Beiträge von siggi

    Neben meinem Hobby, den Bienen, bin ich im Beruf Lederchemiker. Und genau deshalb muss ich hier insistieren:


    Leinöl hat nichts auf Leder zu suchen - die Oxidationsnebenprodukte lassen das Leder sehr schnell verhärten und brechen. Baut Eure Kompositionen bitte auf Paraffinöl oder Rapsöl auf (selbst das benötigt Antioxidants) und misshandelt Eure Lederartikel nicht mit Leinöl.
    Das Bienenwachs ist korrekt zur Viskositätseinstellung, Honig hat aber auf Leder ebenfalls nichts zu suchen - das Schimmelt dann ruckzuck.


    Gruss:


    Siggi

    Nun ist das Aktenzeichen also erstellt, aber Hoffnung auf Aufklärung konnte mir der mitfühlende Beamte keine machen.
    Und beim Anblick der beiden Beamten an der Landstrasse bei meinem Bienenhaus haben auch gleich zwei Autofahrer spontan einen Unfall fabriziert - der Beamte meinte ganz ruhig: Jetzt macha mr erschd mol dees (den Unfall).


    Der ++++++ kann ich zwar auch nicht mit Begeisterung folgen, aber als Verdacht kommt auch jeder andere illegal arbeitende deutsche Imker in frage.


    Immer noch verärgert:


    Siggi

    Leider geht das Theater im Süddeutschen wieder los:
    Wollte am Samstag zum Bäumeschneiden in meinen Bienengarten und finde das Bienenhaus über die Scheibe aufgebrochen. Da aber das Fenster innen keinen Riegel trägt (Haha) haben die ungebetenen Besucher eine Beute von Aussen reingedrückt (leer) und sind da reingekrochen.
    Es wurde nichts geklaut (auch nicht meine Motorsense) und sonst nichts zerstört, aber alle Beuten geöffnet und nur eilig wieder verschlossen.
    Da die Beuten aber alle leer sind (Rapstracht am anderen stand erwartet), sind die Einbrecher ohne weiteren Schaden wieder abgezogen.


    Aus meiner Sicht waren dies professionelle Bienendiebe auf Erkundungstour, zum Glück erfolglos.


    Nun bleibt das Bibbern, ob die Ganoven mein anderes Häusle ausserhalb des Flugradius entdecken - dort sind die lebenden Beuten.


    Ein ultrawütender Siggi

    Da mein Honigjahr ebenso wie beim Vorredner verlief, habe ich bereits vor einer Woche (Lindenblüte komplett vorüber) einen einzigen Eimer Lindenblütenhonig mit glücklicherweise 15,2 % Wasser geerntet.
    Anschliessend habe ich sofort die erste Futterportion mit 5kg gegeben und heute die Völker säurefertig gemacht - jedoch zum Auflegen der Schwamtücher ist es leider bei Dauerregen zu kalt. So schwindet der Zeitnutzen der frühen Ernte mit dem Sch......wetter.


    Siggi

    Dann eröffne ich mal die Späten Schwärme für 2009:


    Während ich bei meinen friedlich Lindenhonig sammelnden Völkern die Mittagspause verbringe, erreicht mich ein Anruf, dass in der Waldsiedlung hinter meinem Stand ein riesiger Schwarm in eine Kiefer absitzt.
    Na zum Glück nicht meine Bienen, aber Schauen kostet ja nichts.


    Der Megaschwarm , welcher mich erwartete, juckte mich echt mit seinen 4,5 kg, doch die Preisverhandlungen mit dem Feuerwehrkommandanten frustrierten.
    Zum Glück konnte ich meinen Betriebselektriker mit seiner Fünfmeterleiter für ein Glas Honig mobilisieren und angelte mir den Schwarm, der Elektriker erhielt gratis dazu einen Stich in die Stirne.


    Nach langem Warten konnte ich dann gemütlich die fast komplett eingezogenen Damen in meiner Zarge auf dem Schubkarren zum Bienenhaus fahren und wollte heute füttern.


    Aber das sind so viele Bienen, die sitzen zum grossen Teil durch die Wärme aussen auf dem Kasten und relaxen.
    Also eine zweite Zarge mit Leerrahmen drauf und obendrauf gleich die Futterbox mit 4 Liter Sirup.


    Nun mal warten, ob die Damen endlich genug Platz finden un bleiben.


    Siggi

    Pfingstschwarm der Zweite


    Gleich am Folgetag haben wir übrigens noch einen fetten Schwarm von einem Quittenbaum geerntet, auch dieser erhielt ein paar Futterwaben am Beutenrand und baut heute in dieser Pflichtbehausung munter drauflos.


    Der erste Pfingstschwarm zog auch nicht mehr aus, sondern sammelt brav wie alle Nachvölker die Reste vom abgeblühten Rapsfeld am Nordhang ein.


    Schwarmsieben ist mir übrigens zu doof, wenn die Dame nach einer Woche bereits stiftet, war es eine Alte und wenn es denn bis zu zwei Wochen dauert, musste die 2009 er Chefin erst noch einen Drohnenplatz besuchen.


    Wie war das noch bei Liebig..... "Einfach imkern" ???


    Siggi

    Eigentlich war das Grillfeuer vor dem Bienenhaus Heute Nachmittag gerade richtig zum Würsteauflegen, da kommt eine Wanderin ganz aufgeregt an, ob die Bienen hier immer so dick an den Bäumen hingen.
    Na das schauen wir doch glatt an - also 3 Wiesen weiter bis vor den Bienenstand des Nachbarimkers (gebrechlicher Senior) und da hängt ein schöner fetter Schwarm mitten in einer Weide in 7 Meter Höhe und baut schon die erste Wabe.
    Da der Wanderweg direkt vorbeiführt, war die anschliessende Kletter, Säge und Einschlagaktion ein echter Publikumsmagnet und wir konnten ein paar neue Honigkunden gewinnen.
    Doch denkste: Alle warn zwar drin im 12er DNM Magazin, zogen aber gesammelt wieder an die Beutenfront aus und hing dann dort. Das war mit 4 Mittelwänden als Startangebot.


    Nachdem die Zuschauer aber so nicht einverstanden waren, dachte ich auch an Leckereien zum Wohnungsbezug und hängte 3 frisch geschleuderte feuchte Waben rein, schaufelte die ganze Pracht mit den Händen wieder in die Kiste und siehe da:
    Die Damen fanden das nun annehmbar und blieben drin.


    Auch den Schubkarrentransfer auf unsere Wiese akzeptierte die Damendemokratie
    ohne weitere Wohnungssuche und übernachtet nun mal friedlich und trocken.


    Lehrbuch ist: Kein Futter für Schwärme
    Realität war: Mit Futter ist die Wohnung erst akzeptabel.


    Warum ???


    Siggi

    Grundsätzlich ist die Spritzprobe bei gänzlich unverdeckelten Waben ein zuverlässiges Mittel zur Aussortierung der Waben, welche zurück ins Volk müssen. Alleine schon damit hatte ich nun in sechs Jahren keine Wassergehalte über 19%.
    Zusätzlich teste ich in meinem Labor mit einer sehr präzisen Methode 1-2 Tage vor Wabenentnahme den Wassergehalt an offenen und verdeckelten Stellen - dies gibt mir die ruhige Gewissheit, nicht zu früh zu ernten.
    Der Honig, welcher heute Abend entnommen wird, zeigt offen 18,1% und verdeckelt 14,2%, somit können auch nur halb verdeckelte Waben entnommen werden.
    Diese Messungen zeigen nun über 6 Jahre hinweg zwar extreme Schwankungen bei den Trachtarten, haben aber immer mit dem nachträglich im Honigglas ermittelten Ergebnis korelliert - sie sind also als Mittelwert zur Absicherung des Schleudertermins zuverlässig.


    Natürlich ist diese Analytik nicht allgemein zugänglich, die Spritzprobe aber wohl.
    Und wenn die Spritzprobe über dem offenen Volk gemacht wird, vermeidet Ihr auch Räuberei, was sonst an der Beutenaussenwand unausweichlich ist.


    Also: Auf die Ernte fertig los.....


    Siggi

    Von 11 noch alle da - musste aber aufgrund von massiven Spechtattacken 2 Völker bei +9°C im Ende Januar mit warmem Honig in der Futtertasche wieder trösten, die hatten bei dem Geklopfe heftig Stress und ihre Vorräte fast verheizt.


    Fliegen und Toilettieren tun meine Damen übrigens auch schon bei 5°C, doch da ist der Radius natürlich nur im besonnten Bereich des Südhangs.


    Siggi (sieht schon offene Weidenkätzchen)

    Genau - habe am 1.5. aus einem sehr stark vorrauseilendem Volk mit einjähriger super Queen einen Königinnenableger machen wollen und durfte alle 30 Waben absuchen, in der letzten am Rand im Honigraum ging sie dann grade spazieren, aber weit und breit keine Stifte in dieser 3. Etage, nur unten in 1 + 2.


    Das bestätigt auch die Attraktivität frisch gereinigter/gebauter Waben für die Chefin - laut Lehrbuch hatte ich gelernt, dass sie in bereits bebrütete Waben gerner legt.


    Versteh einer die Frauen (zumindest die mit sechs Beinen).


    Siggi

    erstmal vielen Dank an Henry für seine logisch sehr eingängige Betrachtung zu den Behandlungskonzepten bei direkten Bienennachbarn.


    In der Tat habe(hatte) ich einen gemeinsamen Stand mit meinem Imkerpaten der Anfangszeit und unsere Völker trennten nur 10 Meter. Diese anfänglich feine Partnerschaft rächte sich nun aufgrund komplett anderer Varoakonzepte mit Schaden für beide Seiten.


    In meinem (intakten) zweiten Stand gibt es keine direkten Nachbarn mit anderem Varoakonzept und die Sache funzt bestens.


    Aus Schaden wird man klug - neuer Rapsstand wir gesucht.


    Siggi

    Am letzten 20°C Tag im Oktober habe ich an einem Stand aufgrund von Reinvasion nochmals das Schwammtuch aufgelegt - Völker leben normal.
    Am anderen Stand ging das aufgrund schattigen Waldes nicht mehr und dem Nachbarn (Perizinimker mit später Behandlung) sind zig Völker abgeflogen. 3 Wochen nach seinen Völkern herrscht nun auch in meinen gesamten Völkern dieses Standes trotz erstklassiger und früher Ameisensäurebehandlung Grabesruhe (alle Tot/weggeflogen).
    Der natürliche Fall schnellte innerhalb dreier Wochen von 2 auf über 100 Milben pro Tag.
    Reinvasion ist das Megaproblem dieses Herbstes !!!


    Siggi (trauernd um meine Bienen)

    Milben gibt es in der Böblinger Gegend tatsächlich viele, und zwar momentan sehr stark als Reinvasion: Nach 2-3 Mal ameisensäure waren meine Völker bei unter 2 Milben pro Tag natürlichem Abfall und sind nun 4 Wochen später wieder bei bis zu 15 Milben pro Tag.
    Hoffentlich wird der Montag tatsächlich wieder wärmer, dann kommen meine Schwammtücher nochmal zum Einsatz.


    Siggi (dieses Jahr noch ohne Volksverluste infolge Krankheiten)

    Als Lederfachmann sollte ich eigentlich fürs reinigen plädieren - aber die Stecherei beim Drücken sogar durch das Leder hat mich zu den gelben Arbeitshandschuhen mit Gummierung und Strickbündchen wechseln lassen:


    Wenn die Stinken, wird einfach ausgewechselt. Ausserdem sind die Stichfest !!!


    Falls Ihr doch Leder waschen wollt, sind leichte Sommerhandschuhe fürs Motorrad sinnvoller - die haben eine gute Waschbarkeit und vertragen den Wollwaschgang in der Waschmaschiene.


    Und für das Umsiedeln (Beutenwechsel etc) und Auflösen von Völkern ziehe ich doch einen guten Stichschutz mit Handschuhen vor, da wird auch mein friedlichstes Volk ärgerlich und attakiert. Im Frühling bei gutem Wetter ist es natürlich sehr schön, in kurzen Hosen und blanken Händen zu Imkern.


    Siggi