Beiträge von brina83

    Guten Morgen allerseits,


    ich würde nach eigenen Erfahrungen davon abraten reine Glucose=Traubenzucker zu füttern. Hatte einen Ableger mit Glucoselösung 1:1 gefüttert. Hier zeigte sich, dass das Zeug doch recht schnell kristallisiert. Wenn ich mehr gefüttert hatte als direkt verbaucht wurde, konnte ich etwa 5 Tage danach merklich weiß gepuderte Damen (definitiv nicht von Pollen) in und vor der Beute beobachten. Das Zeug ist dann in den Zellen kristallisiert, aber eher feinkristallin als massiv. Die Zellen wurden dann ordentlich gesäubert und ich fand viele weiße Krümel auf der Windel und dem Flugbrett. Außerdem ein paar tote Bienen vor der Beute (zwar nur wenige, aber fiel mir halt sofort auf). Bei genauerer Betrachtung bzw. dem Aufschneiden von zwei/drei Exemplaren zeigte sich, dass die Honigblase (?) mit weißer, feinkristalliner Substanz gefüllt war. Es sieht so aus, dass hier die Glucose "in der Biene" auskristallisiert ist (und dieses zum Ableben geführt hat ?). :-?
    Ich nutze seitdem nur Zuckerlösung mit Glucosezusatz - max. 25% - und dieses ohne irgendwelche Probleme bisher.
    Ein etwas älterer Fred zum Thema:
    http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=15178&page=1
    vgl. auch dazu die Zusammensetzung der einzelnen Bienenfutter:
    http://www.bienenfutter.eu/de/…ul-Bienenfuetterung_1.pdf
    und
    http://de.wikibooks.org/wiki/E…die_Imkerei/_Einwinterung
    (das Original von Hohenheim finde ich dort nicht mehr).


    Die Frage ist natürlich auch, ob es sich wirklich um reinen Glucosesirup handelt oder um den in der Industrie gebräuchlicheren Glucose-Fruktosesirup (der gern abgekürzt wird). Ich denke auch, dass die Fruktose für die Bienchen wichtig ist - ist in jedem Bienenfertigfutter drin, auch in der selbsthergestellten Haushaltzuckerlösung (Saccharose ist ein Zweifachzucker aus Glucose und Fruktose). Es ist mir zumindest keine Untersuchung bekannt in dem mal vergleichend nur mit Traubenzucker eingefüttert wurde. HTH.


    Lieben Gruß,
    Sabrina

    Hallo Knäcke,


    zumindest, was die AS 60% betrifft, kann ich deine Angabe bzgl. Preisen so nicht stehen lassen. Habe erst am Mittwoch 2x 1L AS 60% ad. us. vet. fürs Labor im Imkerfachhandel gekauft, weil der Fachhandel hier teurer war. Also nur weil das Zeug nicht besonders billig ist, handelt es sich nicht automatisch um einen "Mondpreis". Händler, Zwischenhändler und Verfügbarkeit und Gebindegröße spielen dabei eine nicht zu kleine eine Rolle.
    Zum Beispiel: bei Alfa Aesar schlägt 1kg (bei einer Dichte von 1,22g/mL also weniger als 1L) Ameisensäure 85% p.A. übrigens mit € 18,40 zu Buche.. (Artikel L17434) - bei Bienen Geller kostet die AS 85% 1L zur Desinfektion €4,50!


    Lieben Gruß
    Sabrina

    Hallo,


    es geht doch nicht darum, ob Henry Recht hat, sondern darum Landwirte für das Thema zu sensibilisieren und sie so zum freiwilligen Verzicht auf diese Art von gebeiztem Saatgut, Pestizide, etc. zu bewegen.
    Und wenn man mit jemandem reden will, sollte man ihm nicht als erstes eine Bratpfanne ins Gesicht schlagen!


    Henrys Konzept

    Ich möchte bewußt Pflanzenschutz und Krieg in Beziehung setzen und das in Bildern ausdrücken.[...]
    Ich baue auf sich selbst einstellende Analogien.
    [...]
    Und dann würde ich einen Ausgeben (lassen) und zwar ein Glas Sekt mit einem gebeizten Maiskorn ...

    kann ich mir sehr gut als "Aktionskunst" oder ähnliches vorstellen. aber mit einem wissenschaftlich informierenden Vortrag hat es nichts zu tun. Denn:


    Sollten sich tatsächlich ein paar interessierte Landwirte zu Deinem Vortrag verirren, wirst Du unsere letzten Hoffnungsträger in diesm Bereich auch noch verprellen und unseren Bienen damit einen wahrhaftigen Bärendienst erweisen.


    Mal ehrlich Leute! Angenommen ihr würdet zu einem Vortrag über Bienengiftallergie gehen und nach einer kurzen (langweiligen) Einleitung über Giftmenge und grobe Zusammensetzung bei der Honigbiene würde der Vortragende (der sogar selber Bienengiftallergiker ist) euch "vorwerfen", dass ihr ja diese "Killertiere", die jährlich Menschenleben kosten, einfach nur aus "Honiggier und Profitsucht" halten würdet. Ja, ihr würdet sogar mit Warlords und der Honig mit Blutdiamanten verglichen:confused: . Wer von euch würde dann
    a) den Vortragenden noch ernst nehmen
    b) über irgendeine Art Konsens nachdenken ?
    Nur mal so als Beispiel..


    Als künstlerische Installation/Vorführung fände ich Henrys Idee super :daumen: . Da wäre dann das Publikum aber auch ein ganz anderes mit anderen Erwartungen und einer ganz anderen Bereitschaft zur Auseinandersetzung.


    Nur meine Meinung
    Gruß,
    Sabrina

    Hallo,
    möchte zu dem Thema auch kurz meine Anfängererfahrungen beitragen.
    Kurz zum Hintergrund: Ende Juli haben mein Bienenpate ich einen Kunstschwarm in einen TBH eingeschlagen und mit frischer Königin (vom "zweiten" Bienenpaten) aus 2010 über Zusetzkäfig beweiselt. Die Königin befand sich schon in Eilage und hat wunderschöne Arbeiterinnenbrut gemacht. Gefüttert wurde die ersten zwei Wochen mit Zuckerwasser 3:2, danach mit 1:1.


    Die Bienen haben sehr schnell und fleißig gebaut. Pollen wurde eingetragen und bei der ersten Durchsicht nach einem guten Monat waren sechs Waben ausgebaut. Mittlerweile war die Zahl der etwas dunkleren und stechfreudigeren Bienen des Kunstschwarms merklich zurückgegangen und immer mehr junge Bienen flogen sich ein. Bei der Durchsicht fiel mir allerdings auch folgendes auf. Obwohl das Brutnest aussah wie aus dem Lehrbuch (Handtellergroßes Nest, geschlossener bis fast geschlossener Pollenkranz, schon fertig angemengtes Futter für die Maden an einigen Stellen, verdeckelte Honigwaben) waren keine verdeckelten Brutzellen zu sehen. Dafür jedemenge Stifte (teilweise aufrecht stehend, teilweise schon liegend), die Anzahl junger Maden war quasi Null. Mein Bienenpate war auch etwas erstaunt, da er so eine Situation auch nicht kannte. Der "zweite" Bienenpate indes hatte mehrere Ansätze, was los sein könnte: 1) junge Königin + zwischenzeitlich kaltes Wetter = Brutpause; 2) junge Königin + Kunstschwarm + Brutnest wächst nicht schnell genug mit = zufällig sind jetzt alle neuen Arbeiterinnen fertig, daher alle Zellen frei, daher alle voller frischer Stifte; 3) (Winnie the Pooh) "von Bienen kann man nichts wissen".
    Da das sonstige Verhalten des (kleinen) Volks gut war wurde sich darauf geeinigt ein paar Tage ins Land gehen zu lassen und dann nochmal nachzuschauen. Zwischenzeitlich war mir aufgefallen, dass trotz der späten Jahreszeit vermehrt Drohnen ein und ausflogen. Da dies allerdings auch bei meinem Bienenpaten der Fall war und hier im Forum auch an anderer Stelle als "gut möglich" diskutiert wurde, nahm ich's gelassen. Weisel- bzw. Nachschaffungszellen waren auch bei kurzer Kontrolle des Volks (über Revisionsklappe, also kein Wabenziehen) nicht zu sehen gewesen. Was mir eher Sorgen machte war eine gefühlte Stagnation der Volksstärke.
    Das Nachschaun erfolgte dann vor zwei Wochen; mit dem Ergebnis: großes Brutnest, alles wunderschön aber nur zwei verdeckelte Zellen! Der Rest - alles Stifte. Das ganze wurde dann einen Tag später beim Imkertstammtisch diskutiert. Auch wenn keiner der Imker so eine Situation wirklich kannte, war man sich ziemlich einig, dass hier "irgendwas" mit der Königin nicht stimmen konnte - unzureichende Begattung!
    Ein "Altimker" machte dann den Vorschlag, die Königin abzudrücken und das Volk mit einem seiner Ableger zu vereinigen, bzw. so umzuweiseln. Gesagt getan, am nächsten Tag er (hat sich die Situation auch nochmal genau beguckt) stehen wir dann an seinem Stand und kontrollieren seinen Ableger:
    dieser hatte eindeutig umgeweiselt (!) und eine junge, unmarkierte Queenie war fleißig am stiften.


    Wir haben dann die Königin aus meinem Volk entnommen und getötet und seinen Ableger nebst neu markierter Königin im Zusetzkäfig nach ca. 2 Stunden mithilfe von Deo dazugesetzt. Hat (wenn ich ehrlich bin zu meinem Erstaunen) sehr gut funktioniert. Vllt. 10 getötete Arbeiterinnen, und ein paar Drohnen. Pollen wird eingetragen und auch sonst scheint alles in Ordnung.


    Das Erlebnis, das vermeintlich fertige Ableger jetzt nochmal spät umgeweiselt haben hat dazu geführt, dass einige im Verein sich manche Volker jetzt nochmal genauer ansehen wollten. Was sich dabei ergeben hat, erfahre ich dann beim nächsten Treffen. Aber die "schlechte Qualität" der frühern Königinnen hat sich hier zumindest leider bestätigt.


    Vielen Dank fürs aufmerksame Lesen.. ist doch länger geworden als gedacht
    Sabrina

    Hallo Sabine,


    ich habe auch erst seit diesem Jahr eigene Bienen (Kunstschwarm Mitte Juli, also schon sehr spät) und war dementsprechend verwundert, als ich Ende September noch Drohnen fliegen sah. Nachdem ich Ihre Majestät aber putzmunter auf den Waben krabbeln sah und das Volk sonst auch in Ordnung schien, war ich total verwirrt. (Stille Umweiselung? Varroadruck falsch eingeschätzt??? Drohnenbrütig?) Mein Imkerpate hat mich dann aber beruhigt und gemeint, dass es halt auch solche Völker gibt, die ihre Jungens lieben. Er meinte auch, es doch immerhin ein Zeichen dafür, dass wohl genug Futter da wär.
    Siehe auch folgenden thread:
    Drohnenflug?!?

    Jedenfalls stelle ich jeden Tag aufs neue fest, dass es einen riesen Unterscheid gibt zwischen Theorie und Praxis.


    Lieben Gruß
    Sabrina