Beiträge von Ludger Merkens

    Hallo Gissfred ,

    Da die Milben sich von den Bienen in der Brut einschließen lassen um sich zu vermehren, sind sie bis zum Schlupf der Biene auch eingesperrt und können die Brutzelle nicht verlassen, bis die Biene schlüpft. Deshalb hast du in einer Zelle mit Milbenbrut auch immer die erwachsene Muttermilbe, die natürlich genauso aussieht, wie du eine Milbe kennst.

    Neben der Muttermilbe hast du meist auch eine erwachsene Tochter, die ebenfalls aussieht wie du es von Milben gewohnt bist. Vielleicht etwas heller. Nur die nicht erwachsenen jüngeren Milben und das Männchen sind unauffällig hell und fallen nicht ganz so leicht auf.


    Um dir einen Überblick über den Brutbefall zu verschaffen musst du selbst bei höherem Befall schon mindestens 50 Zellen öffnen, um eine Aussage machen zu können. Milben sitzen gerne in Clustern an einer Stelle dicht in Nachbarschaft und dann wieder viele Zellen lang gar nichts.


    Gruß
    Ludger

    Hmm,


    ich glaub' ich mach' demnächst nochmal 'ne Sendung zu dem Thema.


    Ansonsten zähle ich nicht die Milben in der Brut, sondern wieviel Prozent der gefundenen Milben sich hätten vermehren können. Allerdings - Wenn die Milben sich nicht vermehren können, dann wirkt sich das natürlich auf Dauer auch auf die Anzahl der Milben in der Brut aus.
    (Nennt sich SMR (supressed mite reproduction)


    Werkzeuge: ungeriffelte Pinzette, Mikroskop (Stereolupe) und "1-2 Klicker zum Zählen"


    Gruß

    Ludger

    Steak souvet wird auch in einer Tüte zubereitet. Auch wenn die Luft etwas isoliert, ich würde sie bei der Brut nicht komplett absaugen wollen. Zuschweissen ist vermutlich sinnvoll.


    Andererseits bin ich der Meinung - wenn man es nicht für > 20 Völker skalieren kann, ist das Verfahren letztlich uninteressant.


    Gruß
    Ludger

    Konsequent kennt der nicht, es gibt immer wieder wichtige Sachen. Meinst du so richtig klassich TBE klappt noch ?

    Bis bald

    Marcus

    Es kommt natürlich auf den Zustand der Völker an. Aber wenn bisher noch gar nichts passiert ist und wenn ihr es schafft DIESES Wochenende die Brutentnahmen zu machen, sofort einen großen Futterstoß (8l unverdünnten Sirup) gebt, sollte das noch gutgehen. (Wenn Teilen und Behandeln schon gelaufen ist - keine TBE mehr anhängen!)

    Dann nächstes Wochenende wirklich die Fangwabe entnehmen (und evtl. mit Oxalsäure sprühen) sonst geht das auf lange Sicht doch noch schief.

    Aber mit ein wenig Glück sind zu dem Zeitpunkt die gegebenen Mittelwände schon komplett ausgebaut. Ihr müsst die Völker im Futter halten, dass sie Futterkränze aufbauen. Noch eine Woche später werden die Völker optisch zusammenbrechen, aber sie sollten noch auf Einwinterungsstärke kommen. Werden bis zum Frühjahr vielleicht keine Raketenvölker mehr, aber sie sollten im Frühjahr ankommen.

    Die Brut müsst ihr aber leider vermutlich ebenfalls SOFORT einschmelzen. Die Gefahr, dass ihr da eine Milbenschleuder hättet ist sehr groß und normalerweise sind die jetzt schlüpfenden Bienen so stark vorgeschädigt, dass sie für den Aufbau von neuen Ablegern leider unbrauchbar sind.

    Hättet ihr die selbe Aktion vor 4 Wochen gemacht, wären aus der Brut noch schöne Ableger geworden.


    viel Glück.

    Ludger

    Zur Ameisensäurebehandlung
    wenn die Beuten nicht in der prallen Sonne stehen
    wo ist dann das Problem zur Not kann man ja für Schatten sorgen


    Ja - Schatten ist ein mächtiger Verbündeter. Am liebsten naürlicher von einem größeren Baum.


    Und auch der zweite Satz von Uwe ist wichtig - wir sind am hinteren Ende der ersten Sommerbehandlung angekommen. JETZT muss etwas passieren (wenn noch nichts unternommen wurde)


    Gruß
    Ludger

    Nannyo


    Sich über viele verschiedene Verfahren und Medikamente zu informieren ist super. Man darf nur nicht den Fehler begehen das unter der Vorgabe zu tun, nach der einzig besten Behandlungsmethode suchen zu wollen.


    Man kommt als Imker leider nicht darum herum, mindestens 3-4 Verfahren zu beherrschen und je nach Situation einsetzen zu können. Wann setze ich Oxalsäure ein, wann Ameisensäure? Wann helfen Brutentnahmen weiter und wann komme ich vielleicht sogar um systemische Varroazide nicht herum? Mit welchen Wirkungen und Nebenwirkungen muss ich rechnen, wenn ich zu welchem Medikament greife? Wie kann ich das evtl. kompensieren? Welche konsequenzen hat eine Behandlung evt. auf die weitere Saison des Volkes?


    Jahreszeit, Zustand der Völker, Zu erwartende Tagestemperaturen, verfügbare Stellplätze, verfügbares Material, Trachtbedingungen - all das spielt eine Rolle. Wegen der Vorbedingungen der Völker werden von den Instituten am liebsten komplette Systeme beworben. Aber das hilft nicht mehr weiter, wenn der Faktor Mensch dazu kommt. Man wird krank, jemand anderes wird krank. Die Familie will in Urlaub. Die Zusatzzarge für die TBE wird nicht geliefert. Perizin wird nicht mehr vertrieben. (Gilt offensichtlich auch für Bayvarol und MAQs) Das Wetter spielt bei der Ameisensäurebehandlung nicht mit. Die Liste lässt sich fortsetzen.


    Für alle diese Fälle muss man einen Plan b) in der Tasche haben. Nur dann kann man das machen, was Ralf so scheinbar abschätzig einmal "Reaktives Imkern" genannt hat. Tatsächlich versteckt sich dahinter aber eine große Kunst. Angemessen reagieren kann man nämlich nur, mit dem entsprechenden Wissen. Dem mentalen "Werkzeugkasten" um auf solche Situationen erst reagieren zu können.


    Als Daumenregel kannst du sagen: Wenn jemand nur ein Verfahren empfielt, ist da entweder jemand selber dumm, oder hält dich dafür. Wenn Imkern einfach wäre, wäre es doch langweilig...


    Gruß
    Ludger

    Ich habe den Artikel mal schnell überflogen. Es geht dort nicht darum den Honig zu verflüssigen, sondern flüssigen Honig so zu verändern, dass er a) nicht - oder langsamer - kristallisiert und b) besser gegen Gärung geschützt ist.

    Der Wirkmechanismus zielt hauptsächlich darauf, im Honig vorhandene Hefen durch eine gemischte thermische und Ultraschall- Behandlung abzutöten.

    Das eingesetzte Ultraschallgerät arbeitet bei "Marktüblichen" Frequenzen von 42khz und hat eine Leistung von max. 320w.


    Gruß
    Ludger

    Hallo Rudi,


    ja, dass die Milbe zur Vermehrung in die Brut steigt und sich dort auch im Futtersaft aufhält ist unstrittig. Die Frage ist: ab welchem Zeitpunkt der Brutentwicklung tut sie das, bzw. ab wann wirkt sich die Existenz von (offener) Brut auf den Behandlungserfolg bei Sprühbehandlungen aus?

    Ich habe hier bisher nur sehr vaage Aussagen gefunden. Gibts da irgendwo genauere Untersuchungen?


    Gruß
    Ludger

    Was die Gefahreneinschätzung angeht, bin ich bei Kikibee.

    Wenn du dein Wachs dennoch sicher entkeimen möchtest, dann dürfte die kleinste Variante ein Wachsklärbehälter mit Isolierung Temperatursteuerung und Thermoöl als Wärmeüberträger sein. Das geht so ab 1500,-€ los. Da kommt dann meist aber das Thermoöl noch dazu,


    Ich würde da zu einem pragmatischen Zwischenweg raten. Such dir einen Umarbeiter (möglichst in der Nähe) der dir dein eigenes Wachs zurückgibt. Entweder machst du mit dem einen Deal, dass er dir das Wachs nur klärt und desinfiziert, oder du lässt alle 2-3 Jahre dort umarbeiten.


    (Alternativ bietest du deinen Imkerkollegen das Wachsklären als Service an und beisst in den sauren Apfel der Anschaffung und Lagerung des Gerätes)


    Gruß
    Ludger

    Nabend ...

    Du wirst die Brutscheunen nochmal durchsehen müssen. Notfalls wirst du die Bienen sogar sieben müssen. Wenn ich die Terminpläne von Baltrum richtig im Auge habe, ist der letzte Termin schon ziemlich nahe - für Tests mit Weiselproben hast du also keine Zeit mehr. Denn - vermutlich hast du trotz aller Vorsicht irgendwo eine Zelle übersehen und es läuft eine unbegattete Königin in den Sammlern herum. Die muss raus. Die Fütterung mit Sirup ist dagegen vermutlich kein echtes Problem. Hauptsache die Bienen hatten keinen Hunger.

    Wenn du die Sammler mit knappem Bienenbesatz gebildet hast, ist unter Umständen auch die Bienendichte nicht hoch genug. Dann nimm eine kleinere Beute (Ablegerkasten) oder mach die Beute künstlich kleiner (Futtertaschen an den Rand). Du kannst auch mit den Bienen aus dem zweiten Sammler, den Sammler der "ziehen" soll verstärken. Dann solltest du aber sicherheitshalber mit dem geplünderten Sammler abwandern um Räuberei zwischen den Kisten zu vermeiden. Über die Futtertaschen am Rand kannst du auch gleich in moderaten Portionen füttern.

    Nach der OP einfach neu Belarven - mehr als schiefgehen kann es ja nicht. Aber egal was du machst - die Königin muss raus und solltest du den Sammler verstärken wollen, leg ein Abspergitter auf, wenn du die Bienen dazustößt, dass auf keinen Fall dabei eine Königin eingeschleppt wird.


    viel Glück

    Ludger

    Frau Aumeier empfiehlt eine Büroklammer, wo man ein Kunststoffnäpfchen mit Heißkleber aufklebt. Belarvt und in die Wabe gesteckt ... klappt.

    Da blüht alles, Ludger Merkens war mit, da würde NIEMAND glauben, daß das Futter knapp werden könnte. Aber, dreißig Völker trocken. Ich schlafe jetzt deutlich besser mit Waage.

    Ja - kann ich bestätigen. Ich nehme deshalb, wenn ich den Honig aus der Akazie hole Futterpakete mit, denn eigentlich sollten die Völker in der dort hochkommenden Brombeere noch stehenbleiben. Aber bei den Waagstockergebnissen ...