Beiträge von Bienenhalter

    In meiner direkten Umgebung gibt es neben kleineren Agrarbetrieben 2 größere. Der eine hat dieses Jahr ca. 250 ha Raps der andere mehr als 600 ha. Beide haben die Vorblütenspritzung abgeschlossen. Jetzt kommt noch die Vollblütenspritzung. Da die Flächen so groß sind, sagen die Agrarunternehmen, können sie nicht nur außerhalb der Bienenflugzeit spritzen, weil sie dann nicht alles behandeln können und der Rapsglanzkäfer ist in diesem Jahr hier massiv vorhanden. Also werden sie auch während des Flugbetriebes spritzen . Deshalb habe ich die Felder noch nicht angewandert und warte bis die Spritzung durch ist, auch wenn es angeblich nur ein B4 - Mittel ist. Jedoch egal wohin ich fahre, die Maximalentfernung zum nächsten Raps ist höchstens 2000 -2500m.

    Hier bei mir ist der Buchweizen bereits Geschichte. Bei Temperaturen um 1°C in der vergangenen Woche in 2 Nächten war er kaputt. Lediglich die etwas beständigeren Phaceliapflanzen haben diese Temperaturen überstanden.

    Ein Abwandern wie Sanni es beschreibt, ist bei uns fast unmöglich. Egal wohin ich wandern würde - überall Raps. Viele dieser Felder sind im Bereich von 60 -100 Hektar groß, einige noch weit größer. So viele Bienen gibt es hier nicht um für den Landwirt einen spürbaren Effekt zu durch die Bestäubung zu erreichen. Deshalb ist es den Landwirten eigentlich egal ob da Bienen stehen oder nicht.

    Nun sind auch die Sonnenblumenfelder abgeblüht und ih möchte anregen hier eine kleine Datensammlung zu dieser Tracht anzulegen. Offensichtlich variieren die Erträge in starker Abhängigkeit von Bodenbeschaffenheit, Saatgutauswahl und Wetter.
    Ich habe in diesem Jahr 3 verschiedene Standorte von Sonnenblumen angewandert und sehr verschiedene Ergebnisse erzielt.
    Alle 3 Standorte lagen ca. 20 km voneinander entfernt und hatten somit eine vergleichbare Wettersituation. Wassermangel kann an allen Standorten in diesem Jahr wohl ausgeschlossen werden.
    Standort 1: ca 15 ha. bindig lehmiger Boden in der Saaleau. Saatgut NK - Delfi, Durchschnittsertrag 5 kg/ Volk ,die Pflanzen zeichneten sich durch einen großköpfigen und hohen Wuchs aus, sehr hohe Bienenverluste, Völker stark abgebaut, fast keine Pollenversorgung.
    Standort 2: ca. 80 ha. bindiger lehmiger Boden an einer leichten Westhanglage. Saatgut Coralia (Koralia?), Durchschnittsertrag 18 kg/Volk Die Pfanzen zeichneten sich durch großköpfigen und hohen Wuchs aus. Gute Volkentwicklung, gute Pollenversorgung
    Standort 3: ca. 60 ha. steiniger - lehmiger Boden auf einem Höhenrücken sehr zugiger Standort. Saatgut Coralia (Koralia) Durchschnittsertrag 21 kg/ Volk. Die Pflanzen zeichneten sich durch ehr mittelmäßigen Kopfdurchmesser und geringeren Wuchs aus. Gute Pollenversorgung Altbiene stark abgewirtschaftet, aber ausreichende Brutnestentwicklung so das ausreichend Winterbienen entstehen sollten. Die großen Brutnester werden allerdings im Rahmen der Varroabehandlung besondere Aufmerksamkeit verlangen.
    Fazit: Das Anwandern von Delfi - Sonnenblumen werde ich in Zukunft unterlassen. Ein Gespräch mit dem Leiter der Agrargenossenschaft zur Auswahl des Saatgutes im Jahr 2015 hat zum Ergebnis das er prüfen will ob er auch Koralia ausbringen kann.


    Würde mich freuen auch Eure Erfahrungen kennenzulernen. Vielleicht bekommen wir eine Liste von Sorten welche wir meiden und welche wir fordern sollten.

    Mein Ziel ist es meine Arbeiten an den Bienen möglichst zu minimieren, da ich sonst nicht alle meine Völker bearbeitet bekomme. Deshalb habe ich alle meine Völker auf 27 DNM Waben eingewintert und so stehen lassen.Um den 10.3. 2014 habe ich eine kurze Sichtkontrolle durchgeführt. Die Völker welche nur eine Zarge besetzen ( entspricht 9 Waben) habe ich um eine Zarge eingeengt. Welche schon in der zweiten Zarge unterwegs waren habe ich auf den 3 Überwinterungszargen sitzen lassen und einige wenige habe ich auf 36 Waen erweitert. Gestern und vorgestern habe ichalle nachgesehen Die wenigen welche im März auf 4 Zargen saßen habe ich um ausreichend verdeckelte Brut verkleinert und diese in die schwach entwickelten Völker verteilt. 70% aller Völker sitzen nun auf 36 Waben, haben einen Baurahmen und zwischen 4 -8 Mittelwände. Das Winterfutter welches im März noch da war ist größtenteils verschwunden und aus den Waben der oberen Zargen kleckert frischer Nektar in überraschnd großer Menge. Also kann die Überwinterung ohne Einengung für die Bienen kein großes Problem gewesen sein.

    Obwohl es hier schon lange nicht mehr richtg geregnet hat und der schwere Lehmboden in seinen oberen Schichten langsam aber sicher völlig austrocknet, habe ich einen signifikanten Nektareintrag zur Zeit. Starke Völker haben 6 -8 Waben mit unreifen Honig voll. Ich denke die Bienen befliegen besonders den in Vollblüte stehenden Spitzahorn und auch die Süsskirsche, bin mir aber nicht sicher. Hoffentlich regnet es bald. Für die Rapswanderung suche ich mir immer Felder in unmittelbarer Flussnähe, dort gibt es wenigstens etwas Tau in den Morgenstunden. Wenn man Rapsfelder in der Flussaue mit denen die auf Hügelkuppen liegen vergleicht, stelle ich immer wieder fest das die Pfanzen auf den Hügeln bedeutend kleiner sind wie in der Flussaue. Ich denke dies liegt daran das sie in trockeneren Lagen einem höheren Stressfaktor ausgsetzt sind und bestimmt auch weniger Nektar produzieren.

    Sicher ist die Spritzmittelbelastung permanent vorhanden, aber nicht nur im Rapshonig und Pollen. Wenn man Euren Argumenten folgt dürfen wir auch keine anderen Trachten mehr nutzen. Laut einem Vortrag von Prof. Kaatz( Imkertag LV Sachsen Anhalt) von der MLU waren im Jahr mehr als 90% ALLER Pollenproben mit bis zu 70 verschiedenen Schadstoffen belastet( alle aber unter kriischen Konzentrationen). Wie er in seinem Referat erklärte lagern Pflanzen aufgenommene Gifte gezielt in Ihren Pollengefäßen ein und entgiften sich auf diesem Weg. Nehmt eine auf Altdeponien wachsende Robinie die aus dem Boden Schadstoffe löst und im Blütenstaub entsorgt oder auch Linden, dann dürfen wir diesen Honig auch nicht mehr ernten.
    Ich habe hier überall Raps, warum soll ich dann nicht direkt an einen Schlag wandern und vorher mit dem Landwirt besprechen wann und zu welcher Uhrzeit er spritzen wird. Wenn es richtig gemacht wird müssen die Völker keinen Schaden nehmen. Was ist wohl sinnvoller die Bienen 1,5 km fliegen lassen, oder an einen anderen Rapsschlag direkt ranzuwandern??

    Honiglehrgang wozu? - Nun in Sachsen Anhalt gibt es seit 15.02.14 ein Verordnung zur Förderung der Imkerei, mit max 960 € max. Zuschuß für Neuinvestitionen. Eine Vorraussetzung ist der Nachweisdas der entsprechende Imker an einer Schulung in den vergangenen 3 Jahren teilgenommen hat.

    Ich habe mich sehr intensiv mit dem Honigmarkt der Schweiz beschäftigt. Wer Honig in die Schweiz importieren will muß eine Lizenz dafür erwerben. Es gibt ein Gesamtimportkontigent von ca. 250.000 kg. Hierbei verteilt sich die Gesamtmenge auf die verschiedenen Honigsorten. Wenn die Lizenzen vergeben sind ist Schluß dann kannst du nicht mehr importieren. So sorgt der Staat dafür das der Honigmarkt nicht überschwemmt wird und die Preise zu stark unter Druck geraten und der Inlandsmarkt ist stabil. Man darf auch nicht vergessen das schweizer Konsumenten zum großen Teil keine Preishascher sind, sondern (nach meiner Kenntnis) stärker regional orientiert sind.

    Ich baue zur Zeit 60 zusätzliche Zargen für DNM. Hierzu nehme ich 18 mm Regalböden L= 2000mm B= 300mm Preis 7,99 € pro Stück ( Aktinsware bei Obi). Habe aus einer Rabattaktion noch einen Gutschein über 10 % Sonderrabatt noch vom Obi gehabt Für die 60 Zargen brauche ich 50 Bretter.
    Auf dieser Basis habe ich auch schon komplette Magazine gebaut, alles aus Fichte/ Tanne 18 mm verleimter Ware. Diese Beuten sind bisher bis zu 4 Jahren in Betrieb. Nachteile und Schäden habe ich bisher noch nicht gehabt. Offensichtlich reichen diese 18 mm völlig aus. Allerdings brauche ich zum weiteren Wachstum in diesem Jahr noch weitere 50 Magazine. Die auch noch selber zu bauen ist wird mir einfach zu viel, also muß ich sie kaufen. Aber kleine Mengen bis zu 20 Stück kann man auf diesem Wege problemlos im Winter sich selber bauen. Wie gesagt im Baumarkt Aktionsware ordern (25 Bretter ist eine Palette), und dann gleich milimetergenau zuschneiden lassen. Die Mitarbeiter in meinem Obi freuensich schon immer wenn ich komme. Diesmal waren es für die 60 Zargen 480 Maßteile. Nur gut das dieser Sevice kostenlos ist.

    Ich brauche im Jahr etwa 1500 - 2000 eingelötete Mittelwände. Deshalb beginne ich immer im Februar mit dem Einlöten, denn wenn die Saison beginnt habe ich dafür keine Zeit. Die fertig vorgerichteten Rähmchen mit Mittelwänden hänge ich dann in Leerzargen. Einen Wachsmotenbefall habe ich bisher noch nicht festgestellt. Auch die hier genannte schlechtere Annahme solcher Mittelwände sind mir nicht bekannt, allerdings habe ich noch nie den einen Vergleich mit frisch eingelöteten gemacht.
    Ausreichend Leerzargen habe ich, da ich im Herbst immer alle überschüssigen Waben einschmelze und außerhalb der Völker keine Waben überwintere.

    Da ich von Natur aus ein fauler Mensch bin, lasse ich meinen Schwiegervater immer um die Weihnachtszeit die aufgesammelten Walnüsse knacken. Ich denke in diesem Jahr werden es 10 - 15 kg Fertigware werden. Die werden eingefroren und wenn der Robinienhonig 2014 da ist verarbeitet. In ein 500g - Glas kommen ca 120 g halbe Walnüsse und dann wird das Glas mit Honig aufgefüllt. Das die Nüsse den Honig aufnehmen / aussaugen habe ich noch nie erlebt.

    Nunseit 1983 /84 vefolgt uns die Milbe nun. Seit dieser Zeit bekommen meine Bienen 2 mal für 8 - 10 Tage Ameisensäure bei entsprechndem Wetter , so das eine sichere Verdampfung gegeben ist ( einmal im August und einmal im September) Milben habe ich noch nie gezählt und herumgeträufelt auch noch nicht. Meine Winterverluste waren bisher noch nie größer 5% der Völker. Meine Erfahrung ist es, das wenn ein Volk sehr angeschlagen ist dann bricht es schon wärend der Behandlung, abe spätestens bei der Einfütterung zusammen.