Beiträge von Manne

    Eine Alternative könnte sein, regional angepasste standbegattete Bienen mit ihren reichhaltigen Genspektren darauf zu testen, ob sie ohne Varroabehandlung auskommen. Die Wahrscheinlichkeit darüber Toleranzmechanismen zu sichern erscheint sehr viel größer, als bei genetisch eingeengten Rein(Ein...-)zuchtpopulationen. Dabei erachte ich es als nicht notwendig, die Mechanismen selber kennen zu müssen aber als schädlich, sie den Bienen vorschreiben zu wollen.


    Im DBJ 8/1997 wurde bereits über Ergebnisse zur Selektion auf Varroatoleranz aus einem Vortrag anlässlich der Züchtertagung des Deutschen Imkerbundes am 16. März 1997 in Plau berichtet:

    „Die Zuchtpopulation des Bieneninstituts Kirchhain (Kirchhainer Population) wird seit 1990 einer intensiven Selektion auf Varroatoleranz unterzogen. … Sie beinhalten eine sorgfältige Messung der Varroabefallsentwicklung, eine Beurteilung des Bruthygieneverhaltens sowie eine Bewertung des Putzabwehrverhaltens.“


    30 Jahre intensiver Forschungsarbeit liegen hinter der zitierten Theorie. Wie viele Jahre liegen noch vor ihr, um zu erkennen, was dran ist?


    Das DBJ 12/2003 beschrieb die Situation in einem Bericht über die Imkertagung in Donaueschingen u.a. wie folgt:

    "... Es gab im vergangenen Jahr große Probleme“ meinte der Präsident „Aber noch werden keine schlagkräftigen Lösungen angeboten, noch werden die wahren Ursachen gesucht und verharmlost. Die existenzielle Unsicherheit der Imker ist groß und es steigt der Frust, da seine eigentlichen Institutionen nicht wirklich helfen können. Es bleibt der ‚dumme’ Imker allein.“


    Inzwischen sind weitere 17 Jahre ins Land gezogen...


    Gruß Manne

    ...Wichtig ist, dass sich aus den langjährigen Bestrebungen von agt und einigen Buckfastlern inzwischen ein gemeinsames Projekt bezüglich Varroaresistenzzucht entwickelt hat. Und auch die Dunkle Biene ist in einigen Landesteilen mit dabei. Ich sehe dies schon als einen wesentlichen Fortschritt in der Bündelung der Kräfte. Die Unterart mag eine andere sein, letztendlich geht es um die Biene. Und VSH ist in dem Zusammenhang sicherlich nicht der alleinige Heilsbringer. Es müssen einige Parameter zusammen kommen. VSH hat den Vorteil, dass man es verhältnismäßig gut bestimmen kann. SMR ist da noch leichter zu bestimmen.


    Letztendlich ist es mir persönlich egal ob der Grund für das Überleben VSH oder SMR oder REC oder GRO (=Grooming) oder ??? ist, wieso Bienen überleben. Wichtig ist es mir, dass die Biene überhaupt überlebt...

    Anfügen möchte ich, kennen wir überhaupt die für Varroaresistenz notwendigen x Eigenschaften, oder gibt es bei der Annahme eines nicht statischen Systems (variabel durch Witterung, Tracht, Umwelteinflüsse, Dynamik der Milbenpopulation u.v.a.m.) gar keine feststellbare absolute Anzahl notwendiger Eigenschaften.

    Was geschieht aber, wenn der Imker einen notwendigen Selektionsschritt mit guten Absichten unbewusst, vielleicht auch sogar züchterisch behindert?

    Aus meiner Sicht eignet sich ausschließlich der Überlebenstest. Er ist fehlerfrei!


    Viele Grüße Manne