Beiträge von Kleingartendrohn

    Hallo,
    bei mir hat eine Königin kürzlich in diesem Jahr zum zweitenmal geschwärmt. Im Muttervolk Brut auf 12 Waben. Der Schwarm war jetzt absolut unerwünscht, Imkerfehler. Ich habe folgendermaßen gehandelt: Den Schwarm in eine Beute mit 2 Mittelwandzargen gegeben und an die Stelle des Muttervolks gestellt (früh am Morgen). Das Muttervolk über den Tag abfliegen lassen und zum Abend hin aufgelöst, die Bienen über das Flugloch in den Schwarm gegeben. Alle Weiselzellen beseitigt und mit den Waben andere Völker verstärkt. Ich habe dadurch ca. 4 Tage Tracht verloren, aber jetzt sammelt der verstärkte Schwarm wieder und hat innerhalb von 4 Tagen fast alles ausgebaut. In den verstärkten Ablegern werden zunehmend Flugbienen frei, wodurch auch dort der Futterbestand ansteigt.
    Auf diese Weise habe ich vermieden, jetzt Jungköniginnen nachziehen zu lassen, den Honigertrag wenigstens zum Teil gerettet und den Ablegern etwas Gutes getan.


    Gruß Ralph

    Hallo,
    da jetzt bald wieder die Varroabekämpfung losgeht, möchte ich gerne das Thema "Brutscheune" diskutieren, das sich kürzlich in einem anderen Diskussionsstrang schon angedeutet hat.
    Üblicherweise wird die Brutscheune weisellos gebildet, was zur Folge hat, dass
    - das Königinnenpheromon fehlt,
    - nach kurzer Zeit auch die Pflegebienen fehlen,
    - und die schlüpfenden Varroen in die phoretische Phase gezwungen werden.
    Dadurch steigt die Anzahl der Varroen auf den Flugbienen stark an.
    Es gibt den Einwand, dass man ja mit AS behandeln könnte, aber wie?
    - Stoßbehandlung: Wirkt gut auf die phoretischen Milben, aber nur mangelhaft in die Brut. Schutz der Weiselzelle?
    - Langzeitbehandlung: Wirkt nur teilweise auf die Milben, wirkt auch in die Brut, tötet aber die offene Brut. Schutz der Weiselzelle?
    Eine Königin unter diesen Umständen nachzuziehen, scheint mir nicht möglich.
    Nach dem Auslaufen der Brut mit OS behandeln: Funktioniert, aber leider verlassen über ca. 2 Wochen phoretische Varroen mit den Flugbienen den Stock und befallen die anderen Völker.
    Aber da ist ja zum Glück der rettende Vorschlag: Die Brutscheune aus dem Flugkreis heraus bringen - der dort ansässige Imker kann mit den Varroen sicherlich etwas anfangen.:lol:
    Ich finde, dass diese Art der KBE mit Brutscheune kein sinnvolles Varroabekämpfungskonzept ist. Deshalb stelle ich zur Diskussion:
    - Bei der KBE werden die Brutwaben in einem Volk mit legender Königin gesammelt.
    - In diesem Volk befindet sich die legende Königin in der untersten Zarge, darüber befindet sich ein Absperrgitter.
    - Bis zum Auslaufen der Brut über dem Absperrgitter wird dieses Volk nicht geöffnet, um den Verflug von Stockbienen, die die Hauptvarroaträger sind und ihr Flugloch noch nicht kennen, zu vermeiden.
    - Nach dem Auslaufen der Brut über dem Absperrgitter erfolgt die KBE der Brutscheune. Dabei ist zu beachten:
    -- Die Brutwaben werden vernichtet, da sie stark befallen sind.
    -- Die KBE erfolgt vor Flugbeginn, wobei die Fluglöcher der anderen Völker zu verschließen sind und so lange verschlossen bleiben, bis sich die herum fliegenden Bienen wieder an der Brutscheune gesammelt haben.
    -- Die Bienen sollten direkt in die Beute gekippt werden, nicht vors Flugloch.
    -- Da der Befall der Brutscheune besonders hoch ist, sollte sofort eine OS-Behandlung erfolgen (träufeln zwischen die abgefegten Bienen, Königin schützen).
    Ich bitte um Diskussion.
    Gruß Ralph

    Ach, und: Sabine schreibt an verschiedenen Stellen: "Die Varroa verlässt weisellose Völker, indem sie die Flugbienen nutzt." Ob sie Recht hat? Ich kann es mir vorstellen, aber ein Beleg dazu wäre gut. Auf jeden Fall ist belegt, dass Milben tragende Flugbienen eine gestörte Orientierung haben, was ein Verfliegen begünstigen dürfte. Siehe auch z.B.


    DISEASE REMOVAL BY ALTERED FLIGHT BEHAVIOR OF FORAGER HONEY BEES (APIS MELLIFERA) INFESTED WITH NOSEMA APIS
    J. Kralj, S. Fuchs, J. Tautz
    National institute of Biology, Slovenia, E-mail: jasna.kralj@nib.si


    Gruß Ralph

    Hallo
    Die Brutscheune auslaufen lassen sie ziehen sich eine Königin selbst nach
    Gruß Uwe


    Hallo Uwe, ich vermute, dass eine weisellose Brutscheune eine Milbenschleuder ist: Keine offene Brut, die die Milben anlockt, keine Pflegebienen, kein Königinnenpheromon. Ich habe das zwar noch nicht gemacht, aber aus dieser Überlegung heraus würde ich stets ein Volk mit einer legenden Weisel als Brutsammler verwenden. So kann ich bis zu 80% der Milben in der Brut binden. Selbstverständlich gehört dann zwischen die erste und 2. Zarge ein Absperrgitter und die Brut der unteren Zarge muss nach dem Auslaufen der Brut oberhalb des Absperrgitters vernichtet werden.
    Gruß Ralph

    Zu 1. Wenn Arbeiterinnenbrut da ist, muss auch eine Königin da sein oder Nachschaffungszellen. Eine Weiselprobe ist deshalb nicht sinnvoll. Ich würde einen Schwarm in den ersten 14 Tagen nicht durchsehen, um die Bautrauben nicht zu stören.
    Zu 2. Zum Ableger müsste man mehr wissen. Falls der vor weniger als 20 Tagen gebildet wurde, ist kaum Brut möglich. Falls noch verdeckelte Brut da ist, kann die Legetätigkeit der Königin noch gehemmt sein. Meist legen die Jungköniginnen auch nicht gleich voll los, sondern fangen klein an und steigern sich innerhalb weniger Tage auf die volle Leistung. Daher kann man den Beginn der Brut leicht übersehen. Die Weiselprobe sollte meiner Meinung nach wieder entfernt werden, um der Königin nicht eine weitere Legehemmung einzubauen.
    Zu 3. Ich würde das Volk auflösen, wenn ich keine Königin hätte. Falls ich eine Königin hätte, würde ich unverzüglich mit einem geeigneten Verfahren beweiseln. Im Herbst geht das nicht mehr, da dann die Bienen zu alt sind. Zum Nachschaffen aus dem Volk selbst ist es zu spät.
    Zu 4. Es gilt dasselbe wie unter 3.

    Hallo Anni,
    ich arbeite in Segeberger Kunststoffbeuten und habe die Bienen ohne Bodenschublade ausgewintert. Ich habe damals (im April) aber festgestellt, dass die Bienen durch das Licht von unten irritiert werden und chaotisch im Unterboden herumfliegen und das Flugloch schwer finden - allerdings nur wenn es eingeengt ist, was bei dir der Fall sein dürfte. Man sah das auch am Flugloch: Es flogen kaum Bienen. Ich habe daraufhin die Bodenschubladen eingeschoben und bis heute dort belassen. Sofort hörten die Prallgeräusche im Unterboden auf und das Flugbild am Flugloch normalisierte sich innerhalb weniger Minuten. Einen Nachteil durch die Bodenschubladen habe ich nicht feststellen können.
    Im August vergangenen Jahres habe ich festgestellt, dass das offene Bodengitter Räuber anlockt: Wespen, Hummeln und fremde Bienen. Ich habe beobachtet, dass viele Wespen es schaffen, durch die Maschen des Bodengitters (Alu) zu schlüpfen. Sie sind über das Bodengitter praktisch ein- und ausgegangen. Nach Einschieben der Varroaschublade war das beendet.
    Mein Standpunkt daher: Bodenschieber zum Winter und zum Wandern raus, ansonsten aber drin belassen.
    Ich kann mich der Meinung der anderen nicht anschließen und bitte sie um eine Begründung ihres Standpunkts.
    Gruß Ralph

    Hallo,
    ich verwende zur Kontrolle der Völker eine einfache Federwaage, gibts beispielweise im Baumarkt und kostet um die 10€. Da man den Haken der Federwaage direkt nicht verwenden kann, habe ich mir aus Alublech einen Anpasshaken geschnitten, gebohrt und gebogen mit Maßen, dass er genau um der unteren Rand meiner Segeberger Hochböden passt. Dort wird er eingehängt und an der Federwaage hochgezogen, bis die Beute an der Seite leicht angehoben wird. Dann wiederholt man das Ganze an der anderen Seite und addiert beide Messwerte. Um gut ablesen zu können, sollte man sich aus dem Bleich einer Konservendose einen Streifen schneiden, der vorne verschiebbar um die Skala gebogen wird. Der wird durch den Zeiger der Waage verschoben und so kann man nach dem eigentlichen Wiegen (oder Wägen?) ganz bequem den Wert ablesen. Das Verfahren wird im Schundau beschrieben, glaube ich.
    Gruß Ralph

    Hallo, spricht etwas dagegen, einfach ein Rähmchen zu nehmen, an der Seite oder oben ein Flugloch einzuarbeiten, Gaze davor zu nageln und das ganze vor das Fluloch zu binden? Das wäre eine schnelle Lösung für kurzfristiges Handeln. Gruß Ralph

    Hallo Martina,
    ich habe hier einiges im Forum gelesen, woran man erkennen kann, ob in einem Volk der Schwarmtrieb erloschen ist:
    Man ziehe 1 oder 2 Waben aus der Mitte des Brutnests, wenn keine WZ, dann kein Schwarmvorhaben. Man schaue, ob die Kö aufhört zu stiften - Alarm! Man schaue, ob die Bienen trotz Tracht am Flugloch kaum fliegen - Alarm!
    Ich habe ein Volk, das Bienen in einem übermäßigen Umfang produziert. Die Königin hat zweimal geschwärmt, das letztemal vor 2 Tagen. Bis unmittelbar davor üppiger Trachtflug, im Restvolk vor 2 Tagen eine komplette Wabe von oben bis unten bestiftet, Schwarmzellen am äußersten Rand des Brutnests, 2 waren sogar unmittelbar auf der Beutenwand statt auf einer Wabe.
    Mein Fazit: Man kann sich auf alle diese Zeichen nicht verlassen sondern muss seine Völker ganz individuell kennen und erst dann deren Verhalten deuten. Wenn das nicht möglich ist, bleibt nichts weiter übrig, als die Brutnester auf Schwarmzellen zu kontrollieren.
    Gruß Ralph

    Hallo Erzgebirgsbiene,
    wenn du jetzt mit Nachschaffen beginnst must du folgendermaßen rechnen: 40-50 Tage bis zum Schlupf der ersten Nachkommen bedeutet Schlupf der ersten Nachkommen um den 5.8-15.8. Bis dahin schrumpft das Volk und beginnt erst danach wieder zu wachsen. Wenn du aus anderen Völkern heraus verstärkst, dann geht das durchaus. Eigenständig schafft es das Volk aber kaum bis zu einer akzeptablen Einwinterungsstärke. Du wirst dann auch keine Varroabekämpfung anwenden können, bei der du mit wesentlichen Brutverlusten rechnen must (AS, KBE). Ich würde nicht nachschaffen lassen sondern entweder mit einer begatteten Königin umweiseln oder das Volk auflösen und damit Ableger stärken. Die alte Königin aufzuheben macht nur dann Sinn, wenn es das einzige Volk ist, was aber nicht der Fall zu sein scheint.
    Gruß Ralph

    Hallo Erzgebirgsbiene,
    3 Waben Anfang April, ich nehme mal an, dass davon 2 bebrütet waren. Dann sollte bei einer leistungsfähigen Königin das Volk Ende April 5 Waben (Faktor 2,5) bebrüten und Ende Mai mehr als eine Zarge füllen. Futtermangel bestand offenbar nicht. Allerdings hätte ich im Frühjahr zügig erweitert, in der Segeberger Styroporbeute ist das problemlos möglich, man kann einfach die Beute mit Leerwaben oder Mittelwänden voll machen und es dem Volk überlassen, sich seinen Platz zu nehmen. Nach meiner Beobachtung ist die Angst vor Kälterückschlägen in der Segeberger unbegründet. Ein Absperrschied wird nicht gebraucht. Ich hätte im Frühjahr auch nicht mit Futterwaben gearbeitet, sondern kontrolliert (Beute mit Federwaage überwachen) Flüssigfutter oder Futterteig gegeben, damit immer reichlich Platz zum Stiften ist und ein Reizeffekt besteht.
    Trotzdem wird die Königin wohl schwach sein oder schwache Nachkommen erzeugen. Ich würde die Königin austauschen oder das Volk entweiseln und mit den Waben und Bienen die Ableger verstärken.
    Gruß Ralph