Beiträge von luffi

    Das die Aggressivität mit der Varroatolleranz Hand in Hand geht,

    Ich weiß nicht, wo diese Ansicht immer wieder herkommt. Meine Völker sind nicht aggressiv.


    Gruß

    Werner

    Hallo Werner!


    Da ist wohl eher der Wunsch der Vater des Gedankens?

    Getreu dem Motto: Was nicht sein kann, das kann nicht sein.

    Sanftmütige Bienen und Varroaresistent?

    Unmöglich!

    :eek:


    Meine Erfahrung ist eher anders:


    Bienenvölker werden umso "griffiger", je mehr sie mit Varroamilben befallen sind.

    Also: Je böser, desto mehr Varroamilben!

    :wink:


    Dieser Mythos, dass Varroaresistenz mit Aggressivität Hand in Hand geht, der hält sich leider nach wie vor. Meistens erzählen ihn Leute, die ihn auch wieder von jemanden gehört haben. Gesehen hat das wirklich wohl noch niemand!

    :-?

    Das was man jetzt in den Alpen sieht, also grüne Täler in Kärnten und in Südtirol, viel Schnee nördlich des Brenners zeigt sehr schön die natürliche Barriere. Diese besteht schon Jahrtausende zwischen den eigentlichen Verbreitungsgebieten der natürlichen Unterarten der Honigbiene.


    Im Norden a.m.mellifera und im Süden a.m.ligustica und a.m.carnica.


    Dies nur so als Anmerkung zum Thema Ligustica.

    Hallo Arndt!


    Dann solltest den Link zur Homepage aber auch aus deiner Signatur entfernen.

    Nicht schön, dass die Domain weg ist.

    Aber schön wieder mal was von Dir zu hören.

    :p_flower01:

    Georgie, dann verschiebe mal den Faktor nach oben und unten.

    Das führt im Laufe der Zeit zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen.

    Gerade weil jedes Volk seinen eigenen Charakter hat, ist das sehr schnell erklärt.

    Alleine dadurch das jedes Volk unterschiedlich aus der Brut geht, wirkt auf die Milbenreproduktion anders.

    Leider sind die Ergebnisse nicht reproduzierbar. Völker die ein einem Jahr sehr wenig Milben haben, haben in darauffolgenden plötzlich sehr viele. Selbst Völker mit geringem Befall zeigen in der nachfolgenden Generation diese Eigenschaften nicht mehr. Schade

    Hallo!


    Denk mal bitte einfach darüber nach, dass die Vererbung der Varroaresistenzeigenschaften (VRE) nach allen bisherigen Erkenntnissen additiv ist. Die Gene die für aktives Ausräumen befallener Brutzellen oder gesteigerten Putzverhalten sorgen wirken nur dann wirklich effektiv, wenn die Vererbung von beiden Elternteilen kommt.


    Jedes Ei der Königin ist in der Regel genetisch innerhalb der vorhandenen Gene deren Mutter und Vater unterschiedlich. Die Königin wird mehrfach bei den Begattungsflügen begattet- in der Regel mit 15 bis 25 Drohnen - und sammelt einen Teil dieses Spermas in der Spermatheka für die nächsten Jahre. Je nachdem, welches Sperma und Drohnengenetik gerade für die Befruchtung der neuen Eizelle einer Königin zum Einsatz kommt, ist die Eigenschaft phänotypisch (nach außen) nur dann vorhanden, wenn diese mütterlicher- UND väterlicherseits in einer Arbeiterin vorhanden ist.


    Und genau deswegen ist die Reproduzierbarkeit solcher VRE nur dann gegeben, wenn diese in sehr großer Häufigkeit innerhalb einer Population vorliegt, oder diese gezielt konzentriert und kontrolliert selektiert wird.


    Da es leider noch keine VRE im benötigten Umfang in der Landbiene gibt, konzentriert man gerade diese VRE indem man gezielt nach diesen über Eindrohnbesamung sucht (und findet). Man versucht diese VRE homozygot (=reinerbig und erbstabil) anzureichern. Diese Population, die durch einen genetisch sehr problematischen Flaschenhals gegangen ist, wird dann wieder über Einbeziehung von vielen weiteren Bienenherkünften (kann auch Landbiene sein!) genetisch breiter aufzustellen versucht. Die neuen VRE sollen dann mit den guten Eigenschaften einer vorhandenen Population mit den bekannten Mitteln der Kreuzungszucht und anschließender Selektion kombiniert werden (=Kombinationszucht).


    Um in "freier Wildbahn" also mit der normalen Standbegattung bei der Landbiene dies zu erreichen, wäre es nötig erst einmal die gesamte Population entweder komplett sich selbst zu überlassen, um ein ausgewogener Wirt-Parasit-Verhältnis zu erreichen. Die zweite Möglichkeit wäre es, dass Imker nur noch von den Bienen nachzüchten, die neben einem guten Honigertrag und guten Bieneneigenschaften die wenigste Reproduktionsrate von Varroamilben haben.


    Beide möglichen Wege scheitern aus meiner Sicht aber schon von vorne herein an wirtschaftlichen Gegebenheiten und am mangelnden Durchhaltevermögen, mangelndem Wissen aber auch an der Bequemlichkeit von Imkern. Viele kriegen es ja nicht einmal hin mit den derzeit in ausreichender Menge vorhandenen Varroamilbenbekämpfungskonzepten Völker erfolgreich zu überwintern.

    :wink:


    hartmut :

    Wenn das jetzt OT war, dann musst Du das bitte verschieben oder in einem neuen Tread für "Wege zur Verdichtung von Varroaresistenzeigenschaften bei Bienen" verschieben. Mit der Überwinterungssituation hat es nicht nur in 2018/2019 zu tun, sondern dies ist sicherlich längerfristig ausgerichtet.

    :u_idea_bulb02:

    Hallo!


    Ich war jetzt erst am Wochenende in Südtirol zu einem Vortrag. Dort arbeitet man eher nicht mit italienischen Ligustica. Gründe sind hauptsächlich der starke Schwarmtrieb und dass diese nach übereinstimmenden Aussagen mehrerer großer Imker mit dreistelligen Völkerzahlen einfach nicht durchgezüchtet ist. Dort nimmt man lieber eine durchgezüchtete Ligustica aus Neuseeland, die anscheinend recht gut mit der Klimaumstellung zurecht kommen soll. Noch lieber aber europäische Carnika und Buckfast.


    Sehr gute Ligustica, die auf jeden Fall an unsere europäischen Sommer-/Winter-Wechsel angepasst sind, gibt es nach Erfahrungen von mir persönlich bekannten Imkern - also nur Hörensagen - auch aus Skandinavien.


    Die Biene der Weltimkerei ist die Ligustika.

    Weder Carnika noch Dunkle und auch nicht Buckfast.


    Jede Biene muss sich erst den lokalen Erfordernissen von Umwelt, Klima und Imker anpassen.

    :u_idea_bulb02:

    Wer Ordnung hält, ist nur zu faul zum Suchen...

    Nur darum halte ich Ordnung.

    ;-)


    Zuchtziele Buckfast:


    google mal


    Bruder Adam - Züchtung der Honigbiene

    Bruder Adam - Meine Betriebsweise

    Oder Homepage Gemeinschaft der europäischen Buckfastimker, Zuchtordnung

    Hallo Har und ribes !


    Ich habe mir meine Behandlungsfreiheit vom Amtsveterinär genehmigen lassen.

    Im Prinzip könnte man ja aber auch sagen:

    Es ist ja eine dem Varroamilbenbefall angepasste Behandlungsstrategie.

    Das darf man nicht vergessen bzw. verwechseln mit Imkern, die wirklich überhaupt nicht behandeln. So gesehen unterscheidet sich die in unserem VSB (Varroamite Surviving Bee) - Projekt die Vorgehensweise von anderen radikaleren Ansätzen.

    Wenn ma es genau nimmt, hätte ich deswege auch gar keine Ausnahmegenehmigung gebraucht, weil ich Völker über 3% in der Regel behnadle.

    Außer es handelt sich um einen konkreten Überlebenstest.

    Und dafür braucht man diese Genehmigung wieder...


    Auf jedem Fall sollte man mit seinem Amtsveterinär deswegen sprechen.

    Wir haben das zusammen intensiv erörtert.

    Und er weiß ja auch dass ich selbst die bayerische BSV-Prüfung habe, aber nicht bestellt bin - Bienenfachwart reicht erst mal. Und der Amtsveterinär weiß natürlich auch, dass mein Züchterkollege selbst ein BSV ist, der ihn bei seiner Tätigkeit ehrenamtlich unterstützt.

    Sicherlich wäre unter diesen Voraussetzungen eine extra Ausnahmegenehmigung nicht unbedingt erforderlich gewesen.


    Aber unter dem Gesichtspunkt der Öffentlichkeitsarbeit ist eine offizielle Genehmigung obligatorisch.


    Und ich denke alleine schon deswegen, das man sich outen muss als Nichtbehandler oder ganz wenig Behandler gibt es schon eine gewisse Hemmschwelle. Ich kann es nachvollziehen.

    Wer von der Imkerei leben will, der ist darauf angewiesen, dass er kontinuierlich immer wieder auch Honig einer gleichbleibenden Qualität zur Verfügung stellen kann.


    Wie machen das Breitsamer und Co.?


    Da hörst Du nicht, dass der Honig x jetzt ausverkauft ist oder dass Honig y heuer nicht so gut ist.


    Es ist wichtig seinem Kunden reinen Wein äh Honig auszuschenken äh zu verkaufen.


    Man spricht ja vom guten Deutschen Honig mit den Qualitätsmerkmalen die hinlänglich bekannt sind.

    Was macht das aus, wenn der Honigverkäufer sein Sortiment um Sortenhonige erweitert, die er selbst nicht hat?


    Und gerade der sogenannte 0815-Honig ist doch das, was den Kleinimker vom Erwerbsimker unterscheidet.


    Im 0815-Honig ist doch gerade das beste aus der ganzen Gegend drin. Ein Stück Heimat.

    Ist es da ein Problem, wenn man sich vom Imker, der seine Völker gerade mal 500 m oder 1 km entfernt stehen hat, Honig für den eigenen Verkauf zulegt?


    Manche können besser imkern und andere besser verkaufen.


    Oder wollen gar nicht im Glas verkaufen.


    Ich freue mich über jeden Imker der meine Sortenhonige aus der Wanderei kauft und dann bei sich verkauft. So wo ist denn das Problem?


    Und ich gebe auch gerne meinen 0815-Honig her, der mir selbst auch ganz hervorragend schmeckt.

    Ich halte den sogar für meinen wertvollsten Honig.

    Repräsentiert dieser regionale Honig doch auch die Bestäubungsleistung meiner eigenen Bienen.

    Und manchmal auch die meines Standnachbarn.

    :u_idea_bulb02:

    Inzucht ist in der Tierzucht der Motor des Fortschitts.


    Und das ist nicht nur heute so, sondern gilt schon seit Jahrtausenden.

    Solange sich der Mensch mit Zucht beschäftigte.


    Es gilt jedoch ein gesundes und ausgewogenes Verhältnis zwischen möglich, machbar und vertretbar zu finden...


    Den Faden lassen wir nicht sterben, auch wenn das vielleicht gerne so provoziert wird.

    :u_idea_bulb02: