Beiträge von radiolaria

    Ich habe gestern das erste mal in ein Volk geschaut und war völlig erstaunt.


    Zwei Zargen Zander waren voll mit Bienen. Haufenweise verdeckelte Brut, kaum Winterfutter, dafür alles lückenlos mit Pollen und frischem Nektar gefüllt.
    (Wo kommt soviel Nektar her?)
    Drohnenwabe war auch schon voll verdeckelt und bereits ein Schwung geschlüpfter Drohnen liefen rum.
    Und Ihr werdet es nicht glauben, es waren sogar schon offene Weißelzellen vorhanden.


    Ich stand richtig unter Streß, alls ich nach Hause kam. Ich wollte doch bloß mal vorsichtig ein Volk schauen, in der Erwartung, daß ich mal so langsam nähere Vorbereitungen treffe. Und nun läuten schon die Schwarmglocken und der Honigraum wird dringend benötigt.


    Als hätten es die Völker geahnt, haben sie die lange Kältephase genuzt und alles Winterfuntter in Fleisch verwandelt, damit sie schon in der ersten Wärmewoche alles mitnehmen können was zu holen ist.

    @ Schwarzgelb
    Also ich werd's auch sofort probieren. Genau nach sowas habe ich immer gesucht und bin nicht drauf gekommen, obwohl es (in meinem Fall) so nahe liegt.


    Insbesondere als Schwimmer in Wasser für diese Jahreszeit muß ich sofort testen. Ich werde die Ergebnisse gleich melden.


    Bekommt man das Zeug eigentlich in jedem Baumarkt?


    @ beehead
    Gruß zurück, nun findet sich wohl endlich eine sinnvolle Verbinung unserer Berufe und unserem Hobby:wink:

    Ton nicht Keramik.
    Blähton.


    Äm, Ton ist Keramik.


    Blähton ist mit organischem Material versetzter Ton, der bei 1200°C gebrannt wird, dabei verbrennt das organische Material vollständig und treibt den Ton auf, wie Hefe im Brot.
    Die hohe Brenntemperatur trägt dazu bei, daß die Poren sich schließen und geschlossen bleiben.(Sintern)
    Dadurch kann sich der Blähton nicht vollständig vollsaugen und bleibt schwimmfähig.
    Blähton ist also schwimmfähiges Steinzeug.


    Steinzeug ist für Lebensmittel ideal.


    (Bin Keramiker mit keramischen Studium an der FH Höhr. Beschämend eigentlich, daß ich selbst noch nicht drauf gekommen bin.)

    Die Frage mit dem Schwimmen ist recht leicht zu beantworten.


    Blähton ist selbst vollgesaugt noch leichter als Wasser und schwimmt. Zuckerwasser oder Sirup hat eine höhere Dichte als Wasser, also schwimmen die Kugeln dort noch besser.
    Die Kugeln ragen deutlich weniger als die Hälfte ihrer Größe aus der Oberfläche. Das heißt, der Schwerpunkt liegt so tief, daß das Minnigewicht der Biene kaum ausreicht um die Kugel zu drehen.
    Außerdem würde ich mit soviel Kugeln befüllen, daß keine Lücke entsteht, dann drehen sich die Kugeln sowieso schlecht.


    Übrigens ist ein Flaschenkorken, mit seiner zylindrischen Form und geriger Dichte so ungünstig, daß der dich dreht, sobald eine Biene obenauf sitzt.


    Mit Stroh war ich nie so recht zfrieden, weil mir da immer zuviele Keime dranhafteten. Dauert die Futterabnahme länger, dann kam es schon mal vor, daß sich diese kaum sichtbaren Schleimpilze breitmachten.

    Das ist ja mal eine glänzende Idee.
    Diese Dinger sind, soviel ich weiß, aus gebrannter Keramik und somit so nicht anders als ein Ziegelstein. Nur daß sie, aufgrund der eingeschlossenen Luftblasen, schwimmen.
    Ich halte die sogar für sehr hygienisch, weil man sie nach der Fütterung sogar locker abkochen kann. Außerdem wären sie auf einer Wassertonne auch ideal zum Wasserholen. Sie saugen das Wasser und es erwärmt sich leicht über die Sonneneinstrahlung.


    Danke für den Tip, das werde ich demnächst testen.

    Macht Euch nicht so den Kopf wegen des Anstriches.
    Ich habe auch Beuten von Weber und habe mich an die Gebrauchsanweisung gehalten.
    Die besagt eindeutig, daß ein Außenanstrich besser für die Beuten ist, wenn auch innen behandelt wurde.
    Nach zwei Jahren null Anstrich sind meine Beuten nach wie vor sehr ansehnlich und nicht verzogen. Inzwischen haben die Bienen den Anstrich von innen erledigt und damit auch einen sehr wirkungsvollen und gesunden Schutz aufgetragen. Besser können wir es nicht!
    Nun kann ich sie auch von außen behandeln.
    Übrigens weiß ich aus Erfahrung, daß auch Leinölfirnis gerne schimmelt wenn es feucht ist und das sind die Beuten von innen immer, denn da lebt es.
    Propolis ist der bessere Schutz von innen!


    Überlegt Euch was besser ist, ein gesundes Haus für die Bienen oder
    ein schönes Aussehen der Beuten.


    Du irrst, wenn Du glaubst, daß die Bienen die Propolis aufsaugen und wieder ausspeien.


    Beobachte doch mal wie sie es machen.
    Hab ich schon gemacht.
    Sie raspeln den Harz von den Knospen oder von offenen Baumwunden. In der Regel ist dieser, wenn frisch, noch relativ knetbar. Aber auch richtig harten habe ich sie schon abraspeln sehen und sogar feste Propolis, von rumliegenden Rähmchen knabbern die ab.
    Dann stecken sie die wie den Pollen in die Taschen.
    Verarbeiten tun die die nur mit ihren Werkzeugen, nicht mit dem Rüssel und das bei Stocktemperatur. Ich habe sie bisher nur mühselig kneten sehen, aber nie wie eine Biene einen Tropfen flüssige Propolis ausscheidet.

    Hallo Martin,


    genau das was Du vor hast, hatte ich heute gemacht.


    weil meine Palletten schon ziemlich marode waren, habe ich vor die Beuten schöne stabile Steine mit Balken gebaut. Das alles ab 14 Uhr und 12°C bei vollem Flugverkehr. Keiner fühlte sich gestört, weder ich noch die Bienen.


    Nachdem die Sockel fertig waren, habe ich angefangen die Magazine zügig umzusetzen. Dabei habe ich gleichzeitig den Boden frei vom Totenfall gemacht und gefühlsmäßig geschätzt wieviel Futter noch in den Zargen ist.


    Alles auf einen Streich.


    Aufgefallen ist mir, daß die Bienen der ersten beiden Beuten zunächst auf den alten Platz wollten, doch als erst mal mehr als die Hälfte der Beuten nach vorne versetzt waren, fanden Flieger sofort wieder in die Kisten.


    Als ich fertig war, konnte ich keinen Verflug feststellen, obwohl alles so ungefähr anderthalb Meter vorverlegt wurde. Ich neheme an, daß die Bienen sich an der Linie der Kästen orientierten und deswegen kein Problem damit hatten.

    hallo,
    ich und meine Kollegen wohnen mit unseren Bienen mitten im Wein.


    Ich selber habe bisher keine Probleme gehabt. Meine Bienen sind aber auch 4 km außerhalb des Moseltales.
    Es ist richtig, daß ab der Weinblüte so ungefähr alle 10 Tage gespritzt wird, bis zum Abschleudern.
    Die Spritzmittel sind in der Regel nicht relevant, da die Bienen den Wein nicht anfliegen, außerdem schaden die Mittel scheinbar nicht, nachdem sie ausgebracht wurden.
    Meine Kollegen haben die meisten Probleme, wenn der weiße Klee oder die Brombeere blüht. Der Klee wächst bei manchen Winzern zwischen den Reben als Gründüngung und die Brombeere hat sich die Weinbergsbrachen erobert. Die Bienen gehen auf die Blüte und bekommen die Spritzbrühe direkt ab. Danach kommen nur noch wenige nach Hause und die, die es schaffen, krabbeln meist vor den Beuten und finden nicht rein.
    Sehen aus wie Krabbler von Varroa, aber sind zahlenmäßig wesentlich mehr.

    Zur Warré: Irgendwie kann ich nicht warm werden mit den Außenmaßen als Anhaltspunkt für den goldenen Schnitt. Wie wäre es, wenn wir den goldenen Schnitt nach innen verlegen. Das könnte dann so aussehen:


    Was versprecht Ihr Euch denn davon den goldenen Schnitt bei einer rechtwinkligen Wabe anzuwenden, und was für ein Vorteil hätte das Innenmaß gegenüber dem Außenmaß?


    In keiner mir bekannten Weise kommt der Goldenen Schnitt in der Natur mit einem rechten Winkel vor. Immer nur in besonderen Winkelsituationen, bevorzugt aber bei 72° bzw 105°.


    Und warum nehmt Ihr das Verhältnis von Länge zu Höhe und nicht Fläche zu Volumen oder Raumhöhe zur Ausflugsöffnung?


    Oder was haltet Ihr davon im obersten Magazin 13 Waben darunter 8 und im untersten 5 Waben zu stecken?

    Hallo,


    ich muß als alter Mathematiker und Künstler hier doch mal meinen Komentar zu abgeben.
    So faszinierend es auch ist, sich mit Naturkonstanten auseinanderzusetzen um immer wieder festzustellen, wie und wo sie in der Natur zu finden sind, man neigt gerne dazu explizit danach zu suchen und es der Natur gleicht tun zu wollen.
    Doch Vorsicht, man sollte das letzte Vorgehen nicht verwechseln mit "Der Natur einen Gefallen tun" und einem "Künstlerischen Werken".


    1.
    Die Kettenlinie ist ein Kurve, die ein Seil, eine Kette oder eine Schnur beim Herabhängen bildet. Es ist ein bewegliches eindimensionales Gebilde.
    Unsere Bienen bauen aber eine herabhängende Fläche. Die Kuve, die sich aus der Außenkante bildet ist nur für unser Auge ein ähnliches Gebilde wie eine Kettenlinie, sie folgt aber nicht deren Gleichung. Die hat wahrscheinlich viel mehr Ähnlichkeit mit der eines Tropfens.
    Um es zu verdeutlichen. Folgendes Experiment:


    Hängt einen Faden an einen Träger, so, daß er als Kettenlinie durchhängt und photographiert diesen. Sodann füllt ihr die eingeschlossene Fläche mit einer Seifenblasenhaut. (einfach in Spüliwasser tauchen und wieder rausziehen) Das Gebilde photographiert Ihr wieder. Beim Vergleich der Kurven ist nicht nur dern Form anders, wenn auch ähnlich, sondern auch deren Gleichung dazu, da die Kräfteverteilung eine ganz andere ist.


    2.
    Der Goldene Schnitt ist eine Zahl, die in der Natur automatisch entsteht.
    Ich will es mal einfach so ausdrücken:
    Es ist eine Zahlenverhältnis, daß sich aus Wachstum ergibt, welches durch Rückkopplung und Teilung mit etwas schon Vorhandenem ergibt.
    Es gibt übrigens noch eine viel bekannteres Verhältnis, das auch so entsteht. Das ist das, der gleichmäßigen Teilung oder Vervielfältigung (2 bzw 1/2). Nur schein uns dieses Verhältnis oft zu trivial, weil es zu häufig vorkommt.
    Wenn man nun versucht ein (uns liebes oder faszinierendes) Verhältnis bewusst einzusetzen um etwas zu konstruieren, dann ist dies ein schöpferische Akt unseres Geistes, der aber nicht unbedingt stimmig mit der hervorgegangenen Vorraussetzungen ist.(sprich Längen/Breitenverhältnis einer uns gedachten idealen Bienenwabe)


    Meine Feststellung ist, daß Bienen möglichst stabil bauen und dabei alle ihnen genehmen, physikalischen Gegebenheiten einbeziehen.
    Wenn also außer dem Oberträger sich noch ein Seitenträger abietet, wird er mitverbaut. In der Regel finden Bienen nirgendwo in der Natur so idealisierte Gebilde wie eine Warre-, Zander- oder Segebergerbeute.



    Ein kleines Beispiel, wie man sich leicht vertun kann, und das gleichzeitig den eigentlichen Zusammenhang zwischen Bienen und Golden Schnitt verdeutlicht.


    Herr Neunmalkung stellt mit großer Begeisterung Fest, daß die Zahl 2, das 'non plus Ultra' des Lebens ist. (Männlein-Weiblein; symetrische Körper der meisten Tiere; stetige Verdoppelung von Bakterien ...)
    Herr Neunmalklug schaut und stellt fest: Tiere haben zwei Geschlechter, Bienen haben paarweise Extremitäten, Bienenwabe hat zwei Seiten, sie haben zwei Leben (Puppe, Biene), ein Volk teilt sich beim Schwärmen in zwei Teile...
    Er folgert: Inseken haben im Idealfall genau so viele Männchen wie Weibchen. Deswegen gibt er den Bienen genauso viele Dronenwaben wie Arbeiterinnenwaben.


    Würde sich Herr Neunmalklug vorher die theoretisch Physik der Fortpflanzung der verschieden Tiere anschauen, dann käme er bestimmt zu einem anderen Schluß.


    Säugetiere zB produziern gleich viele Männlein wie Weiblein, weil es von Vorneherein nur durch die Art der Teilung und Wiedervereinigung von Erbmaterial dazu führt. (Chromosomensätze, yx usw)


    bei Insekten sieht die Vorraussetzung anders aus:
    Unbefruchtetes Weibchen produziert Männchen. Dies Männchen kann das Weibchen befruchten. Folge, Weibchen produziert Weibchen.
    Nun haben wir 2W und 1M.


    Nächste Generation. 1M befruchtet 1W > gibt ein weiteres W. Das andere W wird nicht befruchtet > gibt ein weiteres M.
    Verhältnis nun 3W und 2M.


    Diese 2M können wiederum 2W befruchten > 2 neue W.
    1W bleibt unbefruchtet > 1M.
    Jetziges Verhältnis 5W zu 3M.
    Dann können 3W befruchtet werden und 2W bleiben unbefruchtet.
    usw in der nächsten Generatin sind es dann 8W zu 5M, dann 13W zu 8M.


    Und, fällt was auf? Ja klar, das sind die Fibonacci-Zahlen.
    Aber es ist kein Wunder, denn das Bildungsgesetz zur Erzeugung der Zahlen beruht auf dem selben Gesetz wie die vorhergehende Fortpflanzungstaktik.


    Mit dieser Erkenntnis könnte Herr Neunmalklug jetzt hingehen und als Vorgabe für Wabenbau das Verhältnis 0,6180339887 (goldener Schnit) hernehmen, mit dem Gewissen dem Bien einen Gefallen getan zu haben, aber auch das haut wieder nicht hin, wenn man sich das Verhältnis in Naturvölkern anschaut.
    Was hat Herr Neunmalklug in seiner Überlegung vergessen?
    Daß die Fortpflanzung von Insekten zwar nach einem schlichten Bildungsgesetz abläuft, aber in der evolutionären Entwicklung Techniken (Beispiel: mit Samenblase) die Zahlenverhältnisse veränderten.


    Es bleibt dabei: All unsere Bemühungen, ein künstliches Gebilde als Bienenwohnung zu bauen, bleiben schöpfereische Versuche etwas unseren geistigen Idealen zu anzupassen. Die reale Bienenwohnung bleibt immer weit entfernt davon und richtet sich wahrscheinlich nach ganz anderen, vor allem viel mehr Faktoren, die wir gar nicht alle bedenken können.


    Hab den ganzen Bienenstand in Netz gehüllt, jetzt macht er sich am Netz zu schaffen, zerstört es und hackt dann fröhlich weiter, trotz Meisenknödel...

    Ich könnt kotzen! Die Zargen sind nichtmal ein Jahr alt. Von der Störung der Bienen ganz zu schweigen. :evil:


    Äh, ich habe heute auch ein riesiges Netz über die Kästen gespannt und vorher die Löcher wenigstens mit Styropor zugestopft damit es nich kalt reinzieht.
    Nützen denn Netze gar nichts?
    Ich hätte gedacht der Specht würde sich darin eher verheddern.
    Meine armen Bienies:cry: