Beiträge von Ludger Merkens

    rall0r Ja, nach meinem aktuellen Stand basiert die Körung nach wie vor auf morphometrischen Daten.


    Aber wenn die Mutter eine reine C mit Abstammung ist und nur die Töchter aus der Art fallen. (z.B. weil du mit VSH Buckfast angepaart hast) kannst du problemlos auf die Drohnen dieses Volks zurückgreifen. Bei ausgezählten 100% VSH hat die Mutter auf jeden Fall auch schon einen Teil der Eigenschaften mitgebracht und das kannst du über die Drohnen für die weitere Zucht nutzen.


    Und wenn die Situation tatsächlich ist, wie hier beschrieben, klappt das danach auch wieder mit der Körung.


    Gruß
    Ludger

    Hallo Rumina,


    angesichts der Tatsache, dass "europäische" Honigbienen praktisch weltweit, über alle Klimabereiche der Erde gehalten und genutzt werden, sind hier keine direkten Probleme durch den Klimawandel, bzw. die damit einhergehenden Temperaturänderungen zu erwarten. In dieser Hinsicht sind unsere Bienen sehr flexibel.

    Allerdings machen "unsere" Bienen in wärmeren Klimazonen keine, oder nur geringere Brutpausen. Ein Effekt, den wir in den letzten Jahren auch schon beobachten konnten.

    Mit dem Fehlen dieser Brutpausen, entfällt auch die Vermehrungslücke im Winter für die Varroamilbe. Alleine der Einsatz von Varroamedikamenten, die nicht in die Brut wirken, (Also im Prinzip Alle - außer Ameisensäure) wird schwieriger.

    Die Untersuchungen von Dr. Otten in Mayen zum Thema der zu erwartenden Winterverluste in Korrelation zu einem frühen Trachtbeginn im Vorjahr, sprechen hier Bände.

    Das Varroamanagement werden wir also anpassen müssen. (Gezielte Brutpausen, modifizierte Behandlungsschemata, etc.)

    Außerdem ist mit höheren Durchschnittstemperaturen auch mit dem Eindringen von an solche Bedingungen angepasster Bienenschädlinge zu rechnen. Vespa Velutina, Kleiner Beutenkäfer, Tropilaelaps Milbe. Insbesondere letztere ist auf Brut im Bienenvolk angewiesen und dürfte bei Imkerei ohne Winterpause zu Problemen führen. Neue Herausforderungen ...


    Gruß

    Ludger

    Randy Oliver verschenkt schlupfreife Zellen an seine gesamten Nachbarimker, um seine gewünschte Genetik im Umkreis zu haben.

    Das funktioniert wohl ganz gut. Ihn kostet es Cents, insofern hat es nur Vorteile für ihn, auf lange Sicht.


    Ich denke mal, wenn man VSH Genetik in die Breite drücken will, gibt es vielleicht keinen effektiveren Weg.

    habe ich auch schon laut 'drüber nachgedacht. Aber der Zweifel an der Qualität des eigenen Materials ... man will ja auch niemanden enttäuschen. (Und man möchte das dann ja auch die nächsten Jahre noch weitermachen können)


    Gruß
    Ludger

    Hallo,

    BOND wie Softbond, haben in meinen Augen einige Probleme.


    a) Steckt man in einer Gegend mit hoher Bienendichte, so hat man kaum Chancen den eigenen Zuchtfortschritt stabil weiterzuführen, da man über die Drohnen aus der Umgebung immer einen hohen Einfluss unselektierter Genetik hat. Man rennt gegen Windmühlen, der sowieso schon von vielen anfänglichen Fehlschlägen begleitete Weg, wird immer länger und steiniger. Der Einzige Ausweg hier wäre. für kontrollierte Anpaarung zu sorgen, um eine Chance auf Erfolg zu haben. Steckt man in einer Gegend mit hoher Bienendichte, ist auch das Problem, dass die eigenen Völker zum Infektionsherd für Nachbarvölker werden, tatsächlich gegeben. Ob gerechtfertigt oder nicht, die Angst des Nachbarn ist kein guter Verbündeter.


    b) Sorgt man, um das Drohnenproblem aus a) zu umgehen, durch Mondscheinbegattung, oder instrumentelle Besamung für kontrollierte Anpaarungen, so steigt automatisch das Inzuchtrisiko und dies umso schneller, je kleiner die Zuchtpopulation (Völkerzahl) ist. Man ist also alleine aus diesem Grund gezwungen, mit vielen Völkern zu arbeiten. Wenn man mit vielen Völkern arbeiten mag und kann, so kann man unter Umständen auch wieder durch Verdrängung die "Drohnenhoheit" zurückgewinnen. In diesem Fall, sollte man sich Josef Kollers ROOTS Projekt ansehen.


    c) Befindet man sich hingegen in einer Inselsitutation (genetisch betrachtet) und betreibt eine echte BOND Auslese, besteht eine andere "Gefahr". Nämlich die, dass sich die eigentlichen Krankheitserreger, die Viren, schneller an diese neue Situation anpassen, als die Bienen eine effektive Maßnahme gegen die Milbe aufbauen können. Eine Situtaion in der der Wirt (das gesamte Volk, nicht nur die Königin) stirbt, wenn der Krankheitserreger zu "virulent" ist, selektiert in hohem Maße auf weniger tödliche Krankheiten. Die Viren als eigentlliche Krankheitserreger, passen sich sehr schnell an neue Situationen an - schneller als Biene oder gar Milbe. Dies ist, so lange man in der Inselsituation bleibt nicht unbedingt schlimm. Leider sind solche Bienen-Populationen aber nicht im eigentlichen Sinn (Milben-)resistent, sondern haben lediglich das Glück, dass sie keinen ernsthaften Viruserkrankungen ausgesetzt sind. Bekommen solche Völker Kontakt zu den ansonsten verbreiteten virulenteren Virenstämmen, brechen sie wieder zusammen, genau wie zu Beginn der "Zuchtbemühungen" auch.


    Alles in Allem dürfte es für die meisten von uns interessanter sein, sich an bestehende Züchtergruppen anzuschließen. Durch die Kooperation erhält man leichteren Zugang zu kontrollierter Anpaarung, kann auf Fortschritte von Kollegen zurückgreifen und umgeht durch die Gesamtzahl der gehaltenen Bienenvölker auch das Problem allzu schnell in Inzuchtprobleme zu rennen.


    Gruß
    Ludger

    Sieht für mich nach einem Varroamännchen aus. Vermutlich war das Varroaweibchen (trotz der dunklen Färbung) beim Schlupf nicht mehr lebensfähig und beide sind gemeinsam beim Schlupf der Biene ins Gemüll gefallen. Das Männchen sieht man außerhalb der Brutzelle ziemlich selten.


    Gruß

    Ludger

    Hallo honigbanane ,


    Der Easy Check ist für Alkohol optimiert. Easy Check mit CO2 (Deckel anbohren) "geht so".

    Aber für Puderzucker ist der grade Becher z.B. von Swienty, oder auch einfach ein kleiner Eimer mit Gitterboden definitiv besser geeignet. (so jedenfalls meine Erfahrungen)

    Der Bechererinsatz vom EasyCheck verklebt mit Puderzucker zu schnell und ich habe wie wasgau immen das unsichere Gefühl, dass man nicht alle Milben findet.


    Gruß
    Ludger

    Hallo Luffi,


    die Reihenfolge der Genauigkeiten der Messungen phoretischer Milben mit CO2, Puderzucker und als Alhoholauswaschung deckt sich mit einem stichprobenartiken Versuch, den ich diesen Spätsommer durchgeführt habe. Ich habe bei einer Gruppe von Völkern abwechselnd mit CO2 und mit Puderzucker den phoretischen Befall ermittelt und dann jeweils, die Bienenproben nochmal mit Alkohol ausgewaschen. (jeweils 8 Völker pro Gruppe)

    Bei CO2 hatte ich deutlich größere Streuungen der Ergebnisse, als bei Puderzucker. (Ich habe teilweise in der nachfolgenden Auswaschung mit Alkohol genausoviele Milben gefunden, wie ich vorher mit CO2 herunterholen konnte.)

    Wenn man also mit CO2 arbeitet, muss man zumindest die Randbedingungen genau einhalten - so wie du es ja auch immer beschreibst.

    Leider streut dieses Ergebnis bei CO2 sehr, sonst könnte man einfach diesen Fehler in die Schadschwelle einrechnen.

    Ich bin für mich zum Schluss gekommen, tatsächlich mit Alkoholauswaschungen zu arbeiten. Bienenproben von 300 Bienen liegen fast noch unterhalb des täglichen Flugbienenverlustes.


    Gruß
    Ludger

    Hallo Frank,


    auffällige Völker möglichst früh erkennen. Wie machst du das, ohne dass du den Varroastatus deiner Völker kennst? Sind das Zufallsfunde, der Art - oh da sitzt schon eine Milbe im Pelz/ vorsicht, da habe ich Bienen mit Krüppelflügeln im Volk? Das wäre vielleicht etwas zu spät. Aber das was du dann für die Sanierung vorschlägst: Volk zerlegen, genetisch sterben lassen und neuen evtl. geeigneteren Königinnen mit den nackt d.h. auch sehr effektiv sanierten Bienen einen neuen Start zu geben, klingt für mich nach Königsweg. (Ich hab eh das Problem, wie ich meine Königinnen in die Völker kriege.)


    Gruß

    Ludger

    Liebe Leut,

    ich bin etwas durcheinander:saint:(finde nix genaues) Wer, was, oder welches " Gesetz" verhindert denn Angepasstes Behandeln, im Januar oder auch Februar, also nach dem 1. 1. des Folgejahres?

    Jetzt bitte nich: ich habe gehört.......

    Wo steht explizit was?

    Danke!

    Hallo wasgau immen ,


    in der Standardzulassung zur Oxalsäureträufelbehandlung steht, dass man nach einer Behandlung im Spätherbst, den Honig erst im folgenden Frühjahr ernten darf. Das wird wohl von offizieller Seite so interpretiert, dass eine Honigernte (nach Oxalsäureträufelung) immer erst im Folgejahr erfolgen kann. Eine Wartezeit in Wochen gibt es hier nicht.


    Eine allgemeine Behandlungssperre gibt es nicht, die Wartezeiten sind immer an das Medikament bvzw. dessen Zulassung gekoppelt. Wobei laut Vortrag in Mayen (Dr. Eva Rademacher), die Wartezeiten neuerer Zulassungen nur ausreichen, dass keine Rückstände zu erwarten sind, die eine schädliche Wirkung auf den Menschen haben, die Verkehrsfähigkeit des Honigs dadurch aber nicht immer sichergestellt sei. Weshalb sie dringend zu dieser klassischen Interpretation der Wartezeiten riet.


    Alledings wäre mit "Spätherbst" streng genommen der "Stichtag" der 21.12. nicht der 31.12.


    Gruß
    Ludger

    Hallo wasgau immen ,


    für Wirtschaftsvölker habe ich dieses Thema noch nicht so genau beobachtet, aber für Begattungseinheiten ist pralle Sonne eine Katastrophe. Von daher neige ich neuerdings auch dazu, direkte Sonne bei der Aufstellung von Bienen zu vermeiden. Aber gerade im Frühjahr, ist zu viel Schatten auch nicht gut. (Beobachtung eigener Stände)

    Was die Aufstellhöhe angeht, hast du was das Bearbeiten angeht sicherlich recht, da spielt die eigene Arbeitsweise eine wichtige Rolle. Ich kann mir aber schon vorstellen, dass es in der Frühjahrsentwicklung einen Unterschied macht, ob die Beute aus dem Bereich der direkten Bodenfeuchtigkeit heraus sind, oder nicht. Ich gehe davon aus, dass es schon einen Unterschied macht, ob die Beuten direkt auf Palette stehen (15cm), oder ob sie einen nennenswerten Sockel unter dem Boden haben (45cm und mehr). Aber wo da die Grenze liegt, kann sogar vom restlichen Aufstellort abhängig sein und mit echten Tests (wonach Frank ja fragt), kann ich leider auch nicht dienen.


    Gruß

    Ludger

    Hallo Sulz,

    kann ich mir vorstellen, dass das keinen Unterschied mehr macht; und ich glaube auch nicht, dass die Aufstellung im Bienenhaus, mit einer Freilandaufstellung vergleichbar ist. Durch Dach und Boden, ist der Wetterschutz so viel größer, als bei Freiaufstellung, dass evtl. Unterschiede in der Etage, nicht mit der Fragestellung von Frank zu vergleichen sein dürften.


    Gruß
    Ludger