Beiträge von Nds|Christian

    Also ob "Zimt in Honig" wirklich noch als "Urprodukt" vom FA anerkannt wird, bezweifel ich etwas.


    Ich zitiere mal (Bayerisches Landesamt für Steuern v. 28.6.2011 - S 2230.2.1-11/41 St32; Abgrenzung der Land- und Forstwirtschaft vom Gewerbe; Anwendung des BFH-Urteils vom 25. März 2009 - IV R 21/06 ( BStBl 2010 II S. 113) ):


    Zitat


    1.1 Eigene Erzeugnisse


    Eigene Erzeugnisse sind alle land- und forstwirtschaftlichen Urprodukte, die im Rahmen des Erzeugungsprozesses im eigenen Betrieb gewonnen werden. Hierzu gehören auch zugekaufte Waren, die als Roh-, Hilfs- oder Betriebsstoffe im Erzeugungsprozess des Hauptbetriebs verwendet werden.


    Rohstoffe sind zugekaufte Waren, die im Rahmen der Urproduktion weiterkultiviert werden (z. B. Jungtiere, Saatgut oder Jungpflanzen). Hilfsstoffe sind zugekaufte Waren, die als nicht wesentlicher Bestandteil in ein Urprodukt eingehen (z. B. Futtermittelzusätze, Siliermittel, Starterkulturen und Lab zur Milchverarbeitung, Trauben und Traubensaftkonzentrat zur Weinerzeugung, Verpackungsmaterial, Blumentöpfe für die eigene Produktion oder als handelsübliche Verpackung. Betriebsstoffe sind Waren, die im Erzeugungsprozess verwendet werden und nicht in das Urprodukt eingehen (z. B. Düngemittel, Treibstoff, Heizöl). Unerheblich ist, ob die zugekaufte Ware bereits ein land- und forstwirtschaftliches Urprodukt im engeren Sinne oder ein gewerbliches Produkt darstellt.


    Ein Rohstoff ist Zimt nicht, da er nicht weiter kultiviert wird. Ein Betriebsstoff auch nicht. Er ist also Hilfsstoff. Aber ist der Zimt im "Zimt in Honig" auch ein NICHT wesentlicher Bestandteil? Ich denke, bei Zimt in Honig, ist Zimt ein wesentlicher Bestandteil und damit stellt es keine Urproduktion mehr da.


    Aber ein anderer sieht das vielleicht wieder anders und deshalb sind die Finanzgericht auch so gut ausgelastet :wink:

    Ich würde mir eher um elektrische und magnetische Felder (Wahrnehmungsstörungen) und reflektierte UV-Strahlung (s.a. Bienenverluste durch große Wasserflächen) machen.


    LG André


    Dagegen helfen Magneten auf dem Dach :lol:


    Ich sehe da keine Gefahren, nur Chancen wie sie Bernhard auch sieht.

    Ich würde Dir eher zu einem Laubbläser raten! Mich würde es jedenfalls tierisch nerven, jede Wabe in die Hand nehmen zu müssen, damit ich sie bienenfrei bekomme. Stelle mir dies besonders im Juli toll vor, wenn die Bienen sowieso hinter jedem Gramm Honig hinterherräubern. Da stehen die Honigzargen offen rum, einige Waben werden beim Lösen beschädigt und Honig tropft raus und dazu überall verrückte Bienen ...

    Wenn ich die Frage genau nehme: Tote Bienen stechen nicht mehr aktiv, aber passiv.


    Foto habe ich nicht davon. Aber hatte beim Entdeckeln von Honigwaben von irgendwo her einen "herrenlosen" Stachel im Finger.

    Wurde auch schon von einem Stachel "gestochen", wo keine Biene mehr dran war. Das ist zwar bei weitem nicht so schmerzhaft, wie von einer lebenden Biene, aber man spürt es auch. Von daher ein klares ja, auch bei toten Bienen kann es zu "Stichverletzungen" kommen.

    ...Jetzt, also Ende 2012, muss der Imker den Jahresabschluss für 2011 beim FA einreichen.
    2013 wird er neu besteuert, muss evtl Einkommenssteuervorauszahlungen leisten.
    ... mit Geld, dass er nicht hat.
    ...


    Dann nimmt er eine bewtriebswirtschaftliche Auswertung des aktuellen Jahres und stellt damit einen Antrag auf Anpassung (Verringerung) der Vorauszahlungen. Das ist jetzt aber doch schon recht speziell.


    Ich finde aber trotzdem, dass man als Imker über evtl. steuerliche Stolperfallen bescheid wissen sollte.
    Die Augen davor zu schließen und den Thread zu löschen, das halte ich für nicht gut.

    ... und zu 3. Wenn da aber nicht genug rumkommt und das FA sagt, das lohnt ja hinten und vorne nicht? Dann ist es liebhaberei. ...


    Liebhaberei kennt nur das EINKOMMENSTEUERGESETZ! Im Umsatzsteuergesetz gibt es keine Liebhaberei, da gibt es nur den Kleinunternehmer, den das Einkommensteuergesetz aber nicht kennt. Ihr bringt immer wieder UStG und EStG durcheinander.
    Das EStG zielt auf Gewinn ab, das UStG aber auf Einnahmen! Im schlimmsten Fall könnte passieren, dass man vom FA mit seiner "Unternehmung" als Liebhaberei eingestuft wird, aber trotzdem USt abführen muss.



    Honig Bombus:
    Wenn ich es recht sehe gehörst du nicht mehr zu den Kleinstunternehmer. Die 17.500€ sind doch überschritten?


    Wenn ich nur Urprodukte veräußere (also Honig z.B.), dann ist mir die Kleinunternehmerregelung piep egal, da ich nach Durchschnittssätzen (10,7%) die USt ausweise. Der Dorfladen kann sich dann die 10,7% VoSt vom FA wiederholen, ich muss die 10,7% USt nicht ans FA abführen, darf aber im Gegenzug aus dem Kauf der Schleuder zum Beispiel auch keine VoSt ziehen. Das Prinzip gilt selbst dann, wenn ich mit Honig einen Jahresumsatz von 1.000.000,- € habe!



    Aber der Bienenhäusler fängt doch erst mit seiner Vermarktung an.


    Wenn ich schon 119% MwSt. ausweise, dann verkaufst du nicht nur Honig. Dann bist du diffinitiv Gewerblich. Das hat mit liebhaberei nichts zu tun.
    Dann komme ich mit der normalen Eingangs- und Ausgangsrechnung nicht mehr hin. Die Rechnungen müssen dann ja auch auseinandergepflückt werden.


    Nochmal; Liebhaberei hat nichts mit Umsatzsteuer zu tun! Und auf die Rechnung kommt keine 19% USt, sondern 10,7%! Wer 19% auf die Rechnung schreibt, muss sie nach §14c auch abführen. Daher bei Honig grundsätzlich 10,7% USt.