Beiträge von Nds|Christian

    Also wenn ich eine auf Landwirtschaft beschränkte Steuerregelung in Anspruch nehmen will, dann weise ich mich nicht per Steuernummer als Gewerbetreibender aus – so etwas kann nur nach hinten losgehen. ...


    Was hat die Steuernummer (ich denke, um diese geht es?!) mit dem "Ausweis" als Gewerbetreibender zu tun? Unter der eigenen Steuernummern werden alle sieben Einkunftsarten erfasst. Egal ob Einkünfte aus Gewerbebetrieb, Land- und Forstwirtschaft oder oder ...
    Natürlich muss auch auf eine Honigrechnung eine Steuernummer (oder Umsatzsteueridentifikationsnummer) drauf.


    ...
    Mein Hauptabnehmer würde es nicht gefallen, wenn ich die Ust. in meinen Rechnungen nicht mehr ausweise.


    Weise die USt weiterhin mit 10,7% aus, ziehe Dir aber keine VoSt aus Eingangsrechnungen und nicht vergessen, es muss eine Steuernummer auf die Rechnung. Fehlt diese, ist die Rechnung nicht korrekt ausgestellt und Dein Hauptabnehmer darf sich aus dieser falschen Rechnung keine VoSt ziehen. Aber gerade das möchte er ja!



    Ich habe dem Finanzamt mitgeteilt, das ich im Handwerk keine Einnahmen erzielt habe, die Steuernummer aber für die Rechnungen aus meiner Hobbyimkerei, die ich seit 2011 betreibe, genutzt habe.
    ...


    Ich bin hier noch etwas verwirrt. Reden wir hier von Deiner Steuernummer? Dann werden unter dieser Nummer doch auch Deine anderen Einkünfte erfasst (auch Imkerei als Teil der Land- und Forstwirtschaft). Wenn dies so zutrifft, ist die Steiernummer auf Deiner Honigrechnung bestens aufgehoben.

    ...
    Der Crux sind nun die 10,7 Ust, die ich selbstverständlich ausgewiesen habe.
    Hierfür brauche ich noch einen Link, der bestätigt, das dies legitim ist und das ich die Ust. auch behalten darf.
    Kann mir da jemand helfen?
    Gruss, Elk


    Hat das Finanzamt danach gefragt oder ist dies nur als Info für Dich?


    Erste Anlaufstelle ist natürlich das UStG, hier genauer: §24 UStG


    §24 (1) Nr. 3 UStG

    Zitat

    (1) Für die im Rahmen eines land- und forstwirtschaftlichen Betriebs ausgeführten Umsätze wird die Steuer vorbehaltlich der Sätze 2 bis 4 wie folgt festgesetzt:
    für die übrigen Umsätze im Sinne des § 1 Abs. 1 Nr. 1 auf 10,7 Prozent


    zum Vorsteuerabzug steht auch direkt dort im § etwas:

    Zitat

    in den übrigen Fällen des Satzes 1 auf 10,7 Prozent der Bemessungsgrundlage für diese Umsätze festgesetzt. Ein weiterer Vorsteuerabzug entfällt.


    §24 (2) UStG

    Zitat

    (2) Als land- und forstwirtschaftlicher Betrieb gelten


    1. die Landwirtschaft, die Forstwirtschaft, der Wein-, Garten-, Obst- und Gemüsebau, die Baumschulen, alle Betriebe, die Pflanzen und Pflanzenteile mit Hilfe der Naturkräfte gewinnen, die Binnenfischerei, die Teichwirtschaft, die Fischzucht für die Binnenfischerei und Teichwirtschaft, die Imkerei, die Wanderschäferei sowie die Saatzucht;


    Im Umsatzsteueranwedungserlass kannst Du natürlich auch nochmal stöbern.
    An den Anwendungserlass ist aber nur die Finanzverwaltung gebunden, nicht aber die Gerichte und Du als Steuerpflichtiger. Wobei man sich natürlich "Ärger" ersparen kann, wenn man sich auch an diese hält ...

    ... Noch mal, es wird bei Imkern die Boden haben anders vorgegangen als bei denen die keinen haben! ...


    Vielleicht könnte man ja über eine Verfassungsbeschwerde nachdenken? Gleichbehandlungsgrundsatz wäre dann das Stichwort.


    Aber mit der UMSATZsteuer hat der 13a EINKOMMENsteuergesetz nichts zu tun, da bleibt alles beim alten.
    Pauschalisierung möglich mit 10,7% USt. Dann musst keine USt abführen, darfst Dir auch keine VoSt ziehen.
    Wenn Du investieren möchtest, kannst auch die Regelbesteuerung anwenden. Dann schreibst auf die Rechnungen 7% für Honig und ziehst Dir aus dem Kauf der Schleuder die VoSt, der Saldo wird ans Finanzamt abgeführt oder vom Finanzamt erstattet.


    Für uns "Kleinimker" wird sich nichts ändern, da dass Finanzamt davon ausgeht, dass erst ab 25 Völker ein Gewinn erzielt wird. Davor ist es also Liebhaberei.

    Vom BMF gab es am 27.03.2013 eine neues BMF-Schreiben zum Thema Durchschnittsbesteuerung in der LuF. Das PDF steht hier zum direkten Download bereicht.


    Zitat

    1)Werden im Rahmen eines pauschalierenden land- und forstwirtschaftlichen Betriebs auch der Regelbesteuerung unterliegende Umsätze ausgeführt (z. B. Lieferungen zugekaufter Erzeugnisse oder die Erbringung sonstiger Leistungen, die nicht landwirtschaftlichen Zwecken dienen, aber einen engen Bezug zur eigenen land- und forstwirtschaftlichen Erzeugertätigkeit des Unternehmers aufweisen), können diese unter den Voraussetzungen
    des Absatzes 2 aus Vereinfachungsgründen in die Durchschnittssatzbesteuerung einbezogen werden.


    2)Unter den gleichen Voraussetzungen kann aus Vereinfachungsgründen von der Erhebung der Steuer auf die Umsätze mit Getränken und alkoholischen Flüssigkeiten verzichtet werden.


    Nach meiner Interpretation, dürfte also auch der Verkauf von Met unter die Durchschnittsbesteuerung fallen, wenn:


    Zitat

    (2) Voraussetzung für die Anwendung des Absatzes 1 ist, dass die dort genannten Umsätze (Nettobetrag) voraussichtlich nicht mehr als 4 000 € im laufenden Kalenderjahr betragen. Weitere Voraussetzung ist, dass der Unternehmer neben den in Absatz 1 genannten Umsätzen in dem Kalenderjahr voraussichtlich keine Umsätze ausführen wird, die eine Verpflichtung zur Abgabe einer Umsatzsteuererklärung für das Kalenderjahr nach § 18 Absatz 3 oder 4a UStG nach sich ziehen.

    Das ist aber hier nicht das Thema.


    Trotzdem kann man doch einen kurzen Hinweis dazu geben O_o
    Du bist aber empfindlich ;-)


    Meine Bienen stehen ebenfalls 20 bis 30 Meter neben einer Bahnstrecke (Hannover-Göttingen) und es hat keine Auswirkungen auf sie. Da das jetzt geklärt ist, kann man den Thread auch schließen.