Beiträge von Kleingartendrohn

    Hallo Michael,
    dein Einwurf ist nur teilweise sachgerecht. Jetzt nicht AS heißt nicht NICHT BEHANDELN. Es gibt Alternativen. Ich würde jetzt erst einmal den Befall ermitteln: Windel rein und täglich nachschauen, Sicherung gegen Ameisen nicht vergessen. Wenn schon in den ersten Tagen ein deutlicher Befall sichtbar ist, muss schnell behandelt werden, aber nicht mit AS. Ich persönlich würde nur dann behandeln, wenn innerhalb einer Woche mehr als 2 Varroen fallen. Anderenfalls würde ich die Winterbehandlung abwarten.
    Gruß Ralph

    Möglicherweise sind die jetzigen Temperaturen für die AS-Behandlung nicht geeignet, insbesondere die Nachttemperaturen. Dürfte auch von der Wärmeisolation der Beute abhängen. Habe damit leider keine ausreichende Erfahrung, du solltest das aber bedenken und Rat suchen. Falls AS nicht mehr geht, solltest du über Alternativen nachdenken.
    Gruß Ralph

    Ich weiß noch nicht ganz genau wo Du hin willst, aber wenn Du akzeptierts, daß in ein milbenfreies Bienenvolk Milben einziehen, dann akzeptierts Du auch, daß woanders welche abfliegen. Wenn irgendwo Milben dazu kommen, dann liegt folglich die beobachtbare Zuwachsrate höher als die rechnerischen +100% pro Monat. Steigert sich die scheinbare Zuwachsrate auf grund der Invasion, Reinvasion oder Migration - wie auch immer man das nennen will- brechen die Völker zusammen und hinterlassen ihren Nachbarn die eigen Milben, deren Kinder und die migrirten Milben und die Migrantenkinder. Das Domino beginnt. Dabei ist es schnurzt-piep-egal wann das Problem auftritt. Es wird immer nach einer Behandlung sein, auch wenn diese 12 Monate zurückliegt. Solange es Bienenflug gibt - also durchaus auch im Dezember - geht der Milbenabflug zusammenbrechender Völker weiter....


    Eine solche Argumentation ist nur dann sinnvoll, wenn man auch akzeptiert, dass die zuwandernden Milben die Winterbienen schädigen, indem sie sie beißen und möglicherweise infizieren. Was wiederum meine Eingangsthese für diesen Thread unterstützt.
    Gruß Ralph

    Hallo Anni,
    warum fütterst du mit Futterteig ein? Das ist doch sehr teuer und geht vielleicht auch zu langsam. Futterteig kann man gut einsetzen, um Königinnen ausfressen zu lassen, für Kunstschwarmbildung, für EWKs oder andere Begattungseinheiten und für Ablegerbildung. Zum Einfüttern optimal ist Invertzuckersirup, der wird gut aufgenommen und kristallisiert in den Waben nicht aus. Die zweitbeste Lösung ist Zuckerwasser. Warum machst du es nicht wie in den letzten beiden Jahren?
    Gruß Ralph

    Das liest sich ja schrecklich. Nach überlebensfähigen Völkern sieht das nicht aus. Man kann zwar per Ferndiagnose schlecht was beurteilen, aber ich würde noch einmal sorgfältig nach Stiften oder jüngster Brut suchen, die 3 Völker zu einem vereinigen und die Königin in dem Volk mit dem besten Brutstatus für dieses vereinigte Volk auswählen. Das Ganze so schnell wie möglich.
    Wegen der Schwierigkeiten mit Ferndiagnosen solltest du unbedingt und so schnell wie möglich einen Imker in deiner Umgebung finden und ihn bitten, sich deine Völker anzusehen und dich zu beraten.
    Gruß Ralph

    Hallo Chevi,
    falls du mit einem Langzeitverdunster arbeitest, ist es normal, dass die offene Brut verätzt und dann von den Bienen ausgeräumt wird und dass die Königin aufhört zu legen. Wenn die Behandlung beendet ist, sollte das Brutgeschäft von allein wieder starten. Ich würde jetzt nicht komplett auffüttern, sondern bis zum Ende der Behandlung damit warten und dann in kleinen Raten bis zum Ende des September auffüttern, das reizt die Völker zum Brüten. Das funktioniert aber nur richtig bei gutem Pollenangebot.
    Gruß Ralph

    Hallo Anni,
    ich habe vor langer Zeit Imkern gelernt, als es hier noch keine Varroa gab. Deshalb sind meine Erfahrungen mit der Varroa zugegebenermaßen nicht besonders umfangreich.
    Ich hatte meine Völker Mitte Juli mit der Puderzuckermethode untersucht und festgestellt, dass kaum Varroabefall vorliegt. Dem entsprechend hatte ich auch nicht behandelt. Jetzt ist die Zeit für die nächste Kontrolle gekommen. Wenn ich Befall feststellen sollte, werde ich 4x mit OS behandeln; im Juli hätte ich mit kompletter Brutentnahme und Fangwabe behandelt. Wenn ich keinen nennenswerten Befall feststellen sollte, erfolgt die letzte Kontrolle Ende September. Wenn auch dort der Befall niedrig sein sollte, bleiben die Völker bis zur Winterbehandlung von allen Varroamaßnahmen verschont. Die Winterbehandlung erfolgt in jedem Fall und zwar mit OS, um eine niedrige Varroa-Startbesiedlung für das nächste Jahr zu erhalten.
    Die Bodenschublade nehme ich heraus, wenn es wenig bis keinen Flugbetrieb mehr gibt. Folie verwende ich nicht.
    Gruß Ralph

    Hallo Anni,


    ich arbeite mit der Segeberger und lasse die Schublade in der Saison drin, auch an den heißesten Tagen. Die Segeberger hat ein sehr großes Flugloch, da gibt es keine Temperaturprobleme. Wenn man die Schublade heraus nimmt, haben die Bienen Probleme beim Finden des Fluglochs, insbesondere dann, wenn es eingeengt ist. Du kannst das im Frühjahr einmal selbst probieren: Flugloch auf 3cm einengen und ohne Schublade: Du hörst es innnnen fliegen, aber es sind kaum Bienen am Flugloch. Jetzt die Schublade rein - nach 1 Minute hast du Fluglochbetrieb.
    Ich weiß nicht wie die Meinung entsteht, dass die Schublade raus soll - in der Natur haben die Bienen auch kein Lüftungsgitter.
    Im Herbst aber muss die Schublade raus, sonst erzeugst du in der Segeberger schimmelige Waben. In der Natur gibt es halt auch keine Kunststoffbehausungen.
    Gruß Ralph

    Hallo,
    solange für eine Steigerung der Reproduktionsrate der Varroa als Folge der Bekämpfung kein konkreter Mechanismus angegeben wird, ist die angenommene Steigerung vollkommen ohne Basis. Wenn ein solcher Mechanismus angegeben wird, gelangt man in den Zustand einer Hypothese. Wenn man Untersuchungen vorweisen kann, die den angegebenen Mechanismus belegen, hat man schließlich einen wissenschaftlichen Stand erreicht.
    Gruß Ralph:evil:

    In der Verhaltensbiologie ist das eher ein alter Hut. ...
    Die Fruchtbarkeit der Varroa ist allen Anschein nach der (!) Schlüssel für eine feste Beziehung zwischen Varroa und den Bienen - das hat auch Herr Rosenkranz als Ansatz genommen.
    Da liest sich die folgende Studie besonders interessant:
    http://www.lasi.group.shef.ac.uk/pdf/Martin%2035.pdf...


    Hallo Bernhard,
    inwiefern hat diese Literaturangabe etwas mit der Steigerung der Reproduktionsrate der Milbe als Gegenreaktion auf deren Bekämpfung zu tun? Diese Arbeit untersucht doch lediglich die Unfruchtbarkeit von schlüfenden weiblichen Milben als Folge eines vorzeitigen Todes des Männchens in der Zelle?
    Gruß Ralph