Beiträge von Holbee

    Ne, ne. Weg mit Chemie und Einsprühen und so. Die Tatsache, dass die Milben sich gegenseitig behindern bei ihrer Vermehrung in der Zelle soll genutzt werden - irgendwie - um die Bienen selbst dazu zu bringen, die Milben und ihre Anzahl "in Schach" zui halten.


    Die Verbindung dieses Ziel mit der Erkenntnis der "varroa inhibitors" sehe ich noch nicht (oder ich hab's nicht verstanden, in Sabi(e)nes Ausführungen). Lohnt es sich daran zu arbeiten?


    Holbee

    Es ist plötzlich still um diesen Thread geworden, ich hoffe, dass nicht ich die Diskussion abgewürgt habe. Das fände ich schade. Ich hatte eigentlich nur eine Zwischenfrage nach Forschungen nach diesen 1996 veröffentlichten gestellt.


    Sabine : Soll eine Antwort sein, dass Mr. Nazzi das Ergebnis seiner Forschungsgruppe hat patentieren lassen? Und sind die in dem link genannten "Related US Applications" solche weitergeführten Forschungen und Erkenntnisse? Wenn das so ist, muss ich passen. Die Titel dieser Arbeiten schrecken mich zu so später Stunde (aber auch sonst!) ab. - Wenn darin wesentliche neue Erkenntnisse stecken, so wären sie doch sicher längst allgemein bekannt und verbreitet.


    Gute Nacht
    Holbee

    Noch einmal zur Klarheit für mich und vielleicht auch manche anderen die Aussage der Zusammenfassung der Forschungsarbeit, um die es hier ursprünglich ging:


    Die eine Erkenntnis ist, dass die Muttermilben in Konkurrenz untereinander sind und sich in der Zelle gegenseitig in der Vermehrung behindern; die andere Erkenntnis: Zur Behinderung der Vermehrung anderer Milben wird in der Zelle von der Muttermilbe ein Stoff (inhibitor) hinterlassen, der wie eine Duftmarke von nachfolgenden Muttermilben aufgenommen wird und bei ihr zu einer verminderten Vermehrung führt (immerhin 48 % weniger!).


    Das sind doch weitreichende Aussagen. Die wurden bereits vor 14 Jahren veröffentlich. Es muss doch in der Zwischenzeit weitere Forschung betrieben worden sein, um auf der Grundlage dieser Erkenntnisse noch mehr über das Verhalten der Milben zu erfahren. Das Ziel solcher Forschung sollte Antwort auf solche Fragen geben wie, können die Bienen selbst mit den Milben fertig werden, wo und wie verhindern vielleicht die Eingriffe des Imkers mit AS OS usw. eine Anpassung der Bienen an die Gefahren durch die Milben.


    Weiß jemand von solchen Forschungsarbeiten?


    Holbee

    Gestern war Imkervereinstreffen. Es wurde gesagt, dass die 60 %ige AS (ad us vet) nicht mehr in Apotheken zu kaufen sei und der Hersteller sie nicht mehr produziere. Wo gibt's die denn noch? Genaueres konnte ich beim Informanten nicht erfragen, er war weg.


    Weiß jemand hier etwas darüber?


    Perizin: Mein alter Imker-Lehrmeister meinte, das kann ich ruhig anwenden, wenn ich nur das Celler-Rotations-Prinzip einhalte. Dann können keine belasteten Waben in den Honigraum kommen. Ach so, sagte ich.


    Was meint ihr dazu?



    Holbee

    Der Honig meiner August-Ernte ist auch dunkel und bis jetzt nicht kristallisiert. Den habe ich gar nicht erst gerührt. Ich war mir nämlich ziemlich sicher, dass ich zumindestens "vorwiegend" Waldhonig von meinen Bienen habe. Er ist wunderbar dunkel bernsteinfarben und jetzt noch unverändert von sehr dickflüssiger Konsistenz.


    Nun wohne ich (mit den Bienen) im Wald. Aber nach deiner Beschreibung entsprich dein Honig im Aussehen und in der Konsistenz meinem Honig. Deshalb glaube ich, dass deine Bienen auch von irgendwelchen Lachniden im Umkreis deines Standes Honigtau (oder Blatthonig - ist meine ich dasselbe) geholt haben.


    Holbee

    Ich meinte den Sirup in der Futterzarge, der blieb unberührt. Und wenn Räuber im Volk waren (ich bin mir da bei dem letzten "Opfervolk" noch nicht einmal endgültig sicher), dann ließen sie den Sirup liegen. Beim ersten ausgeräuberten Volk bin ich mir über die Räuberei und das Liegen-Lassen-des-Futtersirups aber sicher, die Beute war nämlich anschließend leer.


    Beim letzten von Räubern überfallenen Volk fand ich noch relativ viele Bienen in der oberen Zarge und in den Waben war frisch eingelagertes und verdeckeltes Futter. Ein räuberischer Überfall fand statt, die vielen wild um diese Beute fliegenden Bienen, die an vielen Ritzen und in Massen am Flugloch einzudringen versuchten waren ein deutliches Anzeichen für Räuberei. Die anderen Beuten daneben wurden überhaupt nicht von Bienen umschwirrt. Vielleicht hat das überfallenen Volk ja überlebt, inzwischen ist es kalt und daher ruhig.


    Vorher: Auffallend hoher Milbenfall, 80 in drei Tagen. Bei den anderen Völkern weniger als 5 an einem Tag. Und der Futtersirup in der Futterzarge wurde wie gesagt nicht mehr abgenommen. Das ganze spielte sich Anfang Oktober ab.


    Holbee

    Zu kalt kann es bei mir nicht gewesen sein. Die anderen Völker am selben Stand nahmen zur selben Zeit ihr Futter schnell ab.


    Wenn das Volk so stark geschwächt war, dass es mangels Bienenmasse das Futter nicht mehr abnehmen konnte, dann der Räuberei zum Opfer fiel, so sollte man doch meinen, dass die Räuber sich über das Futter hermachen. Aber das Futter blieb unangerührt.


    Holbee

    Bei zwei Völkern, die bei mir der Räuberei zum Opfer fielen, wurde kein Futter (Ambrosia) mehr aus der Futterzarge abgenommen, bevor ich die Räuberei bemerkte. Seitdem nehme ich die Nicht-Abnahme des Futters als Zeichen für beginnende Räuberei.


    Ich habe allerdings keine plausible Erklärung für diesen Zusammenhang.


    Holbee

    Es handelt sich um eins meiner alten Völker, die ich vor drei Jahren als Ableger gekauft hatte. 2009 machte ich einen Ableger mit der alten Königin, sie haben seitdem also eine neue Kö. In diesem Jahr im Mai machte ich wieder einen Ableger von dem Volk, ließ aber die Kö drin.


    Holbee

    Ich ging eben zu meinen drei verbliebenen Völkern, um den Milbenfall zu kontrollieren. Von weitem sah ich Bienen wild um eine Beute fliegen, an allen Ritzen versuchten welche, einzudringen. Am Flugloch herrschte wildes Gedrängel, der Schaumstoffstreifen, den ich zur Verengung in den Spalt gestopft hatte, war an einem Ende ein Stück heraus gerissen. Besonders in dem dort entstandenen Loch versuchten ganze Bienenpulks, in die Beute zu kommen.


    Ich verstopfte das Flugloch erneut und ließ nur einen knappen Zentimeter frei, so dass nur eine Biene zur Zeit durch passt. Und ich stellte noch ein Brett schräg vor das Flugloch. Allerdings befürchte ich, dass es bereits zu spät und das Volk so gut wie ausgeräubert ist.


    Das beraubte Volk hatte besonders starken Milbenfall in der letzten Zeit, in 10 Tagen fielen 280 Milben. Nach den letzten drei Tagen zählte ich 80 Milben auf dem eingefetteten Gemüllschieber. So liegt der Schluss nahe, dass das Volk von Milben geschwächt die eindringenden Räuber nicht mehr genügend abwehren konnte.


    Damit sind mir vier von sechs Völkern in diesem Sommer kaputt gegangen. Vielleicht ist das eine Folge meiner sehr späten (Ende August) Behandlung, und dann die 3 Behandlungen mit Schwammtuch in kurzen Abständen von ca. 4 Tagen. Vor Schreck angesichts der plötzlichen hohen Milbenzahl.


    Aber sicher bin ich mir noch lange nicht, was ich wirklich falsch gemacht habe und was ich in Zukunft anders machen werde. Zum Beispiel hatte ich in diesem Jahr zum ersten Mal keine Drohnenbrut geschnitten - das wird mir von Imkerfreunden auch zum Vorwurf gemacht und als Ursache des hohen Varroabefalls gesehen. Oder mein Versuch, nur noch Naturbau machen zu lassen, ohne Absperrgitter die Honigräume aufzusetzen .......:roll:


    Und dabei habe ich in diesem Jahr besonders viel Honig von den Bienen bekommen, wunderschönen Waldhonig.



    Holbee

    Hier vagabundieren jetzt Bienen bei meinen am Haus stehenden leeren Beuten und Rähmchen herum, meiner Frau werden sie schon lästig. Nicht dass ich etwa irgendwelche Teile, die mit Honig in Berührung waren, herum stehen lasse! Darauf passe ich sehr genau auf, dass keine Honigwaben oder Geräte vom Honigschleudern draußen stehen bleiben. Alles was die Bienen dort anzulocken scheint sind Teile, die seit eh und je draußen stehen, ohne dass sie Bienen angelockt hätten.


    Es ist also gut möglich, dass es sich bei diesen Bienen um Reste des ausgezogenen Volkes handelt. Aber ich kann nichts gegen ihr Treiben tun, mich stören sie auch nicht, aber andere.


    Ich weiß, dass ich sehr spät oder zu spät behandelt habe. Das hatte ich schon gesagt, durch Reisen und andere Verpflichtungen wusste ich schon früh im Sommer, dass ich erst so spät zur ersten AS-Behandlungen kommen werde.


    Vor zwei Jahren, meinem ersten Imkerjahr, hatte ich bewusst erst im September behandelt und eingefüttert, um nämlich die Heideblüte noch abzuwarten. Da hatte ich keinerlei Probleme mit Milben. In diesem Jahr war das wie gesagt nicht der Grund, die Heide blüht hier zwar jetzt erst, aber kümmerlich. Nur, wie machen das die Heideimker, die können doch nicht schon im Juli/August behandeln, denn danach wäre der Heidehonig voll Rückständen.


    Holbee

    Meine Aufzeichnungen sagen: 5 bis 10 Milben und mehr pro Tag am 1.9. vor AS-Behandlung. Meine Aussage vom 6.9. war aus der Erinnerung und falsch, ich bitte um Entschuldigung. Nach einer ersten AS-Behandlung am 5.9. prüfte ich drei Tage später den Milbenfall: Fast 300.


    Holbee