Beiträge von Imkerei Fläming

    Halle alle beisammen,


    sehr gut, dass ich gerade noch diesen Thread gefunden habe, da brauch ich keinen neuen auf machen.


    Ich bin auch gerade am hin und her überlegen und habe mich inzwischen im Wettstreit zwischen Presse und Walze entschieden, es soll eine Mittelwandpresse sein. Nun habe ich Angebote von verschiedenen Anbietern eingeholt bzw. einfach in deren Online-Shops geschaut. Wenn ich das richtig sehe, bieten Seip, Holtermann und Weber jeweils das gleiche oder ein sehr ähnliches Modell an, während Geller die Mittelwandpresse von Graze verkauft, welche immerhin nochmal 100€ günstiger ist als die erst genannte.


    Nun stellt sich mir die Frage: Hat jemand Erfahrungen mit den beiden Modellen? Gibt es entscheidende Unterschiede? Welches würdet ihr empfehlen?
    Hier die Links zu Presse Nr. 1: www.bienenzuchtbedarf-seip.de/…-wassergekuehlt-D-N-.html
    www.holtermann-shop.de/index.php/cPath/56_54
    www.imkereibedarf-bienenweber.…ereibedarf/Products/09100
    zu Presse Nr. 2: www.graze.eu/epages/62718690.s…575/SubProducts/1575-0001
    www.bienenzuchtbedarf-geller.d…-dn-hersteller-graze.html


    Viele Grüße
    Friedrich

    Ein Bio-Betrieb bei uns in Sachsen-Anhalt hat im Durchschnitt 184 ha. Das ist schon erheblich. Selbst konventionelle Betriebe haben in Westdeutschland im Durchschnitt "nur" 54 ha.


    Die Schwierigkeit bei der Umstellung auf ökologischen Landbau besteht darin, dass du für zwei Jahre deine Produkte weiter als konventionelle Ware verkaufen musst, während die schon komplett nach ökologischen Richtlinien produzieren musst. Für den Landwirt, der Ackerbau macht, bedeutet das, dass er nun noch mehr als zuvor über Fruchtfolge etc. dafür sorgen muss, dass Schädlinge sich nicht vermehren können, das Unkraut nicht hoch kommt, usw. In Richtung der Schädlinge ist dies gerade in Anbetracht der immer milderen Winter ein echtes Problem. Wenn irgendwas nicht geklappt hat, kannst du als konventioneller Landwirt nochmal mit der Spritze nachsetzen. Wenn du im Ökolandbau ein erheblich stärkeres Aufkommen von Unkräutern, Pilzsporen oder Schädlingen hast, ist die Ernte in den meisten Fällen zu großen Teilen verloren. Das ist ein Risiko, dass man nachvollziehbarerweise scheut, wenn man in der Ausbildung überwiegend lernt, welches PSM man auf welches Problem einsetzt.
    Das zweite Problem ist Landgrabbing. Die Bodenpreise werden immer teurer, die hiesigen Pachtpreise kann man sich kaum als konventioneller Landwirt noch leisten, da zählt jeder Cent, den man vom Hektar runterkriegt. Insbesondere Flächen der BVVG gehen hier, trotz Ackerzahlen zwischen 20 und 30 für 8000-9000€ über den Tisch, die Pachtpreise liegen selten unter 500€/ha/Jahr. Das bedeutet insbesondere auch für junge Landwirte, die beispielsweise an der HNE Eberswalde Ökolandbau studiert haben, dass sie größte Schwierigkeiten haben, erstmal Fuß zu fassen.
    Aber auch die hiesigen konventionellen, die 700ha und mehr haben, haben teilweise Schwierigkeiten, neue Flächen zu kriegen, sofern sie keinen Investoren im Hintergrund haben. Effektiv kann man sich die meisten Flächen als Landwirt nur leisten, wenn man darauf Maismonokultur macht und das dann in die Biogasanlage stopft. Das kann man als Bio-Landwirt nicht leisten, insbesondere nicht, wenn man gerade erst als solcher anfängt.


    Interessant ist auch, dass der Anteil der verkauften ökologischen Lebensmittel in Deutschland jedes Jahr um etwa 10% zunimmt, während von 2014 zu 2015 der Anteil der ökologisch bewirtschafteten landwirtschaftlichen Flächen wieder abnahm. Das bedeutet, dass wir insgesamt einen wachsenden Biomarkt haben, während an diesem aber immer weniger die heimische Landwirtschaft beteiligt ist. Zudem setzt auch in der Biobranche zunehmend die "Geiz-ist-geil"-Mentalität ein. Bio-Landwirte müssen auch immer noch billiger produzieren, weil viele Verbraucher die Bio-Eigenmarken von Aldi, Lidl und Co. kaufen, ohne zu hinterfragen, wo die eigentlich herkommen und wieso die eigentlich gar nicht so viel teurer sind als die konventionellen Lebensmittel.
    Entsprechend empfehle ich meinen Kunden immer, nicht einfach nur auf das EU-Bio-Siegel zu achten, sondern am besten auch ein Verbandssiegel dabei zu haben, sich aber gleichzeitig im Optimalfall auch mit dem Betrieb hinter dem Produkt zu beschäftigen - sprich Regionalität wert zu schätzen und nach Möflichkeit sogar direkt beim Erzeuger einzukaufen.


    Soweit mal meine Gedanken zum benannten Problem.


    Viele Grüße
    Friedrich

    ... Heidehonig ist thixotrop. Du musst ihn bewegen, damit er sich bewegt. Versuch mal, den Honig im Sieb vorsichtig zu rühren, dann sollte er wesentlich schneller laufen. ...


    So, um dazu nochmal nach längerer Abwesenheit hier im Forum eine Rückmeldung zu geben: Es ist eben sehr zeitaufwendig, aber so funktioniert es wirklich gut. Ich habe immer so viel Honig in das Doppelsieb gegeben, bis der Honig bis zum Rand stand, dann habe ich langsam mit einem Bohrmaschinen-Rührwerk gerührt. Nach etwa 2-3min war der meiste Honig durchgelaufen. Nach zwei dieser Durchgänge musste ich dann das grobe Sieb einmal abnehmen, die gröberen Wachsteile entfernen und habe dann nochmal im feinen Sieb gerührt, damit dort der Honig auch durchgeflossen ist. Nach einigen Stunden hatte ich dann meinen 25kg-Hobbock durchgesiebt.


    Danke nochmal für diesen wichtigen Tipp.


    Je wärmer der Raum war, desto besser. Zuletzt habe ich den Honig aber bei 25°C im Raum auch nicht mehr extra aufgewärmt und es ging mit dem Rühren trotzdem ganz gut.


    Viele Grüße
    Friedrich

    Liebes Imkerforum,


    ich habe im letzten September knapp 40kg Heidehonig ernten können. Nachdem das Schleudern zu Beginn noch ganz gut lief, hatte ich bald das Problem, dass sich die Honigdoppelsiebe sehr schnell - zu schnell - zusetzten, sodass ich schließlich die letzten 25kg einfach ungeklärt in einen entsprechenden Eimer laufen ließ, um an jenem Tage noch mit der Schleuderung fertig zu werden. Das Sieben könnte ich ja vor dem Abfüllen vornehmen. So dachte ich.
    Nun zum Problem: Ich habe den Heidehonig also im Wärmeschrank bei 40°C aufgetaut und ihn dann zunächst durch Doppelsiebe laufen lassen wollen. Das gelang mir allerdings eher schlecht als recht. Zum einen hat man, bevor sich das Sieb komplett zusetzt, nur etwa 1 bis 1,5 kg gesiebten Honig, zum anderen hat man im Sieb noch immer sehr viel Honig, sodass, wenn man den Honig im Sieb zurück zum ungesiebten Honig gibt, fast sämtliche Wachsreste auch wieder mit zurückgibt und sich damit die Konzentration des Wachses im Honig immer weiter erhöht.
    Auch der Melitherm schaffte leider keine Abhilfe. Das Sieb setzt sich auch hier einfach zu.


    Habt ihr Ideen bzw. andere Verfahren und Methoden, Honig bzw. vielleicht auch explizit Heidehonig zu klären?


    Ich wäre Euch sehr dankbar, ich würde ihn nämlich doch gern noch vor der diesjährigen Frühtrachternte endlich abfüllen.


    Viele Grüße
    Friedrich

    Genauso sehe ich das auch: Wenn dieses Eisenpräparat gegen Varroa helfen würde, dürften Demeter-Imker und alle anderen, die ihre Bienen auf Honig überwintern, wohl keine Probleme mit der Varroa haben. Denn etwas optimaleres als Honig und Pollen gibt es für unsere Bienen nicht.

    Liebe Imkerinnen und Imker,


    ich habe heute wieder die zweite Varroabehandlung der Heide-Völker gemacht. Ich nutze für die zweimalige Ameisensäure-Behandlung den Nassenheider Verdunster horizontal. Für die Hinterbehandlungsbeuten habe ich ihn in Rähmchen gebaut, für die Magazine habe ich jeweils eine Zarge aufgesetzt.
    Beim Einsetzen der Dochte und der Entscheidung über die Dochtgröße nach Volksstärke habe ich mir überlegt, inwieweit das überhaupt Sinn macht. Wenn ich richtig informiert bin, ist das System des nassenheider Verdunster doch, dass er relativ temperaturunabhängig gleichmäßig die Ameisensäure verdunstet, indem die Ameisensäure nicht nur über den Docht verdampft, sondern bei geringeren Temperaturen auch auf das Tuch tropft und sich damit die Verdunstungsfläche entsprechend vergrößert.
    Und da kommt jetzt meine Frage: vergrößert sich damit die Verdunstungsfläche nicht unabhängig von der Dochtgröße? Ich meine, ob die Ameisensäure quasi durch einen "kleinen" oder durch einen "großen" Docht fließt, ist doch egal.
    Ich kann jedenfalls nur in den seltensten Fällen eine Proportionalität zwischen verdunsteter Ameisensäure und Dochtgröße erkennen. Ist die Regulierung der Luftzufuhr und -zirkulation in den verschiedenen Völkern unterschiedlich, sodass in manchen mehr verdunstet und in manchen weniger? Oder womit könnte das noch zusammen hängen?


    Viele Grüße
    Friedrich

    ...darf ich fragen warum das Schwachsinn ist?


    Du darfst :wink: , Marion hat darauf schon sehr gut geantwortet, so sieht nämlich auch meine Meinung aus:

    ... Dort gibt es keine konkret genannten Quellen, keine Versuchsanordnung, keine Auswertungsmodi etc. Wo wurden diese Bahnbrechenden Erfolgsbeobachtungen denn veröffentlicht? Oder ist das eine Produktbeobachtung des Herstellers gar, total objektiv natürlich und uneigennützig? :roll: ...


    ...opfern?


    Jaa, es wäre ein Bienenvolk möglicherweise in einem Versuch zu opfern, wenn ich nämlich dieses statt der Säurebehandlung anwende, obwohl ich keinerlei Referenzen habe, dass das Zeug hilft. Das ist so, wie wenn ich jetzt auch Magnesium, Calcium oder sonst irgendeinen Zusatzstoff kaufen und anwenden würde, bloß weil mir jemand erzählt: "Das hilft!", ohne dass er es belastbar belegen kann.



    ... Also, mein Eindruck ist, Du schreibst doch sehr viel ohne etwas konkretes zum Produkt zu Wissen. ...


    Das hast du ganz recht erkannt. Ich weiß nichts zum Produkt, außer was der Hersteller mir erzählt. Der erzählt mir aber nichts zur konkreten Wirkungsweise etc., ich weiß also in der Tat nichts konkretes, wenn ich das täte, hätte ich diesen Thread nicht eröffnet, um mir eben solche Wissen anzueignen, da meine Recherche eben auch nichts konkretes ergab.


    Und ja, meine Bemerkung zur Empfehlung ist angesichtsdessen vielleicht überflüssig, aber eben deshalb würde ich es nicht empfehlen und das wollte ich da nur nochmal klar gestellt haben, als ich das Thema eröffnete, dass das keine Werbung oder so sein soll, sondern das mein erstes subjektives Gefühl bei diesem Produkt kein so positives ist, allein schon weil ich denke, dass ein absolut seriöses Unternehmen es nicht unbedingt nötig hätte, die E-mail-Konten von Imkern zu spamen, sondern vernünftig an die entsprechenden Fachzeitschriften und anderen Fachmedien herantreten könnte und das entsprechende Produkt vorstellen könnte. Es kann natürlich aber auch sein, dass der Betrieb einfach nur ein für meinen Geschmack merkwürdiges Werbemanagement betreibt.


    Viele Grüße


    Friedrich

    Also bei mir war ich nicht sonderlich überrascht, dass Sie meine Adresse haben, da diese eben öffentlich auf meiner Website zugänglich ist. Vor allem nervt es mich aber langsam an, weil die mich nun fast schon wöchentlich über ihre "tollen" Produkte informieren.
    Hat niemand irgendwie weitere Informationen über die Firma, die dahinter steht? Hat jemand vielleicht schon anderweitig Erfahrungen mit dieser Firma gesammelt?

    Hallo Imkerfreunde,


    ich habe in meinem Postfach eine Werbe-E-mail für das Produkt Ferro-Bee erhalten. Wer sich das Produkt mal angucken mag, kann dies unter www.science-in-water.com/us/bees/webshop/private.html tun.
    In der E-mail heißt es:


    Zitat

    Ferro-Bee® ist ein Eisenpräparat. Es enthält Bestandteile, welche die Eisenverdauung fördern. Ferro-Bee® basiert auf wissenschaftlichen Erkenntnissen über die Prozesse, welche für das Bienensterben und den Bienenschwund verantwortlich sind. [...]
    Mit Ferro-Bee® können Sie Ihren Bienen zusätzliches Eisen verabreichen. Langzeit Experimente haben bewiesen, dass dies für die Bienen sehr förderlich ist. Bei unseren zwischen 2011 und 2013 in acht verschiedenen Ländern durchgeführten Versuchen hat es sich erwiesen, dass Eisen verschiedene günstige Auswirkungen hat und beispielsweise zu einer niedrigen - bis sehr niedrigen Wintersterblichkeit -, verstärkten Kolonien nach dem Winter sowie einer regelmäßigere Brut (keine unterbrochene Brut) führt. In vielen Fällen wurde die Wintersterblichkeit vollständig getilgt, in anderen konnte ein bedeutender Rückgang festgestellt werden.


    Ich halte das für ziemlichen Schwachsinn. Aber hat jemand auch schon davon gehört? Und wie kommen die auf die Idee, dass gerade Eisenpräparate helfen sollten?
    Ich würde jedenfalls keinem empfehlen, dieses Produkt zu kaufen, dazu erscheint es mir zu fragwürdig und ich würde nicht ein Bienenvolk opfern wollen, dieses auszuprobieren.


    Viele Grüße
    Friedrich

    Liebe Bieneninteressierte,


    ich möchte hier einmal zum einen ein Thema vorstellen und zum anderen auch etwas diskutieren, was vielleicht noch nicht jeder kennt und bei dem mich vor allem auch interessiert, welche Erfahrungen damit gemacht wurden. Ich bin mit der Wahl des Unterforums noch nicht ganz zufrieden, weiß nicht genau, ob es das richtige ist, andernfalls kann es auch gern verschoben werden. Vielleicht wäre es im Unterforum Schulimkerei auch möglich, nicht selten schließt sich das FÖJ ja direkt an die Schulzeit an.


    Das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ) ist ein Freiwilligendienst, der in Deutschland von verschiedenen Trägern angeboten wird. Früher war es auch einmal Wehrersatzdienst. Bei uns in Sachsen-Anhalt ist die Stiftung Umwelt-, Natur- und Klimaschutz Sachsen-Anhalt (SUNK) Träger.
    Das FÖJ dient den Freiwilligen unabhängig vom Schulabschluss als Vorbereitung auf das Berufsleben und wird in der Regel auch zur generellen Berufsorientierung genutzt. Wer im Alter von 16 bis 27 Jahren ist, Interesse an ökologischen Themen hat und gern in einem entsprechenden Betrieb ein Jahr tätig sein will, kann sich bei einem entsprechenden Träger bewerben.
    Die Einsatzstellen sind zumeist Organisationen, welche aktiv im Tier-, Natur- und Umweltschutz tätig sind, ebenso wie eben auch landwirtschaftliche Betriebe, welche nach den Kriterien der EU-Öko-Verordnung oder in der Landschaftspflege wirtschaften.
    Ich war selber in diesem Jahr Teilnehmer des Freiwilligen Ökologischen Jahres. Ich habe zwar bereits eine genaue Vorstellung meines beruflichen Weges, wollte mich aber noch einmal praktisch in einem ähnlichen Bereich engagieren. Dies kann also auch für Abiturienten ein Anstoß sein, vor dem Studium, nach der Schule und dem Abi-Stress noch einmal ein Jahr etwas praktisches zu machen, einen Gang zurück zu schalten, bevor es dann wiederum richtig los geht. Das FÖJ hat sich auf jeden Fall gelohnt, ich habe zahlreiche Erfahrungen gesammelt, die sich auch im späteren Leben nutzen lassen.


    Da die Imkerei Ökohof Fläming ebenfalls seit Juni dieses Jahres als Einsatzstelle aktiv ist und damit im Moment die einzige Imkerei-Einsatzstelle in Sachsen-Anhalt ist, beginnt für mich ab September also noch eine weitere Erfahrung als Einsatzstellenleiter. Die Freiwilligen werden in der Imkerei und auf dem Hof unterstützend wirken und gleichzeitig zahlreiche Einblicke in die entsprechenden Bereiche der Imkerei und bäuerlicher Landwirtschaft erhalten. Das FÖJ ist also für Teilnehmer und Einsatzstelle eine Win-Win-Situation.


    Soweit erstmal zur allgemeine Information. Da ich nun eben am Anfang dieses Unternehmens stehe, würde mich interessieren, ob hier auch Imkereien vertreten sind, die bereits Erfahrungen mit FÖJlern gesammelt haben - oder aber auch FÖJler, die vielleicht in einer ökologischen Imkerei ihr FÖJ gemacht haben.


    Gleichzeitig soll das hier auch eine Anregung sein. Für junge Imker und Interessenten, die eben gerade die Schule beendet haben oder gerade dabei sind, und eben noch nicht genau wissen, was sie nun machen sollen, kann das FÖJ eine interessante Alternative zur Entscheidungsfindung sein. Zum anderen hoffe ich damit aber auch weitere ökologisch wirtschaftende Imker-Kollegen anzuregen, sich als FÖJ-Einsatzstelle bei einem passenden Träger zu bewerben.
    Junge Leute haben somit die Möglichkeit, ein Jahr lang in einem ökologischen Imkereibetrieb allerlei Erfahrungen zu sammeln, daraus zu lernen und sich mit den Bienen auch näher zu beschäftigen. Das ist dann natürlich wiederum jedem Betrieb selbst überlassen, ob er die Zeit hat, auch komplette Neueinsteiger zu beschäftigen und damit einen tollen Start auch für diese zu legen, oder ob man eben auch schon Jungimker mit mehr Erfahrung auswählt, welche dann eben schon aktiver im Betriebsgeschehen mitwirken können.


    Vielleicht findet ja auf diese Art und Weise schließlich auch der ein oder andere meines Alters zur Imkerei oder aber gar dieser oder jener Jungimker seine Bestimmung in der beruflichen Imkerei und führt später einmal eine große Berufsimkerei. Und selbst, wenn es nur weiter auf unsere Honigbienen aufmerksam macht, so ist es doch auch schon ein Erfolg.


    Ich denke, vielleicht passt das Thema doch ganz gut hier her, handelt es sich doch im Grunde im Tipps und Ratschläge für junge Einsteiger. Für alle über 27 Jahre gibt es im Übrigen alternativ den ÖBFD (Ökologischen Bundesfreiwilligendienst).


    Viele liebe Grüße


    Friedrich

    Hallo Kolleginnen und Kollegen,


    nach langer Zeit lasse ich hier nun auch mal wieder was von mir hören.
    Ich habe folgendes Problem: Am Samstag wurde ich zu einer Familie im Nacvhbarort gerufen, in deren Schornstein ein Schwarm eingezogen sein sollte. Einfaches Ding dachte ich mir, der würde wohl sich da auf dem Schornstein niedergelassen haben, da könnte ich ihn in einen pappkarton kehren und dann mitnehmen. Von wegen ...
    Der Schwarm, augenscheinlich ein sehr großer Schwarm (geschätzt mindestens 5 bis 6 kg), war am Freitag in den Schornstein eingezogen und hatte sich nun gerade so, dass ich nicht mehr ran kam, in den Kaminschlot gesetzt. Nun gut, dann machen wir eben ein bisschen Rauch, dann werden sie sich schon einen anderen Platz suchen. Also haben wir den Kamin angemacht und ordentlich Rauch gemacht. Sogleich begannen zahlreiche Bienen los zufliegen und wir warteten ab. Es begannen sich zwei Trauben, etwas größer als ein Tannenzapfen, im Baum nebenan zu bilden.
    Nach drei Stunden räuchern, hatten sich endlich alle Bienen vom Kaminschlot verzogen. Was ich nicht bedacht hatte: Daneben befanden sich noch ein unbenutzter Schlot und der Schornstein der Ölheizung des Hauses ...
    Was haben diese Bienchen natürlich gemacht? Sie sind einfach nebenan eingezogen. Es hing nun nur noch eine Tannenzapfentraube im Baum, der Rest hatte sich auf die beiden anderen Schlote aufgeteilt. Da sie im unbenutzten Schlot kaum waren, fegte ich alle erreichbaren heraus und verschloss ihn nun.
    Der Heizungskeller summte nur so. Zum einen kamen die Bienen irgendwo raus, sodass wir alles abdichteten und einen Karton ganz unten anbrachten, wo die meisten Bienen rauskrabbelten, auf dass sie sich da einquartieren würden, mitsamt Königin. Zum anderen übertrug das Metallrohr, dass den Schornstein der Ölheizung bildet, die Schwingungen des Summens so sehr, dass es im heinzungsraum so laut war, dass man meinte, die Bienen hätten sich schon im ganzen Heizsstem verteilt.
    Mit der Ölheizung ließ sich leider nicht so viel Rauch machen, sodass wir es nun erstmal dabei beließen.


    Sonntag haben ich mich nochmal daran gemacht. Der Stand da: Eine Tannenzapfentraube im Baum, eine Traube auf dem Dach am Giebel, eine am Schornstein und eine im Ölheizungsschlot. Was ist nun los, überlege ich. Wie dem auch sei, ich habe nun mal unten die Rußklappen der Schlote geöffnet. Bei der Ölheizung saßen etwa zwei Honiggläser voll Bienen drin. Nachdem ich diese per hand heraus genommen hatte, wurde das Summen schon bedeutend leiser. Im Kaminschlot fand ich jede Menge tote Bienen. Der Schwarm war offenbar zum großen Teil bis da unten hin eingezogen und dann erstickt als der Kamin angefacht wurde. Da saß nun auch noch eine Traube von etwa einem Honigglas. Möglicherweise ist die Königin bei der Rauchaktion auch mit drauf gegangen. Dann habe ich noch einen Teil der am Schornsteinansitzenden Bienen ebnefalls einpacken können und habe dann alles zu mir gefahren. Dort haben sich dann auch zwei Trauben gebildet, nachdem ich sie abgefegt hatte, hingen nun eine im Baum und die andere saß noch immer im Gras. Auch gestern, da war ich zuletzt da, saß nun noch eine Traube, etwa anderthalb Honiggläser) am Schornstein, noch immer die Tannenzapfentraube im Baum, vereinzelte Bienen auf dem Dach und etwa zwei Honiggläser Bienen wieder im Kaminschlot. Da sie den inentsiven Flugverkehr eingestellt haben, haben ich sie gestern erstmal sitzen lassen und warte erstmal ab.


    Achja, dazu müsst ihr noch wissen, dass die Familie an sich sehr bienenfreundlich ist. Sie waren immer darauf bedacht, die Bienen lebendig zu erhalten und dass es ihnen möglichst gut ginge. Allerdings hat der Mann eine sehr starke Bienengiftallerigie, sodass die Bienen leider nicht im Haus einziehen können.


    Nun meine Fragen:
    1. Warum verteilen sich die Bienen so und bilden nicht eine einheitliche Traube? Ich habe immer darauf gewartet, dass sie sich mal wieder alle zusammen setzen würden und ich sie dann einpacken könnte.
    2. Fliegen die Bienen wieder weg, um sich irgendwo einzubetteln, wenn sie die Königin verloren haben?
    3. Wieso gefällt den Bienen der Schornstein so gut, trotz des extrem vielen Ruß?
    4. Wie kann ich nun am besten weiter verfahren? Wie kriege ich die Bienen da weg, am besten alle zusammen?


    Soweit erstmal.


    Viele Grüße
    Friedrich

    Naja, also ehrlich gesagt, erwarte ich, dass der Winter noch nicht vorbei ist ... und wenn der erst gegen Mitte/ Ende März kommt, habe ich ein Problem. Daher auch die Frage nach den Beweggründen für Bienen ihre Brut aufzugeben.

    Hallo Remstalimker,
    Ich danke dir schonmal für deine Hinweise. Kann ich denn jetzt einfach an die Völker gehen? Also sind die jetzt auch schon in "Frühlingsstimmung", als dass ich sie nicht stören würde, wenn ich da nun groß Waben hin und her tausche? Bzw. als dass sie Zuckerwasser abnehmen würden?
    Ich würde jedenfalls eher noch zufüttern wollen. Gehen die Bienchen gegebenenfalls auch an Futtertaschen?
    Viele Grüße
    Friedrich

    Also ich sehe die nun sehr hohen Temperaturen mit großem Bedenken. Noch existieren alle Völker, aber mehr als 8kg hat schon keines mehr.
    Können die Bienen in diesen warmen Tagen schon Zuckerlösung abnehmen? Wenn ja, wie stelle ich es ihnen am besten zur Verfügung? Und wenn nicht, kann ich dann nur auf Wunder hoffen oder sollte ich einfach noch warten?


    Die Völker werden nun sicher alle in Brut sein, aber ich bin mir sicher, der Winter ist noch nicht vorbei. Gibt es eine Möglichkeit bei erneutem Kälteeinbruch die Bienen dazu zu bewegen, die Traube lieber dem Futter nachwandern zu lassen und die Brut zurück zu lassen? Im letzten Jahr habe ich einige Völker dadurch verloren, dass sie auf ihrer Brut neben 5 bis 7 kg Futter saßen.


    Viele Grüße
    Friedrich