Beiträge von Martina Kapp + Martin Ka.

    Hallo,
    wenn das Dadant-Rähmchen nicht gedrahtet ist, würde ich das Zander-Rähmchen in das Dadant-Rähmchen einfügen.
    Wir haben es mit Deutsch-Normalmaß gemacht und es ging sehr gut, weil diese Rähmchen komplett hinein passen.
    Beim Zander müssen die Ohren mit einer Astschere abgeschnitten werden. Dann in das Dadant-Rähmchen halten und von oben mit zwei Schrauben festschrauben. Das Ganze geht mit bienenbesetzten Waben, wenn zu zweit gearbeitet wird und der Dadant-Oberträger schon vorgebohrte Löcher hat. Vorher auch evtl. übergebauten Wachs vom Zander-Rähmchen entfernen, damit es sich schön gerade anzieht.
    Herzliche Grüße, Martin

    Zur Grundsatzfrage:
    Sicher, es ist möglich, sich z.B. aus dem goldenen Schnitt und den Fibonacci-Zahlen ein goldenes Kalb zu machen und es anzubeten.

    Code
    ich glaube nicht, dass Beutenerfinder sich solche Gedanken machen...

    Die Mathematik ist da, um uns dienlich zu sein und es erscheint uns (und hier den Bienen) nützlich zu sein, wenn wir sie als "Beraterin" in unser Wirken mit einbeziehen.

    Puh Bernhard, das ist ein Aufsatz!
    Als wir unsere Top Bar Hive gebaut haben, haben wir uns an dem goldenen Winkel orientiert, um die Schräge zu ermitteln.
    Wenn wir eine TBH aus Lehm bauen werden, kommen wir auf deine Ausführungen zurück.


    Zur Warré: Irgendwie kann ich nicht warm werden mit den Außenmaßen als Anhaltspunkt für den goldenen Schnitt. Wie wäre es, wenn wir den goldenen Schnitt nach innen verlegen. Das könnte dann so aussehen:


    [Blockierte Grafik: http://www.immenpflege.de/Imkerforum/Warre_goldener_Schnitt.jpg]



    Gehen wir davon aus, wir möchten die Fläche darstellen, die maximal von der Königin bestiftet wird. 29cm mal 18cm wäre hier der goldene Schnitt.


    Zu sehen sind zwei Seitenabstände von etwa 0,5 cm.
    Nach unten bleiben 2 cm, was als Beespace wohl etwas viel wäre. Wenn wir die Wabe jedoch 5mm nach unten rücken, weil in der ersten Reihe nicht bestiftet wird und davon ausgehen, das sie weiter unten noch abgerundet ist, wo auch keine Eier gelegt werden, kommen wir wieder hin. Im Hinblick auf die Brutfläche in der Warré stimmt der goldene Schnitt.


    Herzliche Grüße, Martin.

    Zitat

    Warum nehmt ihr nicht gleich Dadant?

    Nun ja, wenn das so einfach wäre...
    ...wäre es längst gemacht.



    Nehmen wir Imker A
    Er imkert seit mehreren Jahren mit Zander und besitzt mittlerweile eine ansehnliche Anzahl an Zargen. Nun möchte er die Bienen auch auf einem großen Brutraum halten. Zuerst nur mal zum ausprobieren. Also teilt er eine Zander-Zarge in der Mitte und setzt die beiden Hälften je einer Zarge unter: Zander 11/2, logisch.

    Dann ist da Imker B:
    Er ist Neuling und hat sich für das Zander Magazin entschieden, weil in seiner Umgebung nur mit Deutsch-Normal und überwiegend mit Zander geimkert wird. (Vor allem die Imker, die ihm helfen könnten.) Da er einen Kurs mitgemacht hat, wo das Imkern mit einem ungeteilten Brutraum gezeigt wird, möchte er auch sofort mit dem ungeteilten Brutraum beginnen. Er nimmt Zadant, weil die Rähmchen einfach zu beschaffen sind: Oben und unten Zander, Seitenteile Dadant.

    Es gibt auch Imker C:
    Er imkert schon seit mehreren Jahren mit Zander. Da er das schwere Heben noch nie gekonnt (oder gemocht) hatte, nimmt er als Honigraum Flachzargen (Höhe wie bei Langstroth). Er will nun (wie Imker A) die Bienen auch auf einem großen Brutraum halten. Dafür setzt er zwei Flachzargen übereinander und hängt lange Zanderrähmchen hinein.



    Welche Empfehlung bekommen diese 3 Imker? Alles verbrennen und neukaufen?
    Um die Diskussion über Zander hoch und Flachzargen zu beenden, müsste wohl erst Zander ganz abgeschafft werden.



    Herzliche Grüße, Martin.

    Hallo Herbert,
    und, gefällt es dir noch bei uns im Forum?
    Nun, die für dich relevanten Informationen wirst du dir wohl herausfischen.


    Um als Anfänger mit Bienen umgehen zu können -und darin sind sich die Imker wieder alle einig- benötigst du einen Imkerpaten. Es können auch mehrere sein, nur müssen sie dir am Stand zeigen, wie sie es machen.
    Wenn dir nicht sofort ein Pate zur Hand ist, welcher auch mit Naturwabenbau imkert, dann imkere du, wie es dir von jemand anderem gezeigt wird. Fang einfach ganz alt hergebracht an. Imkere am Anfang so, wie du es von deinem Paten rüber gebracht bekommst. Später, wenn du dir sicherer bist, gehst du auf Naturwabenbau über (wenn du es noch möchtest). Der Übergang ist nicht schwierig.
    In den Büchern stehen wichtige Informationen und auch hier im Forum kann der Austausch sehr konstruktiv sein; doch sie ersetzen nicht den Lehrer. Wenn du genug gelernt hast, was sehr schnell gehen kann, dann gehst du zum Naturwabenbau über und dann brauchst du einen Meister. Der Meister, dass sind dann die Bienen selbst. Der Bien. Du wirst sehen.


    Herzliche Grüße, Martin.

    Hallo Uli, ja, das Hanftuch blieb bisher unversehrt. Wir haben noch keine Fotos von "gebrauchten" Hanftüchern, deshalb hier erst mal zwei von noch Ungebrauchten.


    [Blockierte Grafik: http://www.immenpflege.de/Imkerforum/Hanf1.jpg] [Blockierte Grafik: http://www.immenpflege.de/Imkerforum/Hanf2.jpg]


    Mit Mehlkleister kann man die Tücher brettsteif machen, wenn man es möchte. Wir haben sie so gelassen, wie sie sind und nur den Rand gekettelt, da die Hanftücher nicht einfach mit der Zick-Zack-Schere auf Maß geschnitten werden konnten.


    Herzliche Grüße, Martin.

    Hallo,
    wir haben zwar noch keine Warrè besetzt, konnten jedoch schon erproben, wie die Tuchabdeckung funktioniert. Wir haben weißen Bettlaken (Baumwolle) genommen und mit dem beschriebenem Mehlkleister bestrichen. Je nach Volksstärke haben die Bienen sich dann doch durchgebissen.


    [Blockierte Grafik: http://www.immenpflege.de/Imkerforum/Tuch1.jpg] [Blockierte Grafik: http://www.immenpflege.de/Imkerforum/Tuch2.jpg]


    Bei der Suche nach Alternativen sind wir auf Hanf gestoßen. Hanf wird beim Hausbau angewendet und "stellt auch für Mäuse ein deutliches Hindernis dar" (http://www.hanffaser.de/Bau/index.htm).
    Bei einem Resteposten (http://www.naturstoff.de/) haben wir dann ein großes Hanftuch gekauft und entsprechend klein geschnitten. Bislang sind wir damit sehr zufrieden.
    Herzliche Grüße, Martin.

    Hallo Helmut,
    schade, dass du von uns weiter weg wohnst und wir ein Baby im Haus haben; wir hätten dich und deine Bienen längst besucht.
    Es ist logisch, dass du gegenüber dem Warré-Imkern eine gewisse Erwartungshaltung hast. Bislang haben sich deine Erwartungen nicht erfüllt, doch kannst du wenigsten die Erfahrung mit den Bienen in der Warréwohnung machen. Bei uns hat es keinen Schwarm gegeben und deshalb heißt es: Geduld.
    Geduld ist sicher auch in deinem Fall angebracht. 2008 war ein besonderes Jahr. Genauso, wie 2007 ein besonderes Jahr war und es 2009 sein wird. So ist das bei der Arbeit mit den Immen: immer anders; und da sind sich die Imker alle einig.
    Warte mit Schlussfolgerungen bis nächstes Jahr, oder besser übernächstes Jahr.
    Die Bienen müssen sich erst an die neuen Verhältnissen gewöhnen. Das, was du von ihnen verlangst, ist neu für sie. Es braucht Zeit. Und Geduld. Und ... (na, du weißt schon.)
    Herzliche Grüße, Martin.

    - In die Zarge passen 10 Rähmchen.
    - Wir arbeiten immer mit einem Schied. Die Bienenvölker (in den Magazinzargen) haben jetzt im Winter zwischen 4 und 9 Waben.

    - Einen Wabenwechsel im engeren Sinne des Wortes gibt es bei uns nicht. Ich würde es kontinuierliche Wabenbauerneuerung nennen.
    Von Ende April bis Ende August bekommen die Völker neue Rähmchen zum Ausbauen. Das Leerrähmchen wird nicht immer an die klassische Stelle zwischen Brutnest und Honig-/Futterwabe gehängt. Es kommt auch ganz außen hin oder, was wir bevorzugen, zwischen zwei Honig-/Futterwaben.
    Dieses stetige Zuhängen und ausbauen lassen verlangt natürlich, dass Waben heraus genommen werden. Nach dem Auswintern ist wohl die Zeit, wo die meisten Waben entnommen werden. Doch auch im Laufe des Sommers werden unschön ausgebaute Waben nach und nach ausgemustert.
    Des Weiteren werden auch für die Völkervermehrung Waben entnommen. Wie schon einmal geschrieben, werden auch Jungvölker mit Leerrähmchen erweitert, an welchen sie manchmal (wie es 2008 der Fall war) bis Ende August noch bauen.
    Eine Zahl zu nennen, wie viele Rähmchen im Brutraum ein Volk ausbaut, ist schwierig. Ich sage mal 2, mit der Möglichkeit nach mehr.

    Herzliche Grüße, Martin.

    Und hier noch der Honigraum.
    Während 2007 bei uns bei allen Völkern auch in die Honigrähmchen hinein gebrütet wurde, sind diese 2008 größtenteils "weiß und gelb" geblieben:


    [Blockierte Grafik: http://www.kapp-kaiser-leben.de/imkerei/Naturwabenbau22.jpg][Blockierte Grafik: http://www.kapp-kaiser-leben.de/imkerei/Naturwabenbau23.jpg]
    [Blockierte Grafik: http://www.kapp-kaiser-leben.de/imkerei/Naturwabenbau20.jpg][Blockierte Grafik: http://www.kapp-kaiser-leben.de/imkerei/Naturwabenbau21.jpg]


    Herzliche Grüße, Martin.

    Hallo Uli,
    dein Eifer und deine Beharrlichkeit sind eine gute Voraussetzung fürs Imkern.


    Wie auch aus deiner privaten Nachricht an uns heraus zu lesen ist, bist du jetzt am meisten damit beschäftigt, eine geeignete Bienenwohnung zu finden, wo das Imkern im Naturwabenbau möglich ist und einen Sinn macht.


    Die Formel ist die: Die Rähmchen sollten so klein wie möglich und so groß wie nötig sein.
    So klein wie möglich, damit die Wabe beim Hantieren nicht abkracht, so lange sie noch nicht gut verbaut ist.
    So groß wie nötig, damit das Brutnest eine geschlossene Einheit bilden kann. (Hier kann noch eine Bemerkung voraus geschickt werden: Auch wenn du dem Bienenvolk einen großen Brutraum zur Verfügung stellst, heißt das nicht, dass er sich immer daran halten wird und auch nur dort brütet. Doch schmälert das nicht die Notwendigkeit oder den Vorteil für die Bienen eines großen Brutraumes.)
    Was es standardmäßig für den Brutraum zu kaufen gibt, ist die Dadant-Zarge.
    Auf dem Foto (von dem du schreibst) siehst du ein langgezogenes Deutsch-Normal-Rähmchen.
    Wir arbeiten, nach einigem Hin und Her, mit einem langgezogenem Zander. Die Höhe der Zarge entspricht in etwa der Höhe von Dadant. Deshalb wird diese Zarge auch "Zadant" genannt. Wir sind letztendlich bei Zander-Oberträger geblieben, weil die Rähmchen mit den langen Ohren am handlichsten sind und nicht durchfallen, wenn das Holz der Zarge sich verzieht.
    Als Honigraum nehmen wir Zander-Flachzargen. Auch diese Höhe ist mit 168cm der Langstroth-Flachzarge entnommen. (Wenn zwei Flachzargen übereinander gestellt werden, passen die hohen "Zadant-Rähmchen" hinein. Es können also auch 2 Flachzargen als Brutraum eingesetzt werden.)


    So, wenn es genehm ist, lassen wir zur Verdeutlichung noch ein paar Bilder sprechen.
    Die ersten 4 Bilder zeigen den Wabenbau im Brutraum eines Volkes.
    [Blockierte Grafik: http://www.kapp-kaiser-leben.de/imkerei/Naturwabenbau15.jpg][Blockierte Grafik: http://www.kapp-kaiser-leben.de/imkerei/Naturwabenbau16.jpg][Blockierte Grafik: http://www.kapp-kaiser-leben.de/imkerei/Naturwabenbau17.jpg][Blockierte Grafik: http://www.kapp-kaiser-leben.de/imkerei/Naturwabenbau18.jpg]


    Hier ist der Wabenbau in einem Ableger zusehen. Auch Ableger werden mit Rähmchen für einen Naturwabenbau erweitert:
    [Blockierte Grafik: http://www.kapp-kaiser-leben.de/imkerei/Naturwabenbau19.jpg]

    ...aha, so ist das in Italien und in anderen Ländern wohl auch.


    Was ist dann an einem Zadant so verwünschenswert? :confused:
    Zander ist weit verbreitet, kann aber nicht alle Betriebsweisen abdecken. Zadant und Zander-Flachzargen sind dann auch keine Erfindung von neuen Rähmchen und Zargen. Einfach langgezogen und verkürzt; ich sehe da keinen "Normbruch".


    Grüße, Martin.

    Ist „Zadant“ ein überflüssiges Maß?

    Deutschland entwickelt sich seit Jahrzehnten langsam von Deutsch Normalmaß auf Zandermaß, wobei sich auch Langstroth weiter verbreitet. Gleichzeitig entstand durch die aufkommende Bioimkerei und der Buckfastimkerei der Wunsch nach einem großen Brutraum und schmäleren, leichteren Honigräumen.
    Für die Langstrothimker war Dadant als langgezogenes Langstroth längst „erfunden“. Auch für oben drauf gibt es etablierte Halb- und Flachzargen.
    (Vor 2 Monaten durften wir in den italienischen Alpen einem Imker über die Schulter schauen. Er imkerte mit Dadant und Flachzargen. Wir fragten noch einmal nach, ob das Dadant sei. Er sah uns nur verwirrt an. Er wisse es nicht, meinte er, ein wenig verlegen. „Hier machen das alle so“… Ein Maß von den Alpen bis nach Sizilien und keine weiteren Gedanken, ich hab’s nicht glauben wollen.)
    Was macht nun der deutsche Zander-Imker, welcher einen großen Brutraum und flachere Honigräume möchte oder für eine Zertifizierung benötigt?

    So einfach geht das nicht, mit den kompatiblen Beuten der Arge-Magazinimker. Es ist für die Umstellung sehr gut, Zander auf Dadant stellen zu können, doch auf die Dauer arbeitet es sich besser mit der gleichen Rähmchenbreite oben und unten.

    Wir haben uns jetzt für Zadant entschieden, weil das Rähmchen längere Ohren hat und nie durchfällt. Wenn wir uns die Zargen selber machen wollen, dann kommt das auf den Millimeter bei Zadant nicht drauf an, bei Dadant der Arge-Magazinimker hingegen schon.

    Gruß, Martin.