Beiträge von Re-Mark

    Ein verantwortungsbewusster Imker sollte, auch wenn er nicht "wandert", meiner Meinung nach mindestens jährlich seine Völker auf Sporen untersuchen lassen.

    Es gab im Landesverband bereits die Forderung, alle Imker zu vorsorglichen Futterkranzuntersuchungen zu verpflichten. Das dumme ist: es gibt gar nicht die Untersuchungskapazität dafür!

    Dafür müssten erstmal neue Labore eingerichtet und einige neue Mitarbeiter eingestellt werden.


    Wahrscheinlich könnte man so eine Screening-Diagnostik auch so aufbauen, dass die Untersuchungen weitgehend automatisiert ablaufen und keine neuen Mitarbeiter nötig sind. Vielleicht weiß jemand der hier Mitlesenden mehr dazu und kann ein paar Hinweise geben?


    Grüße,

    Robert

    Ok, aber was ist die Konsequenz der 'seuchenhygienischen Einheit'? In dem Text der Tierseuchenkasse scheint es mir mehr darauf abzuzielen, dass die Bienenvölker eben nicht nach Besitzern getrennt betrachtet werden oder auch nach Standorten.

    Ergibt in meinen Augen auch durchaus Sinn: wenn Bienenvölker durch irgendetwas miteinander verbunden sind, was eine Infektion erleichtert, also z.B. durch die gleiche Person bearbeitet, mit dem gleichen Werkzeug, oder den gleichen Bestand an Honigräumen, dann müssen die z.B. auch alle gleich untersucht werden. Egal ob sie in verschiedenen Landkreisen stehen oder zwar am gleichen Stand, aber unterschiedlichen Besitzern gehören.


    Soweit kann ich folgen. Aber es scheint bei manchen Leuten der Glaube zu herrschen, dass die "seuchenhygienische Einheit" so eine Art Schicksalsgemeinschaft ist. Dass die alle gleich behandelt werden müssen, egal was die Untersuchungen sagen.


    Dazu würde ich gerne einen Beleg sehen. Also: wo kann man etwas über den Begriff der "seuchenhygienischen Einheit" bei Bienenvölkern nachlesen, außer auf der schon genannten Seite der Tierseuchenkasse.


    In der Bienenseuchenverordnung steht davon nämlich nichts, im Gegenteil. Bekämpfungsaktionen betreffend wird da klar unterschieden zwischen erkrankten Völkern und verdächtigen Völkern. Nix Einheit.


    Grüße,

    Robert

    Wenn Ausbruch-. warum kein Sperrgebiet?! In dem dann weiter untersucht wird.

    Der Sperrbezirk wurde bereits am 15. November ausgerufen, wie man hier nachlesen kann:

    https://www.berlin.de/ba-panko…und-lebensmittelaufsicht/


    Mir stellt sich die Frage: warum werden solche Sperrbezirke nicht zentral veröffentlicht? Warum ist es noch immer so, dass Sperrbezirke in der Imkerschaft (zumindest in Berlin) nur zufällig bekannt werden?


    Ein Beispiel aus 2016:

    Ein Imker hört in einem Geschäft für Imkereibedarf, dass es mal wieder einen Sperrbezirk aufgrund Amerikanischer Faulbrut geben solle. Er erzählt es mir, weiß aber nichts genaueres. Ich rufe im Laden an und frage, ob die weitergehende Informationen haben. Die haben inzwischen auch nachgeforscht und eine email, in der ein PDF mit der amtlichen Bekanntmachung enthalten ist. Dieses PDF schicken sie an mich weiter, ich leite es an meine Vereinsvorsitzende, und die wiederum schickt die Information sofort mit einem Rundbrief an alle Vereinsmitglieder.


    Ich möchte mal sagen: von unserer Seite, den Berliner Imkern allgemein, und auch in unserem Verein, war das eine vorbildliche Vorgehensweise.


    Aber von Behördenseite? Soll die Seuchenbekämpfung und -verhinderung darauf beruhen, dass Imker die Gerüchteküche anzapfen?

    Oder wird von den Imkern erwartet, dass sie wöchentlich die Webseiten sämtlicher Ordnungsämter abklappern?


    Was genau hindert die Ämter daran, so eine amtliche Bekanntmachung einfach an den Landesverband zu schicken?



    Grüße,

    Robert

    Wie will man im Winter ordnungsgemäß sanieren?


    Was sollte man denn in diesem Fall im Winter überhaupt sanieren? Die gesunden Völker? Sanieren kann man nur etwas, das krank ist.


    Auch hier gilt jetzt, besser jetzt eine trauriges Ende und ein sauberer Neuanfang kommenden Frühjahr oder Frühsommer.


    Ein verantwortungsbewusster Imker hätte genau so gehandelt und nicht noch ein Gericht bemüht.

    Ein verantwortungsbewusster Imker informiert sich, bevor er handelt. Umfassend. Immer wieder.

    Hast du mal aktuelle Vorträge von Guido Eich zu dem Thema gehört?

    Oder von Prof. Dr. Werner von der Ohe?


    Grüße,

    Robert

    Ich habe heute mal die Milben gezählt. Es sind 44.

    Aber es steht auf der Packung das 6 Tage lang Milben fallen.

    Wenn du irgendwelche Zahlen oder Messwerte nennst, dann bitte mit Einheit, Bezugszeitraum und ggf anderen Randbedingungen. Die wenigsten haben Lust, erst nochmal den ganzen Thread zu lesen und dann zu raten was gemeint sein könnte.


    Also: 44 Milben gezählt, ok. Und du hast "heute" gezählt, prima. Aber was heißt das? Pro Tag oder seit Behandlung oder in den letzten 24 Stunden, oder seit Mitternacht oder was...?

    Ist das die Zahl an gefallenen Milben in einem Volk oder der Durchschnitt von mehreren?


    Auf der Packung kann viel stehen. Ich halte eine magische 6-Tage-Grenze in der Realität eher für unwahrscheinlich. Das ist einfach ein Wert, den der Hersteller angibt, ein Zeitraum in dem seiner Erfahrung oder seiner Meinung nach z.B. 90% der überhaupt an dem Medikament sterbenden Milben heruntergefallen sind. Ob die dann auch bei dir auf der Windel gelandet sind ist nochmal eine andere Frage, die sicher auch vom Wetter und von anderen Dingen abhängt.


    Und nur weil in dem Präparat Ameisensäure enthalten ist heißt das nicht, dass es genauso wie die übliche Ameisensäure im Langzeitapplikator auch in die Brut wirkt. Honig enthält von Natur aus auch Ameisensäure, trotzdem sterben die Milben nicht daran.

    Es kommt auf die Menge an, auf die maximale Konzentration in der Stockluft, auf den Zeitverlauf der Konzentration, auf die Temperatur und wahrscheinlich noch anderes mehr.


    Grüße,

    Robert

    Die alten Imker hätten dir so auf die Finger gehauen, wenn du im späten Oktober oder November noch an der Bienen gearbeitet hättest.

    D.h. für mich so wie es die Natur vorgibt.

    Bei den "alten Imkern" war es aber nicht von Anfang April bis in die zweite Novemberhälfte frostfrei... bei uns jedenfalls stehen noch die Kübelpflanzen draußen, die vor dem Frost rein müssen.

    'Die Natur' (z.T. durch den Menschen global verändert) gibt jetzt halt andere Dinge vor als früher.


    Die Bienen sind da durchaus flexibel. Solange die Temperaturen hoch genug sind und es etwas zu sammeln gibt fliegen sie. Und solange genug reinkommt brüten viele Völker auch. Nicht alle, diese Vielfalt im Verhalten schützt die Gesamtpopulation vor Wetterkapriolen.



    Grüße,

    Robert

    Wenn man nur die Preise für Mittelwände, die Preise für gekauftes Wachs, die Ausrüstung für das Mittelwandgießen, die Arbeitszeit etc. berücksichtigt, dann würde sich Mittelwände selber gießen sowieso nicht lohnen.


    Es wird nur dadurch interessant, dass man sich über die Qualität der selbst gegossenen Mittelwände absolut sicher sein kann, wenn man sein eigenes Wachs verwendet oder welches aus absolut sicheren Quellen (persönliche Bekannte).


    Wachspastillen aus dem Handel sind sicher kein vertrauenswürdiges Material für die Mittelwandherstellung. Da dürfte es nicht nur möglich, sondern eher wahrscheinlich bis sicher sein, das sie gestreckt sind.


    Für Kerzen nimmt man das Wachs, welches einem nicht sicher genug ist für die Bienen. Und Wachspastillen sind normalerweise für Kerzen gedacht.


    Grüße,

    Robert

    Seite 13: Lagerung im Kühlschrank

    Finde ich problematisch. Bei manchen flüssigen Honigen kann das die Kristallisation ganz gewaltig beschleunigen oder in manchen Fällen überhaupt erst starten. Ich denke da speziell an unsere Berliner Sommerhonige.

    Und wenn ein Kunde bei hoher relativer Luftfeuchtigkeit ein Glas kalten Honig öffnet, dann zieht der an der Oberfläche viel Wasser.

    Anderswo steht sogar explizit, dass Honig nicht in den Kühlschrank gehört.

    https://www.laves.niedersachse…ichtig-lagern-117338.html


    "Durch den niedrigen Wassergehalt dehnt sich der Honig nicht nämlich nicht nennenswert aus."

    Ein 'nicht' zuviel. Hat aber der User CCR schon genannt.


    Die Sache mit der fast unbegrenzten Haltbarkeit von Honig sehe ich mittlerweile kritisch. Besonders bei Frühjahrshonigen passiert es manchmal, in seltenen Fällen, dass sie irgendwann in Gärung übergehen, zumindest wenn sie längere Zeit über 15°C gelagert werden, was leider der Normalfall ist. Und das kann sogar bei 18% Wassergehalt passieren!


    "Ein Verderb ist immer an der o.g. Phasentrennung zu erkennen."

    Das stimmt nicht, Gärung durch Hefen kann auch ohne Phasentrennung eintreten.


    Seite 14: "Bienen sind „blütenstet“. D. h. sie befliegen -– solange sie ergiebig genug ist – die gleiche Nektarquelle. Blühen die entsprechenden Pflanzen in großen Mengen und hinreichend lang, können Sortenhonige geerntet werden."

    Bei mir sieht es so aus, als ob der Bindestrich vor 'solange' geteilt ist. Und wenn ein Punkt an einem Zeilenende steht, ist er kaum zu sehen (sehr dünn). Auch Trennstriche am Zeilenende sehen mindestens auf dieser Seite alle wie zwei kleine Punkte aus. Weiß nicht, ob das nur auf meinem Computer so dargestellt wird.



    Seite 15: Korrekt wäre "Glukosegehalt", nicht "Glukose-Gehalt". (ich schreibe zusammengesetzte Wörter auch oft mit Bindestrich, aber es ist eigentlich nicht richtig.)


    Ich glaube, das Bild mit den Robinienblüten ist das einzige, über das eine dieser gepunkteten Kreislinien im Vordergrund läuft. Ich würde vermuten, dass das so nicht beabsichtigt ist.


    Seite 16: "Da sie aber nur recht kurz blüht, wird von Ihr kaum sortenreiner Honig geerntet."

    "ihr" muss klein geschrieben werden.

    Das Problem von sortenreinem Rosskastanienhonig habe ich bei uns bisher nicht in der kurzen Blütezeit gesehen, sondern dass so viel anderes zur gleichen Zeit blüht.


    Seite 17 hat Ccr schon benannt.


    Seite 20: Sonnenblumen hatten wohl schon immer gewisse Ansprüche an Bodenqualität und Wasserversorgung, damit sie Nektar produzieren. Gerade neulich erzählte mir aber wieder jemand, dass es in Mitteleuropa aktuell überhaupt keine landwirtschaftlich angebauten Sonnenblumensorten mehr gäbe, die noch Nektar produzierten.

    An den Flächen dagegen sollte es nicht liegen, ich sehe hier und da mal ein paar Hektar. Wenn die honigen würden, dann könnte man auch von wenigen Hektar ein paar Honigräume voll bekommen. Aber angeblich honigen sie nicht mehr. Züchtung schief gelaufen...


    Enthält ein Waldhonig viel Melezitose, dann kann er nicht nur kristallisieren, sondern er wird kristallisieren. Und zwar viel zu schnell.

    Seite 4: "Um einen gleichbleibenden Geschmack der Honigmarke zu erhalten, werden zudem verschiedene Sortenhonige gemischt."

    Kann man das so schreiben? Ich dachte bisher, dass zwar Honige verschiedener Herkünfte gemischt werden, aber sind das "Sortenhonige"?


    Seite 5: "mit Gewürzen nicht mehr unter der Verkehrsbezeichnung „Honig“ verkauft werden"

    Da fehlt ein Punkt am Satzende.


    Ist es sinnvoll, das Wort Honigverordung in dem kleinen Textabschnitt mehrfach mit HonigV abzukürzen? Es wäre mehr als genug Platz da, um es auszuschreiben.


    "Die HonigV gibt für eine Reihe von Inhaltsstoffen (z. B. Fruchtzucker) Mengen oder Aktivitäten (Enzyme) vor, die mindestens erreicht werden müssen."

    Das ergibt in meinen Augen so wenig Sinn. Der Fruchtzucker in der Klammer steht an der falschen Position, und das Wort 'Menge' finde ich hier nicht passend. Eventuell ein wenig besser:

    "Die Honigverordnung gibt für eine Reihe von Inhaltsstoffen Mindest- oder Höchstanteile (z. B. von Fruchtzucker) oder Aktivitäten (Enzyme) vor, die mindestens erreicht werden müssen."


    Seite 6: "Temperaturen über 38 Grad zerstören die Honigenzyme Invertase und Diastase und mindern so die Honigqualität. Außerdem bildet sich bei der dann eintretenden thermischen Zersetzung des Honigzuckers Hydroxymethylfurfural (HMF)."

    Warum schreibt ihr hier auf einmal von 38 Grad, obwohl vorher (und auch in anderen Schriften) von 40 Grad die Rede war? Das bringt doch nur Verwirrung. Aus naturwissenschaftlicher Sicht liegt bei 38 Grad Celsius keine besondere Temperaturgrenze für Honig. Die Invertase überlebt auch 50 Grad, wenn man diversen Berichten von Melithermnutzern glauben darf. Es ist auch eine Frage der Einwirkungszeit. Auch bei 30 Grad fällt die Invertaseaktivität deutlich schneller ab als bei 20 Grad Lagertemperatur. Ich würde es einfach bei den immer wieder genannten 40 Grad belassen.

    Es tritt bei dieser Temperatur auch nicht plötzlich eine "thermische Zersetzung des Honigzuckers" auf. Für die HMF-Bildung ist meines Wissens nach sowieso nur Fruchtzucker relevant.

    Dieser ganze Absatz ist in meinen Augen problematisch, angreifbar und für den Kunden nur verunsichernd. Zumindest aber würde ich nur eine Temperaturgrenze von 40 Grad erwähnen.


    "Das ist der Fall, wenn er bewusst verfälscht wurde oder wenn der Imker während der Trachtzeit Zucker zugefüttert hat."

    Das ist problematisch. Im Gedächnis bleiben sehr oft nur verkürzte, manchmal sinnentstellende Stichpunkte. Im Kundenkopf könnte hängenbleiben bzw. Erinnerungsfetzen verstärkt werden in der Art: "Imker füttern manchmal während der Trachtzeit Zucker zu.".

    Vielleicht hast du in deiner Region diese Erfahrungen weniger, aber bei uns hier habe ich sehr oft Honigkunden mit Migrationshintergrund, die geradezu paranoid in jedem Honig, der nicht klarflüssig ist, Zuckerzusatz vermuten. Ich würde daher schon solche Assoziationen in dieser Broschüre vermeiden. Stattdessen könnte man ja aufnehmen: "...oder wenn die Bienen nicht für sie bestimmte Futterquellen (Bäckerei, Süßwarenfabrik) gefunden und ausgebeutet haben."


    "Empfohlen wird aber maximal 18 %."

    Ich bin unsicher, aber vom Gefühl her hätte ich wahrscheinlich geschrieben: "Empfohlen werden aber maximal 18 %."

    Und hier findet sich wieder an Stakkato von kurzen Hauptsätzen, das für mich etwas unbeholfen klingt. Vielleicht irgendwo einen Punkt durch ein Komma ersetzen?


    Seite 7, zur Phasentrennung. Meines Wissens nach stimmt das so, wie es dort steht, nicht. Phasentrennung ist nicht zwangsläufig an zu hohen Wassergehalt oder zu warme Lagerung gebunden. Es kann auch durch Überrühren entstehen. Und manche Honigsorten sollen besonders anfällig sein (z.B. Sonnenblume, habe ich mal gelesen, weiß nicht ob es stimmt).


    Der 'ausblühende Zucker': Ich würde das nicht als "Schicht" bezeichnen, und es ist auch nicht nur außen am Glas, sondern geht wie auf dem Bild zu sehen auch ins Innere, und ist manchmal auch an der Oberfläche zur Luft hin zu sehen. Ist das weiße überhaupt 'ausblühender Zucker', sind das nicht viel mehr Lufteinschlüsse?

    Übrigens hatte ich solche Blütenbildung durchaus auch schon bei Honig, den ich erst im größeren Gebinde gelagert und dann aufgetaut hatte.

    ...und die oben von mir bereits erwähnten Zucker-paranoiden Kunden würden bei dem Text "ausblühender Zucker" gleich wieder an zugesetzten Zucker denken. No-Go!

    Laut der Webseite die-honigmacher.de sind das Glucosekristalle mit Lufteinlagerungen. Ohne Lufteinschlüsse würde die Blütenbildung nicht so aussehen.

    https://www.die-honigmacher.de/kurs3/seite_34301.html


    Seite 8: "Dem Honig dürfen keine Stoffe zugesetzt werden, die nicht ausgewiesen werden."

    Ich dachte, dem Honig dürfen überhaupt keine Stoffe zugesetzt werden, egal ob ausgewiesen oder nicht?

    Und der Absatz stiftet meiner Meinung nach wieder Verunsicherung, es werden schlechte Assoziationen ausgelöst.

    ...und wenn man schon eine Untersuchung der Stiftung Warentest erwähnt, dann sollte man auch die Ausgabe nennen!


    Da ist noch so viel Platz auf der Seite, könnte man das nicht irgendwie sinnvoller nutzen? Vielleicht auch auf irgendeine Art spannende, interessante oder sonstwie positive Textpassagen reinbringen? Letztendlich ist das doch eine Werbebroschüre. Sie soll zwar einerseits aufklären, aber andererseits auch Lust erzeugen.


    Seite 9: Importhonig: Na ja, einerseits muss ja das Herkunftsland angegeben werden. Kleinimker bekommen es da öfter mal mit dem Amt zu tun, wenn nur die Stadt oder nur "DE" angegeben war. Andererseits gibt es da diese absurde Möglichkeit, "Mischung von Honigen aus EU- und Nicht-EU-Ländern" draufzudrucken. Wahrscheinlich hätte ich es mir nicht verkneifen können, auf diese Absurdität explizit hinzuweisen.


    Flüssig oder Cremig: in meinen Augen klingt das alles schon wieder allgemein zu negativ. Wird den Kunden denn überhaupt klar, dass Druckfiltration nur bei 'Industriehonigen' eine Rolle spielt, nicht bei Kleinimkern?

    Und hier bei uns haben manche Imker flüssigen Sommerhonig im Angebot, und hin und wieder steht da "Lindenhonig" drauf. Einerseits wahrscheinlich nicht ganz korrekt, andererseits hat es aber weder etwas mit Druckfiltration noch mit unzulässiger Erwärmung zu tun. Stattdessen ist da vermutlich einfach ein erhöhter Anteil Robinie mit drin. Der Lindengeschmack dominiert deutlich, insofern mag zwar die Kennzeichnung evtl. nicht korrekt sein, aber die Kunden bekommen trotzdem ein hervorragendes, naturbelassenes Produkt mit dem Geschmack den sie wollen und erwarten.



    Seite 10: "Etwas Anderes wäre auch hierzulande nur schwer möglich."

    Meiner Meinung nach müsste es heißen: "Etwas Anderes wäre hierzulande auch nur schwer möglich."

    Die Bedeutung ist sonst ein wenig anders, wenn man es genau nimmt.


    Meiner Meinung nach könnte die ganze Spalte zur Bioimkerei wieder zuviel negative Assoziationen wecken, z.B. könnten manche Kunden den Eindruck bekommen, dass es bei Nicht-Bioimkern allgemein üblich wäre, synthetische Wirkstoffe gegen die Varroa einzusetzen, oder dass die meisten die Flügel schneiden würden.

    Haltungsbedingungen spielen übrigens auch in anderen Bereichen der Landwirtschaft eine Rolle, bei Bio geht es auch dort nicht nur um Pestizideinsatz.


    Seite 11: "Presshonig hat eine dunklerer Farbe und einen deutlich intensiveren und herberen Geschmack, oft mit einer wachsigen Note."

    Da ist ein 'r' zuviel, "dunklere Farbe" muss es heißen.

    Am Wahrheitsgehalt der Aussagen über Presshonig habe ich Zweifel. Ich glaube nicht, dass mein Frühlings- oder mein Robinienhonig eine dunklere Farbe hätte, wenn ich ihn pressen würde, oder dass er einen 'deutlich herberen Geschmack' hätte. Auch das mit den Wachsteilchen oder mit den Mineralstoffen kann ich nicht so recht glauben. Wenn ich bedenke, was ich mit dem Feinsieb so an feinen Wachsteilchen aus meinem Schleuderhonig raussiebe, und dass bei Presshonig ja das Wachs eher weniger fein zerrissen wird...



    [Es geht noch weiter, auf der übernächsten Seite sehe ich bereits ein doppeltes Wort...]

    "es gibt Blüten, bei denen die Bienen mit ihren recht kurzen Rüssel nicht an den Nektar herankommen."

    Meiner Meinung nach entweder "mit ihrem recht kurzen Rüssel" oder "mit ihren recht kurzen Rüsseln".


    "Damit die Bienen Honig in Mengen erzeugen können, die der Mensch nutzen kann, müssen sie Pflanzen befliegen, die reichlich Nektar produzieren und in großer Menge blühen."

    Stilistisch finde ich zweimal "Menge" in diesem Satz etwas rauh. Vielleicht "in großer Zahl blühen"?


    Seite 2: "Einen Gutteil davon verbrauchen die Bienen sofort; den Rest langern sie als Honig in den Waben ein."

    Ein n zuviel, sollte heißen "lagern sie".

    Der Absatz danach tut mir weh: ein Stakkato von kurzen Hauptsätzen bzw. sogar Nicht-Sätzen (ohne Verb) wie z.B. "Honig nur noch weniger als 20%."

    Sowas kann in einzelnen Fällen passen, aber dieser ganze Absatz klingt wie aus einem Schulaufsatz in der Grundschule. Sorry.


    Seite 3: "Um Wachspartikel zu entfernen, wird der Honig anschließend gesiebt."

    Möglicherweise fangen etwas zu viele Sätze mit dem Nebensatz an. Wirkt der Text nicht etwas natürlicher, wenn einige dieser Sätze umgestellt werden? "Der Honig wird anschließend gesiebt, um Wachspartikel zu entfernen."


    "...fester, aber nicht mehr hart oder grobkristallig."
    Wenn "kristallig" nicht zu eurem lokalen Dialekt gehört würde ich eher "grobkristallin" schreiben.

    Direkt danach fehlt ein "e": "nicht alle Honige werden cremig."


    "Mehr Bearbeitung braucht Honig nicht und jeder weitere Verarbeitungsschritt mindert..."

    Da fehlt ein Komma vor dem 'und'.


    "Der Unterschied ist aber zu schmecken."

    Ist das wirklich immer der Fall? Und an die Melithermanwendungen vieler Imker darf ich gar nicht denken, wo es auch über 40°C geht. Könnte man nicht auch etwas schreiben wie "Manchmal führt es aber doch zu leichten Einbußen im Geschmack."?



    Ich lese noch weiter, aber es dauert ziemlich lange, deshalb schicke ich meine Anmerkungen hier schonmal ab.


    Grüße,

    Robert

    Im gleichen Shop gibt es auch ein "Bienenbox-Set (Zanderbeute)" für 85 Euro. Da sind Smoker, Stockmeisel, Imkerjacke, Handschuhe und Fluglochverengung bei. Die Beutenbilder sind aber die gleichen wie bei dem anderen Artikel, und das auf den Bildern ist definitiv keine Zanderbeute...

    Und der Metalldeckel ist auch nicht konisch, wie im Text angegeben.

    Vielleicht sind die Bilder einfach nur 'Symbolbilder'...?

    Ich habe meine Beuten auch selbst gebaut. Aber nicht direkt Baupläne nachgebaut, sondern die Maße z.T. aus den Rähmchenmaßen plus Beespace abgeleitet.


    Hatte irgendwann trotzdem einige Zargen, die zu flach waren. Grund: Sogar Leimholz aus dem Baumarkt, eigentlich gut getrocknet, schrumpfte nach ein, zwei Jahren im Keller noch...

    Du könntest ja mal deine Zargen und deine Rähmchen genau nachmessen und die Werte hier posten. Vielleicht stimmen ja auch die Rähmchen nicht genau. Zarge zwei Millimeter geschrumpft, Rähmchen zwei Millimeter zu hoch, schon sind es nur noch vier Millimeter zwischen zwei Etagen...


    Ich orientiere mich inzwischen lieber am oberen Ende vom Beespace. Also eher Richtung 9-10mm zwischen zwei Zargen statt unteres Limit 6-7mm oder mittel 7-8mm.


    Du könntest die Oberkante der Zargen mit einer Eichenleiste versehen. Ist deutlich härter als das Fichtenholz, hinterlässt der Stockmeisel nicht so viele Spuren.


    Grüße,

    Robert