Beiträge von Hymenoptera

    Beehulk Naja, der einfangene Kollege hatte in 2x ohne Probleme genutzt - bei kleinen Schwärmen mag er handlich genug sein. Letztendlich wäre er auch bei dem großen gegangen WENN man den Schwarm umgeschüttet hätte. Das wäre ja auch gegangen! Ich würde Dir empfehlen, noch einen 2., deutlich größeren im Auto zu haben. Oder generell das Umschütten von Schwärmen einzuplanen...nicht aber die Kellerhaft in dem Teil!


    p.andi Die "Kellerhaft" gab es hier ja faktisch nicht: Der Schwarm wurde sehr spät gefangen und hat die Nacht über im geöffneten (!) Schwarmfangkasten im Freien verbracht. Dann aber wurde die Kiste geschlossen und verbracht und stand dann den Tag über im Kühlen; wohl auch dunkel. Das ist kein Problem, kann jedem Naturschwarm passieren wenn es mal ordentlich regnet den Tag über...sofern man frei und luftig hängen kann und Wasser hat! Aber hier in der Enge der schlecht durchlüfteten Kiste und dann nochmal transportiert...da war dann eben Schluss.

    Einen sehr ausgehungerten Schwarm muss man bei 3 kg und tagelangem Sonnenschein nicht erwarten - kleinere Nachschwärme, tagelanger Regen...da hättest Du Recht, da muss gefüttert werden. Das merkt man aber auch schon beim Fangen wie agil sie sind und ob sie sehr stichig sind.

    Aber das auch nur wenn man tagsüber fängt! Hatte gerade einen Schwarmfang, den ich umständehalber erst um 21 Uhr beginnen konnte (Feuerwehr meldete sich erst abends) und da waren die Damen auch super lustlos und stichig um noch in die Kiste zu klettern (war erst nach Mitternacht zu Hause). Am nächsten Tag konnten sie es aber auch gar nicht erwarten, in die neue Behausung zu marschieren:


    Schwarmzeit - Schwärmzeit | imkBerLin.de


    Zudem ist die "Kellerhaft" gerade in AFB-gefährdeten Gebieten absoluter Normalfall denn damit saniert man Völker effektiv. Die Tiere putzen sich, AFB-Sporen werden durch das Hungern ausgeschieden. Daher ist das Einlaufen auch immer die bessere Methode als das Einschütten.

    Die Kellerhaft ist also kein alter Zopf, sondern durchaus angemessen in bestimmten Gebieten und auch kein Problem...wenn man es richtig macht!


    Grüße

    Melanie

    Liebe Imker und Imkerinnen,

    ich möchte eine tragische Geschichte aus dem Verein mit Euch teilen und hoffe, sie dient auch als Warnung gerade für die Anfänger unter Euch:

    Ein Imkerkollege wurde am frühen Arm zu einem Schwarm gerufen. Der Schwarm hing tief und bodennah in einer Hecke. Der Anfänger hatte einen Doröper Schwarmfänger mit dabei, mit dem er schon ein paar Mal problemlos Schwärme gefangen hatte. Es war spät und der Schwarm groß und träge - der Kollege ließ den Kasten dort über Nacht stehen und am nächsten Morgen waren sie alle drin. Der Schwarm hatte geschätzt 3 Kilo.


    Kiste zu und ein anderer Kollege übernahm diesen Kasten dann und stellte ihn in den Keller. Abends gegen 19:30 Uhr sollte der Schwarm dann noch in eine vorbereitete Beute, in der u.a. eine Brut- und Futterwabe deponiert hatte, einlaufen.


    Beim Auskippen auf die Rampe stellte sich heraus, dass ein erheblicher Teil der Bienen bereits tot war und die Bienen sehr desorientiert auf der Rampe umherliefen - es erfolgte kein koordiniertes Einlaufen mehr. Der Kollege versuchte noch, über Wärmelampen das Einlaufen zu unterstützen doch das half nicht. In der Hoffnung, die Bienen würde das über Nacht noch hinbekommen, überließ er sie ihrem Schicksal.


    Am nächsten Tag lagen rund 3 kg Bienen tot auf dem Einlaufbrett.



    Was war nun genau passiert?


    Ich habe mit den Beteiligten telefoniert und habe folgende Fehlerquellen identifiziert:


    Fehler Nr. 1: Der Doröper Schwarmfänger

    Ich kannte das Teil vorher nicht und habe damit nie gearbeitet aber anhand des Aufbaus wird klar - nett und praktisch....so lange es sich um kleine Schwärme wie Nachschwärme handelt.

    Bei einer Schwarmgröße von 3 kg und mehr versagt ein Kasten mit den Grundmassen von ca. 28 x 31 x 32 cm jedoch komplett zumal das teil nur zwei seitliche kreisrunde Gitteröffnungen in der Mitte hat. Hier kann ein Volk nicht ventilieren und vor allem wird der Imker/die Imkerin nicht gewarnt: Man kann den Boden nicht sehen, ein sich sammelnder Totenfall ist nicht erkennbar noch kann man erkennen, dass der Kasten praktisch überfüllt ist! So ist vermutlich ein Großteil der Bienen bereits in der Kellerhaft und beim Transport verbraust.


    Fehler Nr 2.: Schwarmpflege

    Der Schwarm wurde nur beim Einfangen leicht mit Wasser eingesprüht - bis zum Einlauf erhielt er weder Wasser noch Futter. Was in einem anständig bemessenen Schwarmfangkasten womöglich kein Problem gewesen wäre, führte hier mutmaßlich zu weiterem Streß und Totenfall.


    Fehler Nr. 3.: Einlauf um 19:30 Uhr abends

    Einen Schwarm einlaufen zu lassen, ist immer ein Erlebnis und es ist vollkommen in Ordnung, das auch eher später am Tag zu machen. 16 Uhr ist ein gutes Timing, da zieht der Schwarm auch nicht mehr am selben Tag aus.

    19:30 Uhr ist allerdings schon grenzwertig - Temperaturen und Lichtverhältnisse werden schnell für die Bienen ungünstiger und damit schwindet auch der eigene zeitliche Handlungsspielraum. Hier wurde beim Auskippen bereits klar, dass der Schwarm offenbar erheblich Bienen verloren hatte, die Tiere waren sehr ausgehungert und gestresst. Wenn dann womöglich auch die Königin unter den Verbrausungsopfern war, fehlt jede Orientierung für den Einlauf. Das Aufstellen der Wärmelampe zeigt, dass der Imker bemerkt hatte, dass es ein Problem gibt - leider jedoch unternahm er jedoch nicht den Versuch, durch Anreichen der in der Beute bereits deponierten Futter- und Brutwabe die überlebenden Bienen aufzunehmen. Diese Wabe - direkt an die umherlaufenden Bienen gehalten - hätte den Überlebenden die notwendige Orientierung und Stärkung gegeben und sie hätten die überlebenswichtige, nächtliche Traube bilden können und sich versorgen können.


    Doch so lagen sie als flächiger Teppich einfach nur tot auf dem Einlaufbrett...trauriges Ende eines starken Vorschwarms.


    Fazit:

    • Den Schwarmfangkasten IMMER größer kaufen als man denkt und darauf achten, dass er große Gitter hat, die bis zum Boden reichen. Produktempfehlung unter https://www.hymenoptera.de/Produktkritiken#schwarmfang
    • Schwärme während der Kellerhaft visuell prüfen, das Gitter mit etwas Wasser ansprühen und ggf. mit Futterteig füttern wenn deutlicher Totenfall einsetzt.
    • Einlauf nicht zu spät am Tag machen und ggf. lieber darauf verzichten - das klassische Einschütten des Schwarms in eine Trommelzarge und dann Aufsetzen einer Zarge mit einer Futter- und Bruthaltigen Wabe tut es zur Not doch auch!
    • Wenn die Bienen orientierungslos und geschwächt sind: Aufnehmen mit einer Wabe mit etwas Brut und Futter ist die 1. Hilfe in solchen Fällen! Das klappt auch bei versprengten Schwarmresten oder Jungbienen, die noch flugunfähig im Gras herumkrauchen und die den Weg über ein angelegtes Brett nicht nach oben zur Beute finden.

    Ich hoffe, Euch bleiben diese Bilder erspart!


    Glücklichen Schwarmfang

    wünscht

    Melanie

    Night Shadow hatte ein paar Fragen, die ich aber irgendwie nicht direkt beantworten kann -. daher kurzerhand hier herein:

    Zitat

    Wer hat wie die Proben gezogen? Wurde jedes Volk begutachtet? Und wer hat das gemacht? Hat diese Person die Befähigung und wie wurde diese erlangt? Wurde dem Imker für jedes Volk eine schriftliche Bestätigung der Begutachtung gegeben? Wurde dem Imker die Möglichkeit der A und B Probe gegeben? Welches Labor untersuchte die Proben? Mit welcher Methode?

    Wie wurde die Diagnose Faulbrut gestellt? Hier geht es um die Fachliche Überprüfung (tierärztliche, nicht irgendwas von BSV oder ähnliches) wie man die Faulbrut festgestellt hat. Nur ein Laborbefund reicht nicht aus. Da man belegen muss, wo und wie die Probe entnommen wurde.

    Antwort in Kurzform: Die Völker wurden individuell beprobt und begutachtet nachdem die Sammelprobe positiv war. Zwei Völker waren in der Einzelpobe positiv; ich meine, eines zeigte Klinik aber der Imker war einverstanden, dass beide abzutöten waren.

    Die anderen waren sowohl im Labor als auch bei der Durchsicht unauffällig.


    Ob natürlich ein zweifach negatives Labortestat des Landeslabors zweimal hintereinander falsch negativ sein kann, entzieht sich meiner Kenntnis - letztendlich ist aber all das überhaupt nicht gerichtlich geprüft worden eben weil sich kein Gericht der Sache auch nur annehmen will.


    Und nur darum geht es: Gerichtliche Prüfung.

    Wenn das nicht im Sinne des Imkers ausgeht, ist das traurig aber wird natürlich akzeptiert und dann haben wir Berliner Imker und Imkerinnen es schwarz auf weiß dass jedes Volk, das in der Nähe eines erkrankten steht, in diesem Bundesland ggf. per Weisung abgetötet werden muss; egal, was das Gesetz oder andere Gerichte sagen.

    Aber dann wissen wir es halt.

    Aktuell zoffen sich immer wieder mal EInzelfälle unterschieldich weit durch die Instanzen und das bringt uns halt auch nicht weiter.


    In diesem Sinne: Danke für die Unterstützung!


    Bienenvölker abgetötet & kein Recht für Imker? | betterplace.me
    Darum geht es:Ein Imkerkollege musste 2018 acht gesunde Bienenvölker in Pankow abtöten da zwei weitere Völker an der Amerikanischen Faulbrut erkrankt …
    www.betterplace.me

    Liebe Imker und Imkerinnen,


    wieder mal ein Update in dieser Sache: Noch immer keine Aussicht auf BSSVs in Berlin aber immerhin gibt es nun sowas wie ein freiwilliges AFB-Monitoring.

    Leider nur kein Rechtsgehör und weiterhin keinen Cent Schadensersatz für den betroffenen Imker. Es wurde nun Verfassungsbeschwerde vor dem Landesverfassungsgericht erhoben damit wir nun endlich mal Klarheit bekommen, ob und wie das bahnbrechende Urteil aus Münster (Leitsatz: Jedes Volk muss individuell bewertet werden, kein standweises Keulen aller Völker... vor allem nicht per Eilverfahren wenn diese vital, kräftig und negativ befundet sind & es WINTER ist!) in Berlin eine Rolle spielt.


    Leider dürfen die gemeinnützigen Vereine so ein Verfahren nicht direkt unterstützen, daher habe ich nun eine private Spendensammlung gestartet denn der Kollege ist praktisch mittellos und keine Versicherung trägt solche Kosten. Freue mich über jeden Cent, jeden Tweet, jeden Share bei FB oder wo auch immer...


    Danke für das Mitmachen!


    Bienenvölker abgetötet & kein Recht für Imker? | betterplace.me
    Darum geht es:Ein Imkerkollege musste 2018 acht gesunde Bienenvölker in Pankow abtöten da zwei weitere Völker an der Amerikanischen Faulbrut erkrankt …
    www.betterplace.me


    Herzliche Grüße

    Melanie

    Eins noch.
    Was mir aufgefallen ist: Es hilfreich, wenn in den Schleuderkörben unten mehrere Stege drin sind. Damit dir dir Halbrähmchen nicht durchfallen. (...) Also beim Kauf einen Blick drauf werfen.

    Paar Edelstahlschrauben mit Muttern helfen. Hatte ich auch jahrelang, weil der Korb auf Zander ausgelegt war und meine DN immer verschwanden.

    Äh, wie sollen die helfen? Wo bringst Du die denn an?


    Grüße

    Melanie

    Als "Bücherschreiberin" finde ich das Thema natürlich spannend und plaudere mal aus dem Nähkästchen: Lektorat ist ein ganz heißes Eisen!

    Mit einem guten Lektor kann man seitenweise Verbalschlachten ausüben, ein schlechter wird sich auf die Korrektur von Rechtschreibfehlern beschränken. Ich habe beides gehabt; ersteres habe ich erst rückblickend zu schätzen gelernt als ich dann mal die andere Seite kennen lernen musste.


    Ich habe den Eindruck, es gibt immer weniger gute Lektoren in den Verlagen, man spart offenbar zuerst an diesen. Das macht sich leider schmerzlich bemerkbar denn tatsächlich klappt es nie allein, den Gedankenwust zu sortieren und ein gutes Lektoriat hält auch mal "dagegen" und schafft Veränderung ohne die Aussagen zu verändern. Es schärft, präzisiert, deckt Widersprüche und Doppelungen auf, muss also auch was vom Fach verstehen ohne aber voreingenommen zu sein...habe wirklich Respekt vor diesem Job bekommen.


    So ein Buch ist natürlich auch so "das eigene Baby" und wer mag schon hören/lesen, es sei misraten - daher klappt Lektorat eigentlich auch nie im Familien- oder Bekanntenkreis da man sich danach oft bitter zerlegt hat.


    Das ist die "Tüte Gummibärchen", die am Ende von einem verkauften Buch hängen bleibt, oft einfach nicht wert...zumal man Auflage für Auflage immer wieder den Kram neu auf dem Tisch bekommt.


    Bei mir liegt gerade die 4. Auflage vom "Imkern in Großraumbeuten" auf dem Tisch, wieder umfangreich überarbeitet da sich so viel verändert hat...rechtlich aber auch in der eigenen Imkerei und Sichtweise. Und dann braucht es hier noch ein Kürzen und da noch einen Satz mehr damit der Umbruch stimmt... nervig denn mehr Seiten gibt es auch nicht zugebilligt.


    Fertig ist so ein Buch also nie... Bernhard wird auch noch daran feilen und so wird es wachsen. Wen es nervt...wartet auf die nächste Auflage. Autoren/Autorinnen fallen auch nicht vom Himmel und Übung macht den Meister. So üben wir mal weiter beim Imkern, Schreiben, Leben... :)


    Melanie

    in Schleswig Holstein soll auch noch eine laufen... da erzähle ich das ausführlicher. 2 Tage lang...


    Gibt es schon genauere Infos zum Termin in SH?

    Nein. Wurde noch mal angeschrieben und hatte auch geantwortet... seither Funkstille...


    Womöglich hängt es an dem Hygienekonzept, ist halt nicht so einfach. Organisiere gerade selber eine Veranstaltung und das ist wirklich aufwendig und teuer durch die Corona-Gesetzgebung.


    Grüße

    Melanie

    Liebe Imker und Imkerinnen,


    heuer eine merkwürdige Szene beobachtet:

    Ich habe dieses Jahr insgesamt 9 Königinnen in den Beuten gekäfigt damit die Brut ausläuft so dass ich Wabenerneuerung und Varroa-Behandlung machen kann. Zudem wollte ich 6 Königinnen austauschen.

    Nach knapp drei Wochen waren auch alle Queens in den Käfigen vital und ich habe munter ausgetauscht.

    Für den Fall, dass der Tausch scheitert, habe ich für die herausgenommenen Queens neue Plätze gesucht. So habe ich in einem Volk, das nur so zum Gucken im Garten steht, eine munter stiftende Schwarmköniginnen entnommen und dafür die einst gekäfigte, aber noch taugliche Dame zugesetzt. Diese entnommene Schwarmqueen und eine andere Käfigqueen legte ich in ihren für Arbeiterinnen passierbaren Käfigen direkt neben ein MiniPlus mit drei Zargen, in der eine nachgeschaffte Weisel unterwegs war aber noch nicht stiftete (Entnahme der Altqueen war vor 3 Wochen). Es dauerte nicht lange und beide Käfige waren von einem Mantel Bienen umgeben, die eine Nacht lang Wache schoben.


    Am nächsten Tag nahm ich die Mini auseinander um dann zwei der drei Zargen mit jeweils einer Königin zu versorgen. Ich musste nur die Jungweisel suchen aber das war nicht schwer - die wurde nämlich gerade massiv von den Bienen eingeknäult und attackiert. Das war wirklich unglaublich, sie wehrte sich mit hellen, lauten Summtönen und Flucht aber ihre eigenen Stockgeschwister scheuchten sie über die Wabe und immer wieder heftiges Einknäulen und Versuch des Abstechens.

    Ich dachte schon, da sei was schief gelaufen und das sei ein unerwarteter Zweitschlupf aber es war weder Brut noch eine andere Weisel oder geschlüpfte Weiselzelle zu finden.


    Ich kann mir das eigentlich nur so erklären, dass die stiftend aus dem Volk genommene Queen, die eine Nacht neben dem Mini lag, von den Bienen als attraktivere Alternative bewertet wurde...und das, obwohl sie zwar rankamen aber die Queen gar nicht in das Mini.

    Kann das sein?

    Ich kenne diese Einknäulerei bei im Volk-schlüpfenden Queens eigentlich überhaupt nicht...


    Bin gespannt, ob sich das gelegt und sie das überlebt hat...habe die Ladies nun auf die Minis verteilt...Ende nächster Woche schaue ich mal nach.


    M.