Beiträge von Kleingartendrohn

    Meine Sommerbehandlung

    Meine Sommerbehandlung unterscheidet sich zwischen den Beutentypen Hohenheimer und Segeberger, beides DN.


    In der Hohenheimer werden die Königinnen um den 20.6 im Scalvini gekäfigt und bleiben dort für 23 Tage. Anschließend erfolgt die TBE, die unterste Honigzarge (DN 0,5) mit dem enthaltenen Honig wird unter die Brutzarge gesetzt. Die Brutzarge (DN 1,0) wird mit Mittelwänden und an beiden Enden mit einer Leerwabe ausgestattet. Die überschüssigen Leerwaben werden eingeschmolzen. Das Volk wird flüssig 2mal pro Woche gefüttert. Vom 3.Tag bis zum 7. Tag nach der TBE wird insgesamt 2mal eine OS-Behandlung durchgeführt.


    In der Segeberger kommt es mit dem Scalvini zu Problemen mit den Königinnen. Deshalb führe ich die Brutfreimachung hier anders durch.

    Um den 10.6 setze ich über das Absperrgitter eine Zarge (DN 0,5) mit Leerwaben und dort hinein die Königin. Darüber kommt ein zweites Absperrgitter, darüber der normale Honigraum.

    Nach 23 Tagen erfolgt die TBE in folgender Weise:

    • Die unterste Honigraumzarge (DN 0,5) wird mit dem enthaltenen Honig unter die Brutzarge (DN 1,5) gesetzt.
    • Die Brutzarge (DN 1,5) wird mit 6 Mittelwänden und je 1 Futterwabe oder Leerwabe an beiden Enden und mit Blindwaben gefüllt.
    • Die Königin wird dort hinein gesetzt und die inzwischen bebrütete Zarge DN 0,5 sowie der Honigraum entfernt.
    • Die überschüssigen Leerwaben DN1,5 enthalten wegen ihrer untersten Stellung kaum Futter und werden eingeschmolzen.

    Danach geht es weiter wie bei der Hohenheimer Beute.


    Da das gesamte Verfahren mitten in der Sommertracht beginnt, tragen die Bienen bei der Segeberger reichlich Honig in die Leerwabenzarge, wo die Königin brüten soll, was den Platz für die Königin einschränkt. Da meine DN 0,5 Waben Naturbauwaben sind, legt die Königin gezwungenermaßen sehr viel Drohnenbrut an.

    Bei der TBE werden die unbebrüteten Waben DN 0,5 in die Schleuder gegeben. Aus den wenig bebrüteten Waben wird die Brut ausgeschnitten und der Rest ausgeschleudert. Die Brut aus stark bebrüteten Waben wird in einen Brutsammler gegeben, wenn es überwiegend Arbeiterbrut ist, ansonsten wird sie verworfen. Durch diese speziellen Gegebenheiten ist ein Brutsammler für 10 Völker ausreichend.

    Ich habe dieses Verfahren in der Segeberger in diesem Jahr zum erstenmal praktiziert und bin zufrieden. Bisher gab es bei den Königinnen keine Ausfälle.


    Gruß Ralph

    Wie verabreichst du die OS im Winter? Und machst du dabei im Sommer noch die Sache mit den Fangwaben und ohne OS?

    Ich verabreiche die OS nicht durch Träufelung. Im Sommer mache ich die Völker brutfrei und behandle 2mal mit OS. Das beschreibe ich im Folgenden.

    Im Randbereich von Berlin haben wir ein durchgehendes Trachtband, das mit den frühblühenden Bäumen beginnt und mit der Winterlinde endet. Eine TBE nach dem Raps ist daher nicht sinnvoll. Ich gehe deshalb einen anderen Weg: Kontrollierte Winterbehandlung.

    Im Dezember wird mit OS behandelt und dann der Varroatotenfall der folgenden 14 Tage ausgezählt. Anhand des Gemülls wird bewertet, ob das Volk viel Brut, wenig Brut, keine Brut hat. Davon abhängig wird festgelegt, ob eine zweite Behandlung nötig ist und im Anschluss durchgeführt wird.

    Nach der zweiten Behandlung wird wieder der Varroatotenfall ausgezählt und bewertet. Außerdem wird aus den Varroatotenzahlen der ersten und zweiten Behandlung eine obere Grenze für die Restmilbenzahl abgeschätzt.

    Falls die Restmilbenzahl über 50 liegt, muss eine weitere OS-Behandlung erfolgen.

    Auf diese Weise werden die Völker kontrolliert entmilbt und bis zur Sommerbehandlung ist dann Ruhe. Dieses Verfahren hat sich seit 2014 bewährt.

    Die pdf mit der Herleitung der Berechnung der Restmilbenzahl kann ich hier leider nicht direkt anhängen, früher ging das. Deshalb anstelle der pdf ein Link auf die pdf.

    https://drive.google.com/file/…K3RTeo6l/view?usp=sharing

    Gruß Ralph

    Hallo zusammen,

    was mir immerwieder auffällt in solchen Themen ( aber auch bei anderen), dass das Flugloch (welches ja keins ist 😉) angepasst werden soll.

    Die Folge: Die Bienen müssen sich auf die neue Situation mit dem entsprechenden Aufwand einstellen.

    Das hat mich bewogen, über das Flugloch grundsätzlich nach zu denken. Das Ergebnis ist ein Loch, 40mm Durchmesser, etwa 100 bis 120mm tief.
    Dieses ist ohne Veränderung ganzjährig brauchbar! Auch Ableger haben das Loch und können sich erfolgreich wehren.

    Das Flugloch wird nicht bei bestehender sondern vor Räuberei an die Stärke des Volks angepasst. Starke Völker haben bei mir von Frühjahr bis Herbst 100mm Breite, 15mm Höhe, schwache Völker 10mm Breite und 15mm Höhe.

    Die Völker sind bei Räubereistimmung auf ihre Fluglöcher lange vorher eingestellt.

    Zur Einstellung der Fluglochbreite verwende ich Hartholzkanthölzer mit 15mm x 20mm Querschnitt, die auf Länge geschnitten und in den Flugschlitz gedrückt werden. Dabei entsteht ein seitliches Flugloch mit 100mm Breite. Zur Einengung auf 10mm verwende ich ein zusätzliches Kantholz der Länge 90mm.

    Besondere Basteleien, wie runde Löcher, sind nicht erforderlich. Die sind an speziellen Beuten entweder vorgegeben oder man passt sich an die Beutenkonstruktion an, die man hat.

    Gruß Ralph

    Räubereiversuche sind etwas ganz Normales. Handeln muss man erst, wenn das Volk überrannt wird.

    Im Normalfall sperrt das beräuberte Volk das Flugloch durch dick vorgelagerte Bienen, da kommt kein Räuber mehr durch. Problematisch sind nur schwache oder weisellose Völker oder viel zu breite Fluglöcher, da dort diese Strategie nicht klappt.

    Bei einem normal entwickelten Volk muss man nicht gleich panisch werden, wenn es an einem angepasstem Flugloch Kämpfe gibt, das ist normal.

    Ein angepasstes Flugloch ist eins, das durch vorgelagerte Bienen verschlossen werden kann. Wenn keine Tracht ist, sind wenige Zentimeter angebracht. Bei mir sind die Fluglöcher in dieser Zeit 10cm breit und die Völker stark genug, die zu verteidigen.

    Ableger haben bei mir in dieser Zeit eine Fluglochbreite von ca. 1cm. Wenn ich die als Brutsammler nutze, ändere ich bei Beginn nichts an der Fluglochbreite, der Ableger kennt sein Flugloch und verteidigt es gut, auch wenn er hinter dem Flugloch mehrere Zargen mit Brut versorgen muss.

    Weisellose Brutsammler dagegen sind aus mehreren Gründen stark durch Räuberei gefährdet. Ich halte daher von dieser Betriebsweise nichts.

    Gruß Ralph

    Nichts passiert. Ich habe die Gitter inzwischen auf 3 Völkern. Die Spürbienen arbeiten sich hilflos am Gitter ab und können keine Probe nach Hause bringen. Vereinzelt können sich Wespen durch das Gitter zwängen. Die Wächterbienen werden nicht unruhig, am Flugloch geschieht nichts. Nur die Besatzung unter dem Gitter wird unruhig.

    Eine leere Ganzzarge bringt nichts, weder unter noch über den Waben.

    Gruß Ralph

    Ich habe jetzt gesehen, dass mein hier beschriebenes Verfahren gut in der Hohenheimer Beute funktioniert, in der Segeberger Beute aber fast gar nicht. In der Segeberger Beute lecken die Bienen die Waben zwar sauber, ziehen den Honig aber dort in wenigen Zellen zusammen. Ich vermute, dass das mit der guten Wärmeisolation zusammenhängt, wodurch die Nestwärme bis nach oben steigt.

    Ich probiere deshalb zur Zeit, bei der Segeberger statt des Deckels ein bienendichtes Gitter aufzusetzen. Das hat den Effekt, dass die Stockwäreme dort abgeleitet wird. Außerdem sammeln sich auf dem Gitter Spürbienen und Wespen, die die darunter befindlichen Bienen nervös machen, wodurch diese den Honig beschleunigt in Sicherheit bringen. Ein Endergebnis habe ich aber noch nicht.

    Gruß Ralph

    Die Varroamilbe gräbt sich nach dem Eindringen in den Futtersaft ein, ist also nach außen nicht sichtbar. Beobachtungen, wo Milben in einer noch offenen Zelle gesehen wurden, dürften also keine normale Besiedlung einer Zelle darstellen. Erst recht ist die Besiedlung einer leeren Zelle keine Brutbesiedlung.

    Wir sollten schon dabei bleiben, dass die Varroa kurz vor der Verdecklung die Brut besiedelt.

    Gruß Ralph

    TBE: Ziel ist sowohl Bauerneuerung als auch Varroabehandlung.

    Außerhalb der Tracht kann man mit OS behandeln.

    Während der Tracht muss man stattdessen Fangwaben geben, möglichst eine mit offener Brut und eine zweite als dunkle Leerwabe.

    Räuberei an Brutsammlern gibt es nicht, wenn der Brutsammler ein etabliertes Volk ist und die Brutwaben über Absperrgitter bienenfrei aufgesetzt werden. Da die Brutwaben bienenfrei aufgesetzt werden, gibt es auch keine Bienenentnahme an den Brutspendern und somit keine unnötige Schwächung der Brutspender.

    Gruß Ralph

    Ich nehem die Fluchtschieds, nehme eine Bienenflucht heraus und lege sie umgedreht auf die Öffnung, wobei ein schmaler Spalt für den Durchtritt der Bienen freigelassen wird. Darüber kommt eine Leerzarge und darüber die auszuleckenden Honigzargen.

    Um die bienenfrei zu machen, wird die Bienenflucht wieder korrekt eingelegt.

    Gruß Ralph