Beiträge von Hans Herdegen

    Hallo Elk,
    man hat 10 Völker mit Projektköniginnen und 10 Kontrollvölker mit Milben aus den Projektvölkern infiziert und in einer zweiten Gruppe mit jeweils 10 Völkern hat man diese mit Milben aus behandelten Völkern infiziert. In den Projektvölkern war der Zuwachs der Milbenpopulation in beiden Gruppen um 82% niedriger als in den Kontrollvölkern. Der Schluss, dass die Milbe sich nicht oder kaum verändert hat wird auch durch das Fakt gestützt, dass die genetische Variation bei der europäischen Milbenpopulation sehr gering ist. Soweit Fries.
    Mit freundlichen Grüßen
    Hans

    Hallo,
    in der Märzausgabe der Bienenzeitschrift "Bitidningen" berichtet I. Fries, der Leiter des Gotlandprojektes was seit 2008 an Forschungsarbeit durchgeführt wurde.
    Ich versuche eine kurze Zusammenfassung zu geben.
    2008 wurde das ursprüngliche Projekt abgeschlossen. Man konnte die Frage,ob sich in unserem Klima eine Anpassung zwischen Biene und Milbe entwickeln kann, die die Biene ohne Behandlung überleben lässt, mit einem klaren Ja beantworten. Nun stellte man neue Fragen.
    Wer hat sich angepasst, die Biene oder die Milbe? Antwort: Die Biene hat sich angepasst.
    Welche Eigenschaften lassen die Bienen aus dem Projekt überleben? Die Projektbienen zeigten kein besseres Ausräumverhalten als Kontrollvölker, auch verletzten sie die Milben nicht mehr als die Kontrollvölker. Es konnte auch kein Unterschied in der Anziehungskraft der Brut auf die Milben festgestellt werden. Der Zuwachs der Milbenpopulation in den Projektvölkern war aber wesentlich geringer als in den Kontrollvölkern. Die Projektvölker waren auch kleiner und erzeugten weniger Brut. Der wichtigste Unterschied war aber, dass das Reproduktionsvermögen der Milben bei den Projektvölkern deutlich reduziert war. Folgendes war mehr ausgeprägt bei den Projektvölkern: Milbenweibchen legen keine Eier oder legen die Eier zu spät,sie produzieren kein Männchen oder die Nachkommen sterben in der Zelle ab.
    Die Martin Luther Universität in Halle bekam Material, um genetische Untersuchungen durchzuführen. Man konnte im Genom "QTL"s auf drei Kromosomen identifizieren, die in einem Zuchtprogramm zur Auswahl hilfreich sein könnten. Hier bedarf es noch weiterer Forschung.
    2009 und 2010 hat man die Bienenpopulation in der Nähe von Avignon in Frankreich untersucht. In diesen Völkern ist die Milbenreprodution mit 30% geringer als in Kontrollvölkern. In dieser Population war es vor allem ein erhöhter Anteil von infertielen Milbenweibchen, was die Milbenzunahme bremste. Dies deutet darauf hin ,dass andere genetische Eigenschaften als bei den Gotlandbienen entwickelt wurden.
    Untersuchungen deuten stark darauf hin dass die genetischen Eigenschaften dominant vererbt werden.
    Die Projektvölker sind nicht aggressiv, sie haben aber andere Eigenschaften, die sie für die Imkerei nicht so interessant erscheinen lassen: sie sind klein und bringen fast keinen Honigertrag. Man versucht nun durch Einkreuzung die Biene weiterhin varroatolerant zu halten, sie aber f¨r die Imkerei interessant werden zu lassen. Diese Arbeit wurde jetzt begonnen.


    Mit freundlichen Grüßen
    Hans

    Hallo Günter und alle NB-Imker,
    ich arbeite mit einem Rähmchen das DNM lang ist und innen 13,5 cm hoch ist. Meine drei Zargen mit je 10 Rähmchen haben ein Volumen wie zwei DNM- Zargen.
    Dieser Brutraum dürfte also kleiner sein als ein Brutraum mit zwei Zanderzargen. Soviel zu den Voraussetzungen bei mir. Du schreibst, dass du den Brutraum einengst
    wenn die Bienen zu bauen beginnen und dass du nach und nach erweiterst, auch mit Mittelwänden. Was meinst du wird passieren wenn ich im Mai einen Schwarm in einen Dreizargenbrutraum mit Anfangsstreifen einschlage und die Bienen gewähren lasse? Sie haben dann von Anfang an den gesamten Brutraum zur freien Verfügung. Ein anderes Scenario ist folgendes:
    Im Winter habe ich ein paar Ablegerkästen für sechs Rahmen gekauft. In denen will ich 4,9 Mittelwände ausbauen lasse.Hier im Forum wurde ja in einer anderen Diskussion berichtet, dass kleine Einheiten diese Mittelwände gut ausbauen würden. Nachdem ich noch zwei Kilo mit solchen Mittelwänden im Keller habe von der Zeit, als ich versuchte einige Völker auf die kleinen Zellen umzustellen (Was damals in den großen Völkern aber nicht gut ging), so möchte ich hier noch einen Versuch machen. Wenn die Ableger dann zehn Rähmchen ausgebaut haben, könnte ich diese in die große Beute umsetzen als Mittlere Zarge und dann die obere und unterste Zarge im Naturbau ausbauen lassen. Ich könnte ja auch zwei der Ausgebauten Kleinzellenwaben aus der Mittleren Zarge in die obere hängen und den Rest mit NB-Rähmchen auffüllen. Bei der Einfütterung für den Winter hoffe ich dann, dass die Meisten der NB-Rähmchen ausgebaut werden.
    Ich würde mich über ein paar gute Ratschläge von NB-Imkern sehr freuen.
    Mit freundlichen Grüßen
    Hans

    Hallo,
    eigentlich möchte ich heuer auch Erfahrungen mit NB sammeln. Die Diskussionen und Berichte hier sind ja wirklich informativ und ermutigend. Danke!
    Hier wird ja der große und einzargige Brutraum empfohlen - und damit entsteht für mich ein Problem. Ich arbeite mit Flachzargen, drei im Brutraum.
    Kann das funktionieren? Gibt es hier NB-Imker die mit Flachzargen arbeiten? Für Information wäre ich dankbar!
    Mit freundlichen Grüßen
    Hans

    Hallo,
    wenn du an Pflanzen kommst ist das nur zu empfehlen. Von der ersten Aussaat im März vor ein paar Jahren sind nur einige wenige aufgegangen. Die Saatschale habe ich dann ganz einfach im Garten zur Seite gestellt. Im nächsten Frühjahr sind dann in dieser Schale noch einige Samen aufgegangen. Daraufhin habe ich dann neue Samen im Spätherbst, kurz bevor der Frost einsetzte, in die Schale gesät und im Garten in die Erde gestellt. Im nächsten Frühjahr haben dann die Samen gut gekeimt. Dann in Blumentöpfe umgesetzt und bis zum Herbst zu Hause vor Schnecken und Austrocknen geschützt. Im Herbst dann in die Wildnis am Bienenstand ausgepflanzt. Obwohl ein Elch noch die grünen Blätter einer Pflanze abgefressen hat sind alle im nächsten Frühjahr gut gewachsen. Erst ein Blütenstengel, im nächsten Jahr zwei Blütenstengel und jetzt im dritten Frühjahr werden es wohl drei kräftige Blütenstengel werden.
    Wenn du Pflanzen kaufen kannst so sparst du dir eine Menge Arbeit.
    Mit freundlichen Grüßen
    Hans

    Hallo André,
    da habe ich keine große Studie gelesen, das war ein kleiner Artikel im DBJ oder möglicherweise im Bienenfreund. Jahrgang und Heft weiß ich leider nicht mehr. Mein Gedächtnis ist ja gut - aber kurz :-)) Da ich mich für die Dunkle schon lange intressiert habe, habe ich mir den Inhalt des Artikels gemerkt. Am meisten war ich allerdings erstaunt darüber, dass sich ein deutsches Bieneninstitut mit der Dunklen beschäftigte.
    Mit freundlichen Grüßen
    Hans

    Hallo,
    man sollte auch bedenken dass nicht alle Trachtbienen sowohl Nektar als auch Pollen sammeln. Einige sammeln nur Nektar, einige Nektar und Pollen aus der gleichen Blüte, andere sammeln nur Pollen. Da kann man sich ja vorstellen, dass die nur Pollensammler andere Pflanzen anfliegen als die Nektar/Pollensammler. Die größere Menge an Pollen kommt natürlich aus der Haupttracht.
    In Oberursel hat man vor ein paar Jahren das Pollensammeln verschiedener Bienenherkünfte verglichen. Die Pollenproben der Dunklen hatten die größte Farbenvariation - die Dunkle sammelte Pollen von mehreren unterschiedlichen Pflanzen als die übrigen Herkünfte.
    Mit freundlichen Grüßen
    Hans

    Hallo,
    "alle Gurus haben bisher den Beweis....."
    E. Österlund macht sich selbst Hoffnung indem er darauf hinweist dass andere Züchter schon lange auf Varroabehandlung verzichten können,"zB Kefuss in Südfrankreich, und der verwendet nicht einmal kleine Zellen".
    Nachdem das bisher mit der Elgonbiene auf kleinen Zellen bei ihm mit der Varroatoleranz nicht geklappt hat, so halte ich doch die Daumen, dass seine Zuchtbemühungen zum Erfolg führen.
    Mit freundlichen Grüßen
    Hans

    Hallo,
    bei E. Österlund gibt es keine Missverständnisse. Er beschreibt alles auf seiner homepage elgon.se. Da kann man lesen, dass er Bienen aus Afrika geholt hat und auf Bruder Adams Art die Elgonbiene gezüchtet hat. Diese Biene sollte mit der Varroa zurechtkommen. Ich habe ihm die Daumen gehalten und gehofft.
    E. Österlund hat für die Kleinzellenimkerei nach den Lusbys propagiert und sie bei sich selbst eingeführt. Nach eigenen Worten in der Bienenzeitung war er für die Ankunft der Milbe gut gewappnet. Seine Arbeit wurde von einigen in Frage gestellt. Ich habe ihm die Daumen gehalten und gehofft. Dann kam die Milbe auch in E. Österlunds Region. Nun musste es sich ja zeigen ob alle Erwartungen erfüllt wurden. Ergebnis? Viele von Österlunds Völkern mit Elgonbienen auf kleinen Zellen gingen ein. Erik erzählte dass er mit Thymol behandelt! Die Enttäuschung war groß. Erik behandelt sogar während der Tracht! Das finde ich nicht gut.
    Jetzt züchtet Erik auf Toleranz. Das finde ich gut. Ich halte ihm die Daumen und hoffe dass sich diesmal der Erfolg einstellt.
    Mit freundlichen Grüßen
    Hans

    Hallo,
    vielen Dank für die Antworten. Hoffentlich gelingt es bald, alle Bewahrer der Dunklen Biene "unter einen Hut" zu bringen. Stellt euch vor ich würde nach der nächsten SICAMM-Konferenz in der Zeitung "Nordbi-Projekt" lesen können. Die Situation für die Dunkle Biene in Deutschland hat sich dramatisch verbessert. Gruppierungen, die früher Schwierigkeiten hatten zusammenzuarbeiten haben endlich den Ernst der Lage erkannt und einen mutigen Schritt für die Zukunft getan. Auf der Belegstelle im Karwendel wurden heuer fünf Drohnenvölker von der früher beschriebenen Mondscheinbelegstelle aufgestellt und von 100 geschickten Königinnen wurden 90 begattet. Voriges Jahr war es für die Belegstelle ein großer Erfolg mit Drohnenvölkern mit schwedischem Ursprung aus Kiel den Bestand der Dunklen Bienen sichern zu helfen. Es ist ganz klar, es gibt wieder eine Zukunft für die ehemals einheimische Biene Dank des jahrelangen Einsatzes von zielstrebig arbeitenden Einzelkämpfern, die endlich zueinander gefunden haben. Ein Traum?? Wenn er eintreffen würde könnte ich sagen: es hat sich gelohnt, dass die schwedischen Züchter Königinnen, die eigentlich auch in Schweden gebraucht würden, nach Deutschland verkauft haben. Wenn weiterhin Grabenkämpfe geführt werden wäre es besser die Königinnen in Schweden zu behalten. Ich wünsche euch viel Glück und Erfolg, die Dunkle Biene wieder heimisch zu machen!
    Mit freundlichen Grüßen
    Hans