Beiträge von anulutk

    Dein Betrieb ist doppelt so groß wie unser ganzer Ort mit allen Wohnhäusern und alle Äckern. Wir haben 6 Bauern im Ort die im Vollerwerb ihre Äcker bestellen als Familien Betrieb.
    http://de.m.wikipedia.org/wiki/Neunhof_(Nürnberg)
    Ein 800 ha Betrieb der nur mit 15.000 Litern Dieseln bearbeitet werden kann, dazu noch 100L Glyposhat in die Landschaft gekippt werden mit der Rechtfertigung andere Herbizide sind schlimmer, ist ein profitorientierte Agrar Riese und definitiv kein Familienbetrieb.


    Und die Familienbetriebe arbeiten nicht gewinnorientiert?
    Viele kleine Betriebe setzen alte technik ein. Wir arbeiten mit GPS dh. wir wissen genau wie viel Spritzbrühe wir benötigen, wir spritzen dank automatischer Teilbreitenschaltung überall nur einmal und haben deshalb auch keinen Rest, den wir auf den Bestand verteilen müssen. nur so als Beispiel. Gibts noch viele weitere.


    Aber das ist halt alles auch bisschen falscher neid. Wenn man wirklich reich werden möchte sollte man lieber etwas anderes machen. z.B Pestizide herstellen das lohnt sich richtig.

    Könnte es also sein, dass 800 ha für einen Familienbetrieb schlicht zu viel sind, um den nach guter fachlicher Praxis bewirtschaften zu können?


    Was ist das für dich?


    Wir setzen nur so viel Pestizide ein wie notwendig.
    Wir werfen nur so viel Dünger wie notwendig, eher etwas weniger. Wir haben auch kein Lager.


    Die meisten trockner wurden bei uns nach der Wende gebaut da war das Heizöl noch billig. Es gibt eine Anlage die mit Holzschnitzeln arbeitet.


    Wie hoch der verbrauch ist kann ich nicht sagen wir haben keine, weil wir nur trocken ernten auch ohne Glyphosateinsatz.


    o.k es sind jetzt fast schon 3 Wochen und wir haben noch einen anderen Trakror der Scheiben tut.

    Wieviel Liter Diesel braucht eigentlich der 300Ps Traktor pro Stunde?


    Wir sind erst dann der Sache einen Schritt näher wenn du darüber nachdenkst ob du Gras todspritzen musst damit du leichter grubbern kannst. Nur wenn die Landwirte ihre Verantwortung erkennen und nicht mit Todschlagargumenten wie "ihr habt keine Ahnung ich bin der Experte" kommen, dann ändert sich was.


    Ich bin keiner der Spritzmittel komplett ablehnt, aber das Spritzen für leichteres grubbern macht mich einfach nur sprachlos...


    Es geht ja nicht ums leichter Grubbern. Das Gras vermehr sich immer weiter über die Wurzeln. Der Grubber bekommt die Wurzeln nicht durchgerissen. Es geht auch nicht um das gesamte Feld, sondern nur um bestimmte Stellen.
    Der Traktor braucht je nach tiefe und Schartyp ca. 3 bis 6 liter pro ha. Ein kleinerer Trakor würde da mehr brauchen also gut für die Umwelt. Der Verbrauch pro Stunde liegt zwischen 30 und 50 litern pro Stunde. Ich habe in den letzten zwei Wochen bestimmt 15.000 liter Dieselkraftstoff verbraucht.


    "Richtiges trocknen" verbraucht unmengen Heizöl. Ist das dann ökologisch?


    Kauf einfach Produkte aus ökologischer Landwirtschaft und schon sind wir einen Schritt näher.

    Lieber Anulutk, darf ich vorstellen: Ich kaufe konsequent nur Bio-Zucker für meine Bienen, der kostet hier bei uns in der Schweiz CHF 2.15 gegenüber CHF 1.25 für herkömmlichen Zucker (ca. € 1,75 statt 1,02).


    Zuckerrüben biologisch anzupflanzen ist ziemlich aufwendig, wie mir eine Bekannte, die Imkerin und Bio-Bäuerin ist, schilderte. Deshalb ist es mir den hohen Aufpreis von 70% wert zu wissen, dass die Samen nicht mit Neonicos gebeizt, die Rüben nicht mit Kunstdünger gepusht und nicht mit chemischen Pestiziden gespritzt werden.


    Der bei uns erhältliche Bio-Zucker stammt aus der Schweiz und aus Deutschland. Es gibt in der Schweiz offenbar nur knapp ein Dutzend Bio-Landwirte, die Zuckerrüben anbauen - was wohl auch zum Teil an der tiefen Nachfrage liegt. Manchmal träume ich davon, dass alle Imker nur noch Bio-Zucker verwenden, um ihren Bienen und der Natur etwas Gutes zu tun und mit diesem Verhalten als Konsumenten die Bio-Landwirtschaft, die dasselbe Ziel hat, in ihrem Bestreben aktiv zu unterstützen.


    Ist genau die richtige Einstellung! Auf dieses Ziel arbeite ich auch hin.

    Läßt Du Dir von einem Verpächter vorschreiben wie Deine Felder auszusehen haben und was Du anbaust? Ich sehe sie bei uns überall, die blitzsauberen Maisfelder in unseren Hanglagen bei denen beim ersten Starkregen die Humusdecke abreißt und dann in den Bächen und Flüssen landet, waren früher alles Wiesen, jetzt rat mal warum. Ich hab auch Ackerland verpachtet, an einen Biobetrieb, bei mir ists genau umgekehrt, wenn die Felder nicht etwas bunt sind dann bekommt die ein anderer.Hast ja noch Zeit zum lernen, die Hoffnung stirbt zuletzt:p


    Auch ökobetriebe setzen alles daran den Unkrautdruck auf ein minimum zu reduzieren. Halt nur mit anderen Methoden z.B striegeln oder hacken.

    Auf unsere 800 ha haben wir vielleicht 100 Liter Glyphosat gegeben. Man könnte auch alles Abspritzen. Dann wären es zwischen 1600 und 2400 Litern. Man könnte aber auch 2 mal Abspritzen 1 mal vor der Ernte und einmal danach. Dann wären es zwischen 3200 und 4800 litern je nachdem ob man 2 oder 3 liter je ha nimmt.


    Von der Sache her sind 100 liter also keine schlecht Bilanz.

    Ganz blöde Frage - warum lässt man die dann nicht einfach aus? Also entweder gar nicht erst mit dem Mähdrescher hinfahren (Ecken) oder das Mähwerk(heisst das so?) derweilen abstellen. Und wird das Getreidekorn nicht ohnehin gereinigt und von Strohresten und Unkraut getrennt?


    Ja das schon, aber alles bekommt man nicht raus.


    Stehen lassen und dann? Fällt der Samen aus und noch mehr Unkraut? Muss man nochmal extra hinfahren und mulchen.


    In einem Forum der Biogaser schrieb einer zum Anbau von Energiegräsern(!) "dann spritz ich das mal sauber, sieht auch besser aus"


    Da muss sich echt kein Landwirt wundern, wenn das niemand mehr versteht.


    Euch Städtern gefallen vielleicht bunte Felder, aber wie sieht das den aus? Die Bevölkerung, also die Verpächter sehen ja auch wie man arbeitet und Pachtverträge sind halt alles. Machen wir es nicht macht es eben ein anderer.

    Es ist ja nun auch nicht so als das es keine Alternative gebe. Aber das muss jeder selbst für sich entscheiden. Welcher Imker kauft schon Öko Zucker für seine Bienen? Ich kenne keinen.


    Bei uns im Imkerverein benutzt so ziemlich jeder irgendwelche Medikamente aus Osteuropa und beschwert sich über die Landwirtschaft aber wer soll das schon verstehen...
    Vielleicht bin ich mit meinen 20 Jahren noch zu jung dafür. Vielleicht verstehe ich es erst wenn ich so alt bin wie die anderen Imker.

    Das Problem ist das ihr keine ahnung von der Praxis habt. Aber ich versuche es euch zu erklären. Wenn es im Winter sehr kalt ist und kein Schnee liegt dann sterben einige Getreibepflanzen. Im Sommer wenn es dann wieder warm ist wächst das Unkraut an den Stellen wo keine Getreidepflanzen stehen, weil dort Platz und licht ist. Zur Ernte ist das Getreide dann trocken aber das Unkraut ist noch grün. Wenn man die feuchte vom Getreide misst kommen zum trockenen Getreide dann auch die Unkraut stückchen dazu. Die folge ist, dass der gemessene feuchtewert höher ist. Das Getreide ist nicht lagerfähig, weil sich das trockene Getreide die feuchte vom grünen zieht- konzentrationsgefälle und so.
    Meistens betrifft dies nur kleine Stellen oder feuchtere Ecken. Dann ist es sinnvoll diese Todzuspritzen.


    Aber was die landwirtschaft betrifft ist ja jeder Experte und weiss alles besser als die die jeden Tag damit zu tun haben. Die letzen paar Beiträge haben mir wieder gezeigt, dass ihr überhaupt keinen Schimmer habt. Glyphosat hat überhaupt keinen Einfluss auf den Ertrag.


    Lest euch mal das hier durch, sind paar interessante Gedanken
    http://www.landwirt.com/Bauern…haft,,14918,,Bericht.html

    Schon mal was von Pflügen gehört?


    Das will die Politik nicht. Wir sind in einem Programm zur Pfluglosen Bodenbearbeitung drinn. Dafür gibts Geld.



    Da frag ich mich echt ob die Bauern vor 100 Jahren Helden waren oder die bessere Anbautechnik hatten, denn die könnten das nicht.


    Die hatten früher schlichtweg mehr Leute zur Verfügung.


    Ich arbeite derzeit mit einem 300 PS Traktor und 7,5m Grubber. Mit dem schaffe ich ca. 8 ha pro Stunde. Jeden Tag fahre ich so 12 Stunden. Da bräuchte man schon viele Pferde, Leute und Pflüge.