Beiträge von Ludger Merkens

    Es könnte auch positive Ursachen geben: Kürzere Lebenszeit bedeutet höheren Bienendurchsatz. Der könnte den stärkeren Völkern geschuldet sein. Mehr junge Bienen aber verkürzen die Lebenszeit der alten.

    Die ersten Beobachtungen wurden im Labor gemacht. Unter Laborbedingungen wird aber vermutlich dieser Aspekt nicht mitsimuliert, dürfte also auch keine Rolle spielen.


    weil diese Bienen mehr Ertrag bringen und widerstandsfähiger gegen bestimmte Krankheiten sind? Warum ist z.B. die Nosemose heute fast verschwunden?

    Das ist schon eher plausibel. Außerdem könnte noch die Bienenpaketindustrie eine Rolle spielen. Wenn ich Bienen produziere, um viele Kunstschwärme zu verkaufen, brauche ich Bienen die schnell wachsen, also einen hohen Brutumsatz haben. Gleichzeitig werden vermutlich sehr oft die Königinnen getauscht, so dass permanent junge Völker, mit jungen Bienen in jugendlicher Aufwärtsentwicklung gehalten werden.

    Zuletzt kann auch die Zucht auf extreme Sanftmut eine Rolle spielen. Es sind die alten Tanten, die stechen. Junge Bienen sind selten agressiv. Kurzlebige Bienen, wenig alte Tanten - sanfte Bienen.


    Gruß
    Ludger

    Speziell bei VSH Genetik, bei der Larven mit brütenden Milben vorzeitig ausgeräumt und damit die Milben vorzeitig wieder freigesetzt werden, sollte man erwarten, dass sich das Verhältnis Milben auf den Bienen zu Milben in der Brut gegenüber "normalen" Bienenvölkern verschiebt. Die Milben sind nicht so lange in der Brut, wie sie gerne möchten, d.h. es sind mehr Milben auf den Bienen unterwegs.

    Es kommt dabei ein wenig darauf an, wann du die Königin eingeweiselt hast. Damit der Ausräumeffekt richtig in Schwung kommen kann, braucht deine Königin ihre eigenen Töchter im Volk. Das ist frühestens nach 6-8 Wochen (2 Brutsätze) durchgängig der Fall. Erst danach wird die Milbenreproduktion wirklich gedämpft, Die Milben sind damit aber noch nicht aus dem Volk.

    Wenn deine Königin also in den letzten 3-4 Monaten eingeweiselt wurde, kann es durchaus sein, dass du jetzt diese Verschiebung und demzufolge auch den höheren natürlichen Milbenfall siehst.


    Gruß
    Ludger

    Kann ich mir die 5,7 Prozent Oxalsäurelösung noch in der Apotheke meines Vertrauens abmischen lassen? Da gibt es doch noch eine Übergangslösung bis 2028

    Oxalsäure 5,7% (Oxuvar zum Sprühen) hat keine Standardzulassung, das kannst du dir in der Apotheke nicht anmischen lassen.

    Nur die Träufellösung 3,5%, die du mit Zucker angemischt träufeln kannst, darfst du dir in der Apotheke anmischen lassen, da gibt es eine solche Standardzulassung, (Die Standardzulassungen sind ausgelaufen, haben aber die Übergangszeit) auf deren Basis der Apotheker das darf. Wenn ich richtig gerechnet habe, hat diese Stammlösung übrigens ebenfalls 5,7% - aber du darfst trotzdem nicht hergehen und Wasser zugeben um damit zu sprühen.


    Gruß
    Ludger

    TBE und Bannwabenverfahren sind verschiedene Verfahren. TBE wird oft mit einer Fangwabe kombiniert/durchgeführt um auch die zum Zeitpunkt auf den Bienen sitzenden Milben noch wegzufangen.

    Ich hatte sowieso vor, am Montag auf unserem "Montagsimker"stream auf Youtube einen Vergleich TBE und TuB zu machen. Also herzliche Einladung, dir das Verfahren (in verschiedenen Varianten) nochmal genau anzusehen.


    Gruß
    Ludger

    Habe soeben, beim Googlen nach der Pauschalsatz folgende Notiz gefunden:



    Das Bundesfinanzministerium plant offenbar eine erneute Absenkung des pauschalen Umsatzsteuersatzes für Landwirte.


    Ab dem 1. Januar 2023 soll der Pauschalsteuersatz von 9,5 auf 9,0 Prozent sinken.


    WFLP

    weisst du dazu schon etwas? Oder ist diese Planung wieder aufgegeben worden?


    Gruß
    Ludger

    Ich kann dem nur zustimmen und einen „Quarantänestand“ empfehlen. Der lässt sich dann auch im Sommer für die Brutscheunen verwenden und das Risiko minimieren.

    Dieser eine Stand könnte auch von mehreren Imkern genutzt werden!

    Zusammen kommen wir weiter!

    Und dann sorgt ihr wie dafür, dass die Umgebung des Quarantänestands im Flugkreis frei von (noch) gesunden Völkern anderer Imker ist?

    Das Problem der Infektion von Nachbarvölkern durch solche Brutsammler ist vermutlich nicht ganz so groß, wie man meinen möchte. Es muss nur verhindert werden, dass es zur Räuberei kommt und/oder der Ableger zusammenbricht. Wenn die Brut am Stand bleibt und die Bienen, die mit der Brut aus dem zu sanierenden Volk entnommen werden, das alte Flugloch kennen, ist die Gefahr für Verflug und nachfolgende Räuberei natürlich sehr groß. In der Folge bricht der Ableger zusammen und die Milbenbombe ist gezündet.


    Wenn der Sammelbrutableger aber vom Heimatstand weg kommt und mit ausreichendem Bienenbesatz, früh genug in der Saison gebildet wird, sind die Voraussetzungen dafür deutlich besser - eben weil keine Bienen in den alten Stock zurückfliegen und die Räuberei einleiten können.

    Wenn man dann noch darauf achtet, dass der Ableger genug Bienen und Vorräte hat und die Milbenlast nicht zu extrem ist, (Deshalb früh in der Saison bilden) wird das Risiko für dieses Zusammenbrechen weiter gesenkt. Flugloch klein halten, dass die Startmannschaft in der Beute eine gute Chance hat, das Flugloch zu verteidigen. Sollte der Milbendruck wirklich zu hoch sein, kann man dann noch hingehen und z.B. während der Kontrolle auf verdeckelte Weiselzellen. (nach knapp einer Woche) den Milbendruck im Ableger mit einer Oxal- oder Milchsäuresprühbehandlung vorab senken. Selbst wenn der Ableger dann doch noch zusammenbricht, ist das Risiko für die Umgebung nicht so hoch.


    Schwieriger sind solche Brutentnahmeableger, wenn der Bienenbesatz zu klein, die Vorräte zu gering, das Flugloch zu groß oder der Abstand zum Heimatstand zu klein ist. Alles was Räuberei fördert muss vermieden werden, dazu gehört auch "flüssig füttern".


    Man kann einen solchen Ableger vermutlich recht problemlos zu anderen Bienenvölkern an einen entfernten Stand stellen. Man muss halt das Zusammenbrechen verhindern. Ich sage vermutlich, weil sich bei mir diese Situation nicht ergibt. Ich nutze meine Brutableger zur Infektion meiner VSH Mini+Zuchtvölkchen und zu diesem Zweck bringe ich meine Brutentnahmeableger auf meinen Zuchtstand mit den zu infizierenden Einheiten. Am Tag der Infizierung stehen die Milbenspender dann schon am Stand und die Wege sind kurz und die Milben noch vital, wenn sie in die Prüfvölkchen kommen.


    Gruß

    Ludger

    Hallo Dieter,


    SMR (suppressed mite reproduction) ist (auch bei Harbo) letztlich der Überbegriff für alle Mechanismen, bei denen in der Brut eine Unterdrückung der Milbenreproduktion erfolgt. VSH (Varroa sensitive Hygiene) und Recapping (Öffnen und wiederverschließen von Zelldeckeln) sind zwei Mechanismen, die beide zu SMR führen können.

    Wenn man ehrlich ist, ist das Auszählverfahren, wie wir es bei Arista und auch später im Projekt in Kirchhain genutzt haben, nicht spezifisch genug, um sicherzustellen, dass VSH die Ursache für die verringerte Milbenreproduktion ist. Insofern ist dort von VSH zu sprechen eigentlich falsch. Um zu prüfen, ob VSH vorliegt, müsste man nachverfolgen, was mit der einzelnen Milbe passiert. Z.B. könnte man Brutzellen einzeln infizieren, dies protokollieren und den Ausräumstatus dieser infizierten Zellen bewerten.

    So wissen wir nur - wir haben Milben gefunden, die sich nicht vermehrt haben. Das ist streng genommen SMR. Auch wenn vermutlich VSH der entscheidende Mechanismust ist.


    Gruß

    Ludger