Beiträge von Re-Mark

    Meine (offenen) Gitterböden vergammeln auf dem Dachboden und warten darauf dem Ofen zugeführt zu werden.

    Du hast also Equipment im Wert von vermutlich mehreren hundert Euro ausgemustert und durch etwas anderes ersetzt. Sowas finde ich immer interessant, denn du wirst ja dafür ja Gründe haben. Bei Amazon lese ich auch oft nur die kritischen Kommentare.

    Nun wäre es schön, diese Gründe zu erfahren.

    Hast du Vergleiche gemacht und festgestellt, dass andere Böden (welcher Bauart?) bessere Überwinterung ermöglichten? Oder trockeneren Honig? Oder was sonst?

    Oder hast du einfach so, ohne parallele Versuche, auf einen anderen Typ umgestellt, warst damit zufrieden genug und hast die alten deshalb auf dem Dachboden gelassen?


    Dieses Thema erinnert mich doch an den Fall, in dem einer der bedeutensten BF-Imker/Züchter unserer Zeit (der Mann ist zum Meilenstein der Imkerei in Europa geworden) auf einem Bienenkongress in Frankreich eine ehrliche Aussage gemacht hat. Bravo fur Ihn!


    Er habe mit der Empfehlung der offenen Gitterböden etwas falsches gesagt und möchte es korrigieren.

    Hier würde es mich ja noch mehr interessieren, wie er die jeweiligen Empfehlungen begründet hat. Zunächst mal, warum er ursprünglich den offenen Gitterboden empfohlen hat, und dann was seine Meinung geändert hat.


    Empfehlungen ohne Begründung sind doch komplett wertlos.


    Grüße,

    Robert

    Ich kann's ja verstehen, ich schiele auch immer nach dem Garten hinter dem nächsten Hügel...


    Die Caucasica wird hin und wieder wegen ihrer Rüssellänge genannt, im Zusammenhang mit Rotklee. Und als Nachteil ihr Kittverhalten.


    Bloß ist es bei Apis mellifera halt so, dass die Streuungen innerhalb einer Unterart schon so groß sind, dass es wenig Sinn macht, sich als Anfänger nach speziellen, hier weniger üblichen Unterarten umzusehen.



    Falls es darum geht, absichtlich Bienen zu halten, die mehr Propolis sammeln: das findet sich auch bei hiesigen Landbienen. Ich hatte mal einen Schwarm aus dem Erzgebirge, das waren die Kleistermeister schlechthin. Ein paar Waben gezogen, schon hatte man einen Millimeter Propolis auf den Händen...


    Grüße,

    Robert

    Zuerst immer die Frage, welcher Bezirk bzw. welche Ecke von Berlin. Die Fahrt in gegenüberliegende Teile des Berliner Stadtgebietes ist manchmal ähnlich lang, als wenn man gleich nach Magdeburg oder nach Hannover fahren würde...


    Der Anfängerkurs bei uns in Reinickendorf ist meines Wissens nach auch schon lange ausgebucht, aber es könnte sein, dass andere Imker noch etwas starten.


    Viele Grüße,

    Robert

    Das ist bei den Schleuderstaßen-Geräten nicht so. Da kann man dann auch jede normale Rarialschleuder mit hinreichend großem Durchmesser nehmen und ggf. zum Lagern/Transport den Kessel aufstellen.

    Einspruch. Das Prinzip der Radschleuder hat für Schleuderstraßen einen weiteren Vorteil, nämlich, dass die Waben nicht einzeln gedreht und in die Schleuder gestellt werden müssen. Es gibt soweit ich weiß Schleuderstraßen, in denen die Waben aus der Entdeckelungsmaschine direkt blockweise in die Radschleuder geschoben werden können.


    Grüße,

    Robert

    Antibiotika würden aber im Gegensatz, zum direkten Töten der Völker sowie der Sanierung zur UNZEIT, was ja fast ner Tötung entspricht, Die Völker wenigstens vorerst retten und Zeit gewinnen für ne spätere Sanierung.

    Beim offenen Kunstschwarmverfahren müssen die Bienen nicht hungern. Geht natürlich nicht jetzt im Dezember.

    Aber laut Celle besteht auch nicht unbedingt Grund zu solcher Eile. Soweit ich weiß gibt es Verfahren, Völker auch ohne Antibiotika zu retten, solange bloß noch genug Bienen im Volk sind. Die Details müsste man z.B. in Celle erfragen.


    Grüße,

    Robert

    Es wäre ja schon geholfen, wenn Imker sich fortbilden würden.

    In jedem Job sind regelmässige Weiterbildungen Pflicht. Bei mir wird sogar Gehalt gekürzt, wenn ich nicht genug Weiterbildungspunkte sammele.

    Jeder Landwirt geht zu Schulungen

    Sag mal, leben wir eigentlich in der gleichen Realität? Was ist dir denn über die Leber gelaufen?


    Ich gehe jedes Jahr zu mehreren Fortbildungsveranstaltungen. U.a. innerhalb der letzten drei Jahre: Weissacher Imkertag, Oberlausitzer Bienenfachtag, Internationale Bienenkonferenz in Berlin 2017, Großimkertage Soltau 2016, Tag der Offenen Tür in Celle 2018, Lehrgang am Länderinstitut in Hohen Neuendorf...

    Dazwischen noch ein paar kleinere lokale Vortragsveranstaltungen und Workshops mit Dozenten, die der Imkerverein eingeladen hat.

    Und weißt du was? Die Veranstaltungen waren alle voll bis überfüllt!


    Nur Imker sind per Definition unfehlbar.

    Sagt wer? Kann es sein, dass du versuchst, uns hier mit einem Strohmann-Argument zu verschaukeln?


    Wie war das noch mit dem "Bienenführerschein"?

    Au ja. Es sind ja auch ganz sicher immer die kompetentesten und intelligentesten Typen, die solche "Führerscheine" ausarbeiten und durchsetzen.


    Bald darf man nichts mehr tun, ohne dafür eine "Führerschein" dafür zu haben. Jegliche Tierhaltung: Hundeführerschein, Bienenführerschein, demnächst auch Katzenführerschein und Mäuseführerschein...

    Jedes Hobby, jede Tätigkeit, jeder Besitz muss durch den entsprechenen "Führerschein legitimiert werde.


    Allerdings wird man dann auch bald den "Führerschein-Führerschein" brauchen, um da noch durchzublicken.


    Schöne neue Welt.


    Grüße,

    Robert

    Wenn ich "Patient" wäre, also in unserem Falle das Bienenvolk, hätte ich lieber einen Arzt mit Wissen und Erfahrung als 4 Schwätzer, die sich nicht einig werden

    In deiner Argumentation könnte man aber der Eindruck bekommen, dass du dich vor allem ärgerst, dass die '4 Schwätzer' sich nicht einig werden. Als ob es besser wäre, wenn sich die 'Schwätzer' auf etwas einigen würden. Ganz toll.


    Übrigens sind sich die 'Ärzte mit Wissen' genauso wenig einig. Ich könnte da ein paar tolle Erlebnisse berichten, und ich bin mir sicher mindestens die Hälfte der User hier hat ähnliches erlebt.

    und das Problem dadurch lösen, daß sie mich einem langsamen Siechtum überlassen, während sie noch Rangordnungskämpfe ausführen und ihre Pseudo-Kompetenzen ausleben.

    Ahem... genau das tun Ärzte oft genug. Ja, inklusive Siechtum. Ggf bis zum Tod.

    Ganz schlechtes Beispiel, was du das gebracht hat.


    Grüße,

    Robert

    Sie werden sich nicht einig !

    Na und? Wäre es etwa besser, wenn sie sich einig werden, aber dadurch etwas falsches etablieren?


    Im Bienenvolk gibt es auch unterschiedliche 'Gruppen'. Manche Bienen stechen (und opfern sich), manche drohen, manche arbeiten einfach weiter. Die einen fliegen in die eine Tracht, andere zur gleichen Zeit in eine andere.


    Und das ist gut so. Wenn alle gleichzeitig stechen wollten, wer macht dann die Arbeit? Wenn niemand sticht, dann wird der Stock zum Selbstbedienungsladen für Räuber.


    "Sich einig werden" an sich ist kein erstrebenswertes Ziel für Menschen. Da kann jede Menge Mist bei rauskommen. Stattdessen sollten möglichst viele beobachten, Fakten anerkennen, Logik beherrschen, die richtigen Schlüsse ziehen. Da hapert es.


    Grüße,

    Robert

    Und man könnte ja auch örtlich begrenzt und im Bedarfsfall statt rettungswürdige Völker zu töten wie in der Ex-DDR Antibiotika zulassen.

    Hm? Bist du durch ein Zeitloch aus dem letzten Jahrhundert hier reingefallen?


    Man kann "rettungswürdige Völker" problemlos auch ohne Impfung und ohne Antibiotika retten. Nennt sich z.B. "Offenes Kunstschwarmverfahren".


    Das Problem sind Amtsveterinäre, deren Wissen über Seuchenbekämpfung irgendwo vor fünfzig bis hundert Jahren stehengeblieben ist und die deshalb glauben, ganze Stände abschwefeln zu müssen...


    Grüße,

    Robert

    Besteht grundsätzlich die Möglichkeit, das bestimmte Behandlungsmittel die Anfälligkeit der Bienen für Krankheiten wie zB. Faulbrut verstärken?

    Genau diese Frage habe ich am Berliner Imkertag im Oktober nach dem Vortrag von Frau Prof. Genersch gestellt. Soweit ich weiß habe ich gefragt, ob es irgendwelche Hinweise darauf gibt, dass Varroabehandlungsmittel irgendeinen Einfluss, positiv oder negativ, auf die Faulbrut haben könnten.


    Sie hat es verneint.


    Ich weiß aber nicht, ob sie die Frage wirklich richtig verstanden hatte. Frau Genersch zeigt oft eher wenig Geduld mit Imkern. Und einer der nachfolgenden Dozenten hat später auf eine Art und Weise Bezug auf meine Frage genommen, dass ich den Eindruck bekam, dass er die Frage missverstanden hatte.


    Ich denke dabei mal an Säuren, die die Haut der Bienen angreifen, verletzen und somit ein Einfallstor für Bakterien und Viren öffnen könnten oder im Allgemeinen das Immunsystem der Bienen schwächen.

    Bei AFB sind ja normalerweise eh nur Larven in den ersten zwei Tagen ihres Lebens empfänglich. Aber ich frage mich halt auch, ob denn zehn Tage lang Ameisensäuredämpfe in der Beute nicht irgendeinen Einfluss auf das Auskeimverhalten der Faulbrutsporen haben können, sei es nun hemmend oder fördernd. Oder auf die Erkennung von befallenen Larven durch die Pflegebienen.


    Ein Großteil des Immunsystems von Honigbienen besteht doch darin, dass erkrankte Larven oder auch Bienen aus dem Stock befördert werden oder selber rausfliegen. Schwer vorstellbar, dass die Langzeitbehandlung mit Ameisensäure oder auch mit Thymol gar keinen Einfluss haben soll.


    Grüße,

    Robert

    Wir haben hier über die Jahre auf beiden Seiten Schritte des Auf-einander-Zugehens geübt und sind mittlerweile ganz zufrieden miteinander. Am einfachsten läßt sich das anbahnen, wenn keine akute Krisenlage herrscht.

    Wir haben hier gute Erfahrungen damit gemacht, das VetA 1 x jährlich zu einem Vortrag einzuladen. Abgesehen vom gegenseitigen Kennenlernen veranlaßt man den Vortragenden dazu, sich zum Thema einzuarbeiten und vorzubereiten. Er weiß dann i.d.R. selber mehr als vorher...

    Schöne Theorie, aber die Praxis in Berlin ist hässlich. Jeder Bezirk hat sein eigenes Veterinäramt, und Bezirke sind nunmal kleiner als Landkreise. Also alle paar Kilometer jemand anders zuständig. Und innerhalb der Veterinärämter wechselt das Personal auch öfter mal. Ich habe schon mit ca. fünf Veterinärämtern zu tun gehabt, mit etwa zehn verschiedenen Veterinären.


    Es gibt ja Veranstaltungen, und die Veterinäre sind auch eingeladen. Aber soweit ich weiß kommen normalerweise nur zwei oder drei. Es gab sogar Veranstaltungen, extra für die Amtsveterinäre, zusammen mit Imkern. Auch dort war meiner Erinnerung nach kaum die Hälfte der Ämter vertreten, und wahrscheinlich nichtmal ein Fünftel der Veterinäre.


    Eine Amtsveterinärin hat mir mal vor ein paar Jahren erzählt, dass sie zwei Drittel ihrer Zeit mit dem Schreiben von Berichten und ausfüllen von Formularen verbringt, die es fünf Jahre vorher noch gar nicht gab. Die Bürokratie erstickt nicht nur uns, sondern sogar die Amtspersonen.


    Ein guter Teil ihrer Arbeit hier besteht wohl inzwischen in Maßnahmen, die Hunde betreffen. Kampfhundeverordnung, Maulkorbpflicht. Möglicherweise gewöhnen sich manche Veterinäre da eine gewisse Herangehensweise an, die nicht unbedingt angemessen ist auf dem Gebiet der Imkerei...


    Und es gelangen halt manchmal auch Personen in das Amt, die charakterlich eigentlich weniger geeignet sind. Das Problem ist, dass dafür keine Kontrollmaßnahmen vorgesehen sind.



    Grüße,

    Robert

    Auch in diesem Faden nochmal:

    Es gibt Hinweise darauf, dass Bienenvölker mit hoher Varroaresistenz auch besser mit anderen Brutkrankheiten umgehen könnten. Weil sie empfindlicher auf geschädigte Larven reagieren und schneller ausräumen.


    Grüße,

    Robert