Beiträge von luffi

    Um den Wintersitz wird schon immer zu viel Hype gemacht. Viel wichtiger ist Futter, wenig Milben und ein warmer Deckel über dem Volk. Leer werden die Waben von alleine, je länger der Winter dauert.

    Zwei Vereinigte Schwächling es geben einen jetzt stärkeren Schwächling. Spätestens im Frühjahr trennt sich dann die Spreu vom Weizen. Königinnen, die es nicht geschafft haben im Vergleich mit anderen gleichzeitig gebildeten und gleichartig geführten Völkern, ein überwinterungsfähiges Volk aufzubauen, werden abgedrückt. Da kann die eine noch so tolle Abstammung haben und auf der allerbesten und teuersten Belegstelle gewesen sein.:wink:


    Schwächlinge daher immer einem Volk geben, was z.B. später gebildet wurde und deren Königin später begattet würde. Nur mal so als Anhaltspunkt.:u_idea_bulb02:

    ... mit unseren 6.-beinigen, manchmal spitzen Freundinnen...

    ...hin und wieder spitzen Zunge/Zeigefinger... 1f609.png;-)

    Wie die Herr(in), so das Gscherr...

    :liebe002:

    Bis D'eschingen. Da schau ich mir mal Deine Mega-Jumbo-Kisten an.

    Habe gestern die Völker mit den sehr spät im September begatteten Königinnen durchgesehen. Erfahrungsgemäß gibt es da dann noch immer Ausfälle. Eine Königinnen hatte anfangs Arbeiterinnenbrut angelegt, jetzt aber nur noch Drohnen. Dieses Volk habe ich dann aufgelöst.


    Beim Abstoßen der Waben tropfte alles vom Nektar aus dem mindestens 2 km entfernten Greeningfeldern (Senf, Phazelia usw.). Ich muss mir wohl eine neue angepasste Betriebsweise zur Nutzung dieser Spättrachten überlegen...

    :oops:


    Wie gut, dass ich heuer mit dem Futter sparsam war.

    Die Kisten sind brechend voll mit "Greening"-Honig...

    :eek:

    Ich nehme mal als Beispiel das erste Volk:

    Volk 1, mit 16 Milben im CO2 Tester:

    In drei Tagen sind ca. 500-600 Milben gefallen.

    Dieses Volk war Ende Juni mit TBE, Fangwabe und bei Entnahme der selbigen mit OSX behandelt. Mehr wurde nicht unternommen.

    Schadschwelle: z.B. 2,5% (je nach Jahreszeit unterschiedlich!)


    16 Milben / 30 Gramm x 10 Bienen je Gramm = 5,33 % Befall -> Behandeln

    16 Milben / 45 Gramm x 10 Bienen je Gramm = 3,56 % Befall -> Behandeln

    16 Milben / 65 Gramm x 10 Bienen je Gramm = 2,46 % Befall -> Nicht behandeln? Grenzwertig!


    Dann sagst Du es sind nach Deiner Behandlung innerhalb von 3 Tagen zwischen 500 und 600 Milben gefallen.


    Ich mache mal eine weitere Rechnung auf:


    Volksstärke im Anfang September 7 voll besetzte Waben Dadant?

    Könnten dann je Seite ca. 1.200 bis 1.400 Bienen sein?

    Musst Du selbst etwas abschätzen.


    Hier mal ein Link zu gängigen Zahlen aus der Schweiz:


    https://www.agroscope.admin.ch…ienen-schaetzmethode.html


    Oder hier:


    https://dadant-imkern.blogspot…felder-schatzmethode.html


    Oder hier:


    https://www.bienenjournal.de/f…sstaerken-genau-erfassen/


    Ich nehme mal meine Zadant mit ca. 1.200 Bienen je Wabenseite!

    Ist ja etwas kleiner als Dadant.


    7 Waben x 2 Seiten x 1.200 Bienen je Seite = 16.800 Bienen


    500 Milben gefallen / 16.800 Bienen = 2,98 % Befall -> gut, dass Du behandelt hast!

    550 Milben gefallen / 16.000 Bienen = 3,27 % Befall -> besser, dass Du behandelt hast!

    600 Milben gefallen / 16.000 Bienen = 3,57 % Befall -> noch besser, dass Du behandelt hast?


    Im Volk sind es aber 9 (?) Waben Zadant x 1.200 Bienen je Seite x 2 = 21.600 Bienen


    500 Milben gefallen / 21.600 Bienen = 2,31 % Befall

    -> knapp unter dem Grenzwert, aber hätte es das behandeln wirklich nicht gebraucht?

    :roll:

    550 Milben gefallen / 21.600 Bienen = 2,54 % Befall -> gut, dass Du behandelt hast!

    600 Milben gefallen / 21.600 Bienen = 2,77 % Befall -> besser, dass Du behandelt hast!


    Du siehst, was da für Abweichungen alleine schon durch fehlende genaue Aufzeichnungen und Beobachtung drin sind!


    So und nun?


    Weißt Du was über die vorhandenen Brutflächen?

    Nö!


    Also dann nehmen wir mal an, dass Anfang September noch auf 4 Waben gebrütet wird.

    Ist um die Zeit wohl eher dann nur 1/2 einer Wabe, Rest ist Futterkranz!


    Ich teile mal die Zadantwabe in 8tel ein.

    Ein Achtel hat 550 Arbeiterinnenzellen?

    8 x 550 = 4.400 Brutzellen je Seite x 2 Seiten = 8.800 Brutzellen.

    Ist ein wenig viel...

    Wohl eher ein paar weniger.

    Dadant hat knapp unter 9.000 Zellen im 5,4er Maß.

    Ich habe 5,1 mm Zellmaß.


    So und wenn 4 Waben zur Hälfte bebrütet sind, dann sind das eben ca. 2 ganze Brutwaben mit je 8.800 Brutzellen = 17.600 Brutzellen.


    Mach 100 Zellen auf und du findest 6 Milben, dann heißt das, Du hast 6% Befall.

    Je mehr Zellen du öffnest, desto genauer ist deine Datenerhebung.


    6% Milben in 17.600 Zellen sind: 1.056 Varroamilben.


    Dann noch Deine 500 bis 600 und schon sind es ca. 1.556 bis 1.656 Varroamilben.

    Gut ein paar sterben noch, aber ein paar vermehren sich noch.

    Heuer wahrscheinlich läuft es auf Vermehrung hinaus.

    Es kann lange gebrütet werden!


    Ich lass mal 1.500 stehen und nehme das Wintervolk am Anfang des Winters mit 15.000 Bienen.


    Rechnet sich schnell: 10% Befall.


    Meinst Du das Volk überlebt?

    ||


    Daher muss man, wenn man schon Daten erhebt, auch wissen, was man macht!


    Immer genau wiegen!

    Immer genau zählen!

    Immer genau rechnen!


    Das führt dazu, dass Du genau weißt, was in Deinem Bienenvolk Milbentechnisch los ist.


    Meine Prognose:


    Einzig Volk 4 (das behandelte, wo jetzt ??? 100 Milben gefallen sind) hätte das Zeug für eine Überwinterung ohne Behandlung. Und es kommt einfach darauf an, wann du diese Zahlen ermittelt hattest. War es Ende August? Oder war es jetzt?


    Aber auch das ist nur eine Ferndiagnose ohne die Parameter:


    Derzeitiger Brutstand?

    Derzeitige Volksstärke?


    Ist Dein derzeitiger phoretischer Befall (also auf den Bienen) gemäß CO2-Methode unter 1% (z.B. 3 Milben auf 50 Gramm Bienen) würde ich mir vielleicht, wenn Du das alles richtig gemessen und berücksichtigt hast - und Du dir sicher bist- zum weglassen der Winterbehandlung raten. Alles andere ist im Nebel stochern und Versuch am Bienenvolk ohne Grund warum.


    Ich persönlich gehe derzeit in Richtung alles was JETZT MITTE OKTOBER unter 2,5% max. 3% laut CO2 hat, das wird nicht behandelt. Alles was darüber ist, wird nur dann nicht behandelt, um spezielle Kombinationen züchterisch zu testen oder Völker zu haben, die dann im nächsten Jahr auch wirklich viele Milben zu einem definierten Zeitpunkt x haben. Aber das ist ein anderes Thema!


    Nicht behandeln klappt immer nur, wenn man aufpasst!

    Behandeln ist viel leichter!


    Und noch was: Es kommt nicht darauf an, wie viele Milben nach einer Behandlung gefallen sind, sondern wie viele Milben noch im Volk sind...

    :daumen:

    Fragen:


    Wie viele Gramm Bienen hattest Du im Becher?

    Wiegen! Alles andere ist keine Datenbasis sondern schätzen und im Nebel stochern!

    Die rote Marke kannst du getrost vergessen.

    Ich persönlich nehme lieber 50 g Bienen oder 70 g, als NUR 30 g.

    Die Datenbasis ist größer.


    Wie stark waren die Völker?

    Also besetzte Waben und Anzahl der Bienen.

    Dann kannst du die abgefallenen Milben nehmen und einen Befall ermitteln.


    Wieviel Restbrut war noch vorhanden?

    Die Milben kommen ja aus den Brutzellen raus und werden phoretisch.

    Da gibt es immer etwas mehr Milben, je später das Jahr und weniger die Brut.


    Du musst nicht unbedingt wissen, wie viele Milben im Volk waren, sondern wichtig ist es immer zu wissen, wie viele Milben noch im Volk sind.


    Alleine das zählt.


    TBE und Fangwabe kann bei guten Herkünften absolut ausreichend sein.

    Da brauchst nicht mehr zu machen.

    Aber nur dann, wenn Du weißt, wie viele Milben noch im Volk sind!

    :wink:


    Behandlung erfolgt dann Schadschwellenorientiert!

    :u_idea_bulb02:

    Was sollen sie denn oben?

    Als Einzelkämpferinnen nach dem Futter suchen?

    Nimm doch diese obere Zarge weg und füttere das Volk auf einer Zarge ein.

    Aber nur dann, wenn da auch Bienen in der unteren Zarge sind.

    Leute Leute!

    Manchmal bricht mir einfach das Herz, wenn ich sehe wie mit unseren Bienen herum gewurstelt wird.

    :eek:

    Es hat einen Grund wieso diese Ansammlung von Bienen beräubert wird.

    So ein Volk noch zu sanieren lohnt sich nicht mehr wirklich...

    Die Genetik kannst Du einfach vergessen.

    Besser jetzt weg, als im nächsten Jahr dann auch noch was nachziehen davon oder auch noch Drohnen rumfliegen lassen.


    Ich mach das inzwischen so:


    Solche Völker werden milbenfrei gemacht und dann umgeweiselt. Ich gebe einer neuen eine Chance, ob die besser mit den Milben umgehen kann. Zum Milben"frei" machen muss man erst brutfrei machen und jetzt beim vorbereiteten Wintersitz würde ich die Brutwaben entdeckeln, einen Tag mit Behandlung warten, damit die Milben aus dem Futtersaft gekrochen sind und dadurch erwischt werden können.


    Ihr glaubt gar nicht was bei solchen milbenverseuchten Völkern Milben im Futtersaft versteckt sitzen. Die kriegt man nicht raus, wenn man die gleich nach dem Entdeckeln behandelt und nicht einen Tag wartet, bis alles an Schmodder ausgeräumt ist und die Waben wieder zum bestiften vorbereitet sind...

    Alles immer wieder probiert und getestet, was noch an Milben in den Völkern ist. Die Brutwaben ganz raus machen ist da besser, weil dann auch die Virenbelastung aus den bebrüteten Zellen weg ist.


    Bayvarol- oder Apitrazstreifen sind jetzt nix mehr. Das ist für eine Behandlung über mehrere Wochen am Brutnest ausgelegt. Im Spätsommer. Ein Brutnest hat es nach brutfrei machen nicht mehr. Außerdem führen diese Langzeitbehandlungen zu den vom honigmayerhofer genannten Resistenzen. Fragt mal die Erwerbsimker in Italien danach...


    Es hilft dann nur noch:


    JETZT SOFORT mit Oxalsäure im brutfreiene Zustand besprühen. Oder wie der Franz sagt mit Milchsäure. Fertig! Keine Milbenbehandlung mehr im Winter. Für was denn jetzt und dann in 8 Wochen noch einmal? Erfahrungsgemäß werden solche Völker, ohne dass du diese mit noch so einem Kandidaten vereinigst nichts mehr G'scheites. Die Bienen sind oft durch den Milbenbiss und durch Viren zu stark geschädigt. Im Frühjahr fehlen dann die Bienen, weil die Langlebigkeit fehlt.


    Eine Schwefelschnitte wie der rase meint ist wohl besser? Muss zugeben, dass ich das bisher auch nur einmal in meinem Imkerleben gemacht habe mit dem Abschwefeln. Chance zum Überleben geben ist ok, eine Chance zur Vermehrung im nächsten Jahr ist ein No Go für so ein Volk.

    :wink: