Beiträge von Bienenmarkus

    Hallo,

    nach Nietzsche ist die Verwechslung von Ursache und Wirkung ein Hauptcharakteristikum der Neuzeit!

    Wir beobachten Abläufe in der Natur, stellen eine Regelmäßigkeit fest und fassen diese Beobachtung in einem Naturgesetz zusammen. Dann vergessen wir, dass die Beobachtung und ihre Zusammenfassung eine nachträgliche Interpretation des Ablaufes darstellen. Schließlich behaupten wir, das Naturgesetz bezeichne die "Kraft", die das Phänomen bewirke. Von nun an, gilt die Kraft als das eigentliche. Die Verhältnisse sind auf den Kopf gestellt.

    Weil Naturgesetze Interpretationen mit einem ganz bestimmten Weltbild im Hintergrund darstellen, ändern sich auch diese Interpretationen mit dem Wandel der Weltbilder. Deshalb werden Menschen in 100 Jahren die Welt anders erklären als wir. Und dies ist dann kein "Fortschritt der Wissenschaft", sondern eine Veränderung der Denkweise. In Encyklopädien und Schulbüchern werden dann aber die radikalen Brüche so dargestellt, als wenn wir die Krone einer immerwährenden Entwicklung wären.

    Und insofern sind solche grundsätzlichen Überlegungen wichtig für Imker, weil wir innerhalb unseres Weltbildes imkern und täglich mit den Auswirkungen zu tun haben: In dieser naturgesetzlichen WElt wird nach "Naturgesetzen" Landwirtschaft betrieben: da wird dann tonnenweise gespritzt, weil eine naturgesetzliche WElt keine Wunder mehr kennt. Und wir finden dann tote Bienen....

    Markus

    Hallo,

    das Heft lohnt sich auf jeden Fall.

    Der Bericht hat auch noch einmal meine Ablehnung von "Drittmitteln" von der Industrie an die Forschung bestätigt.

    Die Forschungs- und Bieneninstitute bekommen viel Geld von Bayer & Co. Dafür veröffentlichen sie für die Industrie unvollständige und zum Teil falsche Daten. Das sind dann die neuen "Forschungsergebnisse". Entgegen landläufiger Behauptungen wollen insbesondere große Firmen nämlich keine wirklichen Innovationen! Sondern: so lange es geht mit der eigenen Ursprungsidee Profit machen und andere Wege so lange es geht aus dem Markt drängen.

    Shell hat gerade angekündigt, nicht mehr in regenerative Energiequellen investieren zu wollen!

    Wenn ich mich richtig erinnere, war es noch vor dem zweiten Weltkrieg, dass das erste Auto gebaut wurde, dessen Karosserie aus Hanf bestand! Daraufhin hat die chemische Industrie so eine dermaßene Hetzkampagne gegen Canabis veranstaltet, dass die Pflanze fast weltweit verboten wurde.

    Man kommt auch durch den Artikel ins Grübeln über die sogenannten "systemischen Pflanzenschutzmittel". Diese verteilen sich in der ganzen Pflanze. Angeblich muss man deshalb weniger spritzen. Aber wohin verteilen die sich eigentlich noch? Wenn wir das Zeug essen? Oder wenn es in den Boden gelangt? Und wenn eine Biene es aufnimmt und in den Stock zurückfliegt?

    Der Artikel ist wirklich lesenswert! Aber mich macht er auch so wahnsinnig wütend...:evil:

    Gruß,

    Markus

    Hallo,

    was da passiert ist, tut mir erst einmal sehr leid!

    Ich finde, diese Situation ist ein Beispiel für die typische Anfängerproblematik, die ich selbst auch habe: Hier im Forum wird ständig darauf verwiesen, dass wir Anfänger uns einen "erfahrenen" Imkerpaten suchen sollten. Wir sollten dann alles genau so machen, wie er es sagt. Nach einigen Jahren könnten wir dann auch mal Alternativen ausprobieren.

    Mir hat unser Vereinsvorsitzender ebenfalls geraten, meinen ersten selbstgefangenen Naturschwarm "am besten 3 Tage lang" im Keller zu lassen! Mir kam das viel zu lange vor, da habe ich im Forum gefragt. Hier kamen dann sofort "Vorwürfe", weshalb ich ihn überhaupt in den Keller stelle! Ich habe ihn dann aus zeitlichen Gründen eine Nacht lang im Keller gelassen und alles hat gut geklappt!

    Ich will nur sagen, wir Anfänger müssen von Anfang an, auch unser eigenes Gefühl einsetzen, wir müssen viele Quellen benutzen (Pate, Bücher, Forum, eigene Beobachtungen) und uns dann entscheiden. So einfach, wie es manchmal dargestellt wird, ist das nicht mit den "erfahrenen" Paten. Natürlich hat jeder Imker 100 mal mehr Erfahrung als ich und kann mir viel beibringen, aber vieles davon ist auch fragwürdig.

    Solche umstrittenen Themen sind beispielsweise das Herausschneiden oder eben nicht von Drohnenbrut. Oder das Verwenden von Absperrgittern: für manche ganz wichtig, für den Pfefferle, den ich gerade lese, ein Grundfehler! Jetzt sitzt du da als Anfänger...

    Gruß,

    Markus




    hallo Helmut,

    Danke für die Beschreibung,

    Markus

    Hallo, erfahrene Warréaner!

    Seit Mitte Mai habe ich ja einen Naturschwarm in einer Warrébeute (mit Fenster). So kann ich sehen, dass sie die untere Zarge mittlerweile zu 80% ausgebaut haben. Oben allerdings noch nichts.

    Meine Fragen: Hätten die nicht oben anfangen sollen?
    Und was ist, wenn die unten fertig sind? Soll ich die alleine weiter machen lassen, in der Hoffnung, sie gehen eine Zarge höher? Oder soll ich die Zargen einfach umtauschen, was ich aber schade fände, da sie alle Ecken so schön mit Propolis abgedichtet haben?

    Danke für Euren Rat,

    Markus

    Guten Abend,
    Am Rande eine andere Beobachtung :ich habe gesehen,das im Wasserbottich eine ertrinkende Biene von einer anderen Biene angeflogen wurde und von ihr ans rettende Ufer gezogen wurde.
    Toll
    Gruß
    Helmut




    Hallo Helmut,

    diese Beobachtung finde ich den Hammer! Kannst Du es noch etwas beschreiben?

    Gruß,

    Markus

    Hallo,

    ist echt spannend, dass sie das bei Deinem Eichenstamm auch machen. An meiner Zander-Herold mit Gitterboden kann ich das nicht beobachten. Als wenn die Bienen dächten, das hat eh keinen Sinn das zu zukriegen.

    Habe gerade den Ruttner gelesen. Der beschreibt ja Bienenarten, die beispielsweise in bestimmten gefährlichen und gleichzeitig trachtarmen Zeiten ihre Fluglöcher mit Propolis zubauen. Die machen also einfach die Tür zu.

    Könnte es auch so eine Art von "nachts wird die Tür zu gemacht" sein?

    Wie ist es denn bei Warréimkern mit Gitterboden? Macht Ihr ähnliche Beobachtungen?

    Gruß,

    Markus

    Zitat von Bien-Venu:


    Wie machst Du den Boden? Ich bin noch auf der Suche nach einer Bodenkonstruktion, die ggf. die Varroa-Kontrolle erlaubt![/QUOTE]


    Hallo Bien-Venu,

    ich habe mich an den Original-Boden gehalten, der ist in zehn Minuten gesägt. Die Varroa ist ja eh immer da. Ob und wieviel ich kontrolliere, finde ich eigentlich Wurscht. Ich habe es mir da einfach gemacht.

    Gruß,

    Markus

    Hallo Bernhart,

    wenn ich Deine Beiträge lese, denke ich manchmal, das könnte ich geschrieben haben. Jeden Morgen denke ich, verdammt nochmal, fliegen die wenig. Muss ich füttern? Nachmittags bin ich dann beruhigter. Am nächsten Tag fängt das Spiel von vorne an....:lol:

    Bei uns blüht jetzt aber schon die Linde, und die untere Zarge ist bereits zu zwei Dritteln ausgebaut. Ich füttere jetzt mal nicht.

    Hallo Konstantin, Deine Füttermethode (auch, wenn ich selbst jetzt nicht füttere) und Deine Abdeckung mit einem Propolisgitter finde ich interessant. Die Kleistermethode endete bei mir in einer Riesensauerei....

    Gruß,

    Markus

    Hallo,

    ich habe die letzten Tage eine Beobachtung gemacht, die eventuell gegen Gitterböden sprechen würde:

    Es war ja diese Woche tagsüber leidlich warm (so 20 Grad), aber nachts, besonders gestern und heute deutlich kälter als in den letzten Wochen.

    Mein Naturschwarm in meiner Warré ohne Gitterboden hat die Bruttraube in den letzten beiden Nächten so tief nach unten gezogen, dass Bienen den Eingang abends komplett mit ihren Körpern verstopft haben! Da war absolut keine Lücke mehr. Ich habe die Vermutung, dass die Bienen spüren, ob es nachts kalt wird und dann bereits abends den Eingang einfach zustopfen.

    Bei uns fängt zwar jetzt die Linde an, aber diese Woche hatten sie trachtmäßig sicherlich einen Durchhänger. Und da müssen sie wahrscheinlich extrem Energiesparen. Da dichten sie ab, was sie auf einem Gitterboden nicht könnten.

    Was meint ihr? Könnte was an dieser Interpretation etwas dran sein? Ich werde sehen, was sie tun, wenn es jetzt nachts wieder wärmer wird.

    Gruß,

    Markus