Beiträge von Boleif

    Hallo Ralph,


    ich wünsche Dir für dieses Jahr viel Erfolg mit diesem sehr durchdachten, aber auch (gerade vom zeitlichen Ablauf) recht aufwendigen Verfahren und bin auf die Ergebnisse in einem Jahr gespannt.
    Als schwierig, womöglich sogar kritisch sehe ich die Verfügbarkeit ausreichend ausgebauter DN-1,5-Waben für die Vorbereitung der Einwinterung. In unserer Gegend solltest Du vermutlich Mitte August mit der Entmilbung fertig sein, und nach meinen Erfahrungen mit DN-1,5-Völkern werden dann Mittelwände nicht mehr komplett ausgebaut.


    Robert

    Gibt es in anderen Landkreisen/Bundesländern ähnliche Korsette, oder sind wir hier die einzigen mit solcher Korsage??


    Hallo,


    in Brandenburg bedarf es dazu eigentlich keiner gesonderten Anweisung eines Kreises/Amtsveterinärs. In § 15 der Bienenseuchenverordnung findet sich Folgendes:


    [INDENT](1) Ist ein Bienenstand mit Varroamilben befallen, so hat der Besitzer alle Bienenvölker des Bienenstandes jährlich gegen Varroatose zu behandeln, soweit nicht eine Behandlung nach Absatz 2 angeordnet worden ist.[/INDENT]


    Übersetzt bedeutet das ja, daß eine Milbe in einem Volk zur Behandlung aller Völker des betroffenen Standes verpflichte.
    Absatz 2 geht dann noch weiter:


    [INDENT](2) Die zuständige Behörde kann, soweit es zum Schutz gegen die Varroatose erforderlich ist, anordnen, dass in einem von ihr bestimmten Gebiet innerhalb einer von ihr bestimmten Frist alle Bienenvölker gegen Varroamilben zu behandeln sind; sie kann dabei die Art der Behandlung bestimmen.[/INDENT]


    Also: eine Milbe in einem Volk eines Standes legalisiert (ganz theoretisch) eine behördlich angeordnete Behandlung aller Völker im Einzugsbereich eines Amtsveterinärs mit einem Mittel seiner Wahl.


    Da wir ja aber alle wissen, wie bequem wir Imker sind, über wie wenig Fachwissen wir verfügen und zudem kaum in der Lage, die großen, ganzen Zusammenhänge zu überschauen, seien wir doch froh, nein dankbar, daß uns ein Korsett dargeboten wird, welches uns keineswegs einschnürt, sondern uns eine passable Erscheinung verleiht.


    Robert

    Hallo,


    hat jemand von Euch, der eine Wildkamera zu Überwachungszwecken installiert hat, vielleicht auch schon einmal einbrechende Mäuse bei frischer Tat ertappen können? Oder sind diese zu klein, um die Kamera auszulösen, bzw. müßte man die Kamera sehr nah vor den Einfluglöchern anbringen?
    Vielen Dank!


    Robert

    Hallo Doro,


    Deine umgehende Reaktion letztens ließ mich vermuten, daß Dir das Thema am Herzen lag. Sicherlich hast Du also in den vergangenen anderthalb Wochen Zeit gefunden, einmal einen Blick auf das besagte Amtsveterinärschreiben zu werfen, und kannst nun den Sachverhalt aufklären? Daran wäre ich nämlich schon interessiert.


    Um noch einmal zum ursprünglichen Thema zurückzukehren: eine Sammelprobe kostet für die Imker im Einzugsgebiet des Länderinstitutes für Bienenkunde Hohen Neuendorf 15,00€ (laut Preisliste).
    Robert

    wie bitte ????
    Das ist nicht auf meinem Mist gewachsen!
    Das war ein Schreiben des Veterinäramtes.
    Bitte um Erklärung, was mir unterstellt wird.


    Ohoh,


    die Tücken der Internet-Kommunikation... Besser, doch nichts zu schreiben.
    Es gibt nichts zu erklären, weil Dir nichts unterstellt wurde.


    Ich lasse mich gerne eines Besseren belehren. Wenn Du magst, schaue doch einmal in das Schreiben des Veterinäramtes, ob Du dort eine Art "Rechtsbehelfbelehrung" in der Art " ... auf der Grundlage des § 17 Abs. 2 der Bekanntmachung der Neufassung des Tierseuchengesetzes (TierSG) vom 22. Juni 2004 (BGBl. I S. 1260) in der jeweils gültigen Fassung ... des § 1 des Gesetzes zur Ausführung des Tierseuchengesetzes (AG TierSG Bbg.) vom 17. Dezember 2001 (GVBl. I 2002 S. 14 ... u. s. w. ... ergeht an Sie folgende Verfügung ..." findest.
    Wenn ja, hattest Du keine Wahl und ich nehme alle Zungenschläge zurück. Wenn nein, wurdest Du nur auf Beamtendeutsch gebeten - und einer Bitte muß man nicht Folge leisten.


    Robert

    Eine Frage hätte noch... Wann beginnt nach einer Behandlung der natürlich Milbenfall? In der literatur bekommt man unterschiedlich Angaben...
    Danke!!!


    Hallo,


    ich denke, daß nicht nur die Literatur, sondern auch die Realität verschiedene Werte erbringen werden.
    Zu einer Zeit wie der jetzigen, da sich die Bienen zur Wintertraube zusammenziehen und wohl nicht mehr so viel Zeit zum Putzen freiwerdender Brutzellen aufwenden werden, da kein oder weniger Platz für neue Brut geschaffen werden muß, wird es wohl länger als z. B. vor sechs Wochen dauern, bis die letzten toten Milben das Bodengitter passiert haben.


    Robert


    Hallo Doro,


    ihr macht AFB-Proben aus dem Honigraum, nicht aus den Brutraum?



    Hallo,


    da muß man differenzieren.
    Die normale Futterkranzprobe für die "Amtstierärztliche Bescheinigung Nr. xxx/2013 gemäß §5 der Bienenseuchenverordnung" kostete mich in diesem Frühjahr 13,00€ pro Sammelprobe.
    Futterkranzprobe also für Seuchenfreiheitsbescheinigung bzw. im Faulbrutverdachtsfall.


    Die von Doro angeführte Probe von geschleudertem Honig aus dem Honigraum läuft kostenlos im Rahmen des hiesigen Faulbrutmonitorings. Dazu kann man stehen, wie man will, aber Doros Zungenschlag ist schon bezeichnend ("Aber es wurde so gefordert ...") - viele (die meisten?) aufgeforderte Imker wissen nicht, daß dieses Monitoring auf freiwilliger Basis beruht und geben brav ihre Probe ab. Ein Schelm, wer Arges dabei denkt. (Im letzten Jahr habe ich ganz freiwillig die gewünschten Proben der zweiten Schleuderung beigesteuert; in diesem Jahr wurde meines Wissens die erste Schleuderung abgefragt, aber nicht bei mir, wohl weil ich ja eh für die Bescheinigung hatte beproben lassen.)


    Robert

    Ich machte in der Praxis (nicht in einem Buch) zu meiner Betriebsweise die Entdeckung, dass gut rundherum isolierte (Styropor) Völker in der Frühjahrsentwicklung viel besser sind als die Völker in den dünnwandigen Holzbeuten. ...


    ...
    Jedoch kann ich deine Kritik an mir nicht nach vollziehen und erachte diese als fast ein wenig platt.


    Ich kann dir gerne meine Beobachtungen und Erfahrungen schildern, bei mir im Umkreis isoliert absolut keiner seine Beuten mit Styropor, weder Ich noch alle mir bekannten Imker bzw. auch der Lehrbienenstand in Erlangen.



    Mit Verlaub,


    zu platt? Die Plattheit ist hier gerade das Problem, jedoch das Deine. Und eigentlich sollte sie Dir nicht nur in's Auge, sondern geradewegs in's Gesicht springen.
    Ralphs Text läßt die Schlußfolgerung zu, daß er verglichen hat. Deine Replik legt zwingend nahe, daß weder Du noch Dein Bekanntenkreis bis hin zum Lehrbienenstand dieses tut/getan hat. Selbst eine Kirschhonigernte von fünf Tonnen pro Volk änderte nichts daran, daß Du nicht wüßtest, ob es isoliert nicht gar 50 Tonnen wären.


    Robert


    P. S. Ich bin mir recht sicher, daß Ralph Dich nicht angreifen wollte (vielleicht hat er ein klitzekleines bisschen die Geduld verloren) und daher Deine Lehrbuch-"Platt"itüde nicht verdient hat. Falls Du Dir meiner Intentionen nicht sicher bist: ich wollte Dich angreifen.

    Hallo,


    "immer" Schleier-Blouson-Kombi, "immer" Handschuhe. ("Immer" bedeutet jede Arbeit am Volk, die über das Abnehmen des Beutendeckels und Hereinschauen und evtl. das prüfende Ziehen einer Wabe hinausgeht.)


    Ich habe bei sehr vielen handwerklichen und Gartenarbeiten, die mit Schmutz und der Gefahr von Schnitt- oder Stichverletzungen verbunden sind, Handschuhe an, auch wenn Fingerspitzengefühl vonnöten ist. Also handhabe ich das auch bei den Bienen so.


    An- und Ausziehen der Schleier-Blouson-Kombi kostet mich pro Bienenstand ca. 30 Sekunden. Die Zeit habe ich. Zwei, vielleicht drei wesentliche Effekte ergeben sich für mich.
    Erstens: Wachs- und Propolisverschmutzungen, die nicht in der üblichen Wäsche landen sollen, konzentrieren sich auf ein Kleidungsstück.
    Zweitens: nach Beendigung der Arbeit und Ausziehen des Blousons kann ich mir sicher sein, im Auto auf dem Weg zum nächsten Stand nicht von einer Dame unter'm Hemd überrascht zu werden, die eine gewisse Vorglühzeit benötigte ... Auf derlei Landstraßen-Schrecksekunden kann ich verzichten.
    Drittens: ich werde pro Saison ca. 15-25 mal gestochen. (Hose, Blouson oder Handschuhe stellen ja keine unüberwindliche Barriere für einen Bienenstachel dar.) Auch wenn da so gut wie nie etwas anschwillt, kann ich ein unwillkürliches Zusammenzucken nicht sicher ausschließen - und dann entgleitet schon mal eine Wabe den schreckstarren Fingern. Für meinen Fall ist es also so, daß ich mit Schutz wesentlich konzentrierter und damit, wie ich glaube, für die Bienen verträglicher arbeite.
    Hitze- und Sichtprobleme sind kaum vorhanden: die Lage meiner Stände habe ich so gewählt, daß die Beuten ab dem späten Vormittag beschattet sind. Was für die Bienen gut ist, kommt auch dem Imker zupaß - Schweiß oder störende Lichtreflexionen am Schleiernetz werden so minimiert.


    Robert

    Hehe,
    allerdings. Aber gut, wer hät's gedacht: Jogurth + Honig + X = lecker! Was für Honig nimmt man denn in Griechenland dafür, eher irgendeinen dunkleren, flüssigen nehme ich an?!


    Hallo,


    bin gerade von dort (Karpathos) zurückgekommen. Dort war es meist Thymianhonig, manchmal auch ein nicht näher benannter Heidehonig aus der Macchia - in beiden Fällen war das Ergebnis sehr überzeugend.


    Robert

    Ich weiß zwar nicht, ob sie wirklich meine Bienen fressen ...


    Hallo,


    einer meiner Außenstände (10 Völker) befindet sich auf dem Gelände eines großen Ökohofes mit traumhaften Bedingungen. Dort ist alles willkommen, was kreucht und fleucht, auch eine recht starke Rauchschwalbenpopulation. Den ganzen Juni hindurch konnte ich beobachten, daß bei allen meinen Aufenthalten dort fliegende Rauchschwalben fast ausschließlich "patrouillierend" die Beutenreihe abflogen ...
    Was sie dort gefangen haben, weiß ich nicht, habe aber so meine Vermutungen ...
    (Die Völker dort sind stark, haben sehr guten Ertrag gebracht, keine Jungweisel ging auf dem Begattungsflug verloren.)


    Robert

    Hallo,


    Wenn Du Dir aus diesem Grund ein Schied zugelegt hast, dann hättest Du es Dir sparen können...


    Lieber Molle, ich schätze Deine scharfsinnigen und -züngigen Beiträge gemeinhin sehr, da Du eilfertig dahin geäußerte Pauschalisierungen gründlich zu hinterfragen pflegst. Hier hast Du Dich aber, glaube ich, von der Lust am rhetorischen Florett hinreißen lassen. Da Du augenscheinlich gründlich liest, ist Dir nicht entgangen, daß ich mir nicht ein Schied zugelegt habe, sondern dergleichen sechs, dazu noch komplette Beuten samt Honigräumen und Absperrgittern, und zudem noch sechs Ableger gebildet und "umgewohnt" habe. Auch wenn Du aus der Imkerschaft vermutlich ein hohes Maß an Bastelei und "Geigelei" gewöhnt bist - erschiene Dir dieser Aufwand, nur um eine Honigwabe leertragen zu lassen, nicht unwahrscheinlich hoch? Aber vielleicht hast Du auch besonders erschütternde Erfahrungen machen müssen?


    Zitat

    Wo ist denn eigentlich das Problem ? Genau so sieht das mit Schied aus...


    An dieser Stelle bestand überhaupt kein Problem - wenn Du mein Geschriebsel rekapitulierst, wirst Du feststellen können, daß ich dort lediglich zum besseren Verständnis die Vorgeschichte schildere.
    Wollte man aber unbedingt ein Problem finden, bestünde dieses vielleicht darin, daß es keinen Unterschied zum Verlauf in einem DN-1,0-Ableger gab. Warum also sollte ich dann ein Schied benötigen?


    Zitat

    Wann war denn das genau und warum hast Du zu dieser Zeit die Schiede gezückt ?


    Gezückt habe ich diese, um sie ihrer nach meinem Verständnis elementaren Funktion zuzuführen: dem Einengen. (Ich hatte gehofft, das sei offenkundig?)
    Die Völker wurde am 07.04. durchgesehen - Du erinnerst Dich sicher, daß erst kurz vorher der kalte Spätwinter hier im Brandenburgischen endete?


    Zitat

    Als Du nach der Auswinterung eingeengt hast, sassen Deine Völker auf 9 Brutbrettern in 1,5 DNM :confused:


    Hmm, ich habe eben noch einmal meinen Text überflogen, weil ich eigentlich immer versuche, genau das auszudrücken, was ich mitteilen will. Da steht sinngemäß: eine Seite Pollenwabe, andere Seite Futterwabe raus für Drohnenrahmen, Futterwabe raus für Schied, Futterwabe bleibt. Macht in Summe vier Waben, es verbleiben sieben Waben - und tatsächlich trugen alle Waben Stifte und verdeckelte Brut (von Brutbrettern hatte ich, soweit ich sehe, nichts geschrieben). (Anmerkung: die DN-1,5-Völker waren eben die, die beim letzten Wintereinbruch weitergebrütet hatten und daher stärker und in der Entwicklung fortgeschrittener auswinterten.)


    Zitat

    Woran ?


    Daran, daß wie geschildert alle Waben bebrütet wurden.


    Zitat

    Grob gesagt mindestens eine Wabe zuviel...


    Hier würde mich Deine Begründung interessieren. Pollen im Honigraum finde ich unattraktiv (ein Nachteil von DN 1,5, den ich mit meinen arg begrenzten Erfahrungen bisher verzeichnen mußte), und was da an Pollensaum über der Brut war, beeindruckte mich nicht sonderlich. Pollenwabe bleibt also. Die Nektarwabe auf der anderen Seite trug zumeist auch Brut - warum also entfernen? (Zweiter Nachteil von DN-1,5 für mich: kaum Futtervorräte im Brutraum, was ich bei der Honigernte bedenken und evtl. ausgleichen muß, zudem großräumig im 1. Honigraum über dem Brutnest freigehaltene Zellen, was ich von DN-1,0 kaum kenne - ich mag gleichmäßig befüllte Honigräume. Aber das gehört eigentlich nicht hierher.)



    Ja, nun sind wir doch tatsächlich noch bei meinem Problem angekommen.
    Daß ich mit "voller Kiste" arbeiten kann, und daß daran nichts Falsches ist, war mir vorher klar. (Falsch, da ich immer nur mit DN-1,0 gearbeitet habe, war und bin ich entsprechend voreingenommen und damit übermäßig kritisch gegenüber 1,5.) Was ich bisher gesehen habe, bestätigte meine Erwartungen/Vorurteile: ich nehme den Bienen ein Viertel des Raumes, und was vorher bei DN-1,0 ungenutzter Platz gewesen ist, verschwindet.


    Die Kernfrage bleibt doch: welchen essentiellen Vorteil bildet der Einsatz des Schiedes - welches ist das "Grundprinzip", wenn die Kiste unten eh voll ist? Geschrieben wurde und wird so vieles, aber meine "Erfahrungen" aus nur einer halben Saison lassen mich einigermaßen ratlos zurück.


    Robert