Beiträge von Ludger Merkens

    Nach meiner Erfahrung kommt es bei Ralfs Rezept darauf an, dass die Backdauer genau passt. Ich mache immer eine erste Serie, wo ich jede Minute einen Lebkuchen aus dem Ofen nehme. Am Ende habe ich dann irgendwas wie 7,8,9,10,11,12 min Backzeit vor mir liegen und muss dann testen. (Welche Backzeit tatsächlich benötigt wird hängt stark von der Teigdicke ab. Also schön einheitlich ausrollen und notfalls ein Kaliber beilegen. (heisst das im Backhandwerk so? Ich kenne den Begriff in diesem Sinne sonst nur vom Schmieden) Ich lande meist bei ca. 10-11 min. Das ist verglichen mit Ralfs Angaben ziemlich kurz. Noch kürzer darf es auch nicht sein, weil sonst die Lebkuchen beim Abkühlen in sich zusammenfallen und einen "knatschigen" Kern bekommen.


    Wenn man den Teig nicht überbäckt, sind die Lebkuchen auch direkt schon ziemlich lecker. Evtl. musst du mit dem Kakao etwas zurückhaltender sein. Sonst tendiert der Teig dazu zu dunkel aus dem Ofen zu kommen. Ich überziehe meine Lebkuchen dann sowieso noch mit Kouvertüre - da ist dann genug Schokolade unterwegs.


    Gruß

    Ludger

    Hallo Bernd,


    Was ist daran problematisch?

    * mangelnde Vergleichbarkeit mit anderen Auszählungen.

    * Infizierung ist unsicher, weil die Anzahl der eingebrachten Milben unbekannt ist.

    * Evtl. Bruteffekte (z.B. ein verändertes Pheromonspektrum) könnte zu einer Verzerrung des Befalls zwischen den Wäbchen führen. Ein solch veränderter Brutgeruch, könnte auch unter normalen Bedingungen (also im eigenen Volk) zu einem verspäteten Eindringen der Milben in die Brut führen (was ein positiver Effekt wäre), würde in dieser Konkurrenzsitation aber zu einer Überzeichnung, bzw. nicht auswertbarkeit führen, weil die Infizierung nicht funktioniert.


    Gruß
    Ludger

    wie gesagt, ohne Brut war die Frage

    Im Prinzip möchtest du das letzte brutfreie Behandlungsfenster der Saison nutzen. Das letzte deshalb, um die Zeit, bis zur nächsten Behandlungsmöglichkeit (im Prinzip erst nach der Honigernte) so kurz wie möglich zu halten.

    Wichtiger ist aber brutfrei (meist haben wir soweiso nur einen brutfreien Zeitraum). Von daher - wenn du jetzt irgendwo wirklich Brutfreiheit feststellst (Und das Volk nicht gerade weisellos ist), sollte man die Chance nutzen.


    Gruß

    Ludger

    Prüf doch mal den Milbenbefall der beiden Völker.

    Aber wie messe ich richtig? Wenn Brut vorhanden, dann sind auch viele Milben warm und kuschelig in den Zellen und fallen nicht, wenn ohne Brut, sind alle Milben exponiert und fallen eher mal (so im letzten Januar beobachtet). Was würden mir also die Werte sagen?

    Ich möchte jetzt keinen phoretischen Befall messen und die Kisten aufhebeln.

    da hätte ich bei den aktuellen Temperaturen (hier >10°C) keine Sorgen. Ich ziehe jetzt auch keine Waben mehr, wenn nicht unbedingt notwendig. Aber wenn ich einen konkreten Verdacht habe, würde ich dem nachgehen. (Ich würde, wenn ich sonst keine Anhaltspunkte hätte, tatsächlich eine Alkoholauswaschung machen)


    Aber die anderen Punkte, die du als Hintergrund hast, die ich ja nicht kannte, sind durchaus relevant. Es gibt unterschiedliche Veranlagungen zu mehr oder weniger ausgeprägten Brutpausen. (Und der Varroa geschuldet, mag ich größere Brutpausen, insbesondere im Winter - und notiere mir das auch in der Stockkarte) Und (jetzt noch aufgelegter) Eiweißfutterteig, fördert sicherlich auch das Brutgeschehen.


    Also UltraBee raus aus den Kisten, dass der Brutumfang nicht künstlich hoch gehalten wird und hoffen, dass sich doch noch eine Brutpause einstellt. In der Phase wo die Winterbienen aufgezogen wurden, waren Pollensubstitute sicherlich sinnvoll (insbesondere wenn kein natürlicher Pollen eingetragen wurde), jetzt würde ich die Brutentwicklung nicht noch weiter fördern. Im Frühjahr, wenn nach erstem Bruteinschlag ziemlich sicher auch wieder Rückschläge kommen, kann man wieder darüber nachdenken.


    Notfalls kann man tatsächlich für die Winterbehandlung, die Brut mit einer Entdeckelungsgabel ausräumen. Aber das ist nun wirklich ein recht harter Eingriff für diese Jahreszeit, den ich erst machen würde, wenn ich vorher mittels verlässlicher Diagnostik einen sehr hohen Varroabefall festgestellt habe und deshalb sicherstellen muss, dass die Winterbehandlung auf jeden Fall funktioniert.


    Bei deiner engmaschigen Überwachung, würde ich also eher Genetik und Eiweißfutter als Ursache sehen. Du kannst die Windel ja mal unterschieben. Wenn sich da Überraschungen zeigen, kannst du immer noch genauer nachschauen.


    Gruß
    Ludger

    Hier war vor zwei, drei Wochen der ersten Frost.

    Ich habe in zwei Völkern Temperaturfühler. Bei einem ist die BN-Temperatur merklich abgesunken, beim anderen bleibt sie ziemlich konstant auf 28-31 Grad, ein Ende nicht in Sicht.


    Ich schließe daraus, dass diese 3-Wochen-nach-Frost Regel noch von irgendwelchen anderen Parametern abhängig sein muss, die man dazu noch berücksichtigen müsste.

    Prüf doch mal den Milbenbefall der beiden Völker. Mich würde interessieren, ob du die Theorie, dass die Bienen gegen den Brutverlust durch Varroa anbrüten, an diesen Beispielvölkern bestätigen kannst.


    Gruß
    Ludger

    hast du das echt gemacht????

    Im ersten Jahr (also vor 2 Jahren) habe ich die Milben in Wasser geschmissen und die aufschwimmenden Milben in die Kästchen gelöffelt. Letztes Jahr habe ich die Milben trocken mit Puderzucker in die Kisten gegeben. Dieses Jahr, habe ich die Milben ausgesiebt, auf Papiertücher verteilt, mit Wasser angesprüht und mit den feuchten Tüchern auf die Kästchen gelegt.

    Von daher ist die Variante die Martin vorgestellt hat, nicht so weit weg, von dem was ich sowieso getan habe.


    Wenn ich die Kapazitäten hätte, würde ich Vergleichstests machen... Aber die Auswertung ist schwierig, da ich den Einfluss der Bienen (Genetik), vom Einfluss der Milbenbehandlung nicht zu trennen weiss.


    Gruß
    Ludger

    Hallo Bernd,


    Womit fangt ihr die Milben Puderzuckermischung auf?

    Ich nehme einen alten Honigeimer, aus dem ich dann ins Doppelsieb umschütte.


    Zitat

    Wird das Puderzucker-Milbengemisch im Doppelsieb dann so lange geschüttelt bis der meiste Puderzucker durchgesiebt wurde?

    Ja, aber mit ein wenig Gefühl, dass die Milben nicht beschädigt werden. Sonst ist die Sache wenig aussagekräftig.

    Zitat

    Wie lange kann ich die gewonnenen Milben und worin am besten aufheben, damit sie vital bleiben.

    Die Milben müssen umgehend vom Puderzucker befreit werden. (mit angewärmtem Wasser einsprühen und im Doppelsieb mit einem saugenden Tuch von unten abtupfen) Und dann auch sofort in die zu infizierenden Völkchen gegeben werden. Du kannst die Milben nicht aufheben oder auch nur an einen anderen Stand transportieren. Es bleibt deshalb kaum eine andere Lösung, als den Milbenspender schon mehrere Tage vorher auf den Stand mit den zu infizierenden Einheiten zu bringen.


    Die einzige Transportmöglichkeit besteht wohl, wenn man lebende junge Bienen zu den Milben gibt, auf denen sie sich wohlfühlen.

    Zitat


    Darum waren 100% keine mit Milben infizierte Brutzellenfür mich immer irgendwie suspekt.

    Das geht nicht nur dir so. Um solche Völkchen beurteilen zu können, musst du die Randbedingungen betrachten. Bist du sicher, dass das Völkchen infiziert worden ist? Hat die Infizierung bei anderen Völkern (mit derselben Milbencharge) funktioniert? Findest du phoretische Milben? Gibt es in Zellen mit jüngeren Bienenlarven Milben? (letzteres würde darauf hindeuten, dass die mit Milben befallenen Zellen gezielt ausgeräumt worden sind (VSH), dies passiert nämlich wohl erst kurz vor Schlupf der Biene)

    Ich habe dieses Jahr auch 2 dieser "fragwürdigen" Kandidaten und diese einfach unbehandelt eingewintert. Wenn sie den Winter schaffen sind sie mir wert, dass ich davon nachziehe. "Mittelmäßige bis Gute" VSH/SMR Völkchen mit 60%-80% sind meist leichter zu bewerten, als die "richtig guten", weil einfach mehr Milben in der Brut zu finden sind, auf die man eine Bewertung stützen kann. Eine Einzelmessung ist halt schwierig zu beurteilen.


    Gruß

    Ludger

    Hallo Bernd,


    ich habe bei einem Teil meiner Völker eine frühe TBE gemacht. Aus den Brutwaben, habe ich Sammelbrutableger gebildet, in die ich zum Zweck der Milbenernte, nach einer Woche auch die Fangwaben der TBE Völker gesetzt habe. Ich habe die Sammler nachschaffen lassen, die Zellen aber kurz vor Schlupf gebrochen und alte, auszumusternde Königinnen im Käfig zugehängt, um die ganz große Weisellosigkeitspanik zu dämpfen. Scalvini habe ich hier nicht eingesetzt, weil es sich ja um fremde Königinnen handelte.


    Kurz nach der Milben"ernte", habe ich die brutfreien Milbenspender mit Oxalsäure behandelt und die Königinnen freigesetzt. Inzwischen sind die Milbenspender neu beweiselt und eingewintert oder aufgelöst. Die meisten Bienen sind dann ja noch ziemlich jung, so dass man ziemlich frei in der Verwertung ist. Da man ja noch recht früh in der Saison ist, sollten die TBE Völker noch nicht kurz vor dem Zusammenbruch gestanden haben, damit schlüpfen aus der entnommenen Brut auch noch ausreichend gesunde Bienen. Nur unbehandelt in Brut gehen, würde ich die Spender nicht lassen, da die Gefahr, dass der erste Brutsatz, trotz "Puderzuckerbehandlung" hoch parasitiert würde, gegeben ist.


    Die Bildung der Sammelbrutableger ist natürlich Terminsache, dass sie gerade zum Erntetermin komplett brutfrei sind.


    Völker riskiert habe ich mit dieser Vorgehensweise keine, da ich letztlich die Milbenbehandlung meiner Stammvölker genutzt habe, um Milben für die Infizierung zu gewinnen. Die Verwertungsquote der Sammelbrutableger ist möglicherweise etwas schlechter. Einmal, weil man die Nachschaffung stört und dann, weil durch die Zugabe der Fangwabe eine höhere Parasitierung zustandekommt. Aber insgesamt hat das ganz gut funktioniert.


    Gruß
    Ludger

    Hallo Sulz,


    wenn du normal große Bienen auf 4,9er "zwingst", wird sehr wohl ein Selektionsdruck in Richtung "kleine Bienen" ausgeübt. Ich gehe jedenfalls davon aus, dass sich von natur aus kleine Bienen, in den kleinen Zellen leichter tun, als größere. Entsprechend wirst du, wenn du im eigenen Bestand (auf Leistung) selektierst, ganz nebenher auch kleinere Bienen selektieren.


    Gruß

    Ludger

    Ausserdem meldet wohl kaum ein Imker einen Ausbruch, wenn er dafür seine Völker verliert und als "Schmuddel-Imker" dasteht.

    wenn man alle 2-3 Jahre seine Proben macht, wird niemand ernsthaft von einem Schmuddel-Imker reden. Und es wird auch nur in extrem seltenen Fällen noch notwendig sein, dass man durch die Sanierung Völker verliert.


    Wenn natürlich AFB erst im Rahmen eines Sperrbezirk diagnostiziert wird, weil sich die Bienen eines sauber arbeitenden Imkers angesteckt haben ...


    Derjenige der es selbst findet und meldet, sollte eigentlich nie Probleme haben.


    Gruß
    Ludger

    Ich habe die Daten aus dem TSIS mal als Diagramm dargestellt:

    tsis-afb-2000-2018.jpg


    y-Achse Anzahl AFB-Fälle
    x-Achse Jahr


    Auch wenn es regional/lokal schonmal anders aussieht, ist die Gesamttendenz doch ziemlich deutlich. Also Proben ziehen, sanieren, weiter beobachten und hoffen (aber auch dafür sorgen), dass die Tendenz so weiterläuft.


    Gruß
    Ludger