Beiträge von Ramunas Lange

    Das Problem bei der künstlichen Besamung ist nicht das Erlernen der eigentlichen Praxis sondern die Erlangung der Routine.
    Ich persönlich kenne leider einige Imker, die solche Kurse besucht und sich ein entsprechendes Besamungsgerät gekauft
    haben. Nachdem einige Jahre vergangen sind, in denen das Gerät nicht benutzt und das Erlernte vergessen wurde,
    wandern solche Ausrüstungen nicht selten über Kleinanzeigen ("Neuwertiges Besamungsgerät zu verkaufen ..") in andere Hände.
    Dies wäre mein Tipp, bevor ich mich an diese Disziplin heranwagen würde: Ehrlich darüber nachdenken, ob ich das alles wirklich brauche.


    Wenn ja - dann lohnt es sich natürlich, keine Frage!

    Sicher. Ich bin ein Anfänger. Und weil ich, wie du sagst, vom Tuten und Blasen Keine Ahnung habe, frage ich bevor ich irgentetwas neues anfange. Wie schon vorher geschrieben, haben mich Buckis auch interressiert, aber um des Friedens willen ( mir ist ein gutes nebeneinander mit meinen Mitimkern definitiv wichtiger als die Bienenrasse. Du und Andere sehen das etwas anders ) habe ich mich für Carnica entschieden. Ich habe mich letztes Jahr mit Ramunas Lange, auch ein bekannter Buckiimker wie du sicher weißt, unterhalten. Und der sagte mir: Eine Vermischung mit Carnica ist in der ersten Generation noch Top, in der 2. u. 3. Generation nach der Reinzuchtkönigin fällt dann wahrscheinlich der Honigertrag. Wenn diese Aussage wahr ist, denke ich, kannst du das sicher nachvollziehen. Warum sonst bist du Buckfastreinzüchterin geworden. Wenn die Vermischung aller Arten bessere Bienen ergeben würde, bräuchten wir keine Reinzüchter mehr. Im übrigen finde ich das schon sehr merkwürdig, wie ich in dieser Diskussion angefahren werde, und als Buckfasthasser, der ich wirklich nicht bin, abgestemmpelt werde, nur weil ich die Belange der Carnicaimker auch verstehen kann.
    Trotzdem viele Grüße auch an die Buckiimker


    Roland


    Lieber Roland,
    es wäre ratsam, beim Zittieren darauf zu achten, exakt wieder zu geben, was gesagt wurde. Ich habe nie behauptet, dass eine Kreuzung zwischen Buckfast und Carnica zum Leistungsabfall führen könnte.


    Hier bitte ich höflich darum, mir nichts in den Mund zu legen.

    Die Leistungsergebnisse der durch Standbegattung vermehrten Bienenvölker variieren stark und sind (besonders bei Imkern mit geringen Völkerzahlen) letztendlich vom Fremddrohneneinfluss abhängig. Es gibt hier kein grundsätzliches "Ja" oder "Nein" zur Standbegattung und die "Zuchtergebnisse" umfassen m. E. die gesamte Bandbreite von "sehr gut" bis "schlecht". Genauso gibt es kein grundsätzliches "Ja" oder "Nein"
    für eine Bienenrasse. Ein einwöchiges Schnupperpraktikum in einer Berufsimkerei ist oft hilfreicher bei der Auswahl der richtigen Bienenrasse als emotionsgeladene Diskussionen.

    Hehe, schmal ist gut
    Hier in meiner unmittelbaren Umgebung fliegen die Bienen von Jungels. Er hat hier einen Stand mit 8 Völkern. Seine Bienen haben lederfarbene Hinterleibsringen und sehr breite, graue Filzbinden, als ob es farbige Carnicas seien. Als ich mit ein paar versierten Züchtern zusammen war, diskutierten wir hierüber, da gab einer der Anwesenden an, zu wissen, dass die Imkerei Singer sehr viel nach Luxemburg exportiere, und zwar an beide Buckfastzüchter. Und ich selbst war zugegen, als Jungels eine C-Zuchtkönigin ersteigerte, und auf einem anderen Imkertreffen war ich dabei, als er die neue luxemburger C-Züchtervereinigung über den grünen Klee lobte. Warum nun soviel C-Blut in die luxemburger Buckfastzucht eingekreuzt wird, das weiss ich allerdings auch nicht. Es hängt wahrscheinlich mit dem Frühtrachtangebot und dem Brutverhalten zusammen.


    Menschen, die im Interesse einer Öffentlichkeit stehen, haben immer damit zu kämpfen, dass über sie geredet wird. Offensichtlich darf besonders in Foren "mehr" und "schneller" geschrieben werden, als wir es uns in einer öffentlichen, nicht anonymen Gesellschaft herausnehmen würden. Hier sind nicht selten tiefgreifende, ethische Probleme die Hauptursache dafür.

    Hallo Ramunas,
    danke für deine Ausführungen. Mich würde noch interessieren ob zusätzlich noch eine Winterbehandlung mit OS durchgeführt wurde und wie lange man beim öffnen der Beute dem Thymolgeruch wahrnimmt.




    Bei den hier zitierten Ergebnissen wurde nach Aussage des Herstellers eine Restentmilbung mit OS durchgeführt (dieses Produkt bietet Andermatt ja auch neben Thymovar an).

    Heute würde ich grundsätzlich eine Winterbehandlung mit Oxalsäure empfehlen - bei der Diagnose und Auszählung der Windelergebnisse sind einfach zu viele Fehlerquellen versteckt.


    Es gibt natürlich sehr geruchsempfindliche Mitmenschen, die davon berichten, dass sie auch nach der Auswinterung der Bienenvölker und der ersten Kontrolle im Frühjahr den stechenden Thymolgeruch feststellen.
    Dies muss man dann einfach so akzeptieren - ich persönlich habe im Frühjahr solche Geruchsbelästigungen noch nicht wahrgenommen.



    Tja, aber leider wirkt wohl auch AS nicht in die verdeckelte Brut, sorry.

    Die Ameisensäure ist nur deshalb so wirksam, da die letale Dosis bei der Biene höher liegt als bei der besagten Milbe. Ist die Verdunstungsmenge zu hoch, werden Stressmechanismen im Superorganismus Bien
    ausgelöst. Diese können sich in verschiedenen Mustern vollziehen, z. B. dem Ausräumen der Brut, aber auch dem Töten der Bienenkönigin. Es ist leider eine traurige Realität: Der Königinnenzüchter kann sich
    im September vor Bestellungen kaum retten...

    Ein Bienenvolk bemerkt bereits nach zwei Stunden das Fehlen der Königin - Verhaltensweisen, die unmittelbar nach diesem Zeitpunkt eintreten, sind noch nicht bis zum Schluss wissenschaftlich erkundet.
    Wer hier nicht gerade zu viele Königinnen übrig hat, sollte auf jeden Fall auf Nummer sicher gehen und nach dem klassischen Prinzip des Zellenausbrechens verfahren. Doch muss ich Thomas Recht geben: Zu dieser Jahreszeit lohnt sich diese Mühe nicht mehr - das Volk wird wahrscheinlich (wenn es denn überlebt) ohne Verstärkung und Brutzugabe nach erfolgreicher Annahme der neuen Königin sehr schwach in die Honigsaison 2011 starten und wenig Freude bringen.
    Hier ist die Methode einer Vereinigung über ein Blatt Zeitungspapier die wohl einfachste und effektivste Methode.
    Die Behandlung mit Ameisensäure wird bei uns über den Nassenheider Horizontalverdunster durchgeführt - hier gab es in unserer Imkerei noch nie Königinnenverluste.
    Natürlich geht es auch mit anderen Systemen, doch gehört hier wirklich viel Erfahrung und Fingerspitzengefühl dazu. Manche Imkerkollegen sind verärgert, wenn sie diese Meinung hören, doch muss man das schon so sehen:
    Der Einsatz einer Bienenarznei muss so sicher sein, dass auch ungeübte Anwender damit keine Probleme haben. Hier bietet sich das o. g. Gerät an. (Dies ist keine Schleichwerbung, bitte nicht falsch verstehen.)

    [quote='hebelbiene','https://neu.imkerforum.de/forum/thread/?postID=203558#post203558']Hallo,

    wo bezieht ihr Thymovar? Keiner von meinen Händler hat die Streifen im Programm.

    Stimmt es, das bei einzargiger Überwinterung die Anwendung von Thymovar nicht so gut ist, da zu nah am Brutnest?


    Die Behandlung von einzargigen Bienenvölkern mit Thymovar klappt gut und die Bienen wintern bei richtiger Anwendung stark und gesund aus.
    2 Anwendungen pro Behandlung:
    -1 x je 3 bis 4 Wochen (in NRW Anfang Juli, direkt nach der Abschleuderung)
    -1 x im Spätsommer


    Temperaturanforderung:
    Minimum: 15 Grad Celsius
    Maximum: 30 Grad Celsius
    Ideal: 25 Grad Celsius


    -Boden muss geschlossen sein
    -Flugloch weit öffnen
    -Wenn möglich, nicht mit Folie abdecken
    -5 mm Abstand zum Beutendeckel halten
    -Präparat neben die Brut legen
    -Futterabnahme: Kurzes Auffüttern vorher, dann Behandeln und Hauptfüttern.


    Ergebnisse der Institute:


    86,5 % Wirksamkeit (Kirchhain 2004, Berg)
    92,6 % Wirksamkeit (Mayen 2004, Otten)


    Nachteil:
    - Wirkung setzt nicht sofort ein, erst nach 1 Woche ist die Spitze erreicht (daher zur "Schnell"sanierung nicht geeignet)
    -Thymovar kann von den Bienen abgetragen oder propolisiert werden. Bei Propolisierung bleibt die Wirkung aber erhalten.


    Rückstände im Honig:
    -0,26 mg Thymol je kg Honig wurden nach 3 Jahren ununterbrochenen Einsatzes nachgewiesen.
    -Geschmacklich wahrnehmbar ist Thymol erst ab 1,1 mg.
    -Höchstgrenzen für Thymol in der EU noch nicht bekannt (in der Schweiz beträgt der höchstzulässige Wert 0,8 mg/kg Honig.


    Interessantes zu Thymol:
    Die Ausdampfung von Thymol wurde unter verschiedenen Bedingungen getestet und dabei wurde festgestellt, dass inerhalb von 50 Tagen das Präparat vollständig abgebaut ist.
    Voraussetzung: Belüftung (im Bienenstock gegeben)

    Hallo, Ramunas (litauisch?:wink:),
    erst mal herzlich willkommen hier!
    Das hier
    kann ich voll unterschreiben....
    Wir haben in diesem Sommer, wo wir nahezu gar nichts an den Bienen gemacht haben, so viele Verhaltensweisen gesehen, die keiner glauben würde (z.B. Tochtervolk und Muttervolk besuchen sich gegenseitig in kleinen Grüppchen, ohne Räubereiabsichten), daß wir nur noch staunen.
    Im IV fiele sowas sofort unter Imkerlatein, und sogar hier im Forum wird man eher belächelt als ernstgenommen, aber was soll's, das muß man aushalten können. :lol::Biene:



    Vielen Dank für die Willkommensgrüße.
    Ja, die Bienen sind einzigartige Geschöpfe, die - wenn wir sie einmal "verstanden" haben - wieder in der Lage sind, uns zu überraschen. Hier ist dann lebenslanges Lernen gefragt, unabhängig von der Imkereigröße.
    Daher nehme ich solche Ausführungen, wie kürzlich im ADIZ/db/IF 06/10, über eine "augenscheinliche" Kausalität von Futtermenge und gewissenlosen Honigpanschers, nicht ernst. Hier hat der Autor nichts gelernt (gutartig betrachtet). Ich persönlich bedauere es sehr, dass sich einige Imker dazu verleiten ließen, im Nachlauf eine Stellungnahme abzugeben. Wir unsererseits haben hier "widerstanden" - m. E. nach bringt es in diesem speziellen Fall wenig, eine Diskussion in wissenschaftlich orientierten Medien loszutreten, denn nüchtern betrachtet war hierfür eine recht polemisch strukturierte Lesermeinung der Auslöser.


    Hallo Sabine,


    nicht ärgern - dies ist ein Muster, welches wir sehr oft bei "Alten Hasen" beobachten. Alles, was nicht verstanden wird, ist nicht gut - hier sind Anschuldigungen der Honigverfälschung noch sehr milde, da sind noch Steigerungsmöglichkeiten vorhanden. Im Regelfall erreichen Monatsbetrachtungen solche Leser nicht, und dies ist auch kein erklärtes Ziel.
    Etwas wundere ich mich darüber, dass solche Meinungen in wissenschaftlich orientierten Medien einen Printplatz finden, haben aber eine Beantwortung m .E. nicht verdient.
    Don´t worry, be happy ;-)