Beiträge von VDM

    Hallo,

    in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts experimentierten die Anhänger des Strohkorbs, um mit der Konkurrenz der sich entwicklenden Rähmchen-Imkerei mitzukommen.

    Waben- oder Tropf- oder Stampfhonig aus bebrüteten Naturwabenbau wollten immer weniger Kunden, sondern der Honig im Glas aus geschleuderten Waben fand das Gefallen des Kunden.

    Somit wurde vielfach experimentiert. Der Kanitzkorb ist so ein Produkt dieses Wettlaufs, dessen Ausgang wohl bekannt ist. Aufgesetzte Honigräume wie oben beschrieben waren eine andere Richtung der Experimente.

    Volle Honigtöpfe wünscht

    Andreas

    Hallo!

    Soweit ich weiß, haben sie einmal bei Mellifera e.V. die Rümpfe am Anfang als Projekt geprüft und sind wieder davon abgekommen.

    Im Vogtsbauernhofmuseum im Schwarzwald stehen noch einige Rümpfe. Sie werden aber nicht betrieben.

    Die Bienen wurden damals immer auf Honig überwintert. Wenn es Waldhonig gab, sei die Überwinterung teilweise katastrophal gewesen. Bevor es den Rübenzucker gab, hatten sie zur Einwinterung nur eingedickte Fruchtsäfte (a la Pflaumenmus). Auch hier sei die Überwinterung katastrophal gewesen, da zuviel Mineralstoffe vorhanden waren.

    Die Rümpfe standen vor dem Balkon im ersten Stock der Schwarzwaldhöfe und in Nähe der Eingangstüre, aber so hoch, dass der Mensch nicht in den Landeanflug geriet. Wurden die abgelegenen Einzelhöfe überfallen, konnten sich die Bewohner mittels dieser "Luftwaffe" verteidigen. In Russland seien deshalb vor dem Wehrgang der Stadtmauern öfters Bienenkörbe aufgestellt gewesen, um gleich diese Abwehrwaffen zur Hand zu haben.

    Einen schönen Abend noch

    Andreas

    Hallo,

    heute an Karfreitag erinnerte ich mich gelesen zu haben, dass im Verbreitungsgebiet des alemannischen Rumpfes (süddeutscher Strohkorb, stark gedrungen und mit eigener Betriebsweise, bei Interesse Suchfunktion benutzen) entweder am Josefstag (19. März) oder an Karfreitag der Honig geerntet wurde

    Hat von den Schwarzwäldern noch eine/r Informationen, z.B. vom Großvater, ob es tatsächlich so gehandhabt wurde?

    Als geschichtsinteressierter Imker bin ich einfach neugierig, wie diese sehr alte Betriebsweise funktionierte, die die ständige Wabenerneuerung integriert hatte.


    Falls das Thema falsch eingestellt wurde, bitte verschieben. Ich fand kein passendes Unterforum zur Geschichte der Bienenhaltung.


    Andreas

    Hallo,

    die Kornblume in den Ökukornfeldern um mich herum rettete mir letztes Jahr die Sommerernte. Drei Kilometer entfernt ohne Ökokornfelder war nichts zu holen.

    Such dir einen entsprechenden Standort.

    Was mir aber auch in den Jahren darauf aufgefallen ist: Wenn es etwas Lohnenderes in der Nähe gibt, wird dieses beflogen. Selbst als ich nach Karl von Frisch einige Tage lang Kornblumen in Zuckerwasser legte und dieses auf die Anflugbretter sprühte, reagierten sie nicht darauf.

    Selbst nur einen Kornblumenanteil im Honig zu haben, finde ich lecker.

    Viel Erfolg!

    Hallo!

    Die Bienen fliegen dorthin, wo sie nach der Rückkehr noch genügend Nektar im "Tank" haben. Sie sind sehr effizient. Sie fliegen nur dorthin, wo sie auch etwas zurück bringen können und nicht als "Flugbenzin" für die Rückkehr aufbrauchen.

    Ich hatte einmal eine Quelle gefunden, es war glaub ich in einem Werk von Prof. Lindauer, dass die Heftigkeit bei Schwänzeltänzen für Trachtquellen weiter weg als 500-700 Meter stark nachlässt.

    Nach dem Motto: Keine Anstrengungen, wenn es sich nicht lohnt. Hier im Forum war aber auch das Ergebnis einer Untersuchung: Wenn Pollennot herrscht, fliegen Arbeiterinnen auch weiter als 3 Kilometer. Ich habe ein größeres Verständnis für meine Völker gewonnen, als ich mir ihr Tun und Lassen unter energetischen Gesichtspunkten betrachtete.

    Kurzum: Solange du keine Belegstelle betreiben willst, schaue dich für deinen Bienenstand nach einem Trachtband (kontinuierliches Trachtangebot) in der Reichweite von 500 -700 Meter Radius um. Alles weitere machen sie selber.

    Nach dem Sodabad tauche ich sie in ein Essigsäurebad, welches im Prozentgehalt meiner Sodalösung entspricht. Anschließend wird in ein Wasserbad getaucht.

    Wenn es doch weiße Reste geben sollte, weiß ich, dass das Säurebad nachlässt.


    Wurde hier im Forum schon mehrfach behandelt.

    Suchfunktion im Forum benutzen kann bei vielem helfen.

    Hallo!

    Weil sich bei meinen EWKs die Königinnen immer gern nach oben verdrückten, habe ich mir aus Resthölzern einen Stempel (Platte im etwas kleineren Maß des Aufstiegsdorms mit angenageltem Holzdübel als Griff) gebaut.

    Im Futterraum habe ich noch keine Königin gesehen.

    Wenn ich die Königin zeichnen oder entnehmen will, öffne ich oben die transparente Abdeckplatte und drück die Bienen sanft nach unten.

    Der Stempel versperrt den Fluchtweg nach oben und die Königin kann nur die Wabenseiten wechseln.

    Das Abfangen geht leichter.


    Grüße Andreas

    Hallo miteinander!

    Wachsverfälschungen häufiger wie gedacht. (Meine Schlagzeile9

    In der heute eingetroffenen Zeitschrift des Landesverbandes württembergischer Imker wird über den Vortrag von Dr. Peter Rosenkranz (Leiter Bieneninstitut Stuttgart-Hohenheim) bei der Referententagung des Landesverbandes wie folgt berichtet ("Bienenpflege", 02/2020, Seite 105): "Dass nach wie vor verfälschtes Bienenwachs im Umlauf ist, zeigt die Auswertung der Wachsuntersuchungen, die an der Landesanstalt .... durchgeführt werden können. Bei einer nennenswerten Anzahl der untersuchten Proben seien weiterhin Wachsverfälschungen durch Beimischungen an Paraffin und Stearin nachweisbar. ..... bereits ab einem Verfälschungsgrad von 5% könnten Brutschäden auftreten. Bei den in Hohenheim untersuchten Wachsproben sei auch 2019 dieser Wert öfter überschritten gewesen als vielleicht erwartet." (Zitatende)

    Liebe Moderatoren, ich wußte nicht, wie ich das Zitat kürzen sollte.


    Ich schließe daraus, die Verunreinigungen sind weiter verbreitet wie gedacht. Denn nur vorsichtige Imker haben die 30 Euro für den Eigenanteil für die Untersuchung in die Hand genommen.

    Der subventionierte Geldanteil wurde inzwischen gedeckelt, da er m.W. von den beiden Landesverbänden für baden-württembergische Imker/innen bezahlt wird. Die Nachfrage scheint größer zu sein.


    Andreas

    Müsste man nicht bei jedem Filtervorgang die Porengrößer verkleinern, wenn man durch mehrfaches Filtern einen Effekt haben will?

    Ja, da hast Du Recht. Das langsame Abkühlen, nach dem Durchsieben mit Strumpf, ist wichtig. Da sammelt sich unter dem Wachs die Tresterschicht und kann entfernt werden. Für Mittelwände, die selbst gegossen werden ist das meiner Meinung nach ausreichend. Die verbrauchte Energie und Zeit bei mehrmaligem Sieben finde ich ebenfalls nicht unerheblich

    Hallo,

    zwar ist die Energie nicht unerheblich.

    Aber wenn ich sehe, dass sich selbst noch nach dem 2. und 3. Aufschmelzen und langsamen Abkühlen (mehrere Stunden im heißen Wasserbad) unten eine Pollenschicht absetzt, nehme ich den Energieaufwand auf mich.

    Die Bienen nehmen diese Mitttelwände sehr schnell an.

    Zuviel Entdeckelungswachs machen die Mittelwände spröde und sie werden nicht so gerne angenommen wie wenn geschmeidigeres Altwachs mit drin ist.

    Ich versuchte schon nur mit Drohnen- und Entdeckelungswachs Mittelwände zu gießen. Meine Bienen bauten diese langsamer aus.


    Ich hatte vor 13 Jahren mit kontrollierten Mittelwänden angefange (teuer!) und den eigenen Wachskreislauf durchgehalten. Im Verein haben wir ein Mittelwandgießanlage.

    Aber es hat sich gelohnt! :)

    Ich ließ letztes Jahr sowohl auf Paraffin/Stearinverunreinigungen und auf Rückstände Varraomittel untersuchen und bin jetzt auf der sicheren Seite.


    Fazit für mich: Es ist eher eine Frage des Reinigen des Wachses anstatt des ausschließlichen Gebrauches von Entdeckelungs- und Drohnenwachs.

    Eine gute Durchlezung wünscht

    Andreas

    P.S. Einige Völker haben gut durchge"futtert".

    Hallo,

    ich glaube hier einmal etwas davon gelesen zu haben, dass es eine Untersuchung gab über den Zusammenhang der Feuchtigkeit des Honigs und der Höhe der Beutenaufstellung: Je tiefer, desto feuchter. (Was an sich logisch ist.)

    Thomas Seeley untersuchte die beliebtesten Höhen der Bruthöhlen bei den wildlebenden Bienenvölkern in seinem Forschungswald. Wenn ich mich recht erinnere war dies ca 2,5 Meter über Erdboden.

    Es gab hier doch mal ein Mitglied, der seine Völker auf einem großen Hochsitz hielt und ein anderes Mitglied, der seine Völker in einem Baumhaus (oder war es eine Beobachtungsplattform auf seinem Haus?) logiert hatte.

    Hinweise könnte auch der Imker geben, der seine Bienen auf dem Dach seines Hausbootes in der Mecklenburger Seenplatte sitzen hat (bequemer Standortwechsel).


    Von einer regelrechten Untersuchung habe ich noch nichts gelesen. Die Praxisnähe hat bei Berufsimker sicherlich immer Vorang.


    Kommt gut in das Neue Jahr 2020.

    Andreas

    Hallo!

    Ich lasse bei Herrn Jung seit Jahren mein Wachs zu Mittelwänden umarbeiten und bin sehr zufrieden mit seiner Arbeit.

    Er ist der klassische Tüftler des deutschen Südwesten. Aus seiner eigenen Imkerei heraus hat er begonnen, sich selbst eine Anlage zu bauen.

    Inzwischen hat sich über Mundpropaganda seine Arbeit herumgesprochen, so dass die Wartezeit lange ist.

    Die Mittelwände werden gerne angenommen, was natürlich nur mit der Qualität des Wachses zu tun hat. ;)

    Ein gutes neues Jahr 2020 wünscht

    Andreas

    Danke für die Antworten!:)

    Da ist mir geholfen.


    Und das mit der glatten Folie, gut!

    Auf die Idee bin ich noch nicht gekommen!


    Glücklicherweise kennen die Grünspechte in meiner jetzigen Wohngegend meine Beuten als "Winterkonserve" nicht. Meine 25 mm kompatible Holzbeuten wären für sie kein Problem.

    In meiner Heimatgemeinde und Umgebung hat es sich in Grünspechtfamilien herum gesprochen. Lernen durch zuschauen!

    Volle Honigtöpfe wünsche ich allen, obgleich die Chancen dafür dieses Jahr nicht die Besten sind.

    Andreas

    Hallo!

    Muss ich 'Stehr' Ablegerkästen Innen streichen?


    Ich imkere seit Beginn mit Holzzargen. Mit Stropor habe ich keinerlei Erfahrungen, deshalb diese Anfängerfrage.

    Für Ableger habe ich immer 4-Böden benutzt.

    Mit diesen bin ich selten zufrieden gewesen.

    Gründe: Dichtigkeit der Schiede lässt zu wünschen übrig (Eigenbau). Beim Herausnehmen der Waben werden Bienen gerollt. Die Schiede werden zugekittet. Wenn ich Ableger vereinigen will mit einem Zeitungspapierschied, dann gibt es ein Gewürge beim Herausnehmen des alten Schieds und Hineinschieben des Zeitungsschieds (Rahmen mit aufgeklebter Zeitung). Bis dahin haben sich die Ablegervölker längst gegenseitig "begrüßt".


    Da ich aber im Herbst mit neuen Königinnen in den Winter gehe, brauche ich bis dahin Ablegerkästen.

    Wenn ich zu früh einweisele werden mir wie letztes Jahr die auf der Belegstelle gezogenen jungen Königinnen noch umgeweiselt.


    Deshalb habe ich mir die oben genannten Ablegerkästen beschafft. Sie gehen nicht in den Winter (Specht!).

    Da ich viel mit Schied im Wirtschaftsvolk arbeite, habe ich auch Styrodur-Schiede. Wenn ich sie an irgendeiner Stelle nicht sauber mit Holzleim eingestrichen habe, werden sie unweigerlich angeknabbert.


    Deshalb meine Frage. Muss die Oberfläche innen irgendwie geschützt werden?


    Danke für Antworten von Praktikern!

    Andreas