Beiträge von Ludger Merkens

    Aber es müssen ja auch reichlich fettgefressene Jungbienen mit funzenenden Futtersaftdrüsen die Brut bzw. hungernde Bienen füttern bzw. Wachsbau im Hr betreiben


    Im Kolossos Projekt, wird der Honigraum (vorzugsweise direkt über dem Brutnest), gleichwertig neben einer Randwabe des Brutraums genannt. Dort werden 120ml Bienen für die Ausschüttelung mit Puderzucker empfohlen.


    Gruß
    Ludger

    Wir reden hier unter uns Imkern, nicht mit Kunden.

    Da sollte man präzise sein und sich so fachspezifisch (und damit Mehrdeutungsfrei) ausdrücken, wie möglich.

    Und selbstverständlich rede ich gegenüber Kunden auch bei Ameisensäure und Oxalsäure von Medikamenten. Allerdings sage ich auch, welche das sind. Die meisten Kunden können tatsächlich selbst beurteilen, was problematisch ist, und was nicht. Die sind meist auch nicht dümmer, als wir.

    Ich hätte tatsächlich das Gefühl meine Kunden anzulügen, würde ich - gefragt, ob ich Medikamente einsetze - dies verschweigen.


    Gruß
    Ludger

    Hallo Martin,

    Das sind biologische Säuren, alle ohne Apothekenpflicht, ich würde sie nicht als Medikamente sprich Pharmazeutika bezeichnen. Wo würde das aufhören? Sind Zitronensäure und Essigsäure dann auch Medikamente?

    Die eindeutige Nutzung des Begriffes würde ich bei der Definition von Medikament sehen:

    Zitat


    Ein Arzneimittel (von arznei: Heilkunde, Heilkunst, Heilmittel, Arzneimittel, Pharmazie) oder gleichbedeutend Medikament (lateinisch medicamentum ‚Heilmittel‘) ist ein Stoff oder eine Stoffzusammensetzung, der bzw. die „zur Heilung oder zur Verhütung menschlicher oder tierischer Krankheiten“ bestimmt ist oder sich zur Beeinflussung physiologischer Funktionen eignet oder eine medizinische Diagnose ermöglicht.


    Demnach ist jeder Stoff, den man einbringt, um eine entsprechende Heil- oder Diagnosewirkung zu erzielen ein Medikament. Wenn ich also Bienen mit Puderzucker ausschüttele, um den Varroabefall zu messen - Diagnose. Ist der Puderzucker ein Medikament.


    Invertiere ich Puderzucker mit Hilfe von Zitronensäure - sind weder Zitronensäure noch Puderzucker ein Medikament, sondern Futter (vorsicht HMF berücksichtigen). Setze ich gezielt Zitronensäure zu, um über den pH-Wert eine physiologische Funktion zu beeinflussen - wird Zitronensäure selbstverständlich zum Medikament.


    Hier geht es nur um Sprache, aber vor derm Hintergrund der obigen Definition, empfinde ich eine Formulierung wie "Ohne Medikamente und Säuern" als überflüssige Verdoppelung, ja sogar für falsch, weil nahegelegt wird, dass diese Säuren, keine Medikamente wären.


    Ich erwarte tatsächlich, wenn jemand von sich behauptet, er (oder sie) würde ohne Medikamente imkern, dass auch keine organischen Säuren eingesetzt werden. (Die Puderzuckerdiagnose würde ich tatsächlich geflissentlich ignorieren)


    Ich pflichte dir bei, wir sollten eine eindeutige Sprache nutzen. Aber diese sollte sich auch an die entsprechenden Definitionen halten.


    (Redet jemand von behandlungsfreier Imkerei, fallen selbstverständlich auch alle Brutentnahmen, gezielte Ablegerbildung, Drohnenbrutschneiden etc. weg. Aber das ist dann wirklich die nächste Definition. Allerdings, kommt mir ein Veterinär mit Behandlungspflicht - würde ich tatsächlich diese Behandlungsformen anführen.)


    Also Martin - viel Erfolg beim Imkern ohne Medikamente - aber die Puderzuckermethode, oder auch alternativ die CO2 Methode, möchte ich dir (für die Diagnose) dringend ans Herz legen.


    Gruß

    Ludger

    Rommerskirchen ist wie Standbegattung :)

    Moin Ralf,

    das mag für jemanden wie dich (und deine direkten Nachbarn) stimmen. Aber du hast >100 Völker mit mindestens brauchbaren Herkünften auf deinen Ständen. Das ist nur sehr bedingt mit den Verhältnissen einer klassischen Standbegattung zu vergleichen.


    Aber du hast natürlich Recht: Rommerskirchen ist eine Gebrauchsbelegstelle, die bietet keine kontrollierte Anpaarung im Sinne einer Zuchtplanung. Wenn man in diese Richtung gehen will, ist Rommerskirchen kaum besser, als Standbegattung.


    Aber was Fortbildung, Gesprächsmöglichkeit, Erfahrungsaustausch etc. angeht, scheint auf Rommerskirchen eine recht gute Stimmung zu herrschen. Gerade für den Anfänger im Bereich Königinnenzucht - optimal.


    Gruß
    Ludger

    Hallo Georgie,


    das mag ich nicht abschätzen. Hier kommen unterschiedliche Faktoren zum tragen. Man muss die genetische Lotterie im Hinterkopf haben. Obwohl in Deutschland, die meisten Berufsimkerein im internationalen Vergleich relativ klein sind, halten aber etliche von ihnen mehr Völker, als die Institutsimkerein. Damit ist die Chance, wirklich gut geeignete Völker im Bestand zu haben, im Umfeld der Berufsimkereien einfach größer.

    Die Untersuchungsmöglichkeiten, die systematische Überwachung und auch die wissenschaftliche Auswertung der erfassten Daten, kann von den Instituten natürlich besser geleistet werden. Aber auch da wundert sich der Laie, welche Ausrüstungen bei einigen Profis (Berufs, wie "Hobbyimker"), zur Verfügung stehen.


    Ich denke, dass die wirklichen Erfolge am ehesten in Kooperation zu erwarten sind. Und die jüngsten Projekte, die eben diesen gemeinschaftlichen Weg einschlagen, machen mich optimistisch.


    Die für den Agrarbereich sehr spezielle Struktur der Imkerei, dass die überwältigende Mehrheit der "Betriebe" sehr klein ist, (< 10 Völker) in der Kombination mit der speziellen Paarungsbiologie der Honigbiene, führt aber dazu, dass eine Anpassung in der allgemeinen Imkerpraxis tatsächlich auch eine wichtige Säule dieser Bemühungen sein wird.


    Gruß

    Ludger

    Erwerbsimkerei bei gleichzeitiger Züchtung varoarisistenter Bienen schließt sich somit aus!

    Das halte ich für zu kurz gedacht.


    Ich habe hierzu interessante Amortisationsrechnungen eines Berufsimkers gesehen, der von einer Pauschalbehandlung seiner Völker, auf eine Behandlung nach Schadschwellen umgestellt hat. (Behandlung jeweils mit Ameisensäure)


    Er hat dabei Medikamentenkosten (AS ad. us vet.), Zeit für die Behandlung (Stundensatz), Zeit für die Varroabeprobung (Stundensatz) und (bei professioneller Durchführung) gesenktes Risiko für Auswinterungsverluste gegenübergestellt.

    Schon bei Gegenüberstellung der ersten Faktoren (ohne Berücksichtigung der Auswinterungsverluste) stellte sich für ihn heraus, dass er mit schadschwellenorientierter Behandlung (wenn auch nur wenig) günstiger fuhr. Die zusätzlich verringerten Winterverluste, machten das Bild für ihn eindeutig. Grundlage für seine Berechnungen, waren dabei seine eigenen Betriebs-Aufzeichnungen.


    Voraussetzung für den Erfolg einer solchen Vorgehensweise, ist sicherlich eine genaue Beobachtung der Völker. Messung, Aufzeichnug, Auswertung und Berücksichtigung der Befallsdaten.


    Zusätzlich erhielt er durch dieses Behandlungschema natürlich wertvolle Informationen, für die Selektion seiner Bienen. Wodurch sich langfristig sein Aufwand für die medikamentöse Behandlung (Medikamenteneinsatz und Arbeit) noch weiter senkte.


    Ich fand diese akribische Rechnerei mit Stundensätzen, Ermittlung von Arbeitsminuten etc. im ersten Augenblick ein wenig albern, aber letztlich liegt genau hier der Unterschied zwischen einer amateurhaften und einer professionellen Arbeitsweise.


    Festes Behandlungschema nach Kalender und Varroaresistenz-Züchtung sind hingegen schwierig zu vereinbaren. Selbst wenn man sich ausschließlich auf Tests, wie Ausräumverhalten (egal ob allgemeine Hygiene, oder VSH/SMR Daten), oder auch Varroabefall zu einem Behandlungszeitpunkt verlässt, bin ich skeptisch, dass dies auf Dauer trägt. Ohne Belastungstest, durch Einschränkung/Einstellung der Behandlung wird man kaum zum Ziel kommen. Was nicht heisst, dass diese Tests wertlos wären. Gerade VSH/SMR Verhalten scheint ein sehr wertvolles Signal für die Resistenzzucht zu liefern.


    Gruß
    Ludger