Beiträge von Boleif

    Es ist also wichtig, das Produkt Honig und die Gesundheit unserer Bienen zu trennen und diese Trennung auch aufrecht zu erhalten.


    Daher ist öffentlicher Protest der Imker gegen die PSM immer auch mit einem Absatzrisiko verbunden!


    Und genau das ist und bleibt der entscheidende Punkt, um genau den es mir in meinem vorherigen Beitrag ging.
    Machen wir den geneigten Honigkäufern nicht klar, daß unsere toten Bienen stellvertretend für die potentielle Insektizidbelastung von Honig stehen und dieser wiederum stellvertretend für die Belastung von Grundnahrungsmitteln/Futtermitteln zur Grundnahrungsmittelerzeugung steht, werden die Käufer nie zu direkt Betroffenen und uns damit bestenfalls ihr diffuses Mitleidsgefühl ("Hach, die armen Bienchen ...") schenken.
    Und solange eine große Zahl von Imkern schon den Gedanken an die PSM-Belastung des Honigs scheut, da das ja Kunden abschrecken könnte - solange werden auch immer nur ein paar Handvoll Imkern sich zu irgendwelchen Aktionen bewegen lassen. Und erst recht wird kein Imkerlandesverband oder gar Bundesverband wirklich in der Öffentlichkeit offensiv werden.
    Und solange wird sich nichts zum Besseren wenden.


    Robert


    Hallo,


    etwas heimtückisch gedacht: wenn Du tatsächlich an Deinen Ständen Selektion auf eine regonal angepaßte Biene oder meinethalben Basiszucht betreibst, wirst Du vielleicht nicht unglücklich sein, wenn DEINE Drohnen die Luftherrschaft behaupten können, da die benachbarten Imker die ihren so rigoros ausmerzen?


    Robert

    .. und wir tun nix. :-(


    Können wir nichts tun?


    Ich greife das Thema noch einmal auf, weil es mir beim Lesen eines anderen Threads (http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=30887&p=330280#post330280) wieder in den Sinn kam.
    Was Toyotafan dort schreibt ("Im Gegenzug aber auch die Imker nur ungern in den Medien über (ihre) Vergiftungen offen reden, weil sie Angst haben ein Honigkunde könnten das sehen und dann ist der weg!"), ist doch der eigentliche Grund, warum Imkerproteste keine tatsächliche Breitenwirkung entfalten.


    Auch wenn "wir" (Imker) nicht "nix" tun, tun wir vermutlich doch das Falsche. Wie ich das meine? Nun, wir Imker sind mit unseren Bienen auf eine Weise emotional verbandelt, wie es Menschen mit ihnen nahe stehenden Haustieren gewöhnlich sind. Bei etwaigen Aktionen denkt man zwangsläufig, die lieben Mitmenschen müßten auf unsere Gliederfüßer genauso reagieren wie auf großäugige Hundewelpen. Aber ich vermute da nicht viel mehr als ein diffuses, oberflächliches Öko-Gefühl (Bienen stehen für Natur) und verschwommene Biene-Maja-Sentimentalitäten aus Kindertagen. So erreicht man keine wirkliche Breitenwirkung, befürchte ich.


    Wie wir ja an uns selbst sehen, rüttelt das persönliche Betroffensein am ehesten auf. Meine Bienen sterben - ich bin wütend, empört, traurig, hilflos ... Daß sie persönlich betroffen sind, ganz direkt, das muß man den Leuten klarmachen. Wenn die von vielen Imkern gefürchtete Kundenfrage kommt, ob denn Pestizide im Honig sind/sein könnten, hat jeder Imker die Möglichkeit, dem Honigkäufer klar zu machen: meine Bienen sterben in der Obstblüte und Du fragst, ob der Honig rein sei, kaufst aber ohne Zögern Deine Äpfel im Supermarkt; meine Bienen sterben in der Sonnenblume und Du fragst, ob der Honig rein sei, kaufst aber ohne Zögern Dein Sonnenblumenöl im Supermarkt; meine Bienen sterben im Raps und Du fragst, ob der Honig rein sei, kaufst aber ohne Zögern Dein Rapsöl, Deine Masthähnchen, Dein Kotelett im Supermarkt; meine Bienen sterben im Mais und Du fragst, ob der Honig rein sei, kaufst aber ohne Zögern Dein Schnitzel im Supermarkt ...
    Da kann man dem Pseudozitat "Erst stirbt die Biene, dann der Mensch." eine ganz neue, DIREKTE Bedeutung verleihen und dem "Verbraucher" klarmachen, daß er bei Honig noch ganz gut dran ist, weil die Biene als "Filter" vorgeschaltet ist, weil die, wenn es des Giftes zu viel wird, selbstaufopfernderweise verreckt, daß er aber als Konsument der eigentlichen Endprodukte jener Art von industrieller Landwirtschaft der Lumpensammler am Ende der Nahrungskette ist. Wenn eventuell doch mehr Menschen über das nachdenken, was sie tagtäglich so inkorporieren, dann kann man vielleicht wieder angstfrei Bienen in der offenen "Kulturlandschaft" halten.


    Wenn man also in der unglücklichen Lage sein sollte, mit einem Lokalreporter vor einem zusammengefegten Haufen toter Bienen und leeren Beuten zu stehen, dann sollte immer der Hinweis kommen: das, was die umgebracht hat, ist jetzt in Euerm Wein, Euerm Spargel, Eurer Polenta ... drin. Aus meiner Sicht die Chance, den Leuten klar zu machen, daß sie davon so direkt betroffen sind wie von einem Bienenstich.


    Robert

    Hallo,


    erst einmal vielen Dank für Eure Hinweise!


    Etwas Rundes zu verwenden ist natürlich pfiffig - warum fällt einem selbst das nicht ein?
    Aus den Bildern resultieren aber natürlich weitere Fragen. Für mich sehen auf den Fotos die Abstände zwischen den Rohren so eng aus, daß die Bienen da nicht durchpassen - oder täuscht das? Sind dann die zur Beutenwand weisenden Aussparungen im Rahmen, der den Rohreinsatz trägt, als Bienendurchschlupf geplant? Aber wenn die Rohrabstände wirklich zu eng wären, würden die Bienen diese vermutlich zukitten?


    @Josef: Ich habe auch in den meisten Beuten selbstgebaute Bausperren drin, wobei ich die Leisten ca. 2 cm breit gemacht habe. Wenn 1 cm bei Dir funktioniert, werde ich das auch mal probieren - da dürfte dann kaum noch mit Verfälschungen auf dem Bodenschieber zu rechnen sein.


    Robert


    Ergänzung: Zu schnell geschrieben, dann erst auf den angegebenen Link geklickt. Also 3,5mm zwischen den Rohren, Bienen müssen also außen herum. Und kein Verkitten - weil auf den Rohren nichts haften bleibt? Die geänderten Belüftungseigenschaften werden auf der Website ja als Vorteil angegeben; da die Vorrichtung aber zwischen Waben und Flugloch zu liegen scheint, würde ich mir bei hohen Temperaturen Sorgen machen.

    Guten Morgen!


    Da ich für mich immer noch nicht entscheiden kann, ob nun die Vorteile von Hochböden (Platz) die von Flachböden (Fluglochbewachung) überwiegen, setze ich seit Jahren beide ein, die Hochböden mit Bausperre.
    Aber auch mit der Bausperre bin ich nicht recht zufrieden, da sie Verteilung und Menge von Gemüll und Varroatotenfall auf der Bodeneinlage verfälscht.
    Wie geht Ihr damit um?
    Berücksichtigt Ihr, wenn eine Bausperre drin ist, irgendeine Art von Korrekturfaktor bei der Milbenkontrolle?
    Setzt Ihr evtl. selbstgebaute Sperren ein und achtet darauf, daß sich deren Streifen genau unter den Rähmchenunterträgern befinden?
    Nimmt vielleicht sogar jemand die Bausperre über den Herbst/Winter heraus?
    Hat jemand Erfahrungswerte, wie groß der Abstand zwischen Boden(-gitter) und Rähmchenunterkante werden darf, ehe die Bienen beginnen, dort Wildbau zu errichten?
    Schon jetzt vielen Dank für Eure Erfahrungen/Anregungen!


    Robert

    Wozu ist denn die Scheibe über der FZ gut? Da sollen ja weder Bienen noch feuchtwarme Brutnestluft hinkommen.


    Eben. Und da es an einem Bienenstand meist nicht nur Bienen in den Beuten, sondern auch außerhalb umherschwirrende gibt, kann man durch die Scheibe den Futterstand kontrollieren, ohne marodierenden Fremdbienen einen Hinweis auf naheliegende Räubereiziele zu geben.


    Robert

    Vielen Dank für den Literaturhinweis!


    Auch wenn es, was die weitgehend fehlende Einbeziehung regulatorischer Aktivitäten des Bienenvolkes selbst angeht, nur ein vereinfachendes Modell ist (und angesichts der Komplexizität der Interaktionen auch kaum mehr sein kann), gibt es doch interessante Hinweise z. B. in Bezug auf die Varroabehandlung.


    Ich zitiere eine Kernpassage aus der Summary (aus: Sudarsan, R. et al.: Flow currents and ventilation in Langstroth beehives due to brood thermoregulation efforts of honeybees. J. Theor. Biol. 295 (2012) 168-193):


    As observed by practising beekeepers, at higher ambient air temperature close to 30 °C the strength of the natural convective flow into and out the beehive decreases and under these conditions most of the carbon-dioxide produced inside the beehive remains inside the beehive. In addition, we observed that at these high ambient air temperatures, only the front part of the beehive was served with fresh air entering from the inlet, leaving large portions of the beehive stagnant with very weak flow.


    Frei übertragen: Im Temperaturbereich nahe 30°C (wenn die Bienen noch NICHT fächeln) bricht der natürliche Konvektionsstrom durch die Beute weitgehend zusammen und der größte Teil des durch den Bienenstoffwechsel erzeugten Kohlendioxids verbleibt in der Beute. Zudem wird unter diesen Bedingungen nur der Frontbereich des Bienenstockes mit Frischluft versorgt [im Versuchsdesign war Kaltbau gewählt], große Bereiche der Beute werden nur minimal belüftet.


    Wie gesagt, Reaktionen des Volkes konnten nur geringfügig einmodelliert werden.
    Aber was heißt das generell für eine (Säure-)Behandlung im hohen Temperaturbereich!? Die möglichen Implikationen sind so vielfältig, daß man da nur spekulieren kann. Naheliegend ist, daß unter diesen Bedingungen keine Linearität (und damit Vorhersagbarkeit) der Behandlungsmittelfreisetzung mehr gegeben ist. Denkbar ist auch, daß das, was wir für Säureschäden an Brut und Jungbienen halten, teilweise Temperaturauswirkungen (Überhitzung, aber evtl. auch Unterkühlung!) oder stressorische/toxische Effekte durch Kohlendioxid sind.
    Klar dürfte jedenfalls sein, daß in dem Moment, in dem nach draußen ausweichende Bienen das Flugloch weitgehend abdichten und eventuelles Fächeln unterbinden bzw. wirkungslos machen, da drinnen ein Hexenkessel herrschen muß.
    Für mich jedenfalls ansatzweise eine Erklärung, warum das, was fast immer gut geht, auch einmal massive Bienen- und auch Königinnenverluste mit sich bringen kann - eine kurzzeitige Temperaturspitze nach etwas längerer direkter Sonneneinstrahlung, die man selbst nicht bemerken kann, da man nicht den ganzen Tag vor der Beute verbringt, darauf folgend ein etwas länger dauerndes Verlegen des Flugloches durch weichende Bienen verbunden mit dem Zusammenbruch der Eigenzirkulation = Apizid ...


    Aus meiner Sicht die einzige Möglichkeit, dem teilweise zu begegnen: Schwammtuch/Nassenheider/was auch immer zeitlich unter solchen Bedingungen zu applizieren, daß die Bienen die Möglichkeit haben, ihre "Lüftungs-" und Stoffwechselaktivitäten in Ruhe zu adaptieren.


    Robert

    Mich wundert, daß sich die Segeberger-Fraktion soooo zurückhält ... die haben doch alle Falze - oder?


    Gruß Jörg


    Hallo,


    Bernhard hat es ein paar Posts später eigentlich schon beantwortet: ein Wisch mit der Hand - und zwar einer!
    Ich habe beides - falzhafte Segeberger und falzlose Holzbeuten.


    Bei den falzlosen Holzbeuten muß ich vier voneinander entfernte Punkte im Auge haben, die bienenfrei sein sollten, um die Zarge leicht versetzt aufsetzen zu können. Und eigentlich sind das nicht Punkte, sondern doch schon größere Bereiche - effektiv muß ich mich also bemühen, alle Bienen vom Zargenrand zu vertreiben. Und was bei der nachfolgenden Scherbewegung im nicht einsehbaren Inneren der Beute passiert, bleibt gnädig meinem Blick verborgen.


    Bei der Segeberger muß ich den besagten einen Wisch mit einer Hand ausführen, um eine Kante bienenfrei zu machen. Dann lasse ich die aufzusetzende Zarge leicht diagonal gekippt mit nur einer Kante auf den freigemachten Falz ab und anschließend LANGSAM, daß die Bienen zurückweichen können, komplett niedersinken. Ich gestehe zu, daß das deutlich kraftaufwendiger ist - es geht aber auch mit vollen Honigräumen (allerdings nicht in Überkopfposition).


    Ich habe die Beutentypen gemischt an meinen Ständen und bearbeite in der Regel ja einen Stand komplett, das heißt unter gleichen Bedingungen was (Un-)Lust, Eile und Kraft(-losigkeit) angeht. Und wenn ich beim nächsten Öffnen der Beuten die Falze bzw. falzlosen Kontaktflächen inspiziere, finde ich bei beiden Beutentypen gleichermaßen im Schnitt 0-2 gequetschte Bienen.


    Ich für meinen Fall kann der falzlosen Bauart keinen überzeugenden Vorteil abgewinnen.


    Robert

    Wenn ihr mit Minis arbeiten würdet, also auch Überwinterung, dann würdet Ihr sehr schnell feststellen dass weder Folie noch Plastscheibe funzen, die Völkchen würden euch elendig eingehen.


    Weichfasser odgl. ist das einzige was funzt. Der Deckel ist eine der größten und wichtigsten Herausforderungen beim Beutenbau, mehr noch als der Boden!


    Der
    Drohn


    Ich bin entzückt über diesen Post, denn ich habe ihn beim erstmaligen Lesen zur Gänze verstanden. Daher kann ich auch darauf reagieren - und zwar mit einer Frage:
    Warum würden die Völkchen eingehen? Wegen Schwitzwasser, oder weil sie nicht über die Rähmchen wechseln können? Eine Antwort darauf wäre schön.


    Robert


    P.S. Zur Bedeutung freier Oberträger während der Winterzehrung: In meinem Falle ist die vielumstrittene Plexiglasplatte ein Ding mit einer Funktion, und ich habe mich bemüht herauszustreichen, daß diese Funktion für mich im störungsfreien Durchschauen-Können besteht. Da ich im Winter nicht in die Völker schaue, benötige ich zu jener Zeit diese besagte Funktion nicht. Was tue ich also? Genau - zur Oxalsäurebehandlung kurz vor dem Jahreswechsel muß ich die Platte abnehmen - und lege sie einfach nicht wieder auf! Voila - der Weg über die Oberträger ist frei.

    Die Art und Weise wie hier diskutiert wird ist so was von daneben..


    Dem müßte ich zustimmen, wenn Du das Folgende tatsächlich als ernsthaftes Argument in einer Diskussion betrachtest:


    Zitat

    .. dann quetscht die Plexischeibe eben die Bienen die sich gerade auf den Oberträgern befinden, wenn man die Scheibe zum öffen der Beute abgenommen hat und wieder auflegt.....


    Ich bitte Dich - Smoker und/oder Sprühflasche sollte doch jeder, der an seinen Bienen arbeitet, immer dabei haben. Während des Großteil des Jahres reichen zwei, drei Sprühstöße aus dem Pumpzerstäuber, ansonsten halt zwei oder drei Rauchstöße aus dem Smoker und die Bienen weichen in die Wabengassen zurück und geben die Oberträger frei, Dann kann jede Plexiglasplatte, jedes Absperrgitter und jeder Beutendeckel ohne Quetschangst aufgesetzt werden.


    Robert

    Was verwendet ihr denn für Folien? Ich habe glasklare Folie, 0.3mm stark. Da sieht man auch alles, sie reisst nicht, und man kann sie auch bei starker (flächiger) Verkittung gut abziehen. Gefaltet eignet sich sich auch wunderbar als Unterlage für Verdunster/Schwammtuch, damit die Dämpfe nicht direkt auf die Brut gehen. Wie man Futterzargen auf die "zurückgezogene" Plexiglasscheibe stellt, würde mich mal interessieren. Und wie geht das mit der zurückgezogenen Plexiglasscheibe, um Honigwaben ausschlecken zu lassen?


    Das einzige Problem bei der Folie ist die Reinigung. Mit Stockmeisel geht das nicht. Wie macht ihr das?


    Hallo,


    da Dich das mal interessiert, werde ich mal versuchen, das mal zu erklären, mal gerade mit den zurückgezogenen Plexiglasscheiben.
    Wo ich doch mal ein glühender Anhänger der Plexiglasscheibe bin.


    Eins zum Verständnis vorneweg: ich benutze die Plexiglasscheiben (3-4mm dick und ziemlich kratzfest, also nicht solch schlapprige, sich verbeulende, im Wind foliengleich wegfliegende Dinger, wie man sie bei Online-Imkereibedarfsanbietern käuflich erwerben kann), um ohne schwerwiegende Störung der Bienen einen oberflächlichen Blick in die Beute werfen zu konnen. Das heißt, daß die Plexiglasscheiben dort liegen, damit ich etwas sehen kann. Ich habe darin, wie in einem länger zurückliegenden Thread schon einmal geschrieben, nicht solch eine Meisterschaft wie Sabiene erreicht - bei ordentlich besetzter Beute kann ich zwei bis drei cm, mit viel Geduld auch mal vier cm tief in die Wabengassen schauen, Im Moment, da bei meinen Zweizargern der obere Brutraum fast voller Futter und mithin recht bienenleer ist, kann ich auch bis zu zehn cm tief etwas erkennen. Ohne Taschenlampe, wohlgemerkt. Aber ich sehe etwas, darum geht es mir - und zwar mehr als bei jeder von mir ausprobierten Folie (das waren nicht wenige verschiedene), und erst recht, je länger diese im Gebrauch war.


    Hmm, ich ertappe mich mal bei meinem alten Laster, dem der Weitschweifigkeit, und werde mal versuchen, mal zum Kern der Sache zu kommen. Hmm, mal versuchen.


    Es ist nun so, daß ich nach dem Schleudern regelmäßig Waben zum Ausputzen/Reparieren auf die Völker setze, ebenso im Spätsommer bei der Bauerneuerung Restwaben zum Leertragen, und zwar unter Verwendung normaler Zargen. Die gleichen normalen Zargen benutze ich bei einem Teil meiner Völker zum Auffüttern - ich stelle da einfach Futtereimer rein. Der Rest meiner Völker bekommt sein Futter in speziellen Futterzargen - die allerdings die selbe Eigenschaft haben wie die normalen Zargen: sie sind oben offen!!! Das ist fatal, denn mein Begehr ist immer noch unverändert: ich will oben in die Beute hineinschauen, ohne die Bienen aufzuscheuchen.


    Nun habe ich ein Problem: ich kann meine geliebten Plexiglasscheiben überhaupt nicht zurückziehen! Ich benötige sie ja um ihrer eigentlichen Funktion wegen: um ungestört sehen zu können, wie weit das Futter abgenommen worden ist, wie gut die Waben schon repariert worden sind. Die müssen ja wieder ganz oben drauf!


    Da ich aber meine Plexiglasscheiben lediglich liebe, nicht aber vergöttliche, bin ich so frei, ganz prinzipienlos ... zu Folien zu greifen! Zusätzliche Folien, stell Dir das mal vor. Dicke, steife, schwarze Folien, durch die man unmöglich etwas sehen kann (selbst Sabiene könnte das nicht, und wenn der Fuchs zigmal das Sehvermögen anatomisch fehlansiedelt). Fette schwarze Folien, die unter einer zusätzlichen Leerzarge den Bienen perfekt signalisieren, daß ihr Bau hier zu Ende ist, und somit zuverlässig dafür sorgen, daß die geschleuderten Honigwaben zwei Etagen höher wirklich leergetragen werden. Fette schwarze Folien, die zuverlässig das Anbauen des geschlossenen Futterzargenbodens an die darunter liegenden Oberträger verhindern. Fette schwarze Folien, paßgenau zugeschnitten, hinter deren nicht umgeklappten Ecken keine nicht zurückfindenden Bienen verrecken. Stabile schwarze Folien, die ich - ob Du es glaubst oder nicht - mit dem Stockmeißel abschabe!


    Langer Rede kurzer Sinn: wenn möglich bevorzuge ich es, Dinge zu benutzen, die ihre Funktion optimal erfüllen. Da mich meine Bienen großzügig mit Honig alimentieren, kann ich mir also Plexi und Folie leisten - jedes an der Stelle, wo es seine Vorteile hat.


    Noch zum Reinigen der Folie: die richtige Folie vorausgesetzt, diese plan auf einem ebenen Untergrund liegend, den Stockmeißel in flachem Winkel angesetzt geht das problemlos. Macht Deine Folie das nicht mit, schau Dich um und mach Dir Deine Umwelt zunutze. Bei mir wird es am Abend in der Regel dunkel, die Nacht in der Regel kühl (gerade in der Zeit, wenn ich viel mit Folien hantieren muß) und der Morgen bringt in der Regel Tau. Was tue ich also: abends nach Ende des Bienenflugs werfe ich alles, was von Wachsresten und Propolis befreit werden muß, auf die Wiese. Kühle/Kälte und Nässe sind Deine Freunde! Morgens in der Dämmerung, wenn die Bienen noch sanft träumen, splittert dann unter meinem Stockmeißel fröhlich das nun harte Wachs, der nun spröde Propolis - und nichts verklebt mir Stockmeißel, Messer und Hände, weil alles taunaß ist und sich leicht abschütteln läßt. (Bei Folien reicht meist schon einfaches Verbiegen oder Einrollen, um den Großteil abfallen zu lassen.)


    Robert

    Weiß jemand, welche Tiere solche Vorräte anlegen? Könnte es sich hierbei um Rötelmäuse oder andere Hanta-Überträger handeln?


    Nach meinen Erfahrungen kommen eher Vertreter der Echten Mäuse (Muridae) in Frage, also vor allem Wald- und Gelbhalsmaus, weniger Brandmaus, gerne aber auch Ratten. Rötelmäuse sind doch eher auf frische Pflanzenteile aus - was aber nicht heißt, daß sie in Deinem Bienenhaus nicht unterwegs sind!


    Mein Vater berichtete in diesem Frühsommer von extremen Rötelmausdichten auf seinem Grundstück (gelegen neben einem Buchenwald), die im Haus aufgestellten Fallen waren ständig belegt. Mein Vater schichtete in diesem Frühsommer einen großen Stoß Kaminholz um und räumte Stapel alter Bretter aus einem ungenutzten Schafstall. Mein Vater hatte in diesem Sommer unspezifische, aber generalisierte Beschwerden, die der Hausarzt als Sommergrippe diagnostizierte - die generalisierten Beschwerden wurden immer genereller und mein Vater immer schwächer. Mein Vater las in der Zeitung vom Hantavirus und sprach den Hausarzt darauf an - der hatte davon noch nie etwas gehört, veranlaßte aber eine Untersuchung. Mein Vater durfte sich über sehr hohe Antikörperwerte freuen.
    Inzwischen geht es ihm wieder besser.


    Robert

    Zurück zur Schwarmneigung.
    Bei mir trat nur sehr verhalten Schwarmlust auf. Geschwärmt sind nur zwei Völker, die dazu "provoziert" wurden - und dort auch nur die Vorschwärme.


    Robert