Beiträge von Boleif

    Hallo,


    ich kram den Thread mal hoch, da er zu meinem Anliegen zu passen scheint, auch wenn ihn vielleicht mancher schon hoffnungsvoll beerdigt wähnte.


    Also, ich bekenne: auch ich habe ein Problem mit dem Schied. Das Problem besteht darin, nicht zu wissen, wohin ich es stecken soll.


    Ich bin natürlich Anfänger im Schiedswesen, habe mir im letzten Frühjahr ein halbes Dutzend DN-1,5-Beuten samt zugehörigen Honigräumen aus Brettern gebaut, die Schiede natürlich nicht zu vergessen (also die aber nicht aus Brettern), habe zu normaler Schwarmvorbeugungszeit normalstarke Ableger aus meinen DN-1,0-Völkern gebildet (pro Ableger vier Brutwaben aus zwei Spendervölkern, Rähmchen unten einfach mit Leisten auf DN-1,5-Maß vergrößert, so daß es keine Verbauprobleme gab) und im Sommer von den Jungvölkern im Schnitt fast eine Zarge Sommertracht geerntet.


    Bis zu diesem Zeitpunkt bewährte sich das Schied, als ich im Laufe des Sommers die gegebenen DN-1,0-Waben dahinterhängte, um ein erneutes Bestiften zu verhindern (was gelang), und versagte, als es darum ging, die hintergehängten Honigwaben leertragen zu lassen. Gut, das lag vielleicht daran, daß die Bienen zu diesem Zeitpunkt mit der Tracht und dem Honigraum beschäftigt waren. Dann baumelte das Schied da so vor sich hin, da die Damen, nachdem sie sieben, acht Waben ausgebaut hatten und augenscheinlich genug Platz zum Brüten hatten, sich nach oben orientierten, wie ich das von meinen Bienen so gemeinhin kenne. Die restlichen Mittelwände wurden (teilweise nicht zur Gänze) erst während der Auffütterung ausgebaut, als kein Honigraum mehr als Spielwiese zur Verfügung stand.


    Nach der Auswinterung (die die 1,5er Völker im Schnitt besser vollzogen als die auf DN) war ich nun gespannt wie ein Flitzebogen auf die DN-1,5-Wirtschaftsvölker und zückte meine Schiede. Allein, wohin damit? Futterkranz konnte man das da oben an den Waben eh kaum nennen. Auf der einen Seite Pollen - na gut, den brauchen sie eigentlich, also lassen wir den drin. Auf der anderen Seite eine Randfutterwabe raus - hmm, Drohnenrahmen muß ja auch rein - kein Platz für's Schied. Also noch eine Futterwabe raus - hurra, auf zehn Waben eingeengt. Bringt's das nun? Mehr Futterwaben entnehmen ist schlecht, eine zumindest könnte man ihnen ja lassen, so toll ist das Frühjahr ja nicht - hängen wir sie zumindest hinter's Schied. Ha, schon auf neun Waben eingeengt. Mhh, und nun? Hier Stifte, da Stifte, zwischenmang auch Bienen - schnell die Kiste zu, immerhin habe ich eingeengt!!!
    Alle nachfolgenden Versuche, weiter einzuengen, scheiterten. Grob gesagt links eine Pollen-Nektarwabe, rechts eine Nektarwabe (meist auf der Innenseite mit Brut), dazwischen knallevolle Brutwaben. Macht optisch ja was her, so ein "ungeteiltes" Brutnest. Aber: mindestens zehn Waben sind Pflicht. Keine Honigkränze auf den Brutwaben, Honigräume tadellos angenommen (O.K., die setze ich immer sehr früh auf), im Schnitt etwas über 30kg Frühtracht bisher (das Frühjahr ist ja eher bescheiden; kein Unterschied zu DN-Völkern), Robinie läuft.


    Sehe ich meine Schiede in der Schuppenecke, erröte ich und schäme mich vor ihnen.
    Was machen ich und meine Bienen falsch?


    Robert

    Hallo,


    die letzte Möglichkeit besteht immer.
    Man kann auch an das Nächstliegende denken: ein agiler Nachschwarm, der nur eine kurze Verschnaufpause eingelegt hat und dann seines Weges gezogen ist.


    Robert

    Ansonsten wäre ein Sammelbrutableger mit verdeckelten Brutwaben und einer einzelnen Schwarmzelle ein guter Platz für Honigräume. Die Jungbienen schlüpfen, sind happy daß sie eine junge Königin päppeln dürfen und kümmern sich um die Honigräume. Solche hauptsächlich verdeckelten, weiselrichtigen (und wenn es nur eine Weiselzelle ist) Brutwabenvölker eignen sich auch gut zum Ausbau von frischen Waben.


    NZ werden nur angelegt, wenn sich das Volk weisellos fühlt.
    Es hat aber noch eine WZ, damit fühlt es sich nicht weisellos.


    Für Ableger mit Brutwaben nur eines Volkes lasse ich die Aussagen stehen. Bei stärker gebildeten Ablegern mit Waben verschiedener Völker habe ich regelmäßig den Fall, daß einzelne Nachschaffungszellen angelegt werden (natürlich nicht auf Waben mit Schwarmzellen). Ich glaube nicht, daß ich derart häufig bestiftete Weiselnäpfchen übersehe.


    Robert

    Ich bin weder arrogant noch starsinnig und bin für jeden Tipp dankbar und wenn ich ihn für gut befinde bau ich ihn in meine Arbeitsweise mit ein.


    Arroganz steht gemeinhin für Selbstüberschätzung. Für letztere lieferst Du gleich einen schlagenden Beleg mit: wenn DU einen Tipp für gut befindest, ziehst Du ihn in Erwägung. Die Qualität eines Ratschlages bemäße sich also nach Deiner Meinung dazu. Dem ist nicht so.


    Dir sind verschiedene Argumente geliefert worden, warum die von Dir verwendete Konstruktion suboptimal ist, inklusive Begründung. Hättest Du diese Gründe (Störungen durch Futtergabe, Anfangsstreifen für Zusammenhalt der Bienen) wohl erwogen, hätte Dir unausweichlich aufgehen müssen, daß es mit "pudelwohl" und "scheißegal" nicht weit her sein kann.


    Ich hoffe, Dein Gastrointestinaltrakt verträgt diese Anmerkungen.


    Robert

    Was mich jetzt noch ein bisschen ratlos lässt, ist, dass ich von diesem Volk vor etwa 3 Wochen (15.5) einen Kö- Ableger mit 3 BW erstellt habe und dabei alle übrigen WZ bis auf eine ausgebrochen habe.
    ...
    Was habe ich falsch gemacht?


    Das:


    Zitat

    Wegen des kalten Mistwetters (ständig nur um 10° und Regen) und auf Anraten meines Imkerpaten habe ich auf eine weitere Durchsicht der Völker nach Abzweigen des Ablegers verzichtet.


    Du mußt in solch einer Situation auch mit Nachschaffungszellen rechnen.


    Wenn Du nun tatsächlich alle Jungweiseln bis auf eine aus dem Spiel genommen hast, sollte sich das mit dem Schwarmtrieb (erstmal) erledigt haben. Bei einem sehr starken Volk besteht aber auch die kleine Möglichkeit, daß mit der Jungkönigin später im Jahr erneut geschwärmt wird.


    Robert

    Habt bitte Verständnis für einen Anfänger. Wie gesagt bei uns nur HBB und keiner hat so richtig Plan von Magazinimkerei.


    Warum nicht den Drobi hier aus dem Forum fragen, der kommt auch aus Löbau und kennt sich mit Magazinen und HBBs aus?


    Robert

    Welche Vorteile hat der hohe Boden gegenüber dem flachen, gibt es ausser der zusätzliche nötigen Bausperre ein Argument gegen den hohen Boden?


    Hallo,


    ein "Vorteil" für ordnungsliebende Menschen wie mich ist der zusätzliche Platz: wenn es warm ist, lagern nicht so viele Bienen vor und stürzen mich in Verzweiflung, weil ich ihrem "Hobeln" keinen Grund zuordnen kann.
    Auch ist dieser Platz zum Aufketten angenehm, wenn man die Völker - über nicht zu weite Distanzen - an einen anderen Ort verbringt.


    Ein deutlicher Nachteil ist, so meine ich es jedenfalls zu beobachten, die schlechtere Fluglochbewachung bei Hochböden. Es ist halt weiter weg bis zu den nächsten Waben,


    Robert

    Du hast diese Konstruktion gerade neu gebaut und freust Dich darüber. Das kann ich verstehen. Aber sie ist leider lebensgefährlich. Für die Bienen.


    Sehe ich nicht so. Fünf volle Beuten macht eine halbe Tonne auf vier Zimmermannsnägeln. Sollte ich stolpern und seitlich dagegenfallen und vielleicht unter den Ständer geraten, fahren die Bienen vielleicht 50 cm Fahrstuhl, mit mir dürfte es dann aber wohl vorbei sein.



    Das drastischste konstruktive Manko ist aber die fehlende Diagonalverstrebung.


    Das ist es! Ich bitte Dich, Clemshome - auch wenn die Konstruktion leicht, schnell aufbaubar und gut justierbar aussieht, denke über eine diagonale Verstrebung nach. Das macht das Ganze in der Montage natürlich deutlich aufwendiger, aber ...



    Hallo Henry


    naja seit 7 Jahren habe ich Sie schon und war damit auch schon in der Tanne und in der Kastanie. Mehrere Stürme und Gewitter haben Sie hinter sich. Das Unerprobt würde ich also nicht stehen lassen! und zwar ohne das etwas kaput geht!:p


    Das Argument, daß etwas schon lange tadellos seinen Dienst versieht, könnte ich auch für mich selbst auf X selbstgebaute Provisorien anwenden. Man kennt das ja: mit Materialien, die gerade zur Hand sind, einen Notstand beheben, und dann: aus den Augen, aus dem Sinn. Wenn ich aber um Leib und Leben fürchten muß, zählt das "Es ist noch immer gut gegangen!" nicht mehr.


    Nicht motzend, nicht beinpinkelnd,
    Robert


    Ich fasse zusammen:
    Du hast nichts zu Trinken mitgebracht.
    Du hast Dich nicht aufgebrezelt.
    Du hast nicht königlich gerochen.
    Und dann erwarten, daß Dir jedermann so mir nichts dir nichts verfällt?
    So läuft das nichtmal bei den Bienen. (Auch wenn manche das ihren kleinen Kindern erzählen.)


    Robert

    Das ist nicht verrückt. In der Segeberger ist das bei einer einigermaßen guten Besetzung der oberen Zarge kein Problem. Falls du eine Folie auf dem Honigraum hast, kannst du fühlen, dass diese handwarm ist. Ich habe am letzten Sonntag auf die dafür geeigneten Völker ohne Absperrgitter je 1 Halbzarge mit 10 Leerrahmen und einer Kletterwabe in der Mitte aufgesetzt. Die Bienen richten die Mittelwabe her und inspizieren den leeren Raum. Sie bauen bisher dort nicht. In den Baurahmen, die ich anderen Völkern direkt mitten ins Brutnest gegeben habe, wird aber fleißig gebaut. Soweit ich von oben erkennen kann, Arbeiterbau!


    Gruß Ralph


    Es ist schon so, wie Henry an anderer Stelle geschrieben hat: entweder im kalten Spätwinter mit Brutpause und in der Folge schwächlich und mit nach hinten verschobener Entwicklung, oder starke Völker, die gegengeheizt und durchgebrütet haben und jetzt bereit sind. Bei meiner ersten Durchsicht am 07.04. fand ich nur die erste Sorte, später dann auch die überquellenden starken, die mir die Honigräume aus der Hand gerissen und die Mittelwände in drei Tagen ausgebaut haben. Die Spätentwickler hingegen ignorieren die Honigräume noch völlig.
    Ein paar Völker zumindest werden also die Frühtracht mitnehmen.


    Robert

    ... habe nun seit 10 Tagen meine 2 Jungvölker.
    Diese habe ich auf DN in Segeberger Beute, einzargig auf 11 Rähmchen bekommen.
    Die Mädels sind förmlich aus allen Nähten geplatzt....habe ihnen dann also 3 Tage später je eine Zarge mit MW aufgesetzt
    .... legen sie in den letzten 10 Tagen täglich rund 2 kg zu.
    Beim Blick durch die Folie stellte ich nun fest, das oben nun auch die Wabengassen gut besetzt sind und die MW sind fast ausgebaut.


    O.K. Wir haben also ein einzargiges, anscheinend stark ausgewintertes Volk. Wieviel Bienen sind das wohl? Das müssen ziemlich sehr doll und überhaupt viele sein, wenn sie wie in einer Volltracht anschleppen können. Die Zarge muß wirklich mördervoll gewesen sein.
    Die 20 kg (Nektar/Honig/Futter/Pollen/was auch immer) mußten also wo hin, machen ja eine ganze Zarge voll. Gut, daß unten sogleich die ganzen Jungbienen geschlüpft sind und Platz gemacht haben und nun fröhlich die Wabengassen bevölkern, denn in den auszubauenden Mittelwänden oben war ja noch nicht so viel Platz.


    ... direkt hinterm Garten 2 große Kornellkirschen in Blüte gegangen sind ...Die sind wie die irren hin und her geflogen...und es würde mich nicht wundern, wenn die Hälfte des Zuwachs allein aus Pollen besteht.


    Das ist ein wahres Wort: wir sind gerade über den Vorfrühling hinaus, und die Völker brauchen POLLEN - das haben Deine Bienen in diesen phänomenalen Kornelkirschen geholt. (Ich mußte auch über Jahre lernen, daß da niemand einen Schalter umlegt, wenn die Sonne aufgeht, und - schwupps - fließt da Nektar. Die Nektarsekretion ist schon ein bißchen temperatur-, sonnenstands-, luft- und bodenfeuchteabhängig.)


    ...nur weil meine so fleißig sind werden sie gleich als Räuber abgestempelt...tztztz
    Sogar meine Nachbarn haben sich das muntere treiben angeschaut und waren begeistert wie die Damen immer fleißig in die 2 Bäume geflogen sind...


    Heute ist es ja leider kühler... ... Und wenn nun noch einer behauptet...bei dem Wetter würden sie nicht fliegen...den lade ich herzlich ein sich ein Bild zu machen *lach


    Punkt 1 ist Dein eigentliches Problem: Du fühlst Dich angegriffen, weil Du aus Geschriebenem (Bücher, Zeitschriften, Foren ...) zu wissen meinst, daß "Räuberei" etwas Negatives ist und Du Deiner Fürsorgepflicht gegenüber Deinen "Problem-Bienen" nicht nachkommst. Den Bienen ist diese Wertung völlig gleichgültig, und den Imkern, die nicht vergessen haben, daß sie es mit Tieren zu tun haben, ebenso. Räuberei existiert einfach.


    Bei Punkt 2 hilft auch das Lachen nicht: bei Kühle frühmorgens und spätabends massiv fliegende Bienen sind keine schusseligen Wasserholerinnen, die ganz früh raus müssen, sondern ein guter Indikator für eine wetterunabhängige, stete, ergiebige Trachtquelle. Es ist nunmal nicht die Zeit für eine Tautracht, und da ist der Deutungsspielraum recht gering ...


    ...sorry...musste mal raus....weil es ist echt heftig wie ihr hier "Jung"-Neuimker verunsichert!


    Danke für die PM´s mit wirklichen Tipps und objektiven Bemerkungen :daumen:
    Schade nur, das hier im Forum manche mittlerweile PMs bevorzugen, da sie sich sonst einem Shitstorm ausgesetzt fühlen... bin echt etwas entsetzt :oops::confused:


    Siehe zuvor: "wirklich" und "objektiv" sind anscheinend nur Dinge, die Dich in Deiner Überzeugung bestätigen? Verlasse Dein Entsetzen und vermeintliche Scheißstürme, dann ist es Dir vielleicht möglich zu erkennen, daß Du ein Gleiches tust wie die anderen hier: das Geschehen zu interpretieren, und zwar nach Maßgabe der Erfahrungen, die der Betreffende bereits gesammelt hat.


    ...bedienen sich die Damen an allem Bunten, was die Nachbarn so in ihre Gärten gepflanzt haben um den Frühling zu locken.... vielleicht ist auch das ein kleiner Vorteil gegenüber der Standimkerei auf dem Lande ;-)


    Ich vertraue darauf, daß Du den Unterschied zwischen Läpper- und Massentracht noch kennenlernen wirst. Dann werden Dich solche Zunahmemengen auch nachdenklich machen.



    Wieder Punkt 1: Ich kann weder Mahnungen zur Vorsicht noch Vorwürfe erkennen. Vielleicht löst Du Dich von Deinen vorgeprägten Feindbildern und nimmst Hinweise und Erfahrungen anderer als das, was sie sind, unterlegst nicht allem eine nicht vorhandene Wertung?
    Punkt 2: Schön, daß Du nicht nachtragend bist - ich bin es auch nicht, darum habe ich mir die Zeit genommen und die Mühe gemacht, auf Deine lachenden Statements zu reagieren. Auch wenn ich fürchte, daß es vergeblich ist. (Der Seitenhieb sei mir vergönnt - und Du kannst mich bei den inquisitorischen Nörglern in eine Schublade stecken.)
    Punkt 3: Ich komme immer noch nicht mit den Kapazitäten dieser Völker klar. Ein ausgewinterter Einzarger liefert Bienenmengen, die massentrachtmäßig anschleppen und gleichzeitig eine Zarge ausbauen und sich gleichzeitig noch um viel Brut kümmern können.


    Aber ich bin mir sicher, wir alle werden ein prachtvolles Wochenende haben.
    Robert