Beiträge von Beorn

    Zum teuren Bio-Angebot - vor Jahren, während der Elternzeit bezogen wir Hartz4 und trotzdem kauften wir Bio. Oft sind falsch gesetzte Prioritäten das Problem. Ich sehe es auch bei den Schwiegereltern - billiges Kunststoffspielzeug und Kram in Massen und beim Essen wird dann gespart. Oder mein Handwerkerkumpel - kommt zum Grillen mit Unmengen an Billigfleisch und Würsten. Viel zu viel, aber es war ja so billig.


    Ich finde Bio-Läden mit überzogenen Preisen auch doof, die Schaden der Sache. Für Dresden kann ich z.B. die Ausrede der zu hohen Preise nicht gelten lassen, da gibt es eine riesige Verbrauchergemeinschaft mit etwa 10.000 Mitgliedern und die Preise sind mitunter auf dem Niveau konventioneller Anbieter. Und Dinkelbrot für 4,50€ als Beispiel heranzuziehen ist Meinungsmache. Dinkel ist nun mal eines der teuersten Getreide. Im normalen Bio-Laden kostet ein Brot ab 2,90€. Und vielleicht ist ja das Billig-Bio-Angebot der Supermärkte schon mal ein Anfang. Und einfach mal weniger Fleisch essen.


    Kunstdünger sind ein Problem. Konventionelle Landwirtschaft baut die Humusschicht ab statt auf. Die Bodenlebewesen leiden unter Kunstdünger und Pestiziden. Wird die Humusschicht geringer, wird Wasser immer schlechter in der aktiven Schicht gehalten. Dünger wird entweder ausgespült oder verschwindet in den tieferen Schichten bis hin zum Grundwasser. Ökologische Landwirtschaft arbeitet mit Humusaufbau, die obere Bodenschicht ist durchsetzt von organischen Stoffen und Kleinstlebewesen, dass ganze ist wie ein Schwamm, der Nährstoffe und Wasser speichert.

    Wenn man doch bei den Bio-Bauern die gleiche Aktion organisiert bekäme, dass wäre doch die richtige Antwort auf den Schwachsinn. Felder ohne Pestizide! Ja, es geht! Die Bio-Bauern sind für mich die wahren Helden unserer Zeit.


    Ich muss als kleiner Endverbraucher nicht wissen was jede Ware oder Dienstleistung in meinem Warenkorb wert ist. Vielmehr ist es Aufgabe des Herstellers sein Produkt zu einem angemessenen Preis abzugeben um seinen Lebensunterhalt zu sichern. Bleibt er darunter so ist das keine Ausbeutung sondern sein freier Wille!


    Wenn wir in der DDR leben würden, wäre dass vielleicht so. Aber wir haben zur Zeit die Debatte um einen Mindestlohn, weil es eben keine Regeln gibt. Und in unserem Fall kann der Grafiker auch ein Hartz IV Empfänger sein, der sich mal seine freien 100,- dazuverdient. Schön für ihn, ist aber Lohndumping.


    Und wer glaubt, der Endverbraucher müsse nicht wissen, was Waren und Dienstleistungen wert sind, der macht sich mit seiner Unwissenheit trotzdem mitschuldig an Ausbeutung und Elend und ... zurück zur Imkerei ... an der Vergiftung der Felder, wenn er die Augen davor verschließt, wo sein Essen herkommt und damit am Sterben der Bienen. Ein Imker der z.B. kein Bio-Brot kauft kann sich sicher sein dass ein Teil seines Geldes am Ende bei der Bayer AG landet. Viele Imker finanzieren den Bienentod mit! Und ein Auftraggeber, der glaubt dass hundert Grafiker für ihn ein Etikett entwerfen ohne dafür Lohn zu bekommen, kann davon ausgehen, dass dies Ausbeutung ist bzw. Armut fördert.

    ...Das ansprechende Design erhält den Zuschlag, und erst daraufhin wird das Design fertiggestellt.


    Stimmt so laut dem Info-Video nicht, da wird gezeigt, dass viele Grafiker ihre Entwürfe nach Vorgaben des Auftragsgeber immer weiter verfeinern. Es ist ein klassisches Auftragsverhältnis, nur auf viele Auftragnehmer ohne Lohn verteilt.


    Mal weg vom Honig-Etikett - zum Beispiel der Grafikauftrag mit den mehr als 30 Krankheiten, die als Grafik dargestellt werden sollen für insgesamt 300,- €. Bei einer normalen Ausschreibung würden drei Entwürfe gewünscht und dann würde entschieden werden, wer den Auftrag bekommt. Bei dieser Plattform wird erwartet das viele Grafiker alle Bildchen entwerfen, wobei am Ende einer oder keiner bezahlt wird. Und was soll man mit den Bildchen anfangen, da kommt nie wieder einer der das noch einmal kaufen will?


    Ich beauftrage doch auch keine 10 Schneider mir einen Maß-Anzug nach meinen Vorgaben zu nähen und am Ende nehme ich einen oder keinen und sag' dann noch, da wird schon irgendwann einer kommen, dem die restlichen passen werden. Natürlich gibt es Anzüge von der Stange und CD's mit fertigen Clip-Arts, aber das ist etwas ganz anderes.

    Entworfen habe ich das Ganze zusammen mit einem Grafiker auf dieser Plattform http://www.designenlassen.de/, hat höllisch Spaß gemacht!


    Höllischer Spaß paßt für diese Art der Ausbeutung ziemlich gut. Denk doch mal nach! Es ist eine Schande, dass dies nicht illegal ist. Das Konzept ist so abartig, dass es für den peinlich sein sollte, der es nutzt. Man läßt doch nicht eine Menge Leute für Umsonst arbeiten. OK, die sind selber Schuld, wenn sie die Aufträge annehmen, aber letztendlich setzt es alle Grafiker unter Druck und verzerrt das Honorarniveau. So ein System führt dazu, dass letztendlich alle von Hartz IV leben und sich mit billigster Arbeit noch was dazuverdienen.


    Habe nun eine neue Frage bezueglich zufuettern:
    Honig schrieb am Anfang des Threads, dass es aufgrund der Ballaststoffe besser sei mit Zuckerwasser zu ueberwintern.(Natuerlich ist die Honigweise natuerlich und wird ohne weiteres gehen, stellt sich mir aber doch die Frage, wenn es fuer den Bien besser/einfacher ist==> zufuettern ja oder nein? Nur um mal verschiedene Meinungen gehoert zu haben.


    Nun ja, dies ist ein umstrittener Punkt, die Warré-Betriebswiese würde so gesehen nicht funktionieren. Ich gehe erst einmal davon aus, dass Bienen schon seit tausenden von Jahren auf Honig überwintern. Es gibt mitunter Honig, der kritisch für's Überwintern ist ... ein Thema für sich. Bunt gemischter Jahreshonig z.B. aus städtischem Gebiet sollte kein Problem sein. Eine Zarge voll Raps-Massendracht-Beton-Honig könnte zum Problem werden. Du kannst Dich mal nach dem Thema "Melezitosehonig" (vor allem Waldhonig von Fichten- und Lärchen) umschauen.


    Ich denkmal wichtig ist es zu verstehen, dass es grob zwei Richtungen gibt, Bienen zu betrachten und zu halten. Die einen sehen ein Nutztier, welches dem Menschen gehört und nur noch durch diesen überleben kann. Die andere Art Bienenhalter bezweifelt dies und gehen mitunter soweit zu sagen, dass die klassischen Imker Teil des Problems "Bienensterben" sind und sehen die Biene als ... Biene. Es würde den Thread sprengen und wurde schon öfters mal diskutiert. Wichtig ist nur zu erkennen, dass es zwei widersprüchliche Ansätze gibt und ein Gefühl dafür zu entwickeln. Bei lokalen Imkern und Imkervereinen muß ich an die erste Gruppe denken.

    Hallo Felix,


    die Königin wird bei Warré nie gefangen, was mit einiger Mühe bestimmt auch irgendwie ginge. Zum Teilen wird die Königin nach untengetrieben, in dem sie erschreckt wird. :) (siehe Kurzanleitung)


    Geerntet wird immer zargenweise, welche max. ca. 15Kg wiegen. Für den Winter läßt man dem Volk eine volle Zarge mit einer darunter liegenden leeren Zarge oder was halt so drin ist. Nur 3Kg Ernten gibts eigentlich nicht. Wenn das Volk gut gesammelt hat und eine große Tracht ist in Sicht und Du hättest gerne etwas Honig, dann kann man schon mal eine halb hohe Zarge für einen Monat draufsetzen. Ist aber dann keine klassische Warré-Betriebsweise mehr.


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    ... die mir auf "ihrem" Gebiet um Lichtjahre vorraus sind


    Da bin ich sehr vorsichtig. Mancher Vorschritt stellt sich im Nachhinein als Rückschritt raus und manches, was heute Standard ist, war früher verpönt. Vor allem Anfängern wird viel als "Muss" verkauft.


    Erst einmal vorweg...ich habe mich vorgestern um den KOntakt mit MEHREREN oertlichen Imkern gekuemmert und prommt Antwort bekommen. Im Maerz findet in der Region eine "Auftaktveranstalltung" zum Thema Imkern statt, welche schon dick im Kalender markiert ist.
    Im weiteren Verlauf wird im 8-14 Tagerythmus zusammen am Volk gearbeitet. Ich werde gespannt sein! Vorab suche ich aber auch noch den persoenlichen KOntakt und werde mich noch tiefer in die Materie einlesen.


    Na da bin ja gespannt, ob Deine Wunschliste von den örtlichen Imkern akzeptiert wird. Erfahrungsgemäß sehe ich da schwarz ... . Oder gibt es darunter TBH und Warré-Imker?


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    ....Ich glaube das Bienen ein sehr gutes raumliches Verstaendnis haben und merken, wenn ihr Vorrat des oefteren "gepluendert" wird und die das alles andere als toll finden. Also liever alles auf einmal? WIe seht ihr das?


    Ist ein umstrittenes Thema. Es scheint so zu sein, dass Bienen es nicht mögen wenn es über ihren Köpfen leer ist. Somit wird mit leeren Honigräumen auf sie Druck ausgeübt, dass sie ihre Vorräte wieder füllen müssen. Bei Warré wird die Beute mit einer Hängewaage (im Spätsommer/Herbst) gewogen und was über 15kg Honigvorrat liegt kann geerntet werden. Über das Jahr wird nur bei starken Trachten geerntet und leere Zargen wieder untergestellt.


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    Wo genau liegt denn der Vorteil bei mehrjaehrigen Zargen? Gute Innen"versiegelung"? Bessere Annahme durch den Bien?


    Manchmal wollen die Bienen nicht so recht in der nächst unteren Zarge anfangen weiterzubauen. Bei starkem Trachtdruck meist kein Problem, aber neue Zargen werden manchmal etwas zögerlich angenommen. Und zum Schwärme anlocken taugen auch nur duftende Zargen.


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    Jedoch verliere ich doch beim oeffnen ganzer Zargen auch die Waerme auf einen Schlag oder sehe ich das falsch?


    Ja und nein. Wenn es draussen warm ist, dann zwängt sich die Stockluft auch nicht so schnell raus. Aber eigentlich muß man die Warré-Beute nur selten von oben öffnen. Die Japaner haben manchmal eine Klappe im speziellen Fuss der Beute und schauen mit Spiegeln und z.B. die Beuten vom Massivholztischler haben Fenster (kann ich nur empfehlen).


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    Das mit dem Pollen im Honig bei bebrueteten Waben klingt auch ganz gut...fuer mich kaeme auch nur Tropfhonig und Wabenhonig in Frage. Nicht weil ich schleudern schlecht finde, nur wuerde ich das fluessige Gold so wenig mechanischer und thermischer Belastungen aussetzen als moeglich.


    Meiner Erfahrung nach verliert ein Honig beim Schleudern (viel) von seinem blumigen Geschmack. Immerhin fliegen viele kleine Tröpfchen durch die Luft und laufen großflächig an der Edelstahlwand herab, dabei können leichte Duftstoffe verfliegen und Bestandteile leicht oxidieren. Du müßtest mal selbst gepressten Robinienhonig mit geschleudertem aus dem Laden vergleichen. Ersterer schmeckt schon fast nach Parfüm, letzerer ist oft nur süß. Vielleicht liegt es auch am großflächigem Edelstahlkontakt, immerhin gibt es Edelstahlseifen um Knoblauchgeruch zu binden - nur so eine wilde Theorie.


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    Lieber Beorn: Konntest du noch den Namen der japanischen Beute nennen? Nur um das mal gehoert zu haben? Vielen Dank :)


    Hier hat ein Japaner extra eine Seite dazu angelegt:
    https://www.facebook.com/pages…eekeeping/195200420560782
    und hier die Warré auf japanisch:
    http://warre.biobees.com/japan.htm


    Viel Spass beim anschauen.
    Beorn

    Oder auch nicht weils da so aussieht

    Und dann gehts los mit Messer und Waben die am Messer kleben und Bienen die sich nicht besonders freuen.


    Ja, passiert vor allem oft wenn kein Anfangsstreifen verwendet wurden, sondern blanke Oberträger oder nur ein Anfangsstreifen mit der Wachsspritze gezogen. Ein Problem, was sich vermeiden läßt. Besser wird's auch mit der Zeit, wenn man bei der Ernte einen Wabenstreifen von ca. 2cm stehen läßt oder man leere, gerade Waben wiederverwendet.


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    Hoffmannseitenteile sollte man vielleicht nicht nehmen - damit ist Propolis wirklich sehr ärgerlich. Ansonsten würde ich das mal auf die Genetik deiner Biene schieben. Ich habe damit keine Probleme.


    Ich freue mich über viel Propolis, ist für mich ein Zeichen von Vitalität und guter Abwehr. Ich rechne es als ein Vorteil von Warré-Beuten, gut mit Propolis auszukommen und ich habe gerne Völker, die so richtig loskleistern. Kann eine schöne Propolisernte ergeben, wenn es sich abkratzen läßt. Ansonsten ist es eine klasse Holzschutz, stört ja auch nicht. Warré-Zargen werden mit jedem Jahr Nutzung besser. Für mich ist es eher negativ zu bewerten, dass Bienen das Propolisiern abgewöhnt wird, damit diese magzinbeutenkonform sind, - eine Ausläufer der Industrialisierung der Landwirtschaft.


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    Da fehlt ein Zusatz "und weitere Schwärme weil man im Dunkeln der Waben in irgendwelchen verbauten Ecken eine Zelle übersehen hat. Das kann einem aber auch mit Rähmchen passieren. Die Warre hat mich in der Hinsicht aber am meisten genervt ... was auch ein Entscheidungskriterium für mich dann war anzufangen zu Imkern ;)


    Kann schon vorkommen, aber dafür habe ich sehr wenig Arbeit bei der Kontrolle, so dass es mir das Restrisiko wert ist. Wobei, selbst dass stimmt so nicht, denn ich kontrolliere auf Weiselzellen nicht um diese auszubrechen und um das Schwärmen zu verhindern, sondern um den Zeitpunkt zum Teilen der Völker zu bestimmen. Sehe ich Weiselzellen, dann wird geteilt und das neue Volk zieht sich dabei eine Königin aus echten Weiselzellen nach. Teile und herrsche. :)
    Und dann kann man noch ein paar leere, aufgeräumte (Seuchenschutz!) Beuten aufgestellt haben und Schwärme können wieder einziehen. Die Beuten sollten aber schon älter sein und schön nach Propolis und Wachs duften. Beim Teilen gibts noch einen Trick mit Umstellen, so dass es auch keinen "Nachschwarm" gibt. (Siehe Kurzanleitung "Imkern nach Warré")


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    Und am wenn man aus dem Urlaub kommt hat man festen Honig in den Waben und auch keinen Sortenhonig :]


    Sortenhonig? Warré hat vor dem Winter geerntet, wenn er sah, dass Überschuss da war. Ich liebe Jahrgangshonig. :) Je nach Standort und Jahr hat jeder Jahrgangshonig seine eigene, oft sehr reichhaltige Note. Zum Beispiel haben wir Völker am Wald stehen, wo viele Esskastanien zu finden sind - mein Lieblingshonig.


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    Kurz zusammengefasst: Alles hat Vor- und Nachteile und nichts ist besser als das andere. Es gibt keine Eier legende Wollmilchbeute und auch keine Eier legende Wollmilchbetriebsweise. Aber Hauptsache ist, dass es Spaß macht.


    Das mit dem Spaß sehe ich genau so, deswegen stehen neben den vielen Warré-Beuten auch noch andere Bauformen rum. :) Meinen Holzklotz-Tunnelstock mag ich auch sehr, wobei ich den noch nicht lange genug betreibe um sagen zu können, wie man bestimmte Herausforderungen löst.

    ...
    die Warre hatte ich ganz am Anfang schon im Auge, was sich aber durch das oeffnen des gesamten Stockes fuer mich zu Beginn als negativ angehoert hat und ich deshalb zur TBH geaugelt habe.
    Doch nach dem Bericht ueber die Christbeute nehme ich an, dass es nun hauptsaechlich um den Stoerfaktor geht,
    als den Erhalt der Waerme, da diese vermutlich selbst beim ziehen einzelner Obertraeger verloren geht.


    Hallo Felix,


    Wärmeproblem sollten bei der Warré keine große Rolle spielen, da man oben nicht oft öffnen muß. Im Frühjahr wird von unten erweitert, da bleibt die Stockluft, wo sie ist. Bei der TBH wird doch von oben am Volk gewerkelt, da sehe ich kein Vorteil.


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    Ein weiterer Nachteil der Warre sah ich in den bebrueteten Honigwaben, welche man ja eigentlich immer hat.


    Ich liebe Warré Tropfhonig und auch andere haben mir bestätigt, dass sie den Honig sehr mögen. Da die Waben durch die ständige Erneuerung recht jung sind, wirkt sich das Brüten nur wenig auf den Geschmack aus. Bebrütete Waben heißt auch, dass Pollen mit im Honig ist, was ich als Vorteil werte, vor allem für Pollenallergiker. klassischerweise stammt Honig oft aus bebrüteten Waben - Korbimkerei, Klotzbeute, Tunnelstock, ... .


    Salsero schrieb:

    Auf den Verzicht auf Rähmchen würde ich abraten, da du später zu viel Bienen zerqetschen müsst, wenn du ohne Rähmchen arbeitest und bitte denke nicht, dass deine Bienen ohne deine Eingriffe überleben können. Irgendwann brauchen sie dich und du sollst mit deinen notwendigen Eingreifen nicht viel stören und kaputt machen, das geht mMn nur mit mobilen Bau. Allein der Naturbau ist für Anfänger ziemlich schwierig, fange doch lieber normal mit Mittelwänden und Co und wenn du dich sicher fühlst, kannst du LANGSAM auf Naturbau wechseln, sonst könnten deine Bienen darunter leiden. Gib dir Zeit von den Bienen zu lernen und glaub mir viele würden die Bienen so natürlich wie möglich halten, wenn den Bienen dabei besser gehen würden!


    Stimmt für Warré so nicht. Es werden keine Bienen zerquetscht! Bei Bedarf können Waben auch einfach gezogen werden (da Anfangsstreifen an den Oberträgern). Das Ziehen von Waben macht mir bei meinen Magazinbeuten viel mehr Mühe, da diese fleißig mit Propolis verklebt werden.


    Honig schrieb:

    Naturbau kann man z.B. auch in Rähmchen machen lassen. Die Tiere sind glücklich wenn sie sich vermehren dürfen, alles mit Propolis vollkleistern dürfen und überleben dürfen. All das bietet fast jede Beute.


    Bei mir stehen diverse Beutenformen, vom liegenden hohlem Baumstamm, über Hinterbehandlung, Deutschnormal-Magzine bis zu Warré. Der Tunnelstock und die Warré benötigen am wenigsten Pflege, die Rähmchen-Beuten am meisten. Naturbau ist bei allen gut möglich, aber die Rähmchen-Beuten könnte ich nicht einfach mal ein Jahr in Ruhe lassen, ohne dass sie total verkleben. Für die Bienen ist eine Warré nicht viel anders als ein hohler Baum, sie bauen kontinuierlich von oben nach unten.
    In Japan gibt es eine ähnliche Beutenform, die noch mehr wie ein Baum ist, da gibt es keine Oberträger in den Zargen mehr, nur noch Speile. Ich mag diese Beuten sehr, aber ich mag an Warré, dass ich auch noch etwas imkern kann, wenn ich mag.


    Wenn wir also versuchen die Anforderungsliste aus dem ersten Post im Zentrum der Überlegungen zu halten, dann paßt die Warré schon am besten. Vor allem in städtische Gegenden mit kontinuierlicher Tracht und ohne Raps. Bei einer Warré-Betriebsweise sollte man, wie früher üblich, immer Honig auch als Futter in Reserve haben, da sonst Zuckerfutter im "System" ist.


    Bemerkung am Rande: Ich lese gerade ein Buch "Die 4-Stunden-Woche", darin geht es um Effizienz im Bezug auf das Einkommen. Würde man die darin beschriebenen Prinzipien auf die Imkerei anwenden, dann käme eine Warré-Beute heraus. Zum Beispiel das 80/20-Prinzip, welches besagt, dass oft 80% von Bemühungen nur zu 20% zum Erfolg beitragen oder andersherum, dass oft mit 20% der Mühe schon 80% des Ertrages eingebracht wird, der Rest der Mühen sind Zeitfresser, die nur noch gering zum Ertrag beitragen. Die konkreten Verhältnisse könne auch etwas anders sein - 90/10 oder 70/30. Bei Warré heißt Effizienz:
    * kein Einlöten von Mittelwänden
    * keine Kauf oder Herstellen von Mittelwänden
    * kein zeitaufwendiges Suchen der Königin, sondern einfaches Teilen der Zargen zu Beginn der Schwarmzeit
    * schnelle und einfache Weiselzellenkontrolle durch Ankippen einzelner Zargen, kein Ziehen aller Waben
    * kein Mühe mit verklebten Rähmchen, kein Reinigen von Rähmchen, Waben können nach einem einfachem Schnitt (leichtgängig durch Wachs und nicht durch Propolis!) entlang der Wand gezogen werden, wenn man z.B. den Zustand der Brut beurteilen will
    * Zukauf von Zucker und Füttern ist bei einer laufenden Warré-Imkerei nicht angedacht
    * sehr geringer Futterverbrauch im Winter (so ca. 5kg ... 12kg, je nach Volksgröße)
    * die Warré-Beute kann auch mal "vernachlässigt" werden, längere Urlaubsreisen sind noch möglich :)


    In der Summe benötigt eine Warré-Beute nur wenige Stunden Aufmerksamkeit. Ich habe von Leuten gehört, die haben die Imkerei aufgegeben, da sie beruflich zu sehr eingespannt waren und zu wenig Zeit für die Imkerei hatten. Mit Warré hätten sie dies nicht gemußt. Lieber ein Dutzend vitaler Warré-Völker als ein paar Magazinbeuten-Völker mit Intensivpflege.

    Hallo Felix,


    als ich Deine Liste gelesen habe, fragte ich mich, warum hat Felix die Warré-Beute noch nicht entdeckt? Deine Suchanfrage liest sich, wie die Beschreibung der Warré-Beute und deren Betriebsweise. Selbst Deine Kritik an Christ paßt, bei Warré wird bewusst unten erweitert. Schau' doch mal hier:
    http://www.warre-bienenhaltung.de/


    Viel Spaß beim Schmökern und neujahrliche Grüsse,
    Beorn

    Außerdem stellt sich auch hier eine Räuber-Beute-Beziehung ein. Das heißt, wenn die Varroamilbe ausgerottet ist, geht auch die Raubmilbe zugrunde. Wenn dann wieder neue Varroas eingeflogen werden, muss man wieder Räuber ansiedeln, ...


    Ich vermute es wird sich kein Schwarz-oder-Weiss einstellen sondern wenn es weniger Varroamilben werden dann sinkt auch die Anzahl der Raubmilden und beide werden auf einem niedrigen Niveau weiterexistieren. Ich stelle es mir wie auf einem Feld vor, ist es aus den Gleichgewicht, dann gibt es Unmengen von Schädlingen, ist es jedoch vital und es mangelt an nichts, dann findet man vereinzelt Schädlinge, aber diese richten keinen nennenswerten Schaden an.

    Ich denke, es gibt noch einen erfolgversprechenden Ansatz - Druck auf die Ökostromanbieter. Diese wollen doch als die Guten dastehen und es sieht schon schlecht aus, wenn auf der nächsten Agrar-Demo bekannte Namen von Öko-Stromanbietern im Zusammenhang mit dem Bienensterben auftauchen.


    Vielleicht läßt es sich auch irgendwie machen, dass Stromanbieter Ihren Strom nicht mehr Öko-Strom nennen dürfen, wenn ihr Produkt auf vergifteten Feldern basiert. So wie ich es sehe, werden viele Verbraucher in dieser Hinsicht getäuscht und sind sich des Problems nicht bewußt. Ich habe gerade mal bei Lichtblick angefragt, wie die es so mit den Pestiziden halten.


    Wir können viel über Politiker und Konzerne schimpfen, aber solange die Menschen sie wählen und ihnen ihr Geld geben, wird sich nicht viel ändern, da sie sich im Recht und vom täglichen Geschäft bestätigt fühlen.

    Hallo,


    könnt ihr mir sagen, was es für Risiken bei der Königinnenzucht im weiselrichtigen Zustand gibt und was ich dabei beachten sollte?


    Und warum schwärmt das Volk eigentlich nicht, sobald die Weiselzellen verdeckelt sind?


    Grüsse,
    Micha