Beiträge von Kleingartendrohn

    Neue Gene werden hier an der Bienen nicht erzeugt, nur vorhandene Bienengene nach Zuchtauswahl innerhalb der Art übertragen. Was sollte man da befürchten?

    Gruß Ralph

    Und womit z. Bsp. ?

    Ich habe leider auf dem Gebiet nicht gearbeitet und kann danur mutmaßen. Soweit ich verstanden habe, könnte man mit CISPR/CAS9 gezielt die erforderlichen Genabschnitte von verschiedenen Herkünften in einem Genom zusammentragen. Das wäre aber durch Fachleute zu beurteilen, die auf diesem Gebiet arbeiten.

    Falls das ginge, könnte man das gleich für mehrere Linien und Mellifera-Unterarten durchführen, um Inzucht zu vermeiden.

    Gruß Ralph

    ...

    Ich würde mir wünschen, dass nur noch mit den Bienen weiter gezüchtet werden würde / vermehrt werden würde, welche die wenigsten Milben haben.

    Das macht die AGT mit viel Aufwand an Personen und Völkern. Im Ergebnis sterben die Töchtervölker von als varroatolerant erkannten Völkern weiterhin an der Varroa, wenn sie nicht behandelt werden. Der Knackpunkt ist also: Die Vererbung gelingt nicht. Das mag wohl an Folgendem liegen:


    An der Varroaresistenz sind nach derzeitigem Wissensstand 8 Chromosomen beteiligt, die in der Eireifungsteilung nach dem Zufallsprinzip gemischt werden, wodurch sich 28=256 Kombinationen ergeben.


    Das führt dazu, dass selbst bei 1-Drohn-Besamung das Volk einer Königin und nachgezüchtete Königinnen bzgl. Varroatoleranz 256 Genotypen enthalten und daher eine gezielte Vererbung der Varroatoleranz selbst bei 1-Drohn-Besamung problematisch ist. Erschwert wird das noch durch das Crossing-Over bei der Eireifungsteilung, bei dem Chromosomenteile getauscht werden, wodurch die Anzahl der Genotypen noch weiter steigt.


    Hinzu kommt, dass in der üblichen Praxis eine Königin von vielen Drohnen begattet wird. Bei einer Begattung mit 24 Drohnen entstehen so im Volk und bei nachgezüchteten Königinnen 24x256=6144 Genotypen bzgl. Varroatoleranz, bei Berücksichtigung des Crossing-Over noch einmal deutlich mehr.


    Das lässt vermuten, dass der Kleinimker hier auf verlorenem Posten steht und auch die AGT ihr Ziel mittelfristig nicht erreichen wird. Deshalb meine ich, dass der Kleinimker sich bei der Auswahl des Zuchtmaterials auf die üblichen Merkmale konzentrieren und die Varroatoleranz außen vor lassen sollte.


    Um eine varroaresistente Biene mit guten wirtschaftlichen Eigenschaften zu züchten, sind deutlich größere Anstrengungen erforderlich, möglicherweise auch gezielte Übertragung von Genabschnitten zwischen Bienen mit unterschiedlichen Toleranz-Teileigenschaften.


    Gruß Ralph

    Meapas

    Im Spätsommer und Herbst (nach der Varroabehandlung) überwache ich die Völker anhand des natürlichen Milbentotenfalls. Bei normal starken Völkern toleriere ich einen Milbentotenfall bis zu 10/Tag, bei kleinen Völkern bis zu 5/Tag. Bedeutet: Ich lasse diese Völker in Ruhe! Der Milbenfall geht in Oktober/November ganz von selbst zurück. Nur wenn der Milbenfall diese Grenzen deutlich übersteigt, greife ich ein.

    Gruß Ralph

    Bei 40 Völkern ist die totale Brutentnahme für mich kein Thema... ist vom Material- und Arbeitsaufwand nicht drin:huh:.

    Ich habe in diesem Jahr mit dem Scalvini-Käfig gearbeitet. Wenn man das tut, ist nach 3 Wochen alle Arbeiterbrut ausgelaufen und man kann alle Waben entnehmen und durch Mittelwände ersetzen. Als Fangwabe bleibt 1 schön alte Leerwabe drin und wird vor Schlupf der ersten Brut entnommen. Bei 40 Völkern entstehen somit 40 Brutwaben, die zu verwerfen sind oder aus denen noch 4 Ableger erstellt werden können.

    Mit dem Scalvini entsteht daher kein Materialproblem und das Brutnest bekommt neue Waben,

    Da die Wabenentnahme Anfang August anfällt, ist der Ausbau der Mittelwände etwas zäh. Ich schränke deshalb die Mittelwandgabe auf 6 ein (6 MW + 1LW = 7 Rahmen) und verschließe den restlichen Raum mit Blindwaben. Nach Entnahme der Fangwabe ergänze ich den Brutraum mit Leerwaben auf 10 Waben. Das Brutnest ist bis dahin auf den 6 frisch ausgebauten Mittelwänden angelegt und bleibt auch dort.

    Im nachfolgenden Frühjahr kann man die alten Waben entnehmen und das Volk auf den 6 neuen Waben schieden.

    Gruß Ralph

    Kommt ungefähr hin: Kalte Jahreszeit = 90 Tage. 0,995^90=0,637. Also: 1/3 ist weg.

    Du kannst auch so rechnen:

    90te Wurzel aus 0,7 = 0,996 --> 0,4%/Tag

    90te Wurzel aus 0,8 = 0,9975 --> 0,25%/Tag

    Der Wert streut eben. 0,5%/Tag habe ich irgendwo gelesen.

    Gruß Ralph

    Voraussetzung 1: Die Völker gelten als ausreichend entmilbt, wenn bis zu 0,5 Milben/Tag fallen.

    Voraussetzung 2: Der Milbentotenfall ohne Brut im Winter beträgt ca. 0,5%/Tag.

    Schlussfolgerung: Wenn 0,5 Milben/Tag fallen und der Milbentotenfall 0,5%/Tag beträgt, befinden sich 100 Milben im Volk. Hier ist zu berücksichtigen, dass typischerweise Drohnenbrutschnitt vorausgesetzt wird.

    Voraussetzung 3: Kontinuierlicher Drohnenbrutschnitt vermindert die Milbenlast im Juli um ca. den Faktor 2.

    Schlussfolgerung: Wer keine Drohnenbrut schneidet, sollte die Restmilbenzahl im Winter halbieren. Die sollte dann also höchstens 50 Milben/Volk betragen.

    Voraussetzung 4: Die Wirksamkeit einer Oxalsäurebehandlung in einem Volk ohne Brut beträgt mindestens 90%.

    Schlussfolgerung: Eine Restmilbenzahl von 50 wird bei Brutfreiheit dann erreicht, wenn weniger als 450 Milben fallen. Ich muss mich also korrigieren: Nicht 250 Milben sondern 450 Milben bei Brutfreiheit.

    Voraussetzung 5: Bei Anwesenheit von Brut im Spätherbst, kann die Wirksamkeit bis auf 50% fallen. Das habe ich selbst durch Doppelbehandlung bestimmt. In seltenen Fällen liegt die Wirksamkeit sogar noch darunter.

    Schlussfolgerung: Eine Restmilbenzahl von 50 wird bei Anwesenheit von Brut dann erreicht, wenn weniger als 50 Milben fallen.

    Gruß Ralph

    Du musst nicht nach 24h sondern nach14 Tagen zählen, dabei auf helle Milben achten. Falls weniger als 250 Milben fallen und keine hellen Milben dabei sind, oder falls weniger als 50 Milben fallen und helle Milben dabei sind, kannst du eine zweite Behandlung weglassen.

    Gruß Ralph

    Sehr gut! Ich habe gleich alle Mitglieder meines Imkervereins darüber informiert. Dieses Beispiel sollte Schule machen!

    Gruß Ralph

    Die Wirksamkeit der Blockbehandlung hängt von Brutumfang ab. Wenn sehr viel Brut vorhanden ist, finden die Altmilben nach dem Schlupf sehr schnell wieder eine Zelle, in der sie sich die Füße waschen können. Die Wirksamkein wird dann sehr gering sein.

    Wenn wenig Brut vorhanden ist, müssen die Altmilben lange warten, bis sie eine geeignete Zelle finden. Da wird eine Blockbehandlung gut wirksam sein.

    Die Jungmilben werden in jedem Fall erwischt, da sie nicht sofort in eine Zelle gehen können. Die Blockbehandlung wird deshalb recht zuverlässig einen weiteren Anstieg der Milbenpopulation verhindern - aber das ist ja nicht das Ziel.

    Gruß Ralph