Beiträge von Ludger Merkens

    Ich möchte nächstes Jahr einen Kurs zur künstlichen Besamung machen. Wo ich noch nicht ganz durchblicke ist, wie finde ich die richtigen Drohnen, A wie garantiere ich, dass ich die Drohnen aus dem gewunschten Volk Habe und B dass diese drohnen das richtige alter Haben.

    Nur um die Grundidee zu skizzieren. Im Detail gibt es noch einiges zu beachten... aber letzlich startest die Besamungsaktion damit, dass du die Drohnenaufzucht einleitest. (Den Drohnenrahmen auf Termin gibst)


    Da weiselose Einheiten die Drohnen besser versorgen, als weiselrichtige - setzt du kurz vor Schlupf den Drohnenrahmen in einen weiselosen Brutableger um, den du möglichst drohnenfrei bildest und in dem du regelmäßig die Nachschaffungszellen brichst und (damit die Bienenmischung jung bleibt)frische schlüpfende Brut nachhängst. (Pollen und Zuckerversorgung sicherstellen)

    Ein Absperrgitter hindert die Drohnen am Zu- und Abflug. Eine Drohnenvoliere erlaubt den Drohnen zumindest außerhalb der Beute abzukoten.


    Alternativ zum Gitter, kannst du kurz nach Schlupf der Drohnen (Termin ist ja bekannt) die jungen Drohnen farblich markieren und den Ableger normal fliegen lassen. Bei letzterer Methode hast du irgendwann überall am Stand bunte Drohnen verteilt und nur noch vergleichsweise wenige Drohnen im Ableger, dafür ist die Quote der gut gepflegten Drohnen hoch und der Stress für die Drohnen niedrig.


    Also fängt eine instrumentelle Besamung mit der Aufzucht der Drohnen an. Umlarvtermin, verschulen der Königinnen etc. ergibt sich automatisch.


    Gruß

    Ludger

    Wir brauchen gar nicht lange zu raten...


    In der Gebrauchsanleitung von MAQS steht folgendes:


    Zusammensetzung:

    Ein Streifen enthält Wirkstoffe: Acidum Formicum (Ameisensäure) 95% 68.2g

    [...]

    Die Aussentemperatur soll während der Anwendung bei 10 – 29,5 °C liegen.


    An anderer Stelle wird auf der Webseite von Andermatt BioVet das optimale Behandlungsfenster(Temperatur) mit 20°-25°C angegeben. (damit ist MAQS um diese Jahreszeit nicht mehr geeignet)


    Gruß
    Ludger

    Kommt auf die Sichtweise an.

    Aus biologischer Sicht kann 1-2 jähriges Überleben mit Abgang von Schwärmen, die dann wiederum den Zyklus durchlaufen, das Überleben einer Population bedeuten. Fände ich schon ziemlich varroa-angepasst. Bin mal gespannt, ob weiter geforscht wird und was dabei raus kommt

    Gruß vom Harry

    wenn die Völker selber schwärmen - hättest du recht. Das könnte eine überlebende Population sein, welche sich auf Dauer vermutlich sogar noch weiter stabilisieren würde.


    So wie ich WFLP verstehe, befürchtet er aber, dass der Scharm ein fremder Schwarm ist. Also irgendwo bei einem Imker in der Nachbarschaft (relativ varroafrei, weil gut gegen Varroa behandelt) aus- und im Reservat wieder einzieht. Einmal bewohnte Nester ziehen Bienen nahezu magisch an.

    Das könnte man nicht als überlebende Population bezeichnen.


    Sollte man untersuchen ... wäre schön, wenn es tatsächlich eine echte überlebende Population wäre. Und wenn es tatsächlich so wäre, fände ich spannend zu wissen, ob man die Resistenzmechanismen, die zum Überleben führen benennen kann.


    Gruß
    Ludger

    Mir geht's da nicht um die Bienen die in den Brutling kommen, sondern um den Flugling.

    Naja - an die sollte man aber durchaus auch denken. Ich habe keine praktischen Erfahrungen mit erst Einsprühen und dann Abstoßen. Aber den Bienen im Brutling würde in diesem Fall auch meine Hauptsorge gelten.

    Aber selbst für die Bienen, die man einsprüht und abstößt ist das sicherlich riskant. Zumindest müsste man sehr genau dosieren. Der Wirkstoff ist sicherlich besser verteilt, als wenn man versuchte das abgestoßene Bienenknäuel einzusprühen, aber wenn man die Bienen zu feucht macht und sie dann nach dem Abstoßen im Beutenboden verkleben ist vermutlich auch nicht viel gewonnen. Mit dem Einsprühen im zweiten Arbeitsgang, nachdem die Bienen die Waben ausgebaut haben, ist man auf der sicheren Seite.

    Der einzige Vorteil den ich sehe wäre, dass man sich einen Arbeitsgang sparen könnte. Aber kann man das wirklich? Ich würde nach einer Woche die Völker auf jeden Fall durchsehen wollen, alleine um zu prüfen, ob wirklich alle Völker noch weiselrichtig sind. Es wäre nicht das 1. Mal, dass eine Kö versehentlich im Brutling gelandet ist und man ein weiselloses Schwarmvolk vorfindet.


    Gruß

    Ludger

    Hallo Junix


    - Jungvölker sollen jetzt im Herbst brufrei sein und dann mit Michsäure behandelt werden. Ameisensäure ist nicht gegeignet für Jungvölker und besonders für deren Brut.

    - Bestandsvölker (Königin von 2019 / 2020) kann man mit Ameisensäure (Nassenheider Verdunster) behandeln, Brut muß vorhanden sein, deren Brut kann das ab.


    hier geht eine ganze Menge durcheinander.


    * Jungvölker sollen jetzt im Herbst brutfrei sein => das ist schlicht falsch, junge Königinnen tendieren eher dazu noch lange in den Herbst zu brüten, als ältere. Insbesondere wenn schwach oder spät gebildete Ableger noch Volksstärke aufbauen müssen.

    [richtig wäre: Ableger bildet man idealerweise so, dass sie in eine brutfreie Phase kommen und dann mit Milch/Oxalsäure behandelt werden können, bevor die junge Königin eigene Brut angelegt hat]


    * Ameisensäure ist nicht geeignet für Jungvölker und besonders für deren Brut. => Ameisensäure schädigt die Brut von Altvölkern und Jungvölkern gleichermaßen. (Nur kann man bei Jungvölkern bei günstiger Bildung (s.o.) leichter um eine Sommerbehandlung mit Ameisensäure herumkommen, als bei Altvölkern)

    - Allenfalls könnte es sein, dass eine junge Könign leichter von Ameisensäure geschädigt wird, als eine ältere. Aber das dürfte jetzt (mehr als 2 Monate nach Schlupf) auch keine Rolle mehr spielen. Königinnen- nicht Brutverluste sind das Problem bei einer Ameisensäurebehandlung.


    * Brut muß (bei einer Ameisensäurebehandlung) vorhanden sein. => Ebenfalls Unsinn. Ameisensäure ist der einzige Wirkstoff, der in die Brut hineinwirkt, aber das heisst nicht, dass sie im brutfreien Zustand nicht wirkt. Im Gegenteil: Ameisensäure wirkt im brutfreien Zustand ausgezeichnet. Eine kurze Stoßbehandlung (1x Schwammtuch) ist vollkommen ausreichend - eine Dauerbehandlung vollkommen überdimensioniert. Aber warum sollte man das machen? Im brutfreien Zustand wirken auch Sprühbehandlungen mit Milchsäure (oder besser noch Oxalsäure) ausgezeichnet und haben weniger Nebenwirkungen.


    Gruß
    Ludger

    p.s. Ja ich habe für Youtube eine Übersicht für die Winterbehandlung vorbereitet, das hat noch 2-3 Wochen Zeit - aber das Thema Sommerbehandlung ist eigentlich "durch"!

    schön fotografiert, sauber aufgeräumtes Etikett - aber es fehlen so ein paar wichtige Angaben, ohne die du das Glas nicht aus dem Haus geben darfst...


    Menge, Name und Adresse, Losnummer, Herkunft ...


    wenn du das auch unterbringst und das Etikett immer noch aufgeräumt aussieht - Glückwunsch


    Ludger

    Es gibt durchaus Situationen, in denen ich Pollensubstitute für sinnvoll halte.


    Dazu gehört insbesondere die totale Brutentnahme (TBE). Hier werden die Bienen zur Brut gezwungen und brauchen in hohem Maße Eiweiß. Wenn dann kein natürlicher Pollen z.B. aufgrund von Trockenheit in ausreichendem Maße vorhanden ist, ist Substition sinnvoll. Hier ist die Alternative - Eiweißfutter oder Varroamedikation?


    Auch sinnvoll ist der Einsatz in einigen imkerlichen Sondersituationen. Z.B. wenn nur durch Aufrechterhaltung der Eiweißversorgnung der Belegstellenbetrieb aufrecht erhalten werden kann, also das Abtreiben der Drohnen verhindert wird. Nicht immer ist ein frühes Zuchtende möglich, z.B. wenn noch spät im Jahr von eindrohnbesahmten Völkchen nachgezogen werden soll.


    Schon die Frühjahrsreizung, um die Völker rechtzeitig trachtreif zu bekommen, ist fragwürdig. Im Hobbybereich stellt sich die Frage vermutlich noch nicht einmal.


    Für problematisch halte ich Pollensubstitution wenn sie missbraucht wird, um große Bienenstände zu halten, die normalerweise gar nicht sinnvoll von der Umgebung getragen werden können, aber aus Gründen der einfacheren Bearbeitung verlockend sind. Hier landen wir wirklich im Bereich der Massentierhaltung.


    Das Know-How dafür sollten wir uns auf jeden Fall aufbauen. Die trockenen Sommer werden bleiben ...


    Gruß
    Ludger

    Sojamehl ist problematisch, es enthält neben dem Protein noch bestimmte Mehrfachzucker, die den Bienen Verdauungsprobleme verursachen können. Soja Eiweiß-Isolat wäre ok, ist aber teuer und hat einen höheren Eiweißanteil, weshalb das Rezept dann angepasst werden müsste.


    Gruß

    Ludger