Beiträge von Tommy Tulpe

    Kein Geld für Honig?

    Die Nachbarn haben Geld für einen neuen Hund (ca. 2.000€), die Gegend ist vollgestellt mit Pferden (monatliche Kosten minimal 300€), die Autos werden immer dicker.

    Kein Geld für Honig?

    Zu allen drei Dingen haben viele Menschen aber auch eine andere Beziehung, als zu bestimmten Lebensmitteln. Der Hund ist z.B. häufig das dritte Kind und über Deutsche und ihre Autos... Ich habe auch Kunden, die über 80 € an einem Abend versaufen, wo das Geld doch aber knapp ist, teure Wildwurst herstellen und beim Euro mehr für den Honig die Brieftasche zubleibt. Es soll auch Leute geben, die sich für über 10 € ein kleines Glas Nutella im Ausland kaufen. Das ist natürlich nicht rational und Wege, wie man damit umgehen kann, wurden hier ja schon umfangreich aufgezeigt. Auch wenn Geld da ist, es ist vielleicht beim aktuellen Kundenstamm nicht für das Produkt da, das man verkaufen möchte. Zumindest nicht ohne Mehraufwand beim Verkäufer.

    Dieses Schalefüttern ist eh Gehampel mit vielen Nachteilen. Futterzarge oder Futtertasche, sonst nix

    So pauschal niedergeschrieben, kann ich mit einem klaren Jein zustimmen. Bei Dadant mit Nicotfütterer ist da wenig zu diskutieren, aber dann gibt es noch die gelobte Vielfalt an Beutensystemen und den zugehörigen Futterzargen und mancher Imker(pate) hat da auch seine Erfahrungen her. Der wundert sich dann auch warum es Imker gibt, die erst Ende September auffüttern, wo die Bienen doch kein Futter mehr abnehmen.

    Wenn man das aber weiß, früher einfüttert und anstatt einer Schale eine Schüssel mit 9 L und Blähton nimmt, dann kann man etwas Gewicht, Platz im Lager (wenn alle Schüsseln gleich groß sind) und etwas Geld sparen, mit überschaubarem "Gehampel". Viel wichtiger aber: wenn das Beutensystem keine passende/durchdachte Futterzarge hat und die Beute nicht in Waage steht, dann gehen einem die Bienen da unter, was in so einer Schüssel nicht passiert. 10 € für eine Schüssel mit Blähton ist da günstiger als ein Systemwechsel.

    Warum sollten sie das dann aus dem Fütterer nicht nehmen?

    Das kann auch davon abhängig sein, wie gefüttert wird. Schüssel über Folie in einer Extrazarge mit Aufstieg an der Beutenwand lockt bei mir keine Bienen mehr hoch. Futtertasche irgendwo in der Brutnestzarge ist fix leer.

    Ich finde aktuell lohnt sich noch keine Diskussion über den neuen Verein. Dass eine Mitgliedschaft ein Produkt im Onlineshop ist, fand ich auch etwas "gewöhnungsbedürftig", aber inhaltlich ist ja noch nichts vorhanden, über das man diskutieren könnte. Die auf der Homepage aufgeworfenen Fragen sind nicht neu und passende Antworten sucht man dort noch vergebens. Abwarten und Tee trinken.

    Wer investiert, muss sich auch sicher sein, dass er sein Geld wieder rein bekommt. Man muss sein Produkt immer mit ausreichend Gewinn losbekommen Wenn man sein Produkt nicht mehr losbekommt, dann wird man auch seine Investition nicht mehr zum guten Preis los, weil das Problem dann auch andere haben und die wollen nicht mehr investieren. Wer also damit rechnet sein Geld für den laufenden Betrieb in einem schwierigen Markt zu brauchen, der wird nicht investieren. Wenn Geld alle, dann alle.


    Wer zum guten alten Tauschhandel zurück will, dem empfehle ich dann noch Hefe einzukaufen, besonders wenn man das Lager mit Zucker und Honig voll hat. Alkohol geht immer, selbst wenn er verboten ist.

    Profi-Handwerker gegen Bastler. - Honig ist nur der Rohstoff aus dem Volk. Das fertige Produkt im Glas steht zum Vergleich. - Hier macht der Hobbyimker keinen Stich.

    Das stimmt natürlich, ich kenne kaum einen Hobbyimker, der so nah an den guten Langnese Honig heran kommt wie einige wenige Profiimker.

    Schade, dass ihr die geschenkte Mehrwertsteuer und die geschenkte Einkommenssteuer nicht zu schätzen wisst.

    Ich persönlich schätze diese Dinge genauso, wie die Dinge, die ich nicht aus der Imkerei bezahlen muss: Absicherung gegen Krankheit, Berufsunfähigkeit, etc.

    Das bedeutet aber auch, dass ich den meisten Imkern aktuell nicht über die Kostenschiene kommen kann. Wir haben im Verein Imker gehabt, die hatten ihr Matrial noch von 1950, denen brauch ich nicht mit einer Abschreibung über 10 Jahre kommen. Selbst der mehrfach abgezahlte Bienenwagen konnte noch zu Geld gemacht werden. Mancher Hobbyimker kann dann doch billiger produzieren (glaubt keiner), der soll aber seinen Honig lieber spenden um die Preise auf ein angemessenes Niveau zu heben. Ihr merkt schon, mit einigen Beiträgen gehe ich nicht ganz konform.

    Also entweder setzt man auf Solidarität (nehmen, was der Berufsimker nimmt, auch wenn der deutlich bessere Vertriebsmöglichkeiten hat) oder man stellt alle bei den Kosten gleich oder doch was anderes? Für andere Landwirte gibt es Subventionen, dann wird der Umbau zum Klimawald gefördert. Hobbyimker profitieren in manchen Bundesländern von Fördermitteln. Vielleicht tragen Berufsimker besonders zur Bestäubungsleistung oder den Erhalt einer qualitativen Bienenhaltun be (Montagsimker, Zuchtköniginnen)? Zumindest kann man ja mal über Alternativen nachdenken. Wenn man nur die 3 Volkimker betrachtet, dann kann es egal sein, für wieviel sie ihren Honig verkaufen.

    Naja drittwichtigstes Nutztier scheint es nicht wegen der Honigumsätze zu sein. Berufsimker bei HH nimmt 5,50 für Sortenhonig, der regionale nimmt 6,20 für Früh- und Sommertracht, in Rostock stand gestern einer für 6 €, 8,50 € für Sortenhonig. Das ist offensichtlich zu wenig und von der Wertschöpfung durch Bestäubungsleistungen profitieren andere. Übertrieben dargestellt: Amazon macht in Deutschland seine Gewinne und zahlt seine oder keine Steuern im Steuerparadies. Warum sich wegen der Honigpreise heißreden, wenn andere Leistungen kostenlos erbracht werden?

    Damit man sich nicht aufgrund der Honigpreise die Köpfe einschlägt:


    Nach den bisherigen Vorschlägen zur Vermarktung/Entsorgung von Honig, bin ich dafür, dass durch staatliche Maßnahmen die Imker an den erbrachten Bestäubungsleistungen beteiligt werden, Stichwort drittwichtigstes Nutztier, aber kaum einer bekommt dafür einen Euro.

    Die Finanzierung der Imkerei alleine über die Honigproduktion scheint langfristig nicht ausreichend, um den gesellschaftlichen und wirtschaftlich notwendigen Beitrag durch die Imkerschaft zu sichern. Da von den erbrachten Leistungen alle profitieren, ist es legitim dies durch den Staat umsetzen zu lassen. Die vorhandenen Marktmechanismen scheinen hier zu versagen.

    Spendensammler, Junkies auf der Suche nach der nächsten Mittelwand, Schwarzarbeiter, Billigheimer, Kollegen, die ihren Honig lieber verschenken sollten, falls sie überhaupt genug haben. Das Thema bleibt spannend.