Beiträge von ralf_2

    Hallo,
    für mich sieht das hier nach dem klassischen Varroa-Fall aus. Alles noch da, nur die Biene fehlen irgendwie.
    Kommt leider hin und wieder vor - mögliche Ursachen:
    - Behandlung hat nicht gewirkt - wenn keine Milben runterfallen, sind entweder keine drin, oder das Medikament wirkt nicht
    - Reinvasion
    - Vorschädigung schon so stark, daß Behandlung nichts mehr genutzt hat.
    Ich verwende seit einigen Jahren den Nassenheider Verdunster mit 60% Ameisensäure (u.U. 2x) und habe seitdem kaum Varroaverluste beklagen müssen. Ein wichtiger Aspekt ist die Temperatur in der Beute während der Behandlung, die natürlich vom Wetter und der Volksstärke abhängt.
    Es muß also ein günstiger Zeitpunkt gewählt werden.
    Waben, wenn nicht verkotet, kann man durchaus weiterverwenden, wenn sich noch nicht sowieso überaltert sind.
    Grüße ralf_2

    Hallo,
    da bin ich aber, zumindest von Eric gründlich mißverstanden worden.
    Zu DDR Zeiten haben wir als Familie neben der Arbeit über einige Jahre bis zu 120 Völker in 4 Wagen + Heimatstand bewirtschaftet. Nicht nur mein Haus haben die Bienen damals verdient...
    Blos zum Segeln hatten wir leider keine Zeit mehr, wegen der Bienen..
    Für Imker war es in der DDR sehr günstig. Nicht nur gesicherter Honigabsatz, auch Bestäubungsprämien von bis zu 125.-- M pro Volk für Obst, Raps und Rotklee (Luzerne) waren drin, bei kostenlosem Transport
    der Bienenwagen durch den Anbaubetrieb.
    Deshalb brauchte ich ja auch 10 Jahre, um mich an den Gedanken zu gewöhnen, daß diese Zeiten vorbei sind, um man auch nur so aus Spaß an der Sache Bienen halten kann.
    Grüße ralf_2

    N' Morgen
    der Johannes meint sicherlich bebrütete Waben.
    Seit der Varroamilbe und der Rückstansproblematik ist es modern geworden, Honig aus unbebrüteten Waben gewinnen zu wollen. Meiner Meinung nach wird da auch übertrieben, besonders die Kunsstoffwaben sind wohl vor allem für ihre Hersteller am sinnvollsten.
    Beim Schleudern merkt man an der Haltbarkeit, daß eine ein- bis zweimal bebrütete Wabe haltbarer ist, und dem Honig bstimmt nicht schaden wird.
    Der Honig lebt nunmal auch von den typischen Beimengungen, die im Bienenvolk vorhanden sind.
    Keinesfalls möchte ich mich für "alte Schwarten" im Honigraum aussprechen, aber nur ausgezogene Mittelwände mit verdeckeltem Honig gehen trotz vier Drähten (bei Kuntzsch bzw. DNM) meist gnadenlos zu Bruch, wenn der Honig schon etwas reifer ist.
    meint ralf_2

    n'Abend allerseits,
    eigentlich hatte ich schon mal meine Meinung zu den Honigpreisen gesagt, sorry, war beim Thema Waldhonig wohl falsch, weil, solchen habe ich gar nicht anzubieten.
    Wen es interessiert, dort hab ich schon erklärt, wie ich mehr als ein Jahrzehnt brauchte, um einzusehen, daß man Bienen auch nur zum Spaß halten kann. Zeitweise hat mein Vater die Bienen (wenn auch stark in der Anzahl reduziert) allein am Leben erhalten, weil ich nicht einsehen wollte, daß mit der Bienenwirtschaft nicht mehr wie in der DDR Geld zu verdienen ist, und ich mich beruflich zu sehr eingespannt fühlte.
    Jetzt habe ich meinen Frieden mit den Verhältnissen gemacht, wenn ich allerdings in Ostbrandenburg mit Preisen von über 2,50€ verkaufen wollen würde, so ging wohl gar nichts mehr.
    Allen Schwaben und Bayern u.ä. sei es gegönnt, aber man kann nur nehmen, was der Markt hergibt. Und mir persönlich ist es lieber, im April mit 2.--€ pro Pfund ausverkauft, als für 3.-- € auf 2/3 sitzen zu bleiben. Wenn man dann für den Verkauf (auch Marketing ist teuer) noch Aufwendungen finanzieller Art hätte, würde evtl. sogar noch Verlust eintreten.
    Übrigens fragt einen Angler auch niemand nach seinem Gewinn, obwohl es ja auch Berufsfischer gibt. Deutschland ist eben nicht so einheitlich drauf, daß ich überall für alles Einheitspreise nehmen könnte.
    Wem das nun zu sehr gegen den Strich geht, der kann mir ja mal einen Preis nennen... Würde auch en gros verkaufen, dann spart man das abfüllen. Aber nicht bei solchen Abfüllbetrieben, wo man am Ende noch verklagt werden soll....
    Ich habe meistens Robinienhonig, manchmal mit etwas Raps vermischt, je nach Erreichbarkeit der umliegenden Felder. Dies Jahr waren es knapp mehr als 12 Zentner, war sehr zufrieden.
    Über Qualität streite ich erst recht nicht, ich nehme nur die reifen verdeckelten Waben, schon seit 1955 hat mein Vater das so gemacht...
    Wir hatten noch nie Reklamationen, nur wachsenden Zulauf. Sogar in der DDR, als es Honig im HO für 4,00 M gab, haben wir für 7,00 M (staatl. Aufkaufpreis) an private Kunden bis zu 10 Zentner verkauft, aber da saß da Geld auch viel lockerer.
    Ich glaube auch, wer heute als Anfänger in der Imkerei in erster Linie mit der Amortisation seiner Ausgaben rechnet, ist wohl doch auf dem Holzweg.
    Die Freude an der Arbeit mit den Bienen und die Naturverbundenheit in einem (dem Grünen Fanatismus verschiedenen) ursprünglichen Sinne sollte uns an der Imkerei begeistern.
    Wenn selbst die bessere Hälfte einsieht, daß die Bienen (im Gegensatz zu anderen Hobbies - in einem weiteren Parallelleben bin ich winters Modelleisenbahner ) sich wenigstens selbst ernähren und die Heizkosten für das imkerliche Wohnhaus tragen, bin ich heutzutage schon zufrieden.
    Nun schimpft man nicht zu sehr,
    hofft ralf_2

    N' Morgen,
    hier fällt mir zunächst ein, daß der Imker selbst eigentlich keine Brutpause machen sollte, es werden eh immer weniger...
    Aber mal ohne Jux, in den 80ern in der DDR habe ich in DNM bzw. Kuntzsch-Wanderbeuten in Anlehnung an die Betriebsweise in Kuntzsch-Zwillingsbeuten die Königin auf 3-4 Waben abgesperrt, und die verdeckelten Brutwaben dann nach 14 Tagen entnommen (mit den darin befindlichen Milben) und die Königin dann wieder freigelassen, bei gleichzeitiger medikamentöser Behandlung des Volkes. Müßte nachlesen, womit eigentlich, aber es wurde geräuchert. Erstaunlich daß damals kaum einer abgebrannt ist, auch wenn man heute die Brandmale in den Beuten sieht.
    Die verdeckelte Brut haben wir auf dem relativ, abgelegenen, Heimatstand zur Ablegerbildung verwendet und soweit es ging ebenfalls saniert. Erstaunlicherweise war die Erfolgsquote bei oder trotz der verwendeten Medikamente bei ca 80%.
    Allerdings verträgt das Absperren nicht jede Königin. Um der Schwärmerei Herr zu werden, habe ich voriges Jahr bei einigen Völkern ähnliches probiert, aber es ist wohl abzuraten, da die heutigen Bienen sehr schlecht damit zurechtkommen. Es kam sogar mehrfach zu Weiselverlusten. In einem Fall ist der aus dem abgesperrten Volk ausziehende Schwarm, vereinigt mit einem anderen verlustig gegangen(auf und davon), da ich Trottel annahm, er würde wieder einziehen müssen ... Aber der Bien muss eben nicht, er soll wollen.
    Wobei wie gesagt, die Grundidee ist zwar etwas einsilbig formuliert, aber
    nicht ganz außer acht zu lassen, die asiatischen Bienen erwehren sich ja auch durch Schwärmen (nachfolgende Brutpause inbegriffen) der Parasiten....
    Gibt ja noch Plan B für Hinterbehandlungsimker .... Weiselableger bei Schwarmstimmung bilden. So hat man hat am Saisonende bei günstigen Bedingungen dann zwei Völker statt einem und die Varroadichte ist auch vermindert, fast wie beim abgeschwärmten Volk. Wenn man dann die Stimmung im Volk richtig erwischt hat, gibt es evtl. auch nicht viel weniger Honig, als beim "normalen" Volk. Vor allem, den Schwarm braucht man nicht von bis zu 12 Meter hohen Kiefern runterholen.
    Also, wie sagte schon Wilhelm Busch? Ableger bilden ist Methode
    meint ralf_2

    Guten Morgen, liebe Leute,
    immer wieder geht's hier ums liebe Geld.
    Vielleicht sollte ich mich auch erst mal vorstellen. Schon mein Großvater und Vater waren Freizeitimker, auch mit komerziellen Hintergedanken.
    In den 80er Jahren in der DDR war es dann sehr leicht, mit den Bienen richtig Geld zu verdienen, da Bestäubungsprämien für Obst, Raps, Rotklee, Luzerne usw. großzügig gezahlt wurden. Der Aufkauf für Honig mit 7,--M(der DDR)/Pfund war auch lukrativ, wenn man den Stundenlohn eines normalen "Werktätigen" jener Tage in Vergleich zieht.
    Auch der Transport der Bienen zur Tracht war für den Imker günstig geregelt.
    Diese günstigen Bedingungen waren auch eine Ursache dafür, daß mein Vater und ich zusammen zur Wende etwa 120 Völker in 4 Bienenwagen (Kuntzsch und DNM) bewirtschafteten und so ein mehrfaches des normalen DDR Jahreseinkommens erzielen konnten, zumal die Einnahmen nebenberuflicher Imker in der DDR steuerfrei waren.
    Mit der Wende kam dann allerdings der Einbruch. Auch ich wollte meinen Honig nicht verschenken. Aber hier im Osten geht es eben (in allen Branchen) nur um das reine Überleben, der billigste verkauft.... aber eben nur der billigste.
    So hatte ich die ganzen 90er die Bienen meinem (in zwischen in Rente geganem) Vater überlasssen. Seit er aber aufgrund einse Augenleidens die Imkerei nicht mehr betreiben kann, mach ich nun weiter.
    Und ich mach es nur noch aus Spaß, ohne jeden komerziellen Anspruch.
    Den Honig (dieses Jahr 12 Zentner) verkaufen wir für 2€/Pfund ind der Nachbarschaft.
    Damit kann ich leben und sogar hin und wieder investieren.
    Nächstes Jahr gibt es sogar'ne neue Schleuder (in Edelstahl), weils die alte dieses Jahr regelrecht zerlegt hat, ungelogen.
    Der Gedanke, mir die Stunden beim Imkern in Geld auszahlen zu lassen, kann ich nicht verstehen, da es für mich, so ohne wirtschaftliche Zwänge, ein reines Vergnügen und Erholung darstellt. Freilich, für diese Erkenntnis habe ich 12 Jahre gebraucht, aber jetzt bin ich so frei. Mit der Qualität des Honigs hat das wohl wenig zu tun, wer den einmal gekauft hat, kommt auch wieder, aber wir sind nun mal eine arme Gegend.
    Nun können alle mit mir schimpfen, aber bei 25% offizieller und 50% wirklicher (wenn nicht noch mehr) Arbeitslosigkeit und der polnischen Grenze in Fahrradnähe bin ich schon froh, daß ich meine Bienen in dieser Form fliegen lassen darf und ich nicht noch draufzahle.
    Mit Imkergruß
    ralf_2