Beiträge von Ramunas Lange

    Aufzeichnungen sind in der Zucht sehr wichtig - viele scheuen diese, weil sie ihnen zu aufwendig erscheinen.
    Das Wiegen ist simpel: Volk und seine Honigzargen haben eine identische Nummer (auf Zargen kann mit Wachsstiften geschrieben werden - kann später leicht wieder
    abgewischt werden). Im Schleuderraum wird jede Zarge gewogen - natürlich wird das Zargenleergewicht mit Rähmchen vorher ermittelt).

    Hallo Nobody,


    ist denn das Wetter bei euch in Bayern schon so gut? Außer Futterkontrollen (Anheben der Beute) mache ich persönlich hier noch nichts in NRW. Warte doch noch ein paar Tage und lies Dir ein gutes Buch ;-)

    Hallo Simon,


    bitte berücksichtige dabei das leidige Thema Pflanzenschutzmittel. Laut dem 3. Zwischenbericht vom österreichischen Projekt Melissa wurden in 69% aller Bienenbrotproben von Ständen mit Vergiftungsverdacht sowie in 33% aller Bienenbrotproben von Ständen ohne Vergiftungsverdacht Pflanzenschutzmittel nachgewiesen. In den Bienenbrotproben waren es 16 verschiedene, teils nicht zugelassene, teils hochgiftige. In allen Proben (Bienen, Bienenbrot und Pflanzen im Flugbereich) waren es 36 verschiedene Pflanzenschutzmittel. Die Honigproben hingegen waren Rückstandsfrei. Ich trau mich nichts anderes mehr zu nutzen als Honig.


    Kuoni



    Pflanzenschutzmittel sind ein echtes Problem - auch wenn sie wie hier beschrieben nicht den Honig sondern "nur" Perga verunreinigt haben, sollten wir nicht vergessen, dass wir von Bienenbrotproben ausgehen,
    die mehrheitlich von Ständen mit Vergiftungsverdacht stammen.
    Natürlich ist bei der Ernte und Weiterverarbeitung von Lebensmitteln größte Sorgfalt geboten - der Imker sollte seine Pergaernte immer untersuchen lassen, dann besteht Klarheit und Rechtssicherheit.


    Der Verkaufspreis für Perga ist mehr als auskömmlich, also ist der Mehraufwand durchaus im Bereich der finanziellen Möglichkeiten.

    Hallo


    ich habe zur Frühtracht reichlich Pollenbretter in meinen DNM Beuten,meistens die ersten 3 Waben, die Bienen schwärmen auch nicht mehr so schnell, vergangenes Jahr überhaupt nicht, da ich 4 Etager habe.
    Ich denke aber zur Bienenbrotgewinnung braucht man unbedingt ein Überangebot von Pollen, sonst bleibt das brotlose Kunst, ob in Dadant oder DNM, in welchem Maß auch immer.


    Ja Drobi, Sie haben Recht. Dies ist wie bei allen Dingen im Leben: Balance von Geben und Nehmen, die muss stimmen - und Pollen, die können nur geerntet werden, wenn ein reichliches Pollenangebot besteht. Optimale Trachtlagen sollten hier vorliegen, im zeitigen Frühjahr ist eine Pergaernte nicht anzuraten.


    Was sind optimale, für Pergaernte geeignete, Trachtlagen? Aus meiner praktischen Erfahrung: Raps, Edelkastanie und Buchweizen.

    Hallo beehead,


    da hast Du ja einen ollen Artikel aus 2008 ausgegraben - ist aber noch aktuell und wir machen es auch heute noch so ... ;-.)


    Die Ernte von Perga ist nicht unbedingt leichter als die von Pollen - hier würde ich eine andere Meinung vertreten ;-)


    Erst gestern erhielt ich eine Probe völlig vertrockneten, fermentierten Pollens (das wäre eigentlich die klassische Definition von Perga) von einem Kunden,
    der ein paar Kilogramm aus seinem Urlaub aus Polen mitgebracht hatte, per Post zugesandt mit der Bitte eines Feed backs.
    " Unbrauchbar, da nicht zu verzehren - Mineralstoffe, Vitamine? Wahrscheinlich "mitgetrocknet" worden."


    ... aber die Mühe der Pergaernte lohnt sich trotzdem; auch ich finde, dass Perga deutlich besser schmeckt als herkömmlicher Pollen.


    Hier gibt es auch eine kleine Anekdote:
    Pollen ist das Mehl der Bienen (da sie es in dieser Form nicht verzehren), Perga das fertig gebackene Brot.


    Bienen lagern bei entsprechendem Pollenangebot gerne und viel Perga ein - pro Volk können in der Saison nicht selten mehrere Pollenbretter
    geerntet werden.
    Das Arbeiten mit Naturbau ist hier besonders angenehm, da die Waben leicht aus den Rähmchen herauszutrennen sind. Die eventuell geringere
    Stabilität der Wabe wird durch Tiefkühlung (vor Einsatz der Stanze) ausgeglichen.


    In welchem Rähmchenmass die Bienen (ob Naturbau oder Konventionell ist hier eigentlich sekundär) am besten Perga anlegen, hängt von dem
    Verhältnis Beutengröße - Volksstärke (Qualität der Königin) ab. Es macht wenig Sinn, relativ überschaubare, "mittelstarke" Völker im Dadant
    zu führen (schwaches Volk - wenig Pollen) wie Hochleistungszuchten im DN ("Schwarm im Baum")...

    Lieber Stevo,
    mich würde die wissenschaftliche Quelle interessieren, die den positiven Wirkungsgrad von Oxalsäure bei verdeckelter Brut beweist.


    Wenn Du wie ich im Nassenheider Verdunster das "beste Wekzeug in der Varroabekämpfung" siehst, warum verwendest Du dann (quasi wider besseren Wissens)
    die Medizinflasche?

    Hallo Leute
    Mich juckt der Finger,wenn ich lese das einige im August mit OS die Varroa bekempfen,es muss in die Hose gehen!!!!!!!
    Die OS geht nicht unter den Deckel,mehrmahlige Behandlung notwendig um die Varroa zu dezimieren.Die AS wirkt sofort auch unter den Deckel
    was die Bekempfung beschleunigt,die meisten Milben befinden sich dort!!!
    MFG
    Stevo


    Hallo Stevo,


    leider ist es wohl gar nicht so, dass Ameisensäure in die verdeckelte Brut (das meinst Du wohl mit "wirkt sofort auch unter den Deckel") wirkt.
    Natürlich ist eine mehrmalige AS-Behandlung (richtig durchgeführt) effektiv, doch geht dies auch mit OS im Sommer.
    Ob eine Bedampfung mit OS richtig ist (juristisch) - diese Diskussion möchte ich nicht wieder lostreten.


    Es gibt Bienenvölker, die auch bei fehlerhafter Behandlung durchaus überwintern können, weil z. B. der kritische Befallsgrad noch nicht erreicht wurde - allerdings können diese dann in der darauffolgenden Saison versterben.
    Diese Situation ist bekannt: Völker "richtig" behandelt, genau so wie in der vergangenen Saison, doch eine hohe Verlustquote. Wo ist dann der Fehler ...?


    Was die Vorzüge der Ameisensäure anbetrifft, da bin ich durchaus bei Dir: Wir verwenden den Nassenheider Horizontalverdunster, zur Restentmilbung wird OS im Träufelverfahren eingesetzt.
    Von unseren 203 eingewinterten Völkern sind 6 verstorben - dies bestätigt unsere Betriebsweise und entspricht unserer langjährigen Auswinterungsquote.


    Es gibt die ersten - zarten - Forderungen nach einem eigenen, nur von der Imkerschaft, finanzierten Bieneninstitut, ganz nach dem Motto: Klein aber fein.


    Hier könnten dann Wissenschaftler angestellt werden, die tatsächlich neutral, wissenschaftlich fundiert und neugierig Untersuchungen anstellen.


    Utopie? Ich gebe hier freiwillig 5,00 EUR je Wirtschaftsvolk / Jahr für ein solches Unterfangen - wären alle Imkerkollegen mit dieser Vorgehensweise
    einverstanden, könnte sich so mancher Chemiekonzern wieder auf sein Kerngeschäft - der Herstellung von Kopfschmerzmitteln - konzentrieren.


    Für mich persönlich wäre es auch ein Gewinn, könnte ich doch wieder ohne Vorurteile Untersuchungsergebnisse - wie hier beschrieben - lesen,
    was ich schon seit einigen Jahren stoisch vermeide ...



    Hallo Arnd,


    ich finde es sehr interessant, Deine Ausführungen zu lesen. Besonders Dein Link auf "Durst-Wein" spricht hier mehr
    als tausend Worte und beweist einmal mehr, wie erfinderisch Fotografen, Designer und andere (freischaffende) Künstler
    sein können. Die finden wir übrigens nicht nur bei Winzern, es gibt in diesem Zusammenhang auch viele Beispiele für Imkereien.


    Wie erfolgreich diese Konzepte sind, hängt dann wieder von sehr vielen Begleitfaktoren ab, denn ein schickes
    Label & eine gute HP sichern den Verkaufserfolg noch nicht: Ein schönes Glas verkauft sich noch nicht von alleine, leider.


    Hier sind dann plötzlich Marketingstrategien gefragt, so z. B. die Implementierung eines neuen Handelsgutes - denn um
    nichts anderes geht es hierbei.


    Viele Imker haben ein eigenes Etikett - es sind nicht selten meine Berufsimkerkollegen, die dem "Diktat" des D.I.B´s
    entflohen sind.
    Sie verkaufen auch viel Honig (müssen sie ja auch, schließlich leben sie davon), stehen sie doch mehrmals die Woche auf
    Wochenmärkten - leider kann hier keiner sagen, ob sie Honig verkaufen, weil sie ein Eigenlabel verwenden - oder ob sie
    trotz des Eigennamens verkaufen (und im "DIB" viel mehr absetzen würden).


    Aus eigener Erfahrung (NRW) kann ich berichten, wie gut eingeführt das D.I.B - Logo ist und wie schwer es ist, sich diesem
    Konkurrenten entgegen zu stellen.


    Etwas mehr Gedanken dazu: http://www.honig-bieni.de/down…ngeverkaufsstrategien.pdf

    Tut mit Leid, auf den 2 letzten Seiten konnte ich nicht mehr ganz folgen. Aber ansonsten mal Danke für die Beiträge. Ich bin ja auch noch auf der Suche nach der zu mir passenden Betriebsweise. Ich werde mal in die Richtung schauen, die Marion beschreibt, irgendwo dazwischen. Es macht mir jedenfalls Mut, anfangs mal ein paar Ableger zu machen ohne Angst zu haben, daß es den Bienen schadet. Wenn ich denn mal ein paar Völker habe kann ich dann ja etwas den Stress für die Bienen rausnehmen, hoffe ich.


    LG Georg


    Hallo Distelbauer,


    als wir mit der Imkerei angefangen haben, war die Angst, die Bienen auszubeuten, besonders bei den ersten Ernten groß.


    Dies legt sich mit der Zeit, wenn Du als Imker einmal verstanden hast, was ein Bienenvolk in der Lage ist zu leisten.


    Es besteht eine Kausalität zwischen gesunden, starken Bienenvölkern und einer reichen Honigernte - der fade Beigeschmack,
    die Biene als Nutztier auszubeuten, ist hier m. E. nach ein schlechter Wegbegleiter.


    Schau Dir ruhig einmal an, wie andere imkern - der Besuch eines Berufsimkers ist nicht immer die schlechtere Wahl, denn
    viele von ihnen sind besser, als von so manchen Imkerkollegen angenommen.


    Viel Erfolg mit Deinen Bienen - mögen sie gesund, vital und ertragreich sein. Ramunas

    Gibt es eigentlich in Deutschland noch Gegenden in welchen Bestäubungsprämien im Raps gezahlt werden? Durch Einsatz von Bienen sollen ja etwa 1 t/ha mehr Etrag möglich sein, also je nach Marktpreis 350 - 450 €/ha für den Landwirt. Ist dieser Mehrertrag eigentlich noch irgendwo einem Landwirt etwas wert?



    Hallo Bienenhalter,
    mit diesem Thema triffst Du einen wunden Punkt bei mir - die Bestäubungsprämie ...


    Speziell für die Rapstracht sollten wir Imker genau überlegen, was wir von unseren Landwirten verlangen. Ich persönlich erwarte von meinem Landwirt, dass er j e d e Spritzung mit mir
    abspricht (was wird gespritzt und vor allem wann?). Unsere Zusammenarbeit sieht sogar so aus, dass mir der Landwirt hilft, wenn ich einmal mit dem Wagen stecken bleibe (Traktor!).


    Nur ganz nebenbei seien hier noch die saftigen Lehmböden erwähnt, auf denen der Raps angebaut wird (minimal 50er-Böden). Ernten top - Rapsblütenanteil im letzten Jahr 98 %.


    Was bekommt eigentlich der Bauer von mir? Naja, ich wandere mit ca. 100 Wirtschaftsvölkern in die Rapsblüte - klingt doch eigentlich nicht schlecht. Die gesamte Rapsfläche umfasst
    in diesem Fall aber 320 ha - und der Bauer aus der Nachbarschaft hat auch noch im Flugradius meiner Bienen rund 60 ha Raps.
    Konkret lautet das hier: 100 Bienenvölker und 380 ha Raps...


    Um eine annehmbare Bestäubung (ich spreche hier noch nicht einmal von guten oder gar optimalen Ergebnissen) zu erzielen, müsste ich für einen Hektar Raps drei bis vier Völker rechnen, sprich
    mindestens das 9fache dessen, womit ich anwandere.
    Andere meiner Kollegen wandern mit 10 Völkern in Rapsschläge mit einer Größe von 40 Hektar - auch hier ist das Verhältnis von Bienenvolk zu Hektargröße nicht weniger unglücklich.


    Bestäubungsprämie? Keine Frage, 100 x ja! Besonders bei Spezialeinsätzen unter Folie oder dem Einsatz in Obstplantagen, etc.


    Aber bitte immer auf Augenhöhe, sprich Leistung Imker - Leistung Landwirt (Bauer) muss stimmen.


    Natürlich haben wir auch mit meinem Landwirt einen fairen Umgang und profitieren schließlich gegenseitig - ich wahrscheinlich mehr als er.
    Dennoch bekomme ich von ihm Kartoffeln und Äpfel, er von mir 1 Kiste Honig für seine Mitarbeiter, eben ganz so, wie früher einmal ... ;-)


    Ich habe diese Pro-Landwirt-Einstellung, obwohl ich selbst Imker bin und auch schon durch Spritzeinsatz im Mais (vor 2 Jahren) Völker
    verloren habe. Die Vergiftungsschäden sind unmittelbar eingetreten - Geld habe ich hier gesehen, wie meine eigenen Ohren (ohne Spiegel ...).


    Epilog: Landwirte sind Partner, die es mit Bedacht auszusuchen gilt.


    Beste Grüße, Ramunas


    Grundsätzlich ist eine gut geplante und eben so gut durchgeführte Wanderung vom Vorteil - natürlich auch für die Bienen und besonders dann, wenn die Tracht vor Ort ausbleibt und Räuberei aufkommt.


    Hierbei sollte jemand helfen, der Erfahrung hat (Bienenvater, Vereinsvorsitzender); ich meine jetzt hier nicht die rein physische Arbeit, sondern die Planung und Vorbereitung:
    Einholen einer Wandergenehmigung (Gesundheitszeugnis), Aussuchen des Wanderplatzes, Anmietung Anhänger oder Transporter, Klärung der Frage: Wer hilft bei der physischen Arbeit, Wandergurte,
    Wanderdeckel - hohe Böden, Schaumstoff für Fluglöcher, etc.


    In Deinem speziellen Fall ist die Wanderung im Frühjahr (quasi weg vom relativ sicheren Raps in die mäßig sichere, weit entfernte, Obstblütentracht) nicht unbedingt zu empfehlen. Klassisch wäre hier
    für eine Wanderimkerei: OBST (Wanderungen von 200 und mehr Kilometer würde ich in diesem Fall nur gegen Bestäubungsprämie machen) RAPS, ROBINIE, LINDE, SCHLUSS (oder evntl. noch SONNENBLUME).


    Auch sind 15 Bienenvölker - besonders bei weiten Entfernungen - aus wirtschaftlicher Sicht für eine Wanderung real zu wenig.


    Wie auch immer die Entscheidung ausfällt - ich würde hier an Deiner Stelle einmal mit dem Bienenvater darüber philosophieren.

    Honig ist doch auch unbegrenzt haltbar.
    gilt dies auch für ne angebrochene Flasche Met?



    Met ist hier vergleichbar mit einem süßen Dessertwein. Nach Anbruch sollte er kühl aufbewahrt werden und nach vier Tagen aufgebraucht sein. Dies ist eine Richtschnur - natürlich
    explodieren Lebensmittel nicht, wenn sie darüber hinaus gelagert werden. Dann muss man aber schon ein feines Näschen haben, um zu überprüfen, ob das Lebensmittel noch genussfähig ist.


    In Großküchen (angelehnt an HACCP) werden zubereitete Speisen abgedeckt und beschriftet (Wer hat hergestellt, wann hergestellt, was hergestellt) vier Tage kühl aufbewahrt - wenn am vierten
    Tag nicht abverkauft, werden solche Reste unter der Verantwortung des Küchenchefs am fünften Tag an die Mitarbeiter verfüttert (Personalessen).