Beiträge von Ludger Merkens

    Zitat

    doch es wurde ja schon eine, wahrscheinlich durch Mutation zustandegekommene, Abweichung nachgewiesen.


    Auf die Häufigkeit von Mutationen, wirkt sich die nahezu ungeschlechtliche Vermehrung der Varroen natürlich nicht aus. Stellt sich mir die Frage, wie sich diese Vermehrungsstrategie auf die Verbreitung der Mutation auswirkt. Solange die Zellen nur einfach parasitiert sind, ist ja noch alles einfach. Da wird die neue Mutation sofort und ohne Abweichung weitergegeben. Wenn das aber nicht mehr der Fall ist (und die Säuredusche kommt) und im Falle einer Säureresistenzmutation die Varroenkonkurrez Platz macht und ... hmm kennt sich wer mit Populationsdynamikrechnungen aus?


    Gruß
    Ludger

    Hallo Molle,


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    Über einen längeren Zeitraum ist zu erwarten, dass die V.d.population wieder heterogener wird


    Das sehe ich ähnlich, wenn man allerdings berücksichtigt, dass die "Geschlechtspartner", bei der aktuellen Populationsstruktur mit hoher Wahrscheinlichkeit gegenseitig im Verwandschaftsverhältnis von Klonen stehen, ist der Heterogenitätsgewinn im Mittel nur sehr gering. Die effektive Generationenzahl wird also noch weiter gesenkt.


    Gruß
    Ludger

    Zitat

    Frage: Ist es möglich, dass der von Omni beschriebene Zusammenhang heute so nicht mehr besteht, z.B. weil die Imkerschaft durch mehrere Jahrzehnte Drohnenbrutschneiden evolutionären Druck auf die Varroa ausgeübt hat und diese sich dank kurzer Reproduktionszyklen angepaßt hat?


    Wenn ich dies hier lese: http://edoc.ub.uni-muenchen.de/12025/1/Schneider_Verena.pdf -> Eher nicht. Danach unterliegt die Varroapopulation einer extremen Inzucht, so extrem, dass man von Klonen reden könnte. Aufgrund der Vermehrung über Geschwisterpaarung ist außerdem entweder mit extremer genetischer Stabilität zwischen den Generationen, oder bei positiven Mutationen, mit extrem schnellem Durchsetzen dieser Mutationen zu rechnen. Letzteres konnte aber nicht festgestellt werden.


    Ich zitiere aus der oben verlinkten Arbeit:

    Zitat

    Letzlich lässt sich die seit Generationen kaum veränderte Populationsstruktur, dadurch beschreiben, dass die Varroen einen gemeinsamen Ursprung haben und seither in Ihrer Genetik sehr konstant geblieben sind.

    (Der gemeinsame Ursprung ist darauf zurückzuführen, dass man aufgrund genetischer Untersuchungen davon ausgeht, dass nur sehr wenige Tiere, möglicherweise nur ein einziges begattetes Weibchen, den Wirtswechsel auf unsere Honigbiene durchgeführt hat)


    Unter diesem Gesichtspunkt kann man eine stärker virulente Varroa, oder eine stärker auf Arbeiterinnenbrut selektierte Varroa eigentlich ausschließen.


    Gruß
    Ludger

    Nur mal so ein paar ganz wüste Fragen:


    * Gibt es Untersuchungen, zum Mechanismus, mit dem die Milbe zählt, dass sie bereits das erste Ei gelegt hat?
    * Oder eine Voruntersuchung dazu: Wieviele männliche Milben halten sich in einer mehrfach parasitierten Zelle auf?


    Weis da jemand was zu?


    denn wenn man die Milbe vergessen machen könnte, dass schon ein Männchen da ist ...


    Gruß
    Ludger

    Hallo Andi,


    ich habe genau dieses Spiel vor einiger Zeit auch gehabt. Die Geschichte ist definitiv wackelig. Ich selbst habe die Hohenheimer Einfachbeute (Liebig), meine Imkerkollegen benutzen die Erlanger (Pfefferle?). Die Rähmchen mit den kurzen Ohren liegen so gerade eben auf. Solange die Beute ruhig steht und man keine Zargen kippt, geht das gut. Wenn man Rähmchen zieht, muss man allerdings aufpassen, dass man die Nachbarrähmchen vom Auflager nicht herunterstößt. Ich habe mir dann zwei Abstandshözer zurechtgeschnitten, die ich zur Zentrierung quer hinter die kurzen Ohren auf das Auflager gelegt habe.
    Diese Konstruktion wurde zwar von den Bienen verkittet, aber das war allemal besser, als die Unruhe die entsteht, wenn einem mal wieder ein Rähmchen in die Zarge abgerutscht ist. Die Rähmchen fallen übrigens nicht durch, sondern verkippen und verklemmen sich dadurch in der Beute.


    Gruß
    Ludger

    Hallo Bernhard,


    so gefällt mir deine Aussage doch gleich viel besser. Mir war die kurze Version einfach zu verkürzt, weil missverständlich.


    Zitat

    Der Wirkstoff von Apistan ist Tau-Fluvalinat. Daher wäre es eine schlechte Alternative für Tau-Fluvalinat. Siehe oben.

    klar - siehe auch der Link, den du eingebunden hattest.


    Zitat

    Der Wirkstoff von Perizin ist Coumaphos - das würde ich noch viel weniger nehmen.


    Auch klar.


    Zitat

    Und so weiter und so fort. Ist der Darm erst mal ruiniert, steht Pathogenen Tür und Tor offen. Eben auch Viren. Und oben genannte Studie deutet darauf hin, daß diese Zusammenhänge auch zu belegen sind.


    Leider ist zumindest bei dem von die angegebenen Abstract nichts über den Mechanismus einer evtl. Vorschädigung gesagt, so dass ich es für etwas voreilig halte, hier schon ein Ergebnis von einem auf den Anderen Wirkstoff zu übertragen.


    Wenn aber deine Vermutung stimmt, dass die aktuell eingesetzten Akarizide die Bienen vorschädigen, so dass sie insbesondere für Viren anfälliger werden. Und gleichzeitig die Varroa als Virenvektor betrachtet wird, der Viren aus Körperteilen der Bienen in sonst nicht befallene Körperteilen transportiertt, zwingt uns die aktuelle Behandlungsweise dazu, weiter, wenn nicht sogar noch penibler zu behandeln.
    Was bis dahin bleibt, ist der Versuch die Vorschädigung der Bienen zu minimieren. Solange man nicht gänzlich auf die jetzt eingesetzten Acarizide verzichten kann, ist man gezwungen unter diesen Mitteln, das kleinste Übel zu wählen. Zum wählen, muss man aber differenzieren, was du offensichtlich kannst, aus welchen Gründen auch immer, nur nicht getan hast.


    Von einer "Anti-Baby-Pille" für Varroen habe ich noch nichts gehört:

    Zitat

    Welche Mittel und Wege es gibt, die Reproduktionsrate der Varroa zu senken - das gilt es herauszufinden. Und wir sind ja auch schon dabei, dieses näher zu beleuchten und anzugehen.


    hast du dazu Informationen?


    Gruß
    Ludger

    Hall Bernhard,


    Du zitierst eine Untersuchung, wo synergistische Effekte zwischen Tau-Fluvalinat und Virusinfektionen, als zumindest diskussionswürdig erkannt wurde. Im nächsten Satz dehnst du diese Diskussion auf organische Säuren (gänzlich andere Wirkstoffgruppe) und gleich sämtliche Akarizide aus. Kennst du Untersuchungen, die diese These belegen, oder handelt es sich dabei bis jetzt noch um eine reine Vermutung?


    Nicht dass ich ein gutes Gefühl dabei hätte, wenn ich Ameisensäure in meine Völker "schütte", aber etwas differenzierter sollten wir schon hinsehen. Sonst sind hinterher wieder alle Akarizide (gleich) "böse" und im nächsten Schritt behandeln wir wieder mit Apistan oder Perizin, weil es ja so praktisch anzuwenden ist.


    Gruß
    Ludger

    Hallo Hans,

    Zitat

    Hat man aber nur 1 Bienenvolk , darf man zahlen. (Grundbeitrag + Flächenwertbeitrag + Bienenvolk)


    Heisst "dürfen" in diesem Fall "nicht müssen"? Es wäre also eine freiwillige Zahlung? Welchen Vorteil hätte man davon, wenn man freiwillig in der landwirtschaftlichen BG ist?


    Gruß
    Ludger

    Hallo Remstalimker,


    Ich gebe dir recht - die Ameisensäurebehandlung birgt so schon genug Gefahren. Da sollte man nicht noch durch zusätzliche Unwägbarkeiten (Konzentration, Lagerungszustand, Reinheit etc.), zusätzliche Risiken eingehen.


    Zitat

    Wie lange stand die Flasche, der Kannister beim Händler. Da hat der Imker keinen Einfluss und der Händler sieht da kein Problem.


    Der gemeine Imker sollte darin ein Problem sehen und ein Händler, der darin kein Problem sieht, sollte für den Imker ein Problem sein.


    Zitat

    Dann müsste für den gemeinen Imker es ein Einfaches sein, die Säurekonzentration festzustellen.


    Unter der Voraussetzung, dürfte dann die Frage hier erst gar nicht auftreten. Die Frage ist aber gestellt worden - und ich halte die Frage durchaus für berechtigt. Meine Antwort lautet aber letztlich - wenn du nicht genau weist was du tust, dann lass in diesem Fall besser die Finger davon. Ameisensäure ist aus verschiedensten Gründen nicht die richtige Chemikalie für erste (Titrations)Versuche.


    Gruß
    Ludger

    Hallo,


    ich habe dieses Jahr eine Erfahrung machen müssen, die diese Überlegung zu stützen scheint. Ich hatte im Sommer bei 2 Völkern testweise die totale Brutentnahme nach Büchler durchgeführt und diese beiden Völker an meinem Hausstand zusammen mit 2 "normal" mit Ameisensäure behandelten Völker aufgestellt. Als mir der natürliche Milbenfall Ende Oktober zu hoch wurde, habe ich diese beiden Völker mit Milchsäure behandelt. Da ich grade dabei war, habe ich die beiden anderen Völker meines Hausstandes gleich mitbehandelt.
    Diese 4 Völker machten auch bei der Winterbehandlung mit Oxalsäure noch einen gesunden Eindruck.


    Auf meinem Außenstand hingegen, der diese Behandlung Ende Oktober nicht bekomment hat, habe ich hohe Ausfälle zu bedauern. (4 von 6)


    Die Zahlen sind natürlich viel zu klein, um irgendwelche Beweiskraft zu haben, zumal die Völker keine einheitlich Struktur hatten, aber die Tendenz passt zu deiner Überlegung.


    Gruß
    Ludger

    Hallo,


    der Hinweis auf diese Versuchsanweisung ist zwar prinzipiell richtig, aaaaaber. Bei dem verlinkten Arbeitsblatt handelt es sich um ein Schülerarbeitsblatt. In der genannten Vorratsflasche ist deshalb vermutlich allein schon aus Sicherheitsgründen keine 100% Ameisensäure, sondern eine deutlich niedrigere Konzentration. Die Maßlösung (NaOH) hat deshalb für den bei uns erwarteten Messbereich die falsche Konzentration und das Messergebnis, welches hier ermittelt wird, ist in der Größe mol/l und nicht %. Um das Ergebnis mit den gängigen Größen 60% oder 80% etc. zu vergleichen, muss also noch eine Umrechnung erfolgen. Eine Titration von 80%iger Ameisensäure, sollte man außerdem nicht ohne geeignete Sicherheitsausrüstung (Brille und Handschuhe, besser Abzug) durchführen.
    Abgesehen von der benötigten Laboreinrichtung, sind außerdem alleine die benötigten Maßlösungen (NaOH), und Indikator so teuer, dass sich das für eine Einzelbestimmung niemals rechnet.


    So albern es mir vorkommt, das Oxalsäure ad us Vet nur von Apothekern (und nicht z.B. von einem Diplomchemiker) angerührt werden darf, hiesse es an dieser Stelle vermutlich an der falschen Stelle zu sparen, wollte man Ameisensäure unbekannter Qualität einsetzen. (Außer man hat die geeignete Ausrüstung - aber dann stellt sich die Ausgangsfrage normalerweise erst gar nicht)


    Der Weg über Verdünnung und ein Acidometer aus dem Weinfachhandel halte ich eher für gangbar, aber auch hier sollte man für den Verdünnungsschritt eine Schutzbrille aufsetzen und die Anschaffungskosten liegen immerhin auch bei ca. 25,- €. Wenn man die Säure dann aber für nicht technische Zwecke (also. Varroabehandlung) einsetzen möchte, ist man dann leider (je nach Quelle) immer noch nicht sicher, dass die Säure sauber und nicht mit Giftstoffen kontaminiert ist, die sich im technischen Bereich nicht auswirken würden.


    Gruß
    Ludger

    Hallo Simon,


    wenn ich mir die Applikationsform ansehe, dann wird das Mittel in der Umgebung des Geflügels eingesetzt, nicht auf den Tieren selbst. Offensichtlich wandern die Milben, gegen die hier behandelt wird relativ großräumig umher und sind keineswegs nur auf den Vögeln anzutreffen. Da die Varroen die Beute aber nur Huckepack auf den Bienen sitzend verlassen, kannst du zwar die Bienen, aber kaum die Milben mit dem Mittel in Kontakt bringen. Die austrocknende Wirkung dürfte also kaum eintreten.


    Gruß
    Ludger

    sehe ich ähnlich wie Chris,


    "Wandern" mit der Beute, ist jetzt kein Problem. Aber schön sanft absetzen, damit die Wintertraube nicht abreisst und die heruntergefallenen Bienen nicht verklammen. Wenn man die Beuten nur innerhalb des Gartens von der einen in die andere Ecke stellen möchte, ist jetzt sogar eine gute Zeit dazu, da sich die Bienen im Frühjahr sowieso erst neu einfliegen und deshalb keine Verluste durch Verflug zu erwarten sind.


    Für einen Beutentausch - also Rähmchen aus der einen in die andere Beute umhängen, ist es jetzt zu kalt.


    Gruß
    Ludger