Beiträge von Ludger Merkens

    Ist doch paradox. Eine ausgeflammte Holzkiste ist genau so Seuechenarm wie eine neue Kiste oder ein "Paket". Es wird doch gerade propagiert, dass ausflammen und oder Natronbehandlung eine Seuchenfreiheit wieder herstellt.

    Der Unterschied zwischen einer (alten) "lecker" nach Bienen riecheden Lockbeute mit Wabenresten und Wachmotten, sowie einer sauber ausgeflammten Beute in einwandfreiem Zustand ist schon beträchtlich. Hier hätte ich persönlich auch keine Probleme (wenn ich als BSV an deinen Stand kommen sollte.)

    Aber man muss sich schon klarmachen, dass gerade beim Ausflämmen schonmal leicht Fehler passieren und das Ergebnis nicht so sporenfrei ist, wie gewünscht. Ausflämmen hat außerdem den Nachteil, dass die Beuten dunkel und unansehnlich werden. Ein im Bereich Bienen oftmals unerfahrener Veterinär, kann dies von einer alten Beute im Stil einer klassischen Lockbeute nicht sicher unterscheiden. Diese Überlegung könnte mit dazu geführt haben, dass im Gesetz - sanierte Beuten - nicht aufgeführt sind.


    Gruß
    Ludger

    du wirst um das Video nicht herumkommen, da es sich um einen Vorbericht zur Studie handelt. Die eigentliche Studie ist glaube ich noch nicht abschließend veröffentlicht.


    Gruß
    Ludger

    Hallo Dieter,

    ja, das wird aus Kostengründen als Ersatz für das in England teure Api-Fonda gefüttert. Ist ein reiner Zuckerteig, wo ohne echtes Verständnis ein fremdes Rezept nachgemacht wird. Citric Acid ist übrigens Zitronensäure und nicht Vitamin C. Kannst du probieren, ist aber wirklich nur für den Fall gedacht, dass bei der Auffütterung für den Winter in den Kisten zu wenig angekommen ist.


    Gruß
    Ludger

    Wer führt denn in der Praxis die Nichtbehandlung der Völker durch? Kirchhain meines Wissens nach behandelt auch:/

    Ich kann zu Kirchhain in dieser Hinsicht nichts sagen, aber ich habe dieses Jahr die ersten zwei Zuchtvölker, die ich auch auf Wirtschaftsmaß komplett unbehandelt führe. Unbehandelt heisst Völkerführung entsprechend eines Prüfvolks, also keinerlei Schröpfung, keine Verstärkung, aber auch keine Medikamente*, keine TBE, kein Drohnenbrutschneiden und kein Bannwabenverfahren.


    Aus dem Konzept der Behandlung nach Schadschwellen ergibt sich direkt, dass dies (bei entsprechender Überwachung des Milbenbefalls) möglich ist. Eine Krankheit muss nur behandelt werden, wenn Behandlungsbedarf vorliegt. Ist eine solch offizielle Schadschelle nicht erreicht, kann auch noch kein Behandlungsbedarf vorliegen. Der Behandlungspflicht ist dann in meinen Augen dadurch genüge getan, dass eine entsprechende dichtmaschige Überwachung des Befalls vorgenommen wird. (Eine alleinige Beobachtung der Windel akzeptierte ich für diesen Zweck nicht.)


    Eben weil entsprechende Behandlungskonzept "nach Schadschwellen" in Kirchhain veröffentlicht wurden, gehe ich davon aus, dass auch dort Völker im Bestand sind, die keinerlei Behandlung benötigen, oder zumindest mit medikamentenfreien Behandlungen wie TBE oder Bannwabenverfahren auskommen.


    Was ich nach wie vor kritisch sehe, ist eine pauschale, unüberwachte Nichtbehandlung. Massiv vermehren und im Frühjahr schauen was übrig ist, wäre mir bei meiner Siedlungsdichte hier in der Gegend zu radikal. Wenn die Völker aber überwacht sind und die Milbenzahlen die vorgenannten Schadschwellen nicht überschreiten, gehe ich davon aus, dass auch für die Nachbarvölker (oder die Völker meiner Nachbarn) kein Risiko besteht. Sollte ich hingegen einen ausreichenden Schutzradius habe (ideal wäre eine Situation vergleichbar mit einer Landbelegstelle), wachsen natürlich auch hier meine Möglichkeiten. (Hab ich aber nicht)


    Wenn hingegen einzelne Völker, oder auch einzelne Stände keiner Behandlung bedürfen, müssen diese auch nicht behandelt werden. Warum auch? Habe ich keine solchen Völker, die unbehandelt bleiben können, kann die Selektion z.B. über den (Erst-)Überschreitungstermin der Schadschwelle erfolgen. Völker die (bei ansonsten vergleichbarer Volksstärke) im September die Schwelle erreichen, sind vermutlich besser für die Nachzucht geeignet, als Völker die im Juli diese Schwelle überschreiten.


    Mit meiner Frage nach Betriebsweisen-Elementen waren dann tatsächlich auch Betriebsweisenelemente gemeint. Nicht Behandlungsmethoden die letztlich auf Brutentnahmen hinauslaufen - wie Drohnenbrutschneiden, Brutentname, künstlicher Brutstop durch Käfigen der Königin etc. sondern tatsächlich Elemente wie Sulz oder wasgau immen sie genannt haben. Anpassung des Brutraums, Vermeiden von Notphasen, evtl. Tausch der Königin, Vermeidung von zu viel Hitze und zu viel Feuchtigkeit in der Aufstellung. Hier wäre ich interessiert, ob es noch (neue) Ideen gibt, die nicht seit mindestens 5 Jahren (naja eher 150 Jahren) diskutiert werden. Aber sammelt mal...


    Gruß
    Ludger


    * AS, OS, MS, Thymol sind hier genauso gemeint, wie Amitraz, Coumaphos, Flumethrin, Kampher oder Kamillentee. Nicht gemeint sind echte Futterstoffe, wie Zucker, Honig, Wasser, Pollen, evtl. Pollenersatz.

    da in Abhängigkeit der Form des Schnitt verschiedene Radialgeschwindigkeiten auftreten können, die zu unterschiedlichen Materialabtragungen führen. Das ist sicherlich auch alles ein Frage der Leistungssteuerung, aber möglicherweise nicht durch ein 350€ Gerät zu erreichen.


    Liebe Grüße Bernd

    Hallo Bernd,

    ich habe mir das Video mal angesehen. Dort wurde für die Bearbeitung der Gläser die Y-Bewegung des Arbeitskopfes in eine Rotation des Werkstücks übersetzt. (Das Glas wird auf zwei Walzen gelagert) Dadurch bleibt z und auch der Winkel zum Werkstück konstant (bei 90°). Da sollten die verschiedenen Radialgeschwindigkeiten nicht auftreten. (Oder habe ich deinen Einwand falsch zugeordnet?)


    Lediglich das Motiv musste angepasst werden, um die optische Stauchung durch die Wölbung zu kompensieren.


    Gruß
    Ludger

    Das kommt ein wenig darauf an, was an der Betriebsweise angepasst werden muss. Mein Wunschziel wäre eine Biene, die selbst bei einer eher klassischen Betriebsweise noch ohne medikamentöse Behandlung gesund und munter über die Saison und den nächsten Winter kommt.

    Aber wenn ich dieses Ziel durch eine geeignete Betriebsweise unterstützen kann, oder schneller in den Bereich komme, wo ich die Bienenvölker "unbehandelt" lassen kann, so würde mir das wohl gefallen und meine weitere Selektion sicherlich unterstützen.

    Also - an welche Betriebsweisenelemente denkt ihr?


    Gruß
    Ludger

    Hallo wasgau immen ,


    ich bin mir nicht ganz schlüssig zu dem Rezept. Ich habe keine echte Idee, was diese Rezeptur bewirken soll.


    Feinzucker - ok, je feiner der Zucker gemahlen ist, umso besser soll die Aufnahme durch die Bienen sein. Muss halt nichts zerkleinert werden, bleiben keine Krümel übrig und braucht nicht so viel Wasser zum anlösen.


    Apfelessig - könnte wieder dazu gedacht sein, das Futter den Bienen angenehmer zu machen. Evtl. ist auch die Haltbarkeit besser, als wenn man z.B. Regenwasser zum Anmischen nähme, aber alles in allem, habe ich keine Hinweise gefunden, die eine echt förderliche Wirkung belegt hätten. Essigmutter könnte noch etwas anderes sein, da einige Bakterienkulturen tatsächlich probiotische Eigenschaften bei den Bienen entfalten - habe ich aber bei Essigsäurebakterien noch keine konkreten Hinweise zu.


    Vitamin C - wie sehr viele Insekten, ist auch die Biene in der Lage Vitamin C selbst herzustellen, von daher meine Ausgangsaussage, dass Vitamin C für die Bienen nicht so kritisch ist. Allerdings gibt es Untersuchungen, dass Vitamin C als Ergänzung zu Proteinfutter die Futtersaftdrüsen von Pflegebienen stimuliert und insgesamt zu einem höheren Proteingehalt in den Jungbienen führt. Wenn gleichzeitig natürlicher Pollen hereinkommt, könnte dieser Zuschlag also eine kleine brutfördernde Wirkung haben. Ohne ausreichende Pollenversorgung bringt der Zuschlag nichts - evtl. ist er dann sogar gefährlich, wenn er nämlich zu einer Steigerung des Proteinbedarfs führen sollte, der nicht gedeckt ist.


    Vitamin C als Zuschlag zu Eiweißfutter mag zu einer Verbesserung der Verwertung führen, bei einem reinen Zuckerteig ist es vermutlich sinnlos.


    Alles in Allem, würde ich vermuten, dass der Teig nicht besser ist, als ein reiner Zuckerteig. Die Bienen müssen nicht hungern, evtl. kann er entlastend wirken, dass die Bienen sich auf das Sammeln von Pollen konzentrieren können. Die Wirkung haben aber gut gefüllte Futterwaben auch.


    Gruß
    Ludger


    Literaturempfehlung: Honey Bee Nutrition and Feeding in Temperate/Continental Climate Of The Northern Hemisphere - Zbigniew Lipinski


    p.s. ich habe das Buch noch nicht komplett gelesen, vielleicht finde ich ja noch Hinweise zum Apfelessig.

    Zitronensäure oder auch Apfelessig soll wohl Eiweißfutterteig attraktiver für die Bienen machen. Das Zeug "schmeckt" dann einfach besser. (phagostimulant)


    Vitamin C ist meines Wissens nach für die Bienen nicht so kritisch. Der Vitamin B Bereich (insbesondere wohl B3) ist spannender. Genaues müsste ich aber nochmal nachschlagen.


    Gruß
    Ludger

    Wieso denn herunterstufen? Aus meiner Sicht wäre das eher eine Heraufstufung.

    Das sehe ich auch so. Heißt, ich würde den Honigtauanteil nicht als negativ bewerten. Aber wer weiß denn schon, was 'Tracht' genau bedeutet?

    Ich schrieb doch, dass ich trotz der weniger genauen Bezeichnung, ich eine schöne Sommertracht teurer verkaufe, als eine einfache Blüte. Noch ein Grund, warum ich eine Blüte nie als Tracht verkaufen würde - meine Kunden erwarten den Honigtauanteil in einer Sommertracht.


    Möglich und korrekt wäre es trotzdem - aber man vertut sich Möglichkeiten.


    Gruß
    Ludger

    Bescheiden angefragt: Gibt es überhaupt Nordseehonig? Von der Nordseeküste ja.

    Remstalimker

    Ja, gibt es sehr vereinzelt und in ganz geringen Mengen. Der Strandflieder auf den Salzwiesen honigen in einem rel. kurzem Zeitfenster.

    Streng genommen wäre das dann Strandfliederhonig - kein Nordseehonig. Honigsorten werden immer nach der Nektar- oder Honigtauquelle benannt. Deshalb gibt es weder Bienen-, noch Imker- und auch keinen Alpenhonig.


    Denn im Honig sind weder Imker noch Alpen und hoffentlich auch keine Bienen enthalten. (Und ja - vermutlich auch keine Nordsee ;) )


    Gruß
    Ludger

    Die Aussage Trachthonig = Honigtauhonig ist falsch. Weder besteht eine Tracht nur aus Honigtau, noch muss Honigtau enthalten sein. Aber anders als beim Blütenhonig, darf hier Honigtau enthalten sein:


    Beim DIB steht beim Beispiel Sommertrachthonig im Merkblatt Honigsorten-Bezeichnungen,

    folgendes:

    Zitat


    Sommertrachthonig entstammt den Sommermonaten. Er enthält Nektar von Blütenpflanzen und kann Honigtauanteile enthalten, die sich in Farbe, Aroma und der elektrischen Leitfähigkeit nie-derschlagen. Diese Bezeichnung ist allgemeiner als der Sommerblütenhonig, da der Anteil Nek-tar bzw. Honigtau hier keine Rolle spielt.


    Ich tendiere allerdings trotzdem zur genauestmöglichen Sortenbezeichnung und würde einen reinen Blütenhonig nicht als Tracht "herunterstufen". (Wobei ich eine schön aromatische Sommertracht mit deutlichem Honigtauanteil teilweise sogar teurer abgebe, als einen "einfachen" Blütenhonig)

    Die Anforderungen der Sortenbezeichnung sind mit Sommertracht für einen reinen Blütenhonig aber trotzdem gegeben.


    Gruß
    Ludger

    ja - die Milbe ist am Verhältnis beteiligt. Es gibt da nur ein Problem, weshalb die Diskussion um das Milben züchten ziemlich müssig ist.


    Wenn man sich aber die Genetik der Milbe anschaut, dann ist sie aufgrund der permanenten Inzuchtsituation extrem gut gefestigt und damit wenig in der Lage sich auf ihre neue Situation anzupassen. Die Biene hingegen (und erst recht die Viren) sind in dieser Hinsicht wesentlich beweglicher und können sich vergleichsweise schnell anpassen. "Zuchtfortschritte" wird man also nicht bei der Milbe, sondern nur bei der Biene erreichen können.

    Aufgrund der quasiklonalen Genetik der Milben, (Alle Milben sind sich genetisch untereinander fast so ähnlich, als wären es Klone) ist es ziemlich müßig zu hoffen, die Milben würden sich "genetisch" auch nur einen Schritt auf die Bienen zubewegen - sie kann es einfach nicht.


    Stell dir vor du stehst auf einem Bahnübergang und der Zug (Milbe) kommt. Wenn du (Biene) den Schritt nicht machst, kann der Zug auch nicht bremsen.


    Kurz - Milben züchterisch zu beeinflussen ist fast unmöglich - auch unbeabsichtigt nicht.


    Gruß

    Ludger