Beiträge von luffi

    Ich glaube, danach habe ich gar nicht gefragt. Was ist denn jetzt kostengünstiger und schneller: Lange Forschungsarbeit mit viel Fachchinesisch oder BOND-Test oder Soft-BOND ala Kefuss mit öffentlicher Entschädigung für Verluste für Jedermann, der es wagt?

    Schneller ist es, wenn beide zusammen arbeiten und das durchziehen würden. Also Theorie und Praxis vereint. Die Wissenschaft unterstützt die praktische Arbeit der Züchter.


    Dies passiert schon lange. Jedoch sollten die Anstrengungen fokusierter von statten gehen. Bisher schauen die an diesem Zuchtgeschehen beteiligten vielleicht lieber auf ihre Pfründe, anstatt auf die Weiterentwicklung von Überlebensfähigkeit?


    Und es kann jeder dazu helfen, wenn er nicht das schnelle Geld sieht.


    ManfredT was tust du im speziellen für die Weiterentwicklung von Resistenzmechanismen bei der Biene? Hast du dich schon selbst z.B. bei der agt oder den VSH Zuchtgruppen eingebracht? Hilfst du aktiv mit bei der Selektionsarbeit?

    :roll:

    ... Und Zuchtstoff aus solchen selektierten Völkern sollten in der Region bleiben und nicht kreuz und quer durch die Welt verkauft werden. Warum? Weil sich die Bienen und die Milben an die lokalen Bedingungen, wie Kleinklimata und Entwicklungszyklen beider Insektenstämme (Milbe und Bienen) angepasst haben, während dann eine VSH-geteste eindrohnbesamtgenverarmte Biene aus Bayern hier im Nordwesten wahrscheinlich Schiffbruch erleiden wird.

    Hallo ManfredT !


    Eindrohnbesamung (SDI) hat doch nichts mit genetischer Verarmung zu tun. Da verwechseln die meisten was. Jede weibliche Biene hat genau eine Mutter und einen Vater. Unabhängig von der Art der Begattung. Gerade die SDI umgeht ja die Nachteile der Mehrfachbegattung bei der gezielten Suche nach Resistenzmechanismen im Bienenvolk. SDI führt zu Verarmung von Sexallelen. So ne SDI Königin hat deren 2 Stück. Eines von der Mutter und eines vom Vater. Ne SDI Königin hat aber in der Spermatheka nur ein einziges Sexallel. Ist dieses Sexallel zufällig dann noch gleich einem der beiden immer unterschiedlichen Sexallele der Königin, dann sind auf jeden Fall 50% der Brut der SDI Königin Ausfall, weil diese sonst haploide Drohnen geben würde. Dieser sogenannte Brutausfall ist nicht zu verwechseln mit vom Züchter ganz bewusst herbeigeführter Selbstung zum Beispiel durch eine Tante-Neffe Paarung. Das ist "Genverarmung" wenn du so willst. Die besondere Inzuchtanfälligkeit der Honigbiene resultiert eben aus diesen beiden Mechanismen. Nach derzeitiger Erkenntnis gibt es wohl ca. 20 bekannte Sexallele in der westlichen Honigbiene. Die Mehrfachpaarung überdeckt Brutausfälle, macht aber auch die Reinzucht schwieriger. Umgekehrt macht die SDI Begattung die Selektion und Zucht schneller, weil alle positiven und negativen Effekte eindeutiger ausgeprägt sind. Im Phänotyp sichtbar. Der Phänotyp ist somit in der Theorie gleich dem Genotyp. Spätere Anreicherungen von unterschiedlichen Sexallelen in den Populationen sind aber auch wieder entsprechend mühsam. Erschwerend kommt noch die additive Vererbung hinzu, die zumeist bei den Eigenschaften der Honigbiene maßgeblich ist.


    Beispiel:

    Je häufiger sanftmütige Bienenherkünfte untereinander angepaart werden, desto mehr dieser sanftmütigen Genetik reichert sich in der Zuchtlinie an, desto häufiger sind sanftmütige Nachkommen dabei. Das heißt aber wiederum nicht, dass alle Nachkommen einer sanftmütigen Königin auch sanftmütig sind. Theoretisch reicht das Sperma eines Drohns dessen Genetik nicht sanftmütig ist aus, um so ein Volk als nicht sanftmütig zu bewerten. Eine der Schwestergruppen hat die nicht sanftmütige Genetik und es kommen dir von 30.000 Bienen 5 % = eine von 20 Geschwistergruppen bei der Kontrolle entgegen. Du bewertest das Volk als nicht sanftmütig, obwohl 95 % sanftmütig sind. Daher bewertet man das auch öfters. Die Zusammensetzung ândert sich mit dem Bereich der Spermatheka, der gerade zur Befruchtung der gelegten Eier kommt. Somit siehst du die bösen eher gleich. Bei Eigenschaften, die nicht so deutlich hervorstechen, wie das Ausräumen von mit vermehrungsfähigen Varroamilben befallenen Zellen bemerkst du erst dann so richtig, wenn 75 % dieser Zellen von den Bienen geöffnet werden. Wenn die Resistenzgenetik angereichert wurde. Dazu addiert wurde. Additiv vererbt wurde..

    :u_idea_bulb02:

    Hallo Norbert Jung !


    Ich kenne die Ansichten von Kelt Brandstrup zu diesem Thema aus persönlichen Gesprächen mit ihm. Er ist ein Klasse Imker und Züchter. Sich mit ihm zusammen zu setzen und über Bienen sich zu unterhalten ist ein Erlebnis. Kann es jedem nur ans Herz legen, das mal zu tun.


    Bezüglich Varroamilbe und Resistenzbildung gegen diesen Schmarotzer bin ich aber inzwischen anderer Meinung. KB sagt ja selbst im zitierten Video sinngemäß: Wir kennen ja nicht einmal alle Resistenzmechanismen und Zusammenhänge bezüglich Varroaresistenz. Auch gibt es viele Einflussfaktoren. Wie Drobi schrieb auch zusammenbrechende Völker, die einem das Behandlungskonzept vermiesen.


    Bei der Tracheenmilbe hatte man auch diese Meinung! Kann doch gar nicht funktionieren mit Zucht das zu bekämpfen. Hat dann 20 oder 25 Jahre gedauert, aber irgendwann war das kein Problem mehr. Ebenso die Nosema. Auch hier ist die Selektion der beste Arzt! Je mehr selektieren, desto eher sind unsere Bienen gesund!


    Man muss nur den Mut haben das zu machen.


    Manne , Werner Egger , Josef Koller , Paul Jungels und viele andere machen das seit langem. Das "Tal der Tränen" ist allgegenwärtig und muss man oft durchschreiten. Letztendlich wird es sich aber durchsetzen, der Varroamilbe mit Zucht "Herr zu werden".


    Was mir persönlich immer und immer wieder sauer aufstößt, das sind Leute, die Begrifflichkeiten wie HYG+ und VSH oder SMR einfach so in den raum werfen, um damit die dicke Kohle abzustauben. Leute ich könnte da echt kotzen. Sicherlich nehmen wir in unserem Projekt auch ordentliche Belegstellengebühren. Das Geld geht aber zu 100% zurück in die Selektionsarbeit.


    Leider sind inzwischen einige Scharlatane auf dem Markt. Dies korrekt auseinander zu halten ist oft schwer.

    Der Vergleich Wolf / Schaf und Varroamilbe / Biene ist völlig falsch und einfach nur grottenschlecht. Lasst das doch einfach mal. Der Wolf ist ein Raubtier, die Varroamilbe ein Schmarotzer. Das passt nicht Leute. Es ist wirklich müsig sich über solche blödsinnigen und unpassende Vergleiche zu unterhalten.


    Wenn es kein Umdenken in der Imkerschaft gibt, wird das auch nix werden. Da kannste tausendmal VSH oder SMR oder Recapping oder Grooming Bienen haben oder was weiß ich, was es noch alles für vorhandene Mechanismen im Bien gibt.


    Wenn wir als Imker willenlos und jenseits jeglicher Vernunft immer und immer wieder mehr und mehr der Säuren und Arzneimittel in unsere Völker kippen, dann wundert mich nichts mehr. Wir Imker haben seit Jahrzehnten eine fortgesetzte Selektion in Richtung Honigertrag um jeden Preis in Gang gesetzt. Zumindest die meisten. Ich schließe mich hier selbst nicht aus. Ich wusste es nicht anders. Oxalsäure, Ameisensäure, Thymol, Perizin, Apitraz, Baywarol usw. alles schon probiert.


    Und das ist das Problem: Wenn wir weiter ungebremst diese ganzen bekannten und unbekannten Mittel einsetzen, wird man niemals auch nur annähernd in die Situation kommen, dass ein Bienenvolk sich selbst hilft. Wenige schaffen das wirklich. Viele nicht! Darum ist es Schade, aber in der Natur hätte das Volk nicht überlebt. Was machen wir Imker? Wir züchten genau von diesen immer und immer wieder nach. Die Effekte sind bekannt. Völker mit 2000 Milben sterben den Varroamilbentod. Bin mal gespannt, wenn Völker bei 200 Milben bereits sterben?

    "Denke daran, dass Schweigen manchmal die beste Antwort ist!"

    Dalai Lama

    :wink:

    Zwischen DNM und Zander ist nicht der grosse Unterschied. Wie gesagt bloss kein Dadant. Es ist bis auf wenige Ausnahmen in der Imkerschaft nicht verbreitet. Wenn du mal Materialmangel hast, bekommst du oft keine Teile. Schau dir mal an wieviele Varianten es alleine bei Dadant gibt. Davon hat der Händler maximal ein Model.

    So habe ich 2019 selbst von DNM auf Zander umgewohnt. Geht.


    Auch kann ich nur auch die Landrasse empfehlen. Der teure Schrott von sogenannten Züchtern hat mich viel Geld gekostet. Es gibt sehr wenige wirklich gute Züchter. Dementsprechend schwierig ist an gute Bienen zu kommen.

    Wenn solche unqualifizierten und die vernünftigen Züchter difamierende Worte hier im Imkerforum ungerügt weiter verbreitet werden dürfen, dann habe ich keine Lust mehr was zu schreiben. Ich denke, dass ich mit meiner Meinung da nicht alleine bin. Aber bei der Unverfrorenheit wie hier geschrieben wird, da bleibt mir nur noch die Funktion blockieren. Kann man solche Leute nicht ganz aus dem Verkehr ziehen? Dann würde solchen Leuten die Plattform für ihren Müll genommen?


    Das ist eine konkrete Frage an die Administration.


    hartmut wie lange schaust du da eigentlich noch zu?


    Hat vielleicht jemand die Kontaktadressen bei Facebook zu luxnigra und megaciropter ?


    Da würde Bienen Ede gut dazu passen mit seinem hier verzapften Unwissen.

    :eek:

    Ich versuche nicht mit Gläubigen über ihren Glauben zu diskutieren. Meistens kommt man da nicht weit.

    Hallo Night Shadow !


    Da frage ich mich ernsthaft:

    Wieso diskutierst Du dann überhaupt hier mit, wenn du ein "Ungläubiger" bist?

    Oder sag doch mal Deine Vorgehensweise?

    Was machst Du bezüglich Zuchtfortschritt auf Varroaresistenz?


    Und noch was:

    Königinnen verkaufe ich natürlich nur an Gläubige, wenn überhaupt...

    :roll:

    Lieber Frank Osterloh !


    Genau das ist oft das Problem. Die in Deutschland üblichen Betriebsgrößen in der Erwerbsimkerei sind sehr eng gestrickt und es geht halt einfach um Honig und Königinnen für den Verkauf. Da ist für Selektionsarbeit mit Milbenauswaschen weniger Zeit. Ich weiß aus eigener Erfahrung im Nebenerwerb als Wanderimker, dass man für solche "Sperenzchen" keine Zeit hat.


    Wenn Du dann aber mal in nicht allzu ferner Zukunft "Altsitzer" wirst, dann möchte ich diese Begründung nicht mehr hören...

    :liebe002:


    Randy Oliver ist ja schon so was wie ein Altsitzer und schreibt recht professionell für das American Bee Journal. Steuert dadurch auch seinen Teil bei in seiner Erwerbsimkerei der Söhne.


    Wenigstens Milbenabfall zählen nach der Behandlung ERWARTE ich dann mindestens von Dir!

    :lol:

    Hallo vosp !


    Hast Du denn überhaupt jetzt schon mal mit der Bienenhaltung angefangen oder bist Du immer noch am theoretisieren? Nach meiner persönlichen Erfahrung wäre es dem ganzen Wissensdurst erst einmal förderlich, wenn Du dir richtige Bienen holst. UND DANN tiefer in die Materie einsteigst. Das virtuelle Imkerforum kann dir richtige Bienen nicht ersetzen.


    Sag mal Deinen persönlichen Bienen-Sachstand, bevor Du uns hier weiter quälst...

    :wink::u_idea_bulb02:


    Im Übrigen verwende ich selbst diese CO2-Patronen von Swienty NICHT. Das ist ein großer Schei...!

    Besser ist da eine CO2-Flasche aus dem Aquarienbedarf, das ist auch weitaus billiger und EFFEKTIVER, wenn man das öfters macht.


    Das Scheitern der CO2-Methode liegt hauptsächlich an der fehlenden Tiefenbegasung und damit der völligen Narkotisierung von Biene und Varroamilbe durch diese ungeeigneten CO2-Patronen vom Hersteller.

    :mad:


    Diese Milbe lässt nämlich erst so richtig von der Biene ab, wenn sie völlig willenlos ist!

    Ich begase mindestens 1 Minute! Vielleicht funktioniert es deshalb in meiner praktischen Imkerei recht gut und wo anders wo es eher theoretisch zugeht eben weniger gut...

    :wink:



    Und gut genährte Winterbienen sind schwerer als Sommerbienen...
    Versuch macht klug!



    Es gibt also einiges zum Beachten bei der ganzen Sache.

    Darum bin ich dazu über gegangen, die Schadschwelle bei 2% fest zu legen anstatt bei 3%.


    Und noch was zur viel gelobten Bodenbrettmethode in deinem verlinkten Artikel.

    Ich kann das leider mal wieder nicht bestätigen, dass diese Zahlen passen:


    Ein Miniplusvolk auf 3 Zargen mit 44 (!) abgefallenen Varroamilben auf dem Bodenbrett in 5 Tagen (Ende November/Anfang Dezember) sollte eigentlich nicht mehr am Leben sein, oder?

    Nun ja ich habe es mal mit Oxalsäure behandelt, weil das Völkchen auch sonst etwas aggressiv im Oktober war. Aggressivität deute ich oft als hohen Varroamilbenbefall. Und nun? Bei der Behandlung letzte Woche war es super ruhig und auch entsprechend mit einer Wintertraube auf 2 Zargen Miniplus anzutreffen. Brutfrei! CO2 wollte ich nicht anwenden, war zu kalt...


    Nun sind 4 (!) Varroamilben innerhalb einer Woche gefallen.


    Das Völkchen hat eine eindrohnbesamte Königin, die ich von einem Kollegen von meiner Genetik zurück erhalten hatte. Ich hatte sie einfach mit 0815 Minibrutwaben und Bienen Mitte August aufgebaut.


    Das Mädel hatte im August 90% SMR, das entspricht ca. 97% VSH:

    Ist aber eher SMR als aktive VSH durch die verzögerte Entwicklung der verschiedenen Brutstadien der Varroamilben.

    :daumen:


    Naja als "Mimose" :eek:, die man ab und zu auch mal als ansonsten überzeugter VSH-Züchter ist, :-? habe ich jetzt eben leider ein Zuchtvölkchen was nicht mehr als unbehandelt gelten kann. Aber was solls? Auf jeden Fall werde ich da dieses Jahr Nachzuchten erstellen, wenn es im Frühjahr noch nicht weisellos oder drohnenbrütig ist. Für solche Fälle ist eine Winterbehandlung natürlich optimal. Das Völkchen wurde vorher noch nie behandelt. Eben aus 0815 Bienen und Brut gebildet. Ob die 44 abgefallenen Milben an Altersschwäche durch das SMR/VSH gestorben waren oder aufgrund von Grooming ist mir aber eher zweitrangig...


    Zusammenarbeit in einer Zuchtgruppe ist was Tolles!

    Danke an den Simon und alle anderen Mitstreiter!

    Könnte ne Drohnenlinie für alle werden in 2021?


    Bin begeistert!

    :u_idea_bulb02:


    Und nur noch ein Spruch um dir vosp die Theorie zu verkürzen: