Beiträge von Nigra

    Deine Zitierauswahl ist strange... "da reichen kleine Völkerzahlen nicht, um auch nur bei einer einzigen KB Königin zu sehen, was die nächste Generation zu bieten hat." stand da bei mir.


    Das bestreite ich auch gar nicht, ich bestreite, dass "auf Säurefestigkeit ausgelesene Milben" ein Problem für die Toleranzbildung bei den Bienen sei.

    Wir redeten hier von ZUCHT, nicht von Wirtschaftsvölkern.

    Dann schreibst Du aber besser davon, dass aus praktischen Gründen nur von einem ganz kleinen Teil (der gewollten Nachkommen) nachgezogen werden kann, weil die Feststellung der Nachzuchtwürdigkeit, durch ausprobieren, einfach sehr aufwändig ist und grosse Bestände erfordert. Ich würde liebend gerne das nach meinen Kriterien beste Drittel weitervermehren, nur ist das aus verschiedenen Gründen eben nicht umsetzbar.

    Was nützt die beste und varroatoleranteste Biene der Welt, wenn ihre Umgebung konstant jährlich mehr vergiftet wird?


    Ein Fragezeichen sollte eigentlich reichen. Die Frage ist nicht so doof, wie das was üblicherweise von einem Schwall Emoticons begleitet werden muss.

    Auch bei "gezielten Anpaarungen" kommt nur in max.5% der Fälle das Gewünschte raus


    Unglaublich die Profitgier gewisser Leute. Also wenn von 20 erfolgreich begatteten Königinnen nur ein den imkerlichen Ansprüchen genügendes Wirtschaftsvolk entsteht, dann verstehe ich natürlich, dass man es nötig hat, anderen Rassen Krankheitsanfälligkeit anzudichten.


    Zitat

    Deshalb stehe ich ja auf dem Standpunkt, daß VT immer nur eine lokale Erscheinung sein kann, und es nicht möglich ist, die einfach auch nur 50km


    Das halte ich für Esoterik.


    Zitat

    Und da sind z.B. auf Säurefestigkeit ausgelesene Milben ganz gewiß kontraproduktiv


    Alle bekannten, die Milbenvermehrung bremsenden Faktoren, die von den Bienen aus kommen, beruhen nicht auf Säureeinsatz. Mir bekannt sind: Das Ausräumverhalten, der Putztrieb (bis zum Verbeissen der Milbenbeine), geringer Verflug, gute Fluglochverteidigung und geringe Neigung zum Räubern, das Brutverhalten (langlebige Bienen sind im Vorteil). Vielleicht habe ich jetzt noch etwas vergessen, aber mit Säuren hat m.W. nichts zu tun. Den Bienen dürfte es also egal sein, ob sie es mit einer mehr oder weniger säurefesten Milbe zu tun haben. Anderslautende, fundierte Untersuchungen nehme ich aber gerne zur Kenntnis.


    Sicher kann die Ernährung auf verschiedene Faktoren einen Einfluss haben.


    Und ganz gewiss behindert der Mensch die Toleranzbildung mit seinen imkerlichen Ansprüchen.

    unsere alte "heimische Rasse", gibt es schon lang nicht mehr


    Das stimmt vielleicht für Dein Vereinsgebiet. Polnische, belgische, französische Mellifera sind auf jeden Fall heimischer als alle importierten Rassen. Das heisst überhaupt nicht, dass importierte in irgend einer Form imkerlichen Ansprüchen nicht genügen müssen - eher im Gegenteil.

    die Dunklen seien Stecher?


    "die Dunklen" was subsumiert man denn darunter? Es gibt ganz verschiedene Eigenschaften unter Völkern die mit DNA-Fingerprints eindeutig der Mellifera zugeordnet werden können. Noch bunter wird es, wenn man die sogenannte "Landrasse" anschaut, die von anderen halt auch der Mellifera zugerechnet wird.


    In einer Gegend mit nur dunklen Völkern kann man lange im T-Shirt imkern indem man nur die mütterliche Seite bearbeitet. Sind andere Rassen in der Gegend, reicht das nicht mehr aus, es muss auch die väterliche Seite bearbeitet werden. So ist zumindest meine Erfahrung.


    In Beeheads Link empfiehlt ja der Luxemburger flächendeckende KB. Er wird wissen warum.

    Das sollte uns doch schon was sagen....sowohl was Betriebsweise als auch Ernährung angeht. Oder?


    Das sagt uns, dass Bienenvölker vor allem dann überleben, wenn sie den Honigdieben nichts abgeben. Die Natur selektiert auf überleben und nicht auf die Unempfindlichkeit gegen Sauerbrut oder auf Sanftmut, Wabensitz, Schwarmträgheit und was es sonst noch so alles für menschliche Kriterien gibt.


    In natürlich reinrassigen Honigbienenpopulationen und ebenso in imkerlichen Beständen, die nicht ganz gezielt angepaart werden, stellt man eine sehr grosse Bandbreite von Eigenschaften fest. Das scheint der Honigbiene bereits in vormenschlicher Zeit nützlich gewesen zu sein. Schliesslich ist sie ein sehr altes Tier.


    Jetz kommt aber der Mensch und will nur noch die beste Biene der ganzen Welt halten. Ob das wohl gut herauskommt?

    Hier ein link von mir kompetenter Seite.



    Damit könnte man aber auch einen eigenen Faden starten.


    OT am Rande und nur weil Du es angschnitten hast: Apisuisse ist auch rassenübergreifend. Es ist bis jetzt bloss der BIVS ausgetreten.

    :-( dann hab ich die Osterglocken wohl umsonst gekauft.


    Bei mir sind die Narzissen neben ein paar Tulpen der einzige Kompromiss mit dem nichtimkerlichen Teil der Familie :) sonst ist alles Bienenweide.
    Angefangen bei den Gemüsebeeten, Kräuterbeet über Staudenbeete, Beerensträucher zu Obst und Heckenpflanzen.


    Tipps für Bienenweide kann man viele frei zugänglich im Internet finden. Hier nur ein Beispiel:
    http://www.imkerverein-celle-s…/bienenweidepflanzen.html

    muss man das alles verstehen, um erfolgreich Bienen halten zu können ?


    Das kommt ganz auf die Ziele an, die man sich setzt. Wer sich Zucht Richtung Varroatoleranz auf die Fahnen geschrieben hat, kommt aber wohl nicht umhin, sich mit biologischen Grundlagen zu beschäftigen. Esoterische Eseleien, die zu hohen Verlusten im Winter führen, könnten mancherorts durch mehr Wissen sicher verhindert werden.