Beiträge von Tombee

    Hallo Imkers,


    ich hab leider nichts passendes zu dem Thema gefunden, deshalb hier ein neuer Strang:


    Gibt es wissenschaftliche Untersuchungen zum Thema "Varroaverflug". Ich habe in einigen Themen schon gelesen das sich der ein oder andere skeptisch gegenüber dieser Theorie (ist es mehr als das?) gibt. Ich selbst zweifle das zumindest an und deshalb die Frage nach der Untersuchung.


    Meine Beobachtungen: Einzelne Völker am Stand weisen plötzlich im Oktober einen deutlich stärkeren Milbenfall auf. Mögliche Erklärung: Einflug von mit Varroa befallenen Bienen aus einem zusammenbrechenden Volk. Nachdem alle anderen Völker am Stand aber Putzmunter sind und kaum Milbenfall haben, könnte ich mir hier nur ein Nachbarsvolk vorstellen. Aber warum verfliegen sich die nicht gleichmäßig in alle Völker? Ideen? Theorien? Erfahrungen?


    grüße

    Thomas


    PS: Nur das keine Klarheiten aufkommen: Es ist natürlich IMMER der böse Nachbar bei dem die Völker zusammenbrechen ;-)

    Nochmal was zur Toleranz und Resistenz.


    Bei den Populationen der Primorski-Biene wurde eine verminderte Anzahl von Milben in den Völkern gefunden. Könnte darauf hindeuten das die Bienen ein erhöhtes Ausräumverhalten aufweisen.


    Möglich wäre es aber auch (wie untersucht bei den Gotland-Bienen) das es wenig Milben im Volk gibt, die Völker aber weder die Milben abbeißen oder ausräumen. Dies deutet darauf hin das sich die Milbe angepasst hat und sich ein stabiles Wirts-Parasiten-Verhältnis gebildet hat.


    Ebenfalls möglich wäre es wie im Amot-Forrest vermutet wird, das sich die Virulenz der eigentlich schadverursachenden Viren abgemildert hat, was ebenfalls zu einem stabilen Wirts-Parasiten-Verhältnis führen würde.


    Ich denke das es hier mehrere Möglichkeiten der Anpassung geben könnte.

    ChrisAusEssen :


    Ja eine gute Frage: Was kann man als "Otto-Normal-Imker" tun, der schon mit dem Zeitaufwand die Völker normal zu führen, ausgelastet ist. Mir geht es ja nicht anders, ich hab einfach keine Zeit heruntergebissene Milben unterm Mikroskop zu zählen.


    Was fällt mir hierzu also spontan ein was ich machen könnte?


    - Sommerbehandlung ohne Varroamittel sondern mittels Brutpause/Schwarm/Brutentnahme etc. um keine "Varroazucht" zu betreiben.


    - Spätsommer / Herbst nur nach Bedarf. Und hier sollten sich dann schon die Völker zeigen die Nachzuchtwürdig sind.


    - Im folgenden Jahr Auffuhr der ausgewählten Völker auf Toleranzbelegstellen (ich gebe zu: das ist Aufwand)


    - Einzelaufstellung um Verflug zu verhindern


    - Keine Waben tauschen


    - Schwächlinge hart selektieren.


    Damit könnte ich persönlich gut leben, sicher der ein oder andere auch.

    Hallo zusammen,


    ich hab mich das letzte Jahr mal durch diverse Untersuchungen zur Toleranz bzw. Resistenz gekämpft. (Im Anhang mal ein paar dieser Studien, gibt noch haufen mehr.)


    Wie gesagt, ich bin kein Biologe. Aber alle gefundenen und untersuchen Varroaresistenen Völker hatten schon einige Gemeinsamkeiten:


    1. Sie haben sich alle ohne Varroabehandlung durch Imker entwickelt.

    2. Die Virenbelastung lag bei allen untersuchten Völkern unter denen von bewirtschafteten Völkern.

    3. Bestimmte Eigenschaften waren ausgeprägter, z.B. der Schwarmtrieb.



    Für mich ergibt sich da schon ein Bild:

    Hier wurde ja schon mal im Thread über das Parasit-Wirt-Verhältnis gesprochen. Hier meine ich nicht die Milbe, sondern die Viren die ja letztendlich für das Ableben der Völker verantwortlich sind. In der Natur würde sich ein Gleichgewicht einstellen, virulente Stämme bringen den Wirt um, weniger virulente ermöglichen dessen überleben. Da wir aber ständig Rähmchen tauschen und die Völker nebeneinanderstellen findet eine ständige horizontale Infektion (zwischen den Völkern) statt. Untersuchungen zeigen wohl, das bei einer vertikalen Infektion (über Schwarm) eine geringere Virulenz ausgeprägt ist. In dem Bericht von Mordecai ganz unten konnte eine nicht lethale Variante des Deforming-Wing-Viruses in varroaresistenten Beständen nachgewiesen werden.


    All das zeigt mir, das die Bienen durchaus in der Lage sind ein gesundes Wirt-Parasit-Verhältnis einzugehen, wenn man sie nur lässt. Womit ich als Parasit aber eher die Viren meine.


    Ach übrigens, bei Ritter wurde ich übrigens fündig bezüglich meiner Anfangsfage:


    https://www.global2000.at/site….%20Wolfgang%20RITTER.pdf


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    E. T. Rinderer, L. I. de Guzman, G. Delatte, J. Stelzer, V. Lancaster, V. Kuznetsov, L. Beaman, R. Watts und H. J.W., „Resistance to the parasitic mite Varroa destructor in honey bees from far-eastern Russia,“ Apidologie 32, pp. 381-394, 2001.


    Y. Le Conte, G. de Vaublanc, D. Crauser, F. Jeanne, J.-C. Roussel und J.-M. Bécard, „Honey bee colonies that have survived Varroa destructor,“ Apidologie 38, pp. 566-572, 2007.


    T. D. Seeley, „Honey bees of the Arnot Forest: a population of feral colonies persisting with Varroa destructor in the northeastern United States,“ Apidologie 38, pp. 19-29, 2007.


    T. Seeley, D. Tarpy, G. S.R., A. Carcione und D. Delaney, „A survivor population of wild colonies of European honeybees in the northeastern United States: investigating its genetic structure,“ Apidologie 46 (5), pp. 654-666, 2015.


    G. J. Mordecai, L. E. Brettell, S. J. Martin, D. Dixon, I. M. Jones und S. D. C., „Superinfection exclusion and the long-term survival of honey bees in Varroa-infested colonies,“ The ISME Journal, pp. 1-10, 2015.

    Ich muss mich mal wieder als Ketzer betätigen und selbst auf die Gefahr hin, dass ich auf den Scheiterhaufen lande:

    Ich habe keine Vaffoatolerante Völker gesehen und bezweifelte auch, dass es die gibt.

    Es sei denn die Toleranz wird so definiert, dass eine Biene bis zu drei Milben überleben kann. Alle Versuche bisher sind gescheitert.
    Alle.Erfolgsmeldungen bisher haben sich als Ente dargestellt. Meine Argumentation ist zudem, dass selbst die Bienenrasse, die ursprünglich von der Milbe befallen war, nicht eine Toleranz dagegen entwickeln konnte. Diese Bienen konnten der Bedrohung nur entfliehen, indem sie den Stock aufgegeben haben.
    Ich hoffe, das ich damit unrecht behalte, aber eine Toleranz wird es so bald nicht geben.

    Hut ab vor jeden, der es versucht.

    Hallo Ede,


    welche Entdeckungen haben sich als Ente dargestellt und wo finde ich diese Quellen? Laut einem Vortrag in Kirchhain gibt es diese nämlich sehr wohl.

    Kommen nun ganz neue Anforderungen, wird es schwer für die Immen, auf das was sie nicht kennen also nicht angepasst sind, können sie nur schlecht reagieren.

    Zb. können reine Carnicavölker nicht in Nordafrika überleben.

    Die sind also IN AFRIKA nicht Vital, obwohl sie in ihrer Heimat gut zurechtkommen, dies aufgrund ihrer dominanten Gentischen Möglichkeiten. Die nicht gebrauchten unpassenden Genetischen Möglichkeiten sind nun nicht verschwunden:) die werden nur dauerhaft überdeckt., dominiert.




    So jetzt kam ich leider erst heute dazu meinen gestarteten Fred weiterzulesen....

    Ja da gebe ich dir recht. Aber selbst dort würde eine kleine Population überleben und sich anpassen. Und das die Bienen "zu langsam" in ihrer Entwicklung hin zu einer resistenten oder toleranten Population sind, liegt ja leider an uns Imkern. Hätte man damals einfach gar nicht behandelt, hätten wir heute "Varroavitale" Bienen. Damals dachte man halt auch das man die Milbe bald im Griff haben wird mit Medikamenten und Säuren. Was heisst im Griff, eigentlich dachte man , sie könnte völlig ausgerottet werden.


    Vital bedeutet für mich, eben nicht ständig gegen irgendwas zu behandeln.

    Ich stelle mal eine ganz Steile These zur Vitalität auf: Ein Volk ist Vital, wenn es ohne jedwede imkerliche Eingriffe überlebt. Alle die der Meinung sind ein Volk das viel Honig einträgt wäre Vital, kann dann ja jegliche Eingriffe und Behandlungen beenden. Oder?

    Was meiner Meinung nach noch ein unterschätzter Ansatz ist: Das Beutenklima. Die dünne Magazinimkerbeute entspricht kaum dem "dicken Baum", was die Bienen zu einer verstärkten Regulierung des Stockklimas zwingt. Kann mir ebenfalls nicht vorstellen, das dies für den Gesamtorganismus vorteilhaft ist.

    zu unserem Glück konnte sich das Bruder Adam auch nicht vorstellen, hat es untersucht, und so können wir unsere Energie heute auf andere Probleme richten ;)

    Die Untersuchungen von Adam kenne ich nicht. Ich kenne aber die von Herr Stabentheiner von der Arbeitsgruppe „Thermoregulation und Energetik“ des Instituts für Zoologie der Universität Graz. Ritter hat sich 1982 ebenfalls mit der Thermoregulation der Honigbienen beschäftigt.


    Seeley (1976) hat in einer aufwendigen Studie Baumhöhlen von wildlebenden Honigbienen untersucht. Die meisten dieser Bienen-Wohnungen waren zwischen 30L und 60L groß, also deutlich kleiner also unsere Beuten mit Honigräumen.


    Seeley hat 2013 einen Vergleich großer und kleiner Beutenvolumen im Hinblick auf Varroa und Flügeldeformationsvirus (DWV) veröffentlicht, mit deutlichen Vorteilen der kleinen Beute.


    Le Conte (1990) hat sich sogar mit dem Einfluss der Temperatur und der Luftfeuchtigkeit auf die Fortpflanzungsfähigkeit der Varroa beschäftigt, die zeigt das sich die Varroa bei höherer Luftfeuchtigkeit besser entwickelt.


    Für mich klingen alle diese Untersuchungen nicht so, als hätten wir Imker den Zusammenhang zwischen Thermoregulation bzw Regulation der Luftfeuchtigkeit und der Vitalität der Bienen verstanden. Tautz hat das 2003 mal untersucht. Wenn schon kleine Temperaturunterschiede in der Brut die Lebensdauer stark verkürzt, müssen die Bienen die Temperatur im Brutnest optimal erhalten. Wäre das in einer gedämmten Beute nicht viel einfacher möglich, Sommer wie Winter? Fehlen die Bienen, die zum ständigen Temperaturregeln abgestellt sind nicht irgendwo anders?


    Nicht falsch verstehen, ich bin kein Biologe und verstehe in den Untersuchungen sicherlich das ein oder andere nicht. Was ich aber immer mehr verstehe: Wir verstehen noch zu wenig.

    Liebe Imkerfreunde,


    als erstes freut es mich das meine Frage eine rege Diskussion nach sich zieht. Ich kann hier nicht auf alle Beiträge einzeln eingehen, aber genau mit diesen Themen habe ich mich das letzte Jahr auch eingängig beschäftigt. Ich kenne mittlerweile einige Untersuchungen zur Varroatoleranz oder -resistenz, auch kenne ich die Vorgehensweise von Dr. Büchler bei der AGT. Hier werden ja, wie schon richtig beschrieben, die Völker nur im Sommer durch Brutpause behandelt. Die Winterbehandlung entfällt, somit werden die Drohnen von stark befallenen Völkern soweit geschwächt, das sie nur noch in geringerem Umfang zur Paarung zur Verfügung stehen. Kein schlechter Ansatz meiner Meinung nach, angeblich gibt es allein durch die Vererbung durch die Vaterlinie ja schon messbare Erfolge.


    Ebenso bin ich der Ansicht, das viele imkerliche Eingriffe die allgemeine Vitalität schwächen oder die Virulenz steigern, z.B. Waben umhängen, Reihenaufstellung etc, dazu gibts ja schon einiges an Untersuchungen. Was meiner Meinung nach noch ein unterschätzter Ansatz ist: Das Beutenklima. Die dünne Magazinimkerbeute entspricht kaum dem "dicken Baum", was die Bienen zu einer verstärkten Regulierung des Stockklimas zwingt. Kann mir ebenfalls nicht vorstellen, das dies für den Gesamtorganismus vorteilhaft ist.


    Um meine Anfangsfrage auch mal aufzuklären: Genau durch diese sinkende Toleranzschwelle begann ich mich mit diesem Thema zu beschäftigen. Daraus soll ein Vortrag für unseren Imkerverein entstehen, der ohne mit dem Zeigefinger zu wackeln einfach mal nüchtern die bisherigen Untersuchungen vorstellen soll. Veränderung kommt meiner Meinung nach aus der Selbsterkenntnis der Imker. Hoffentlich :D

    Hallo Franz,


    ja mir ist durchaus bewusst das es Erfolge gibt bezüglich der Toleranz und auch der Resistenz. Das betrifft aber meiner meiner Meinung nach nur Völker, die durch entsprechende Haltung in ihren positiven Eigenschaften gestärkt wurden, z.B. durch Einzelaufstellung, harter Selektion etc.


    Die Empfehlung der Schadschwelle im Herbst zeigt meiner Meinung nach, wie die Widerstandsfähigkeit der Biene eigentlich im Laufe der letzten Jahrzehnte gesunken ist. Gegenüberstellend sehe ich die DIN-A4 - Seite der zugelassenen Bekämpfungsmittel... da läuft ja irgendwas falsch.


    Danke für die Antworten übrigens :-)

    Hallo zusammen,


    für einen Vortrag bin ich auf der Suche nach Informationen über die Varroatoleranz im Laufe der letzten, sagen wir, 20 Jahre.

    Hierbei geht es mir um die Empfehlung der Institute was den Milbenfall im Herbst angeht. Wenn mich mein Gedächtnis nicht im Stich lässt, waren das vor ca. 15 Jahre noch 5 Milben pro Tag ? Wer kann sich hier noch genau erinnern oder hat vielleicht auch Unterlagen? Aktuell befinden wir uns ja (nach Institutsangeben) bei 1/2 Milbe pro Tag...


    vielen Dank schon im Vorraus

    Hier mal ein paar Eindrücke von mir: Mein Fogger verdampft die Flüssigkeit nicht sauber. Er produziert leider keinen ganz feinen Nebel, sondern etwas "gröber"... schwer zu beschreiben. Ebenso sprotzen immer einige Tropfen mit raus die nicht mit vernebelt werden. So kann ich das nicht anwenden.


    Interessant war folgendes: Ich habe den Fogger an einem Bienenstand ausgeschalten und bin ohne ihn zu reinigen an den zweiten gefahren. Als ich diesen dort dann wieder entzündete, kam mit der wohl noch in der Spirale vorhandenen Flüssigkeit ein wunderbarer großer Schub an Oxalsäuredampf raus. Als die Flüssigkeit dann aber aus der Spirale raus war und "kalte" nachkam, leider wieder genauso wie vorher. Wärmt ihr Eure Behälter immer vorher an? Es hatte draußen 17 Grad und die Flüssigkeit hatte Zimmertemperatur. Habe das Gefühl das reicht nicht....

    Wieviele Hübe hast du in die Völker gegeben? Ich tu mir noch etwas schwer das zu dosieren und es gleichzeitig gut im Volk zu verteilen.