Beiträge von Kleingartendrohn

    Blumentöpfe bedeutet Wildbau und unkontrolliertes Flugloch.

    Ersteres bedeutet Matscherei bei Königinnenentnahme, letzteres bedeutet, dass sich die Kleinvölker nicht gegen Wespen, später gegen Bienen verteidigen können.

    Gruß Ralph

    Die beste Möglichkeit wäre, jetzt mit Oxalsäure zu sprühen oder zu bedampfen. Wenn du nichts machst, dann wird das Volk vermutlich schon vor der Sommertracht ausfallen. Die jetzt eingebrachte Oxalsäure wird das Winterfutter kontaminieren. Das geschieht aber im gleichen Maße auch bei einer Behandlung vor der Jahreswende, ist also irrelevant. Da das Winterfutter im Frühjahr verbraucht wird und überschüssige Futterwaben entnommen werden, landet jedoch so gut wie nichts im Honig.

    Wenn du jetzt nicht behandelst, müsstest du vermutlich nach der Frühtracht eine komplette Brutentnahme machen und das Volk ohne Honigraum mit Oxalsäure behandeln. Danach könntest du den Honigraum wieder aufsetzen. Den dann geernteten Honig dürftest du nur für den Eigenbedarf nutzen.

    Gruß Ralph

    3x9, wie hier beabsichtigt: Nach 9 Tagen sind alle Waben im Brutraum verdeckelt. Die im Honigraum bestifteten Waben sind fast alle unverdeckelt. Wenn man jetzt alle Brutwaben aus Brut-und Honigraum entfernt, verbleiben alle phoretischen Milben im Muttervolk, das sind 20%-30%, entsprechend einer Effektivität von 70%-80%. Das ist viel zu wenig!

    Sinnvoll wäre dagegen folgendes:

    Nach 9 Tagen werden nur die Brutwaben aus dem Brutraum entfernt, die Brutwaben aus dem Honigraum werden nach unten genommen und der Brutraum wird mit Mittelwänden aufgefüllt. Die nach unten gesetzten Brutwaben werden 18 Tage nach Beginn der Aktion mit den enthaltenen Milben entfernt und durch Mittelwände ersetzt.

    Im Übrigen stimme ich mit Kruppi überein: Das ist eine Materialschlacht. Da gibt es bessere Möglichkeiten. Bei der Arbeit mit Scalvini und OS entsteht pro Volk nur eine Fangwabe. Die schlupfreifen 18-Tage-Fangwaben von 20 Völkern lassen sich bienenfrei in 1 Brutsammler sammeln. Damit der definiert beweiselt wird, kann man ein Kleinvolk ohne Waben mit in den Brutsammler setzen, wobei die Königin gekäfigt wird und der Brutsammler etappenweise mit OS behandelt wird. Ein Kleinvolk muss es sein, damit die Königin gefüttert wird, die frisch schlüpfenden Bienen können das nicht.

    Gruß Ralph

    Ich nutze Spitzsieb extrafein mit Heizung und Kegeleinsatz. Die Heizung wird auf 60°C eingestellt (real scheinen sich 55°C einzustellen). Der Honig ist dann klar. Nach Abkühlung Impfung mit feincremigem Frühjahrshonig.

    Ob Rühren ohne Impfen (=spontane Kristallisation) funktioniert, habe ich noch nicht probiert. Wichtig dafür sollte aber die hohe Heiztemperatur und das extrafeine Sieb sein. Der Kegeleinsatz dürfte das Abtropfen für einige Sekunden verzögern und dadurch auch zur besseren Kristallauflösung beitragen.

    Gruß Ralph

    Bei mir zeigte sich Reinvasion bisher immer derart, dass einzelne Völker plötzlich einen starken Milbenbefall aufwiesen. Das geschah aber bisher niemals bei allen Völkern des Standes. Bei den nicht betroffenen Völkern blieb der Varroabefall kontinuierlich.

    Meine Erklärung dafür ist, dass die betroffenen Völker irgendwo an einem stark befallenen Volk geräubert hatten. Da nicht alle Völker des Standes diese Quelle entdeckten, blieb es bei den Einzelerscheinungen.

    Reinvasion durch intakte aber befallene dicht benachbarte Völker (z.B. Brutsammler) dagegen habe ich kaum bemerkt.

    Gruß Ralph

    In der Brut befinden sich im Juli abhängig von Brutumfang 2/3 bis 4/5 der Milben. Bei TBE verbleiben folglich 1/5 bis 1/3 gleich 20% bis 33% im Volk. Daher beträgt die Wirksamkeit der TBE 67%...80%. Bei wenig Brut kann es auch noch weniger sein. Von mehr als 80% sollte man auf keinen Fall ausgehen. TBE muss immer ergänzt werden durch ein zweites oder auch drittes Verfahren gegen die Varroa, z.B. OS-Sublimation oder Fangwaben oder beides.

    OS-Sublimation im Dezember mit Restbrut kann nach eigener Beobachtung in der Wirksamkeit bis auf 50%, manchmal auch auf noch weniger, fallen. Auch hier ist die Wirksamkeit wieder abhängig vom Umfang der Restbrut. Deshalb ist es wichtig, bei Auszählung der gefallenen Milben den Umfang der Restbrut abzuschätzen. Ohne Restbrut erreicht man nach eigener Beobachtung ungefähr 90%.

    OS-Träufelung kann ähnlich bewertet werden, weil sowohl bei der OS-Sublimation als auch bei der OS-Träufelung Milben in der Brut nicht erreicht werden. Deshalb ist eine Wirksamkeit von 90% bei OS-Träufelung mit Restbrut reines Wunschdenken.

    Gruß Ralph

    Es geht nicht um rezessive Gene sondern um additiv wirkende dominante Gene. Die dominant wirkenden Gene werden aber durch Kreuzung mit Individuen, die diese Gene nicht tragen, immer mehr vereinzelt und teilweise bis auf die Anzahl Null reduziert, wodurch eine erworbene Varroaresistenz verloren geht.

    Gruß Ralph

    Warum Varroaresistenz nicht von selbst entsteht:

    Angenommen, es gäbe 4 Gene für Varroaresistenz, die additiv wirken, also je mehr desto besser.

    Angenommen, ein ideales Volk wäre gefunden, das perfekt resistent wäre, also wo die Königin alle 4 Gene hätte, auch noch auf beiden Chromosomensätzen, versinnbildlicht durch

    1 1

    2 2

    3 3

    4 4

    Diese Königin ist begattet durch irgendwelche Drohnen am Stand mit den Genen

    0

    0

    0

    0

    Dann haben alle Töchter die Gene

    1 0

    2 0

    3 0

    4 0

    Sie haben also alle Resistenzgene, zeigen ausgeprägte Varroaresistenz, haben aber diese Gene nur auf einem Chromosomensatz. Das gilt für alle Arbeiterinnen und für die Tochterköniginnen.

    Genauer: Durch Crossing-Over und durch Neukombination der Chromosomen sind die Gene jetzt gemischt, z.B. so:

    1 0

    0 2

    3 0

    0 4

    Eine solche Tochterkönigin wird jetzt wieder durch irgendwelche Drohnen aus der Umgebung begattet. Deren Töchter haben die Gene

    1 0

    0 0

    3 0

    0 0

    oder

    0 0

    0 2

    0 0

    0 4

    (zuzüglich Crossing-Over und Chromosomen-Neukombination)

    Eine stark abgeschwächte Varroaresistenz ist zwar noch vorhanden, aber behandlungsfrei wird so ein Volk nicht mehr sein.

    Man kann das jetzt weiter fortsetzen. Dabei werden die Resistenzgene nicht verloren gehen, sind aber letztlich nur noch vereinzelt bei wenigen Individuen zu finden, die Varroaresistenz wird nicht mehr ausgeprägt.

    Die Schlussfolgerung: Solange genetisch gute Königinnen nicht Flächen deckend eingebracht werden oder der einzelne Imker VSH-Königinnen nicht auf Inselbelegstellen oder künstlich begatten lässt, kann die Varroaresistenz nicht aufrecht erhalten werden.

    Nur wenn man die befallenen Völker genetisch eleminiert, kann unter solchen Bedingungen von selbst Varroaresistenz entstehen - jedoch ist dieser Weg schmerzhaft, ökonomisch nachteilig und muss durch alle imker in einer großen Fläche gleichzeitig beschritten werden. Der andere Weg, die Gene durch Eindrohnenbesamung zu konzentrieren und letztlich auf Belegstellen zu bringen ist da weniger schmerzhaft und würde auch helfen, andere gewünschte Eigenschaften beizubehalten.

    Gruß Ralph

    Ich setze die Grenze für eine vollständige Behandlung beim brutfreien Volk bei 400 gefallenen Milben. Bei vorhandener Brut kann abhängig von deren Umfang die Wirksamkeit der Winterbehandlung bis auf 50% runtergehen, da liegt die Grenze bei 50 Milben. Bei Völkern mit etwas Brut ist das Gefühlssache, also liegt die Grenze irgendwo dazwischen.

    Den Umfang der Brut schätze ich anhand des Brutdeckelgemülls.

    Wenn die gesetzten Grenzen überschritten werden, behandle ich ein zweites Mal.

    Gruß Ralph