Beiträge von Oranje Salzgitter/HI

    Folgendes Problem:


    Im Keller lagere ich meine leergeschleuderten (trockenen) diesjährigen Honigwagen, im nächsten Jahr werden sie zur ersten Brutraumerweiterung genutzt.
    In der Vielzahl an Zargen müssen sich eine Handvoll Bienen versteckt/befunden haben, welche offenbar doch noch Honigreste vorgefunden haben. Diese sind durch das (soweit ich danach bermerkt habe) nicht ganz dichte Kellerfenster (Blechgitter mit wenig Spiel) und haben am gestrigen Tage ihre Schwestern alarmiert, die in meiner Abwesenheit in großen Mengen in den Keller eingedrungen sind.
    Meine Hoffnung, dass ich nur die Dunkelheit abwarten und das Fenster abdichten muss, hat sich zerschlagen. Es saßen am späten Abend noch Hunderte Bienen in Kleingruppen herum. Diese warten nun offensichtlich auf den nächsten Sonnenaufgang, um ihr Treiben fortzusetzen.


    Meine Frage ist nun: Wie bekomme ich die Bienen aus dem Keller???

    Bei uns gehen EU-Gelder in die Imkerausbildung:


    - öffentl. Lehrgänge/Seminare im Bieneninstitut z.B. über imkerliche Praxis und Bekämpfung der Bienenkrankheiten.
    Der Tag kostet 30 Euro, die organisierte Imker zum Jahresende erstattet bekommen. Das sind bei mir 150 Euro im Schnitt pro Jahr.


    - Förderung der Neuimker durch Bezuschussung der Einrichtung von Bienenständen in den ersten zwei Imkerjahren (gegen Auflagen wie 5 Jahresverpflichtung und Besuch eines Anfängerlehrganges)


    Ferner noch
    -Finanzierung des Messpunktmonitorings (Futterkranzproben zur Früherkennung der AFB), 10% der organisierten Imker erhält jedes Jahr eine kostenlose Laboruntersuchung.


    Da ist sicher noch mehr. Von Versickern kann also m.E. nicht die Rede sein.

    Der Spätsommer soll ja ideal sein hierzu.


    Muss ich zu dieser späten Sommerzeit noch die alte Königin suchen + 9 Tage käfigen, in dieser Zeit Weiselzellen brechen, und dann (bei 2-3 Stunden Weisellosigkeit) mit der gekäfigten Jungweisel (Futterverschluss im Iltis) austauschen?


    Oder ist jetzt im Spätsommer eine direkte Umweislung (Rein-raus in einem Arbeitsschritt) machbarer?

    Um die Kirche mal im Dorfe zu lassen: Natürlich sehe ich den Bürokratiewahn, besonders im Zuge der "EU-Harmonisierung". Und natürlich ist es nicht möglich, alle Vorschriften penibel zu befolgen. Bei Beamten ist "Dienst nach Vorschrift" sogar disziplinarrechtlich relevant, soll heißen: wer sich an die Dienstvorschriften hält, macht sich angreifbar.
    Bei der Herstellung von Lebensmitteln sehe ich diverse Vorschriften etwas kleinlicher. Es ist wie in der Mathematik, es geht unendlich gegen Null, wird Null aber nie erreichen. Niemand wird ALLE Vorschriften einhalten können, zumal es immer auch unterschiedliche Auslegungen (Kommentare, Ausführungsverordnungen, Gerichtsurteile) geben wird. Das ist aber m.E. nicht der Sinn. Es geht darum, so nahe wie möglich dran zu kommen. Bei hiesigen Kontrollen werden bestimmte Fehler (Verstöße) festgestellt und ohne Verwarnungs- oder Bußgeld über die Beseitigung bis zum nächsten Male offen und freundlich geredet. Und der Ermessensspielraum des Kontrollierenden lässt es zu, dass bestimmte Dinge entgegen einer Bestimmung trotzdem so bleiben wie sie sind. Das lässt mich inbezug auf Lebensmittel jedoch nicht den Unterschied zwischen Vorsatz, Fahrlässigkeit und Leichtsinn vergessen.
    Der Imker, der kürzlich seinen Sommerblütenhonig mit dunkelgrünem Farbstoff einfärbte und als Waldhonig verkaufte, fand das offensichtlich auch "ok".


    Und natürlich ist mir klar, dass meine Ausführungen im letzten Post etwas überspannt waren. Sie waren absichtlich polemisch und im Grunde auch schon zynisch. Und falls das nicht klar geworden sein sollte: "Imker solcher Einstellung" bezog sich auf meine Überspitzung, nicht auf einen Forenkollegen. Ich bin überzeugt davon, dass z.B. Henry sicher nicht im Ziegenstall schleudert. Nur damit da kein Missverständnis aufkommt, weil auch von "bösem Willen" die Rede war.

    DAS ist ja ein super Argument! Weil ICH z.B. vielleicht keine Ahnung vom Eichgesetz haben sollte, meinst DU ableiten zu können, DICH nicht z.B. an die Hygienevorschriften halten zu müssen!? Echt plausibel. Und weil mein Nachbar keine Ahnung von der Straßenverkehrszulassungsordnung zu haben scheint, setze ICH mich über das Strafgesetzbuch hinweg, ist ja logisch.


    Und solange es "Imker" mit einer solchen Einstellung gibt, wird es auch Kontrollen geben. Und das ist gut so!

    ich finde meine Art Honig zu verarbeiten absolut ok.


    Das findet der Imkerkollege, der seinen Honig im Ziegenstall schleudert auch. Und sage mir keiner, das würde es nicht geben! Hier gibt es das!
    Ein Imker ist nicht sich selbst das Maß der Dinge, sondern die einschlägigen Vorschriften. Und über Sinn und Unsinn sollte man gerne jederzeit und öffentlich diskutieren. Doch solange sie Bestand haben, werde ich mich daran halten.

    Sorry, ich habe vergessen, ein Bestandsbuch zu haben ist Pflicht !
    (Verordnung über die Nachweispflicht von Arzneimittel (Bestandsbuch) vom 10.08.2001 (BGBL I S.2131))
    Wäre sicherlich auch gut wenn Du eins hättest, weiß zwar nicht ob das die Hygiene auch haben will ... aber da man verpflichtet ist eins zu führen ...



    Das ist so nicht richtig! Es ist NICHT verpflichtend eines zu führen. Es sei denn, man wendet apothekenpflichtige Medikamente an. Ameisen-, Oxal- und Milchsäure fallen z.B. nicht hierunter. Alles andere kommt mir eh nicht in den Bienenstock und somit führe ich auch kein Bestandsbuch. Allerdings trage ich mir freiwillig die AS-Behandlungen in die Stockkarten.

    Moin!
    Der Honiglehrgang wird ziemlich sicher nicht von Dr. von der Ohe durchgeführt, eher vom Bienenzuchtberater Wulf-Ingo Lau. Zu empfehlen ist der Honigkurs in Detfurth (auch Lau), ist gar nicht weit von Peine, kostet nix außer freiwillige 5 Euro in die Kaffeekasse. Läuft an 2 Samstagnachmittagen mit angesetzten 4 Stunden etwa.
    Beste Grüße und noch Frohes Neues aus SZ, Jens

    Der Link auf das Schreiben aus Bayern gibt m.E. Leitsätze vor:


    1. Die Beteiligungspflicht am Dualen System gilt nicht, wenn es sich um Mehrwegverpackung handelt!


    2. Um Mehrwegverpackung handelt es sich, wenn sie von vornherein mit der Zweckbestimmung in den Verkehr gebracht wird, dass diese vom Verbraucher zur Wiederverwendung zurückgegeben wird.


    3. Dazu IST zwingend auf die Rücknahmebereitschaft hinzuweisen durch a) Informationsschreiben an Kunden oder Zusatzaufkleber
    b) Erhebung eines Pfandgeldes


    4. Die bloße freiwillige Rücknahme, ohne erkennbares Mehrwegsystem für den Verbraucher, reicht nicht!

    Ohne diese leider recht persönlichen verbalen Hiebe wäre das eine schöne Diskusion für alle Mitlesenden.


    Alle, Mitlesende und Schreibende, haben Interesse an leicht verständlicher Information zum Thema. Alle, so glaube ich in nem Imkerforum zumindest, sind mehr oder weniger Imker und haben ähnliche Probleme mit der VerpackungsVO und ihrer Auslegung. Lediglich eine unterschiedliche Rechtsauffassung sollte hier keinen unsachlichen Streit auslösen können.


    Für Laien ist das Thema jedoch schon etwas unverständlich. Ein paar Leitsätze wären hier ganz toll.


    Oranje

    Die bloße Feststellung, dass es offensichtlich ein Preisgefälle gibt, birgt keine Rechtfertigung und auch keine Zustimmung in sich!


    Tatsache ist es aber!


    Preise gestalten sich aber gerne nach Angebot und Nachfrage, und da liegen vielleicht durchaus Unterschiede bei gleicher Betriebsweise und gleichen Unkosten.