Beiträge von Ludger Merkens

    geh ich recht in der Annahme, das die Amis mit dem Vieh zurecht kommen?

    Man hat ja seiner Zeit einen großen Hype drum gemacht, is merkwürdig still um den Käfer in den USA geworden?.

    Ja - scheint so zu sein. Dr. Ellis, der seinen Lehrstuhl in den USA letztlich bekommen hat, weil er in Afrika mit dem kleinen Beutenkäfer frühzeitig Experimente gemacht hat und entsprechend Erfahrungen hatte, erwähnte in einem seiner Vorträge einmal, dass seine Imker inzwischen nur noch Interesse an Varroa hätten. Der Beutenkäfer spielt scheinbar nur noch eine untergeordnete Rolle.

    Abhängig vom Klima schließt das natürlich nicht aus, dass wir hier nicht größere Probeleme haben könnten. Ich glaube es aber eigentlich eher nicht.


    Gruß
    Ludger

    Hallo merops,


    deine Irritation ist verständlich, denn von außen sehen Bann- und Fangwabe identisch aus. Letztlich sind es unterschiedliche Funktionen einer einzelnen, offenen Wabe im Volk. Und nein, eine Bann- oder auch eine Fangwabe muss nicht in einem Käfig stecken. (Bzw. tut sie normalerweise nicht)


    Von einer Fangwabe spricht man, wenn eine offene Brutwabe im Volk verbleibt, um ihre Eigenschaft als Varroamagnet zu nutzen.


    Lange bevor man Probleme mit Varroa hatte, hat man in der Imkerei aber schon einzelne offene Brutwaben eingesetzt, um Bienenvölker am Auszug aus einer Beute zu hindern.

    Entnimmt man einem Bienenvolk sämtliche Brut, fegt sie also z.B. in eine komplett leere Beute ab, so besteht die Gefahr, dass der resultierende Schwarm aus der Beute wieder auszieht. Diese Gefahr ist erst gebannt, wenn wieder erste eigene Brut gepflegt wird. Lässt man aber eine Wabe offene Brut zurück, so pflegen die Bienen sofort Brut und es passiert praktisch nicht mehr, dass solche Bienen die Beute verlassen. (Wird/wurde auch bei eingefangenen Schwärmen empfohlen, um erneutes Ausziehen zu verhindern). Man hat auf diese Weise die Bienen an die Beute "gebannt".

    Letztlich sehen Fangwabe und Bannwabe im Bienenvolk also genau gleich aus. In beiden Fällen wird typischerweise die Königin nicht in einen Käfig gesetzt. Man kann das aber durchaus tun, wenn man gleichzeitig auch das Brutgeschehen auf diese eine Wabe einschränken will.


    Gruß
    Ludger

    Müsst ihr wohl mit mir vorlieb nehmen...

    Ramsey Varroa u.Tropi Mite

    Ab 4:50
    Varroa und Fat Body.

    Tropilaelaps ab 6:55

    Ich habe im Rahmen der Montagsimkerei vor ca. 2 Monaten eine Stunde der Tropilaelapsmible gewidmet. Dabei habe ich mich stark auf die Arbeit/Veröffentlichungen von Dr. Ramsey gestützt. Vorteil ist - ich spreche besser Deutsch als Dr. Ramsey. Nachteil ist - ich habe keine so lebendige Erfahrung mit Tropilaelaps wie Ramsey.


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    Aber Videos von dem Biest habe ich auch - Danke an Humberto Bonchristiani, der mir die Freigabe für seine Aufnahmen gegeben hat.


    Und - ohne dass ich den aktuellen Ramsey Vortrag gesehen hätte. Auch "das Original" von Ramsey zur Tropilaelapsmilbe gibt es auf Youtube:


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    also viel Spaß damit.

    Ludger

    Ich habe beides am Stand. Carnica Reinzucht, über Generationen angepaart auf Belegstelle, sowie echte Buckfastlinien. Ich habe die letzten beiden Jahre meine EWK für die Carnicabelegstelle mit Buckfastbienen gemacht. (absolut Drohnenfrei natürlich) Die Carnica-Königinnen wurden ganz normal angenommen.

    Umgekehrt habe ich - allerdings recht spät in der Saison, Buckfastköniginnen in mit Carnica gebildete Ableger eingeweiselt. Das ging ebenfalls ohne Auffälligkeiten. Ich kann natürlich auch einfach Glück gehabt haben?


    Gruß
    Ludger

    Ja - ganz typisches Schadbild.


    Es fehlen die Winterbienen. Vermutlich war auch die Varroabefallsrate noch zu hoch. Das Volk hat bis zu letzt, mit viel zu niedriger Bienenmenge, versucht ein dafür viel zu großes Brutnest aufrecht zu halten. Also versucht gegen den Varroaschaden anzubrüten, nur dass die evtl. doch noch schlüpfenden Bienen entweder von Varroa geschädigt, oder zumindest nicht gut gepflegt sind, also keine echte Verstärkung darstellen. Dadurch verausgaben sich die Winterbienen, bei Temperatureinbruch kann das Brutnest nicht warmgehalten werden. Brut verkühlt, was zu zusätzlicher Aufräumarbeit zwingt. Ein Teufelskreis. Normalerweise sieht man dieses Bild erst im Frühjahr, in schweren Fällen aber auch schon zur Winterbehandlung.


    Abgesehen davon, dass es weder für die Bedampfung, noch für die Streifen in Deutschland eine Zulassung gibt,... Die Oxalsäure-Blockbedampfung bei Brut ist keine gut abgesicherte Sommerbehandlung. Bei Oxalsäurestreifen liegen auch noch wenige Erfahrungen vor. Beides klingt zwar vielversprechend, aber wenn du solch experimentelle Verfahren anwendest, bist du praktisch gezwungen die Wirksamkeit auch gut zu überwachen. Du schreibst, die Königin hat bis zu letzt gut gelegt? Vielleicht ist dem Volk gerade das zum Verhängnis geworden. Vielleicht hattest du Glück, dass die anderen Völker zur Zeit der Blockbehandlung weniger Brut hatten und damit die Wirksamkeit besser war. Viel Brut heisst, viel Spielraum für die Milben sich zu verstecken. Aber hier sind wir im Bereich der Spekulation.


    Wenn die restlichen Völker im Frühjahr noch da sind - Glück gehabt. Aber ich würde trotzdem über das Varroakonzept nochmal nachdenken. Also a) Behandlungserfolg prüfen. (z.B. Alkoholauswaschung) und b) Oxalsäure wirkt am besten bei Brutfreiheit - wenn TBE zu viel Aufwand darstellt und keine Ableger gemacht werden sollen. Ich würde zum Scalvini greifen, Brutfreiheit schaffen und dann mit Oxalsäure sprühen. Bei Brutfreieheit ist die Wirksamkeit hoch.


    jetzt erstmal Daumen drücken, dass die anderen im April noch da sind.

    Gruß

    Ludger

    Klingt nach einem spannendem Thema für die Montags-Imker.
    Danke für die umfangreichen und informativen Einblicke, die einen zum Nachdenken bringen.

    Wenn du dir die "gelben" Sendungen zu TBE und "Werkzeugkasten Varroabehandlung" aus der "Montagsimkerei" nochmal genauer anschaust, gehe ich da ganz bewusst auch auf die Brutunterbrechungsverfahren, also TBE, Scalvini und Bannwabenverfahren ein. Ja sogar die Ähnlichkeit zur Biologie des Schwarmvorgangs wird ausgearbeitet. Und ich meine, sogar die Arbeitshinweise aus Kirchhain zu den Verfahren sind verlinkt.

    Ich würde nicht so weit gehen zu behaupten, dass man mit diesen Verfahren komplett ohne medikamentelle Behandlung über das Jahr kommt. Für einen sicheren Start ins neue Jahr und vor allem eine erfolgreiche Einwinterung im nächsten Jahr, ist vermutlich in den meisten Fällen zumindest eine Restentmilbung mit Oxalsäure im Spätherbst notwendig.

    Mit passender Genetik und gute Kontrolle vorausgesetzt, mag es aber auch komplett ausreichen; zumindest aber ist es ein großer Schritt in diese Richtung.


    Gruß
    Ludger Merkens

    Wie lange lebt eine Varroamilbe?


    3 Monate? 4 Monate? Also 90 - 120 Tage? Dann sollte man damit rechnen, dass von 100 eine am Tag an Altersschwäche stirbt. Ansonsten ist es bei den Milben ein wenig, wie bei den Bienen. Wenn sie brüten können, sterben sie jünger.


    Zitat

    The life-span of Varroa mites depends on the presence of brood, and can vary from between 25 days, to around 5 months. During the summer, Varroa mites may live for 2–3 months, and if brood is present they can complete 3–4 breeding cycles. In winter, when brood is either not present or is limited, the Varroa mites over-winter on the bodies of adult bees through their phoretic life phase. An adult Varroa mite may live and feed on an adult bee for up to around 3 months. Adult female Varroa mites can live for up to 5 days without food

    https://beeaware.org.au/archiv…/varroa-mites/#ad-image-0


    Wenn die Milben im brutfreien Zustand länger leben, als "normal", spricht das dafür, dass auch hier eine physiologische Umstellung erfolgt. Dies passt dazu, dass sie sich erst auf das Eierlegen wieder umstellen müssen, wenn die Bienen in Brut gehen. Aber wenn die Info im Zitatblock stimmt, wirkt sich die Brutfreiheit selbst eher nicht schädlich auf die Lebenserwartung der Milbe aus.


    Gruß

    Ludger

    Normalerweise ist der Stichtag der 1.9 nicht der 1. November. D.h. das Gesundheitszeugnis gilt für 9 Monate, darf aber nicht vor dem 1.September des Vorjahres ausgestellt sein. Ein Gesundheitszeugnis aus Mai (bis August) verliert also im Folgejahr seine Gültigkeit, eines aus September nicht.


    Allerdings sind die frühen Termine ziemlich unpraktisch. Du kannst zwar im Mai noch in den Raps wandern, aber wenn du Pech hast am 1.6 nicht mehr zurück. Zum Völkerverkaufen im Frühjar reicht es allemal.


    Leider stellen einige Veterinärämter die Unterlagen abweichend von dieser Regel immer nur bis Ende des Jahres aus. Dann hilft alles nichts...

    Ich fände eine Beprobung um diese Jahreszeit, wenn die Witterung es zulässt eigentlich sehr praktisch, da man dann aus dem Termindruck im März/April raus ist.


    Gruß

    Ludger

    Thema: nicht behandeln


    Wird bei Zucht, VSH, VSB, ... nicht auch "behandelt"?


    Rolf

    doch meistens schon.

    Aber je weiter VSx fortgeschritten ist, umso häufiger hat man Völker, wo die Behandlung deutlich reduziert, oder sogar ganz eingestellt werden kann. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich deshalb dieses Jahr einige Völker verloren habe. Es handelte sich meist um eingefangene Schwärme (und um meine Sanftmut-Carnialinie), die meinen Erwartungen an die Behandlungszeitpunkte einfach nicht entsprachen. Da war ich mit meiner Spätsommer Varroakontrolle schon zu spät, wo meine meisten Völker noch unter 3% phoretischem Milbenbefall standen.

    Aber überwachen muss man schon, alleine wegen der Fremdgenetiken ;)


    Gruß
    Ludger

    Ok, eigentlich mache ich diese Ankündigungen nur im "Schwierige Zeiten" Faden. Aber da ich grade hier bin, passt das ein bischen ins Thema. Heute Abend gibts in der "Montagsimkerei" das Thema "Grundlagen der Bienenzucht". Vielleicht interessiert es ja den einen oder anderen, der hier mitdiskutiert?


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    Gruß
    Ludger

    Zitat

    Wenn klein zu sein bei der Paarung wirklich ein Vorteil wäre, wären doch heute alle Drohnen klein, oder?

    Nein, es kommt auch in der Natur durchaus vor, dass sich unterschiedliche Strategien zur Fortpflanzung gleichzeitig durchsetzen, bzw. nebeneinander erhalten bleiben. Lange und Ausdauernd fliegen zu können und damit für eine lange Zeit auf die Damen warten zu können hat genauso seine Vorteile, wie schnell und wendig zu sein, wenn Drohn in die engere Situation kommt. Sich vordrängeln zu können, hat auch Vorteile... Eine große Spermamenge abgeben zu können setzt sich auf Dauer auch durch.


    Sind alles Kompromisse und im Mittel sind Drohnen deutlich größer als Arbeiterinnen...


    Gruß
    Ludger