Beiträge von Ludger Merkens

    Hi André,



    Auch in der letzten Version vom schweizerischen Bienenvater, im Band Zucht, findet sich dieser Hinweis auf die Relevanz der Verdeckelungszeit in Bezug auf die Varroa, bzw. deren Vermehrung.


    Dein Experiment zielt mehr darauf hin, die Einflüsse der Betriebsweise auf die Verdeckelungszeit der Bienen zu untersuchen. Ich will deine Idee nicht totreden, bevor es ausprobiert wurde. Aber ein paar Probleme scheinen offensichtlich:


    * Im Schaukasten an der Außenwand, selbst wenn thermisch isoliert, sind eigentlich Fehler vorprogrammiert.
    * Ich halte die Anordnung in Streifen für ungünstig. Die Zonen, in denen das Wabenwerk einigermaßen durchgängig ist, sind ungünstig proportioniert. Es gäbe mehrere lange Brüche, bzw. Unruhezonen in der Wabe. Außerdem wäre die Nutzung der verschiedenen Streifen vermutlich uneinheitlich. (Honigkranz) Ich würde einem Schachbrettmuster den Vorzug geben (4 Felder)


    * Gefallen tut mir, dass man so ganz nebenbei mitbekommt, ob eine Vorliebe der Königin für einen bestimmten Wabentyp vorliegt.
    * Wie kriegt man die Königin überhaupt dazu, außerhalb des eigentlichen Brutnestes zu stifen? (Wenn man nicht grade einen echten Schaukasten mit nur einer Wabe nebeneinander für das Experiment einsetzt?)


    Gruß
    Ludger

    Hallo,


    das Thema, Verdeckelungszeiten beobachten will mir nicht so richtig aus dem Kopf. Ich denke darüber nach, ob man, in Anlehnung an den Nadeltest, einen Wabenabschnitt markiert, (z.B. mit jüngsten Maden) und nach entsprechender Wartezeit, die Schlupfrate in diesem Bereich auswertet.


    Zur Vorüberlegung: Gibt es Zeiträume, gemeint sind Tageszeiten, an denen mehr Bienen schlüpfen, als an anderen?



    Gruß
    Ludger

    Hallo Bernhard,

    Die alten Waben hatten dagegen eine signifikant verringerte Brutsterblichkeit!


    Sehr interessant, weil zuerst einmal nicht intuitiv, da der vielbeschworenen Wabenhygiene entgegenlaufend. Im verlinkten Abstract steht, dass das Alter der Brutwaben nicht bekannt war. Da stellt sich mir die Frage, wie alt dürfen solche Waben sein, dass die positiven Effekte nicht von Hygieneproblemen wieder aufgehoben werden. Oder besser noch, woran erkennt man (alte) Brutwaben, die Krankheitsherd wären und woran solche, die sich sogar negativ auf die Brutsterblichkeit auswirken.


    Gruß
    Ludger


    Allerdings fällt mir auch kein Verfahren ein, wie man das beobachten könnte ohne auf das Ergebnis einzuwirken.


    Für ein Zuchtkriterium wäre eine Beeinflussung des Ergebnisses nur dann schlimm, wenn die Tendenz dadurch verfälscht würde. Solange Völker mit einer sonst auch kurzen Verdeckelungszeit, auch "unter Beobachtung" schneller verdeckeln, als solche mit einer langen Verdeckelungszeit, ist noch alles gut.
    Wobei die Eingriffe dennoch nicht zu massiv sein sollten.


    Gruß
    Ludger

    Hallo Bernhard,


    hast du eine Idee, wie man die Verdeckelungsdauer praktikabel messen kann? Könnte man dann ja als Zuchtkriterium heranziehen.


    Gruß
    Ludger

    und das dritte:


    P2.59 BRADY S. CHRISTENSEN1, TRAVIS J. CROXALL1, JAY A. YODER1, DIANA SAMMATARO2 AND GLORIA DeGRANDI-HOFFMAN2. Wittenberg University1, USDA-ARS, Carl Hayden Honey Bee Research Center2. Spraying fungicides reduces symbiotic microbes necessary for bee bread production.


    Die Entwicklung der Honigbiene (Apis mellifera) ist davon abhängig, dass Pollen durch Pilze in Bienenbrot umgesetzt wird, welches seinerseits an die Bienenbrut verfüttert wird. Eine kombinierte Feldstudie an 21 Bienenvölkern, welche an unterschiedlich stark mit Fungiziden behandelten Aufstellorten untergebracht waren, soll den Effekt auf die Bienenbrut aufklären. Alle Bienenbrotproben zeigen ein Pilzprofil, welches durch Aspergillus spp. Penicilium spp. und weniger stark durch Cladosporium spp. und Thizopus spp. charakterisiert ist. Untergeordnet sind Alternaria spp, Aureobasidium spp. Bipolaris spp, Colletotrichum spp, Fusarium spp, Mucor spp. Paecilomyces spp, Scopulariopsis spp, Stigmella spp und Trichoderma spp. (verschiedene Zusammenstellungen), welche vermutlich auf Unterschiede im Habitat zurückzufürhren sind. Bienenvölker, die direkt im Sprühbereich der Fungizide aufgestellt waren, zeigen einen allgemeinen Rückgang aller Pilzkomponenten, keinen Rückgang in nur einer Gruppe, oder gar einem einzelnen Pilz, Dieser Rückgang korreliert mit einer 3-4 fachen Unterdrückung der conidia Produktion, 16 bzw. 68 Stunden nach der Ausbringung der Fungizide. Selbst Bienenvölker, die in einem Flugradius von 3,2km aufgestellt waren, zeigen einen ähnlichen Rückgang der Pilze, wie sie bei den direkt betroffenen Bienenvölkern beobachtet wurden. Zu unserer Überraschung waren davon sogar Völker betroffen, die in einem Biobetrieb aufgestellt waren. Wir schließen daraus, dass sowohl direkte, als auch indirekte Exposition mit Fungiziden, die Pilzgemeinschaften in den Bienenvölkern beeinträchtigt, welches bis zum Tod durch die Produktion von nährstoffarmem Futter führen kann. Imker berichten von vermehrtem Auftreten der Kalkbrut nach der Ausbringung von Fungiziden, welches wir nun mit der hier gezeigten Reduktion von Aspergillus spp und Penicillium spp. in Verbindung bringen, da diese sich unterdrückend auf verschiedene Bienenkrankheitserreger auswirken.


    soweit - Aber weis jemand, was "conidia production" genau ist?


    Gruß
    Ludger

    The effects of fungicides on the diversity of microbes in stored pollen and the physiological repercussions on worker and queen honey bees


    Gloria DeGrandi-Hoffman, Kirk Anderson, Mark Carroll, Bruce Eckholm, and Diana
    Sammataro, Carl Hayden Bee Research Center, USDA-ARS, 2000 East Allen Road, Tucson, AZ
    85719
    “Honey bee colonies harbor a wide range of microbes, many of which play vital roles in the
    preservation and digestion of pollen. Bees store pollen in comb cells and it is there that the pollen is fermented through the action of microbes and converted into bee bread. There are numerous bacteria and fungi present in bee bread that pre-digest the pollen grains and make the nutrients inside more accessible to the bees. The microbes also supply essential nutrients through their metabolic processes. The action of symbiotic microbes might be compromised if they are exposed to pollen contaminated with fungicides. To test this, we collected pollen from colonies in almond orchards during pollination. In this pollen we detected >6000 ppb of Boscalid, 1700 ppb of Pyraclostrobin, >2800 ppb of Propiconazole, and >12500ppb of Iprodione. Bee bread sampled from colonies in the same orchard had >9000 ppb of Boscalid, >2000ppb of Pyraclostrobin, and 7700 ppb of Iprodione. Propiconazole was not detected in the bee bread samples. From our pilot studies, we found that bee bread made from pollen contaminated with fungicides has a lower diversity of microbes compared with bee bread made from uncontaminated pollen. In our current work, we are investigating the effects of the reduction in microbial diversity on the ability of bees to process pollen into worker jelly. Whether there are effects on the ability of the queen to lay eggs and generate volatile signals communicating her egg laying activity also is being determined.”


    Gloria DeGrandi-Hoffman, Kirk Anderson, Mark Carroll, Bruce Eckholm, and Diana
    Sammataro, Carl Hayden Bee Research Center, USDA-ARS, 2000 East Allen Road, Tucson, AZ
    85719


    Honigbienenkolonien beherbergen eine große Bandbreite an Mikroorganismen, von denen einige eine wichtige Rolle in der Konservierung und Verdauung der Pollen spielen. Bienen lagern Pollen in Waben und dort wird dieser Pollen durch die Aktivitäten der Mikroorganismen fermentiert und in Bienenbrot umgewandelt. Im Bienenbrot existieren eine ganze Reihe von Bakterien und Pilzen, welche eine Vorverdauung der Pollenkörner leisten und die darin enthaltenen Nährstoffe für die Bienen besser zugänglich machen. Durch die Metabolisierung bereichern die Mikroorganismen das Bienenbrot um essentielle Nährstoffe. Es steht zu erwarten, dass diese symbiotische Wirkung von Mikroorganismen beeinträchtigt ist, wenn der Pollen mit dem sie in Kontakt kommen mit Fungiziden kontaminiert ist. Um dies zu überprüfen, haben wir Pollen von Völkern die zu Bestäubungszwecken in Mandelplantagen aufgestellt waren eingesammelt. In diesem Pollen haben wir > 6000 ppb Boscalid, 1700 ppb Pyraclostrobbin, > 2800 ppb Propiconazole und >12500 ppb Iprodione gefunden. Bienenbrot welches wir von Völkern aus der selben Mandelplantage beprobt haben, enthielt >9000 ppb Boscalid, 2000ppb Pyraclostrobin und 7700 ppb Iprodione. Propiconazole konnte in den Bienenbrotproben nicht nachgewiesen werden. Unsere Pilotversuche zeigen, dass Bienenbrot, welches mit Fungiziden kontaminiert ist, eine nidrigere Biodiversität in Bezug auf Mikrorganismen zeigt, als Bienenbrot aus nicht kontaminiertem Pollen. In unserer aktuellen Arbeit, untersuchen wir den Effekt, den diese reduzierte Biodiversität auf die Fähigkeit der Bienen hat, den Pollen in Futtersaft für Arbeiterinnen umzuwandeln. Ob es Einflüsse auf die Fähigkeit der Königinnen gibt, Eier zu legen und diese Legerate ihrem Volk zu signalisieren.


    so - schonmal das erste Abstract - wenn Bernhard das zweite macht, kümmer ich mich wieder um das dritte.


    Gruß
    Ludger


    Falls das Volk im Frühjahr noch leben und schwach sein sollte, dann die Brutwaben (nur die!) an einem Flugtag zunächst ohne die Königin in eine neue Beute setzen. Die Königin gekäfigt mit dem Rest der Waben in der alten Beute belassen. Nach 1 Tag die Königin in die neue Beute einweiseln und die Bienen in der alten Beute abschwefeln. Durch diese Maßnahme werden die Altbienen, die bevorzugt die Krankheitserreger tragen, aus dem Volk entfernt.


    Nur so rein zum Verständnis. Heisst Brutwaben, Brutwaben mit ansitzenden Bienen, oder wirklich nur die Waben? Bei nackten Brutwaben, kann ich mir irgendwie nicht vorstellen, dass das Volk dann noch zu retten sein soll.


    Gruß
    Ludger

    Hallo Remstalimker,


    Teilen und Behandeln funktioniert nur bei paralleler Behandlung mit Milch- bzw. Oxalsäure. Totale Brutentnahme z.B. nach Büchler mit Fangwabe, reduziert die Milbenlast zumindest so weit, dass eine Ameisensäurebehandlung im Sommer entfallen kann. (Hat bei mir dieses Jahr bei meinen Testvölkern jedenfalls funktioniert). Auf die Winterbehandlung mit Oxalsäure habe ich mich nicht getraut zu verzichten. Bei den Vatervölkern auf der Varroatoleranzbelegstelle Norderney, wird wohl auch hierauf verzichtet.


    Komplett auf den Einsatz von organischen Säuren zu verzichten, dürfte allenfalls bei genauer Beobachtung der Schadschwellen funktionieren.


    Gruß
    Ludger

    Hi Remstalimker,


    Zitat

    bei diesen hohen Zuckermengen ist schwierig zu vergären [...] und später nachsüßen nach Bedarf


    da gebe ich dir allerdings recht. Schon bei meiner ersten Antwort lag mir auf der Zunge, dass er den Ansatz einfach anschmeissen soll und die 2kg, die noch fehlen zum nachsüßen nehmen soll. Aber du scheinst in der Hinsicht einige Erfahrung zu haben. Wie gehst du genau vor?


    Gruß
    Ludger

    Hallo Andrè,


    Die Dichte hat tatsächlich dieselbe Dimension, diese hast du gemessen und beträgt 1,189 kg/cdm bzw. 1189g/l.


    Der Gewichtsanteil wird aber ebenfalls so angegeben.:


    Nachtrag: Du liegst in dieser Tabelle also bei ca. 42 w/v, d.h. "weight per volume", also Masse pro Volumen, also 1 l einer Lösung mit Deiner Dichte hat 420 g Zucker.


    Angegeben wird hier also eine sogenannte Massenkonzentration http://de.wikipedia.org/wiki/Massenkonzentration


    Bei Massenkonzentrationen addieren sich die Werte der Komponenten nicht zu 100, sondern zur Dichte der Lösung. Die Massenkonzentration von Wasser in der Zuckerlösung beträgt deshalb nicht etwa (100-42)=58, sondern (118,9-42) = 76,9. In 1l deiner Zuckerlösung befindet sich also 769g Wasser.


    Gruß
    Ludger