Beiträge von Ludger Merkens

    Danke für die Information!

    ... jetzt könnte man eventuell manche "Ausreißer" bei der Selektion erklären... und wenn das so ist, wie von Genersch beschrieben, dann hat das auch Implikationen auf die Varroa-Selektion.....

    Nein, mit Varroa-Selektion hat das nichts zu tun. Aber mit Virenselektion.


    Damit ist dies ein möglicher Grund, warum es BOND Völker gibt, die in fremder Umgebung ihre Varroatoleranz nicht aufrecht erhalten können. In einer durch Überleben herausselektierten Bienenpopulation, sind die Völker, deren Milben mit DWViren befallen waren, die sich dort auch vermehren können gestorben. (Und die Viren damit mit)

    Übrig bleiben Völker mit DWV Stämmen, die nicht so viral sind. Da die BOND Population weitgehend geschlossen ist, kommen kaum Milben (und insbesondere keine Viren) von außen herein, also überleben die Völker.

    Nimmt man aber die Bienen, bringt sie in eine neue Umgebung (mit anderen Viren), geht das Sterben von vorne los.


    Ist eine reine Hypothese, aber würde den Effekt erklären.


    Gruß

    Ludger

    Hallo Andreas,


    Wenn du die Brut komplett entfernt hast, brauchst du keine Ameisensäure mehr. Du brauchst auch keine Oxalsäureblockbehandlung; es schlüpfen ja keine Bienen und damit werden auch keine Milben freigesetzt. Eine einmalige Oxalsäurebehandlung reicht aus. Alles andere ist zusätzliche Belastung.


    Clas hat alles gesagt. Eng halten, Flugloch klein, für Futter sorgen, Stress vermeiden.



    viel Glück
    Ludger

    Wenn nur 20 ml drauf kommen, können auch nur 20 ml verdunsten.

    Ja, aber diese 20ml sind sofort auf dem Docht (Schwammtuch) und verdunsten sehr schnell - und nicht über den Tag verteilt. Die Konzentrationsspitze ist dadurch deutlich höher.* Um diese Spitze ein klein wenig abzumildern, wird ja empfohlen mit gekühlter Ameisensäure zu arbeiten.


    Gruß
    Ludger


    * außer der Nassenheider läuft aus - dann ist der große Tank natürlich ein Risiko.

    Ludger, nicht vergessen darfst du das Thema Mutationen und "ereignisgesteuerte Vererbung" im Bereich rdna, wenn ich letzteres richtig verstanden habe.


    Liebe Grüße Bernd.

    Ja, das Thema Mutationen ist, wenn wir von "Zucht" bzw. "Selektion" sprechen, außen vor. Es bleibt als zusätzliche Möglichkeit im Hinterkopf, ist aber nichts, womit man plant. Wir beeinflussen durch unsere imkerlichen Schritte ja nicht, dass Mutationen auftreten. (Oder setzen wir Mutagene ein?)


    Klar, sobald eine Mutation auftritt, unterliegt sie als "genetischer Unterschied" der Selektion. Durch den fehlenden geschlechtlichen Austausch der Milbe, wird diese (neue) Eigenschaft aber nicht schnell in der Population weitergegeben. Andererseits wird sie aber auch sehr sicher "rein", an die nächste Generation weitergegeben, so dass man in diesem Fall, wenn sich die Mutation stark auswirkt, eine neue Population mit anderen Eigenschaften vorliegen hätte.


    "Ereignisgesteuerte Vererbung" , ich vermute du meinst "Epigenetik" , verändert das Erbgut nicht, sondern, aktiviert, bzw. deaktiviert bestehende Sequenzen in der DNA. Diese Aktivierung ist zwar in gewissem Maße erblich, verändert aber die Grundstruktur der genetischen Information nicht. Es werden "lediglich" bestehende Anlagen ein- und ausgeschaltet. Dies ist aber ein Mechanismus, mit dem Resistenzen gegen Gifte aufgebaut und weitergegeben werden können, die sich anschließend wieder verlieren.


    Gruß
    Ludger

    Darüber hatte ich mir jetzt auch mal Gedanken gemacht.

    Irgendwann sind nur noch "dumme" Milben da, die einfach nicht in die Fangwaben gehen wollen.

    Oder ist das alles Quark und es ist alles Zufall wann welche Milbe wohin geht:/

    Der Einsatz von Fangwaben ist tatsächlich ein wenig eine Ausnahme. Hier werden die Milben geschont, die eine verlängerte phoretische Phase haben, sich also langsamer vermehren als der Durchschnitt. Das wären dann zumindest unter diesem Gesichtspunkt auch die Milben, die den Bienen weniger Probleme bereiten.


    Angesichts der geringen genetischen Breite der Milben, sie sind ja in höchstem Maße "ingezüchtet" und damit genetisch sehr stabil, kannst du aber durchaus recht haben - und es ist alles Quark, was die Annahme der Milben"züchterei" angeht. Wo es keine genetischen Unterschiede zwischen den Milben gibt, kannst du auch keine Unterschiede selektieren. Ansonsten ist es ein Spiel der großen Zahlen. Auch kleine, sehr seltene Unterschiede werden sich durchsetzen, wenn die Situation oft genug auftritt.


    Gruß

    Ludger Merkens

    Das nicht. Aber liest Du irgendwo "Königin nach Oxalsäurebehandlung verschwunden" oder "Tote Bienen nach Milchsäurebehandlung"?

    Ja, akute Schädigungen durch Ameisensäure sind relativ häufig und recht gut sichtbar.


    Wenn einfach die Behandlung nicht funktioniert, sieht man das oft erst später im Jahr, oder gar erst im kommenden Frühjahr - wenn die Kiste leer ist. Manchmal sogar erst eine ganze Saison später - wenn nämlich das Volk mit hoher Milbenlast ins Jahr startet, sich so einigermaßen durch die Saison schleppt und erst in der nächsten Sommerbehandlung auffällig wird.


    Behandlungen mit Milch- oder Oxalsäure, sollten immer bei Brutfreiheit durchgeführt werden. Als Sommerbehandlung kommen dafür die Brutentnahme oder Die Käfigung der Königin in Frage (Scalvini). Für letzteres ist es vermutlich zu spät. Für Brutentnahmen läuft das Zeitfenster auch sehr bald ab.

    Wenn aber jetzt - eine Woche nach Beendigung der Ameisensäurebehandlung keinerlei Brut mehr vorhanden ist, ist dieser Zustand auch hergestellt. Du kannst also einfach und effektiv mit Milch- oder Oxalsäure sprühen und zumindest das Thema Milbe erledigen.


    Das wichtigste Problem, was du joeyfan jetzt hast, ist sicherzustellen, dass eine legende Königin in die Beute kommt. Nach Stiften hast du schon gesucht - dann ist es jetzt Zeit für eine Weiselprobe. Wenn die Weiselprobe positiv ist, kannst du recht sicher eine Königin zusetzen. (Du kannst ja schon vorher recherchieren, wo du eine Königin herbekommst.)


    Wenn die Weiselprobe negativ ist, wird es schwieriger. Du kannst Glück haben, dass eine Königin im Volk ist, aber (noch) keine Eier legt. Da wäre der sichere Weg - Königin suchen, finden und austauschen. Das Risiko, dass eine junge Königin, die während einer Ameisensäurebehandlung geschlüpft ist, beschädigt ist, ist hoch. Wenn die alte Königin, eine Woche nach der Ameisensäure noch keine Eier legt, ist auch irgendwas nicht in Ordnung. Glücklich ist dieser Fall deshalb, weil dann die Gefahr, dass in dem Volk Drohnenmütterchen entstehen, sehr gering ist.


    Wenn du nach der Ameisensäurebehandlung noch nicht gefüttert hättest, gäbe es noch den Fall dass das Volk aufgrund von Trachtmangel nicht in Brut geht, aber die alte Königin ansonsten noch munter ist. Hier kann man dann mit einer kleinen Portion Futter reizen und nochmal ein paar Tage auf Eier warten. Da dein Volk aber bereits Futter abnimmt, kannst du diesen Fall auch ausschließen.


    Anderenfalls solltest du versuchen, einen erfahrenen Kollegen an die Beute zu holen. Auch wenn sich vielleicht niemand als Dauerbetreuer findet, gibt es ja vielleicht die Chance, dass für eine einmalige Aktion jemand kommt. Mit jedem Tag, den du verstreichen lässt, steigt das Risiko, dass das Volk drohnenbrütig wird (und dann keine Königin mehr annimmt)


    viel Glück
    Ludger

    Hallo Chris,


    Luffi hat das eigentlich schon gesagt. Aber zur Verdeutlichung - mit anderen Worten nochmal. Standbegattete Nachzuchten zu beurteilen, um daraus einen Drohnenspender auszuwählen, ist schwierig. Die Anpaarung der potentiellen Drohnenspender muss schon einigermaßen einheitlich sein, damit sich der genetische Einfluss der Vaterseite ausgleicht und der mütterliche Anteil (der Teil der Genetik, den das Drohnenvolk weitergibt) sichtbar wird.


    Mit einer einzelnen Tochter deiner Drohnenlinie kommst du deshalb nicht weit. Wobei - wenn du sowieso nur eine Königin zur Verfügung hast, spielt Standbegattung dann auch keine Rolle mehr.

    Idealerweise aber wirst du auch die Drohnenspender selektieren wollen, um das Potential einer instrumentellen Besamung wirklich voll ausnutzen zu können.


    Auch auf gut geführtren Belegstellen, werden die Drohnenvölker vorselektiert. Belegstellen haben außerdem den Vorteil, dass direkt über die Vitalität des Drohns selektiert werden kann.


    Gruß
    Ludger

    Wenn du die Drohnenvölker die Saison über anständig pflegst kannst du theoretisch die ganze Saison über aus dem Stand besamen (nicht täglich aber alle 2 Wochen) und das von Vaterlinien die du bestimmst, nicht das was auf der Belegstelle steht.

    Das ist ein ganz wichtiger Punkt, der für den vermehrten Einsatz von instrumenteller Besamung spricht. Jedes Besamungsgerät, das wirklich im Einsatz ist, entspricht einer eigenen Belegstelle, in der Hinsicht, dass damit weitere Drohnenlinien aufrecht erhalten werden können. Dies fördert in hohem Maße, die genetische Breite der Bienen.

    Umgekehrt fördert der Einsatz eigener Drohnenlinien natürlich auch das Risiko von (lokaler) Inzucht, über das züchterisch sinnvolle Maß hinaus. Man wird deshalb im Normalfall nicht darum herumkommen, fremde Genetik mit in den eigenen Zuchtplan aufzunehmen, z.B. auch durch den Besuch von Belegstellen.


    Gruß
    Ludger

    Alternativ könnte ich die weisellosen Einheiten natürlich auf 2 weiselrichtige M+ drauf werfen, aber dann müsste ich noch Wirtschaftsvölker für Mini-Kunstschwärme schröpfen, wenn die Königinnen da sind, und da will ich eigentlich nicht mehr groß dran rumwerkeln.

    Das würde ich machen. Zwischendurch füttern - damit sie nicht aus der Brut gehen. Und dann um diese Jahreszeit nicht mit Kunstschwärmen starten, sondern diese so verstärkten weiselrichtigen M+ wieder schröpfen, um neue M+ mit jeweils 1 besser 2 Brutwaben neu zu bilden.


    Gruß
    Ludger

    "Adamstarter geht immer".


    Das ist der große Vorteil dieses Verfahrens. Bruder Adam musste bei recht rauhen klimatischen Bedingungen arbeiten. Entsprechend blieben ihm nur Methoden, die auch in Randzeiten noch funktionieren. Wenn du die (gesunde) Brut dafür zusammenbekommst, wird dir der Adamstarter auch Zellen pflegen.


    Gruß
    Ludger

    Hallo Bernd,


    Zuchttrog, wie ihn Ralf Kolbe hier vorstellt:

    Video Bau eines Zuchttroges I

    Video Bau eines Zuchttroges II

    Einsetzen einer Zuchtleisten in den Zuchttrog


    Ich hatte dieses Jahr, einen solchen Zuchttrog die erste Saison im Einsatz. Ich habe ihn zwar nicht jede Woche sondern eher so alle 14 Tage beschickt. Es scheint sich aber abzuzeichnen, dass er im Laufe der Zeit eher besser, als schlechter pflegt. Die letzte Serie ist jetzt bei mir kurz vor Schlupf, mit guter Annahme.


    Probleme:

    - 2 Völker im Dauereinsatz für die Vermehrung. (Also relativ hoher Materialeinsatz)

    - unbewegliche Spezialkiste. (Nochmal Materialeinsatz)

    - regelmäßige Kontrolle und Pflege, damit er in Zuchtstimmung bleibt (Arbeit und evtl. Futter)

    - der weisellose Teil des Troges ist ein Jungköniginnenmagnet. Das hat mich mindestens 2 Serien und einiges an Sucherei gekostet.

    - je nach Königinnenbedarf - hat man viel zu viele Königinnen.


    Wegen des Aufwands (und der Anlaufphase) wird der Trog erst wirklich spannend, wenn du (übers Jahr) dreistellige Königinnenzahlen planst.


    Gruß

    Ludger

    Kommt hin, vielleicht sind es bei mir auch noch 2 Hütchen. Aber ok, muss ich selber experimentieren.


    Bin ja mal gespannt, was ich demnächst für Produktvorschläge bekomme, wenn ich bei Amazon eine Großpackung Räucherstäbchen kaufe ...


    Gruß
    Ludger