es ist lediglich seine Aufgabe, seine Gene so gut es geht weiterzugeben. Das tut er nach besten Wissen und Gewissen und dann wird er gefressen (manchmal auch schon vorher).
    Sperren wir deswegen alle Singvögel ein, nur um ihnen die (aus unserer Sicht) bestmöglichen Überlebenschancen zu geben??? Wie arm wäre dann die Welt.


    Und apropos Genetik. Die hat sich beim Menschen in den letzten 100.000 Jahren nicht verändert und vermutlich auch bei der Biene nicht im wesentlichen.

    Frag mal die Weltimkerei der Magazinbeute


    ...naja... was alle machen wird schon richtig sein... gerne würde ich das differenzierter betrachten und nach meiner Ansicht wird es zu unterschiedlichen Zielen auch unterschiedliche Wege geben. Oder sogar zu gleichen Zielen unterschiedliche Wege. Und nicht nur den einen richtigen / absoluten...