Beiträge von Ludger Merkens

    Hallo Clemens,


    wenn ich dem Thread richtig gefolgt bin, geht es einmal darum im Winter bei extremen Temperaturen, einer Eisbildung unter dem Deckel vorzubeugen. Wenn das Wasser in der Deckelwanne sitzt, kann es sich nicht mehr unter dem Deckel sammeln und dort gefrieren. Gleichzeitig steht dieses Wasser den Bienen als "InDoor"-Tränke weiter zur Verfügung, sobald die Temperaturen (und das Eis) auftauen und die Bienen wieder aktiver werden.


    Gruß
    Ludger

    Hallo Zwiefelhof,


    du kommst aus Kanada, ich hoffe du sprichst außer Deutsch auch noch Englisch (Französisch spreche ich leider nicht)

    Zitat

    der Kasten ist gut um einen Teil seiner Bienen zu ertränken.


    würde übersetzt zu. "is suited to drown some of your bees". Meinst du das wirklich, oder meinst du "ist geeignet einen Teil seiner Bienen zu tränken" was ich versuchen würde als "is suited to water some of your bees", zu übersetzen. Wobei ich gerade mit Entsetzen feststelle, dass genau an dieser Stelle mein eigener Wortschatz im Englischen auch nicht mehr ausreicht. Also Gratulation für deine Sprachkenntnis und Danke, dass du über deine Erfahrung berichtest.


    Gruß
    Ludger

    Hallo Tom,


    Zitat

    Jetzt wirds lansam blöd.


    keineswegs. Sämtliche Hinweise die hier genannt wurden, haben einen ernsthaften Hintergrund. Die Dichte von Ameisensäure ist direkt von ihrer Konzentration abhängig. (Die Dichte von reiner Ameisensäure wurde genannt, die Dichte von Wasser kennst du). Um eine direkte Messung auf dieser Basis zu machen, bräuchtest du leider ein Aräometer, dass du mindestens auf zwei Stellen nach dem Komma genau ablesen kannst (und das auch eine entsprechende Messgenauigkeit hat). Für einen Vergleich einer Säure bekannter Konzentration mit einer Säure unbekannter Konzentration kannst du auch einfachere Mittel einsetzen. Da sowohl das Ei, als auch die Kartoffel eine Dichte knapp unter 1 haben, sind beide im Prinzip geeignet. (Sie werden entsprechend der Dichte der Flüssigkeit (Säure) unterschiedlich weit eintauchen, naja die Schale des Eis würde sich dabei wohl tatsächlich auflösen).


    Das Verfahren von Heese hat einen ebenso ernsthaften Hintergrund. Hierbei handelt es sich, wie schon in meinem Post erwähnt um eine Säure-Base Titration. Die Säure ist die Ameisensäure, die Base das Natriumhydroxid. Zu Beginn ist die Natriumhydroxidlösung recht stark alkalisch, der rote Beete Saft verfärbt sich deshalb lila. Tropfst du die Ameisensäure zu, (vorsichtig wird heiss und könnte spritzen (Handschuhe, Brille, Schutzmaske)), wird die Lösung nach und nach neutralisiert, bis du anhand der Verfärbung der rote Beete zu ihrer normalen Farbe (Indikator) erkennst, dass die Lösung jetzt neutral ist. (Endpunkterkennung) Wenn du zu viel Säure (noch mehr Säure) zugibst wird sich die Farbe nicht nochmal ändern, deshalb hat Heese geschrieben. Sobald sich die Lösung verfärbt und die Änderung bestehen bleibt. An der Eintropfstelle wirst du die Farbänderung viel früher beobachten können.


    Je stärker die Säure (höhere Konzentration) ist, umso weniger wirst du davon brauchen um diesen Effekt zu erzielen. Auch hier gilt, willst du auf diese Weise die Konzetration direkt ermitteln, brauchst du gute Geräte (NaOH Lösung bekannter Konzentration (sogenannte Maßlösung), Indikator mit passendem, engem Umschlagpunkt (Farbwechsel), geeichte, gut ablesbare Bürette etc.) und musst noch im Anschluss einige Berechnungen anstellen. (ermittelte Stoffmenge in Gewichtsprozent etc.)


    Für einen Vergleich mit einer bekannten Säure, kann man es wieder etwas einfacher halten. (siehe Post Heese) Das heisst aber nicht, dass die Chemikalien deshalb ungefährlicher werden. Normalerweise würde man das tatsächlich mit Schutzbrille, Handschuhen und unter einem Abzug machen. Wenn du "nach Heese" viel mehr eurer "schlechten" Säure brauchst, als von der z.B. in der Apotheke gekauften 60%igen, kannst du deshalb tatsächlich davon ausgehen, dass sie zu "dünn" war.


    Als guten Abschluss hat Heese sogar noch angeboten, dass du deine Ergebnisse hier veröffentlichen kannst. Ich gehe davon aus, dass er bereit wäre, bei der Interpretation zu helfen. Wenn du sauber arbeitest, kann man nämlich sogar einigermaßen abschätzen, wie dünn die Säure wirklich war. Aber nimm seinen letzen Hinweis bitte auch ernst:

    Zitat

    ach ja - Das Zeug ist gefährlich. Und weil die Welt so ist wie sie ist Rate ich niemanden dies Rezept nachzukochen!!!


    Ein Hinweis am Schluss noch: wenn die Ameisensäure aus einer einigermaßen sicheren Quelle stammt. (frisch gekauft in Apotheke, oder sogar nur im Imkerfachhandel) und eure Vermutung auf schlechter Wirksamkeit, oder langer Verdunstungszeiten basiert, sind andere Fehlerquellen, wie ein ungeeigneter Zeitpunkt, zu hohe Luftfeuchtigkeit, zu niedrige Temperaturen, ein nicht geschlossener Unterboden, falsche Positionierung des Verdunsters in der Beute, falsche Dosierung etc. etc. viel eher die Ursache für das Versagen der Behandlung, als eine zu niedrige Konzentration der Säure.


    Gruß
    Ludger

    Zitat

    Das mit dem flüssig füttern stimmt allerdings, ohne geht es nicht.


    Wenn Jantje auf Zuckerfütterung verzichten möchte. Würde es an dieser Stelle funktionieren, einen Teil der Honigernte im Volk zu lassen? Wenn nicht, würde es funktionieren, wenn man die zur Fütterung erkorenen Waben aufritzt und über Leerzarge zum Ausschlecken wieder aufsetzt?


    Gruß
    Ludger

    Zitat

    doch es wurde ja schon eine, wahrscheinlich durch Mutation zustandegekommene, Abweichung nachgewiesen.


    Auf die Häufigkeit von Mutationen, wirkt sich die nahezu ungeschlechtliche Vermehrung der Varroen natürlich nicht aus. Stellt sich mir die Frage, wie sich diese Vermehrungsstrategie auf die Verbreitung der Mutation auswirkt. Solange die Zellen nur einfach parasitiert sind, ist ja noch alles einfach. Da wird die neue Mutation sofort und ohne Abweichung weitergegeben. Wenn das aber nicht mehr der Fall ist (und die Säuredusche kommt) und im Falle einer Säureresistenzmutation die Varroenkonkurrez Platz macht und ... hmm kennt sich wer mit Populationsdynamikrechnungen aus?


    Gruß
    Ludger

    Hallo Molle,


    Zitat

    Über einen längeren Zeitraum ist zu erwarten, dass die V.d.population wieder heterogener wird


    Das sehe ich ähnlich, wenn man allerdings berücksichtigt, dass die "Geschlechtspartner", bei der aktuellen Populationsstruktur mit hoher Wahrscheinlichkeit gegenseitig im Verwandschaftsverhältnis von Klonen stehen, ist der Heterogenitätsgewinn im Mittel nur sehr gering. Die effektive Generationenzahl wird also noch weiter gesenkt.


    Gruß
    Ludger

    Zitat

    Frage: Ist es möglich, dass der von Omni beschriebene Zusammenhang heute so nicht mehr besteht, z.B. weil die Imkerschaft durch mehrere Jahrzehnte Drohnenbrutschneiden evolutionären Druck auf die Varroa ausgeübt hat und diese sich dank kurzer Reproduktionszyklen angepaßt hat?


    Wenn ich dies hier lese: http://edoc.ub.uni-muenchen.de/12025/1/Schneider_Verena.pdf -> Eher nicht. Danach unterliegt die Varroapopulation einer extremen Inzucht, so extrem, dass man von Klonen reden könnte. Aufgrund der Vermehrung über Geschwisterpaarung ist außerdem entweder mit extremer genetischer Stabilität zwischen den Generationen, oder bei positiven Mutationen, mit extrem schnellem Durchsetzen dieser Mutationen zu rechnen. Letzteres konnte aber nicht festgestellt werden.


    Ich zitiere aus der oben verlinkten Arbeit:

    Zitat

    Letzlich lässt sich die seit Generationen kaum veränderte Populationsstruktur, dadurch beschreiben, dass die Varroen einen gemeinsamen Ursprung haben und seither in Ihrer Genetik sehr konstant geblieben sind.

    (Der gemeinsame Ursprung ist darauf zurückzuführen, dass man aufgrund genetischer Untersuchungen davon ausgeht, dass nur sehr wenige Tiere, möglicherweise nur ein einziges begattetes Weibchen, den Wirtswechsel auf unsere Honigbiene durchgeführt hat)


    Unter diesem Gesichtspunkt kann man eine stärker virulente Varroa, oder eine stärker auf Arbeiterinnenbrut selektierte Varroa eigentlich ausschließen.


    Gruß
    Ludger

    Nur mal so ein paar ganz wüste Fragen:


    * Gibt es Untersuchungen, zum Mechanismus, mit dem die Milbe zählt, dass sie bereits das erste Ei gelegt hat?
    * Oder eine Voruntersuchung dazu: Wieviele männliche Milben halten sich in einer mehrfach parasitierten Zelle auf?


    Weis da jemand was zu?


    denn wenn man die Milbe vergessen machen könnte, dass schon ein Männchen da ist ...


    Gruß
    Ludger

    Hallo Andi,


    ich habe genau dieses Spiel vor einiger Zeit auch gehabt. Die Geschichte ist definitiv wackelig. Ich selbst habe die Hohenheimer Einfachbeute (Liebig), meine Imkerkollegen benutzen die Erlanger (Pfefferle?). Die Rähmchen mit den kurzen Ohren liegen so gerade eben auf. Solange die Beute ruhig steht und man keine Zargen kippt, geht das gut. Wenn man Rähmchen zieht, muss man allerdings aufpassen, dass man die Nachbarrähmchen vom Auflager nicht herunterstößt. Ich habe mir dann zwei Abstandshözer zurechtgeschnitten, die ich zur Zentrierung quer hinter die kurzen Ohren auf das Auflager gelegt habe.
    Diese Konstruktion wurde zwar von den Bienen verkittet, aber das war allemal besser, als die Unruhe die entsteht, wenn einem mal wieder ein Rähmchen in die Zarge abgerutscht ist. Die Rähmchen fallen übrigens nicht durch, sondern verkippen und verklemmen sich dadurch in der Beute.


    Gruß
    Ludger