Beiträge von Beorn


    Die Bioregale in den Supermärkten werden zwar größer, aber mein Mißtrauen auch.
    Können derartig viele Produkte in so kurzer Zeit umgestellt werden?


    Misstrauen ist gut, aber ich hoffe nur, dass dies nicht als Ausrede dient, dann wieder zum Nicht-Bio zu greifen. Auch wenn's schwarze Schafe geben sollte, gibt's es bedeutend mehr weiße und die schwarzen fliegen über kurz oder lang raus.


    Die eigene Verantwortung läßt sich gut im Alltag zeigen, besser als auf der Demo. So frage ich mich bei all diesen Demos gegen Pestizide/Atomkraft/..., ob all diese Menschen auch Bio-Essen/Ökostrom/... beziehen.


    Ich frage mich auch, wie viele Imker, die hier über Pestizide klagen, sich beim Einkauf trotzdem für's Billigangebot entscheiden. Imker = Bio ist ja leider nicht Standard.


    Und wenn wir schon bei Verantwortung sind, finde ich es schon seltsam, wenn sich Imker über die Profitgier der Landwirte aufregen, aber selbst an internationalen Bienenimporten verdienen, welche die Ausbreitung von Krankheiten über Landesgrenzen hinweg fördern. Ein Maus in einem vernachlässigten Bienenstand ist da wohl das geringere Problem.

    Wozu genau sollen denn die Oberträger gut sein?
    Um die Waben wie bei Rähmchen herausheben zu können?
    Wenn ja, werden die Waben nicht auch am Rand befestigt?



    Warré schreibt, dass die Waben so mobiler als die in Rähmchen sind. Er sagt, ein Schnitt durch das Wachs der Waben an den Seiten ist leichter getan, als mit Propolis eingebaute Rähmchen zu befreien. Geschleudert wird mit Hilfe von Wabenkäfigen. Eine einfache und wirtschaftliche Methode.

    Nun, was die Anfangsstreifen angeht, so könnte ich mir vorstellen, dass die Bienen durch diese motiviert werden in der nächsten Kiste weiterzubauen.
    Ich finde diese Oberträger sehr unnatürlich, fast schon eine Trennung in einzelne Räume. In Zukunft werde ich es mit Speilen versuchen.


    Was den Bienen von Anfängern das Leben auch schwer machen könnte ist, dass die Beute noch kein richtiges Bienenklima hat, es fehlt an Propolis. In meinen Warrebeuten konnte ich vor allem in den Ecken einen grauen Schleier beobachten. Was meint ihr, ist ein Anstrich mit Propolis zu empfehlen?


    Ich denke, ein Problem war auch, dass das Warré-Buch nicht recht lesbar war und die weitergesagten Fragmente seiner Betriebsweise nicht unbedingt ein optimales Ergebnis brachten.
    Zum Beispiel schreibt Warré recht genau, wie man Anfangsstreifen in der richtigen Größe herstellt, aber welcher Anfänger wußte darum und hat dies schon getan? Am Ende führt dieses Fehlen auch zu einem schlechtem Bauübergang zwischen den Zargen. Übrigens, hier gibt's dazu ein gutes Video:
    http://www.youtube.com/watch?v=31ovKSO-v4g&feature=related

    Auf diesen japanischen Seiten ist eine zweiteilige Klotzbeute zu sehen, die eine einfaches Ernten mit Bauerneuerung à la Warré erlauben dürfte - oberer Klotz wird abgeerntet und dann untergestellt.


    Hier noch ein paar Bilder der Klotzbeute:
    http://to.totomo.net/1028.htm


    Und das ist die übergeordnete Seite in Englisch, viele Infos und schöne Videos zur traditionellen japanischen Betriebsweise ähnlich der von Warré:
    http://warre.biobees.com/japan.htm


    http://to.totomo.net/img/Tomo2003_4_29_10_35_6_0.4.jpg

    Nun, ein Freund und ich, wir hatten dieses Jahr jeder einen Schwarm in einer Warré-Beute und beide bauten prima los, ein Stoppen bei der ersten Zarge war nicht zu spüren, wobei es keine Fensterzargen waren und wir nicht ständig nachgeschaut haben. Bis zur dritten Zarge ging die Bautätigkeit, aber ab der Sommersonnenwende geschah nicht mehr viel.


    PS: Soweit ich weiß schreibt Warré nichts von einem Heu-Kissen. Ich hatte hier auch mal Heu, aber es schimmelte schnell los. Also lieber Hände weg davon und Sägespäne oder Stroh nehmen.


    Ich bin ja gespannt, ob die Dunkle Biene diese Nachteile nicht hat. Schließlich wird sie als robust gelobt und kommt auch mit schlechtem Wetter besser klar. Kai von Nordbiene.de hat davon geschwärmt, dass er in den letzten Jahren keine nennenswerten Winterverluste bei seinen Dunklen hatte.


    Dunkle und Warré - könnte gut zusammenpassen, vor allem, wenn sie vorher in Körben gelebt haben.

    Hallo,


    ich habe den Thread nicht komplett gelesen, aber vielleicht ganz interessant hier: Wissenschaftler sind dabei durch genetische Untersuchungen varroarestistente Völker zu erkennen (aus dem Gotlandprojekt resultierend), mit dem Ziel, dass Züchter Bienen einschicken und die Rückmeldung bekommen, welche sie weiterzüchten sollten. Es würde dann nicht eine restistente Rasse geben, sondern vorhandene Rassen könnten beibehalten werden:


    http://www.3sat.de/mediathek/mediathek.php?obj=19301


    ... das wäre was, ein wissenschaftlich testbares Selektionskriterium für Varroatoleranz.


    Was mich aufhorchen läßt, die Dunklen seien Stecher? Ich ziehe das aus den vorangegangenen Beiträgen.
    Wird ein altes Vorurteil bestätigt?


    Warum hältst Du daran so fest? Die Anwort war doch auch, dass z.B. Kai von nordbiene.de im T-Shirt imkert und du Dir auch die Videos dazu anschauen kannst. Und Kai hat viele dunkle Völker.
    Stecher gibt es überall mal, aber viele Halter der Dunklen schwärmen von ihrer Sanftmut.

    Viel anspruchsvoller wird es dann aber eine nachhaltige Population aufzubauen, die man ohne "Raumanzug" bearbeiten kann.


    Wenn man sich so die Webseiten und Foren der Dunklen so anschaut, so scheint Stechlust kein Problem zu sein und es wird oft eine ausgeprägte Sanftmut beschrieben. Gibt ein paar schöne Videos auf den Nordbieneseiten dazu - Kai im T-Shirt beim Imkern. Auch scheint er die letzten Jahre keine Völkerverluste gehabt zu haben. Gut, er behandelt, aber viele die Behandeln haben auch Verluste. Ich könnte mir vorstellen, dass man auf Grund der langen Brutpause auf die Winterbehandlung verzichten kann und sonst mit angepaßter Betriebsweise und Thymol arbeitetet.

    Wenn ihr darüber ausgiebig diskutieren wollt, wäre ein neues Thema angesagt.
    Ist interessant, aber passt nicht zum Thema hier.


    beehead


    Give the beekeeper a chance too.


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    Danke für die positiven Rückmeldungen zum Zusammenleben von Honig- und Wildbiene. Bei dem katastrophalen Zustand der Agrarlandschaft sind Naturschutzgebiete auch eine Chance für den Bienenhalter. Gut wenn dies nicht zum Nachteil der wilden Bienen ist. Wie Berhard schreibt, eine gesunde Umwelt ist für's Nicht-Behandlen wichtig. Beehead, da ist er, der Zusammenhang zwischen Nicht-Behandeln und Naturschutzgebieten. Laß jetzt mal was konstruktives hören.


    Bernhard : Kopf hoch, es gibt auch viele neue gute Ansätze in der Gesellschaft. Und vielleicht kennst du ja auch diese Art von Zen-Geschichten, bei denen aus etwas negativen etwas positives erwächst. Vielleicht muß der Mensch erst durch eine allgemeine Depression ehe er den Wert seiner Umwelt erkennt.


    Ich habe diesen Herbst mit der Dunklen begonnen und bin gespannt, wie sie sich so macht, auch in Hinblick auf die "Behandlung". Mich wundert nur, dass die Dunkle immer so weggeredet wird. Eine längere Brutpause im Winter ist doch genauso interessant wie das komplette Entfernen der Brut im Frühjahr. Klingt nach einer natürlichen Winterbehandlung ohne Abkühlung des Volkes und Zerstören der Stockluft. Wenn das nicht gut behandelt ist ... ;)
    Und ob ein paar Jahrzehnte Carnica mehr wiegen als ein paar tausend Jahre Dunkle in Mitteleuropa ist für mich fraglich. Wenn die Dunkle wirklich robuster als die Carnica ist, dann wohl auch in Bezug auf die Varroa. Oder gibt es gegenteilige Erfahrungen?