Beiträge von Kopmeier

    Hallo,


    wobei ich zu Henry's hochgelobten Tipp noch einige grundlegende Regeln hinzufügen möchte:


    Der Tipp, Bienen nach oben zu locken, indem man mit offener Brut besetzte Waben in den oberen Brut- bzw. Honigraum hochhängt, ist schon uralt und wurde früher schon ganz selbstverständlich praktiziert, nur ist dies in heutger Zeit wegen der Varroazid-Rückstandsproblematik nicht mehr zu empfehlen...


    Mit dieser Methode bringt man Bienen dazu, den Honigraum, sofern dieser komplett aus Mittelwänden besteht, schneller zu besetzen...


    Und genauso bannt man bei einer totalen Bauerneuerung ein Volk, indem man eine Fangwabe mit offener Brut in die Mitte der nur mit Mittelwänden ausgestatteten untersten Brutraumzarge setzt...


    Die offene Brut zwingt die Ammenbienen zur Pflege, danach folgen die restlichen Bienen, (Wasserholer, Nektarsammler, usw.)...

    Hallo,


    ich würde auch den Weg über den Brutableger bevorzugen.


    Gründe / Vorteile:
    - erzeugt an den Bienenstandort angepaßte Königinnen, die unter Umständen besser als teuer zugekaufte sein können.
    - preisgünstig, da ein ohnehin vorhandener Bienenüberschuß sinnvoll genutzt werden kann (im Frühjahr mittels Brutableger, im Sommer durch Kunstschwärme)
    - eine evtl. aufkeimende Schwarmstimmung im Frühjahr wird gedämpft.
    - Guter Einstieg zur Beobachtung der kompletten Entwicklung eines Bienenvolkes quasi vom Start weg.
    - Einfachste, billigste und sicherste Möglichkeit für Einsteiger, ein Volk zu teilen und dabei zu vermehren
    - sollte es auf Anhieb nicht klappen (Weisellosigkeit) ist eine Rückführung ins Altvolk oder Zuhängen von Waben mit Eiern (Weiselprobe) möglich.

    Hallo,


    es ist ganz normal, daß die Bienen im Jahresverlauf immer wilder und aggressiver werden.
    Im Frühjahr sind sie noch allerliebst und ganz zahm, im Herbst wahre Teufel.


    Dagegen hilft nur: 3 x Varrobahandlung mit Schwammtuch und ganz wichtig - Füttern - !
    Gib ihnen 5-10 Liter Zuckersirup und sie geben wieder Ruhe.


    Nebenbei: gibst du Rauch bzw. sprühst du Wasser, wenn du die Bienen öffnest?

    Hallo,


    ich stimme Lothar zu! Aus eigener Erfahrung kann ich 100%ig bestätigen:


    Räubernde Bienen haben Hunger.
    Füttere den Räuber, und er hört auf zu räubern.
    Durch die Räuberei wild gewordene Bienen sind nach der Gabe von ca. 5 Ltr. Futtersirup wieder viel ruhiger. Aber: unbedingt Abends füttern und ausschließlich von oben (z.B. Eimer mit Korken als Schwimmhilfe), dabei nicht außerhalb der Beute kleckern!

    Also, wenn du's im zeitigen Frühjahr (Feb.) machst, haben die Bienen Zeit, sich einzufliegen und an die veränderte Wohnsituation zu gewöhnen. Und außerdem: du hast keine Flugbienen die dich aufgeregt umschwirren, das Volk ist ganz ruhig und sanft.


    Bei einem Umsetzen zum jetzigen Zeitpunkt müßtest du warten, bis alle Bienen die neue Behausung gefunden und akzeptiert haben. Hierzu hast du 2 Möglichkeiten: laß die alte Beute noch 1-2 Tage am alten Standort stehen oder kehre diese vollständig bienenfrei aus und bewahre die Zargen in einem bienendichten Raum z.B. im Keller / Bienenhaus auf wg. Stockgeruch).


    Eigentlich keine so große Sache, wie meine beiden Vorrednern schon sagten: einfach machen!

    Also, ich verkaufe den Honig so wie er während der Schleuderung durch die Doppelsiebe gelaufen ist. Eine weitere Filtration erfolgt grundsätzlich nicht. Ich rühre den Honig nur noch cremig und gewöhne meine Kunden an die trübe Optik und etwaige Kristallisationsfehler.


    In meinem Honig ist alles, was die Bienen eintragen (einschl. Pollen und geringfügiger Verunreinigungen etc.) enthalten und wird nicht noch unständlich bis hin zum kristallklaren optisch einwandfreien Honig gefiltert, erhitzt, geklärt usw.

    Stimme eifel-biene zu!


    Ich kontrolliere bei Verdacht auf Schwarmstimmung immer die gutgeformten, größten Weiselnäpfchen auf Stifte. Daß man hierbei mit dem Stockmeißel die Weiselnäpfchen aufreißt und damit zerstört, ist unvermeidbar.

    Hallo,


    die Bienen brauchen einen minimalen Wachsstreifen zum Anheften der ersten Wabenreihe.


    Idealerweise schneidet man alte, leere Brut- oder Honigwaben knapp vor dem Oberträger ab (verbleibender Rest: ca. 5-10 mm) und gibt das ausgeschnittene Wabenstück zum Ausschmelzen in den Sonnenwachsschmelzer.


    Ab diesem Anfangsstreifen werden dann die Drohnenwaben angebaut.


    Jedesmal, wenn Drohnenbrut ausgeschnitten werden muß, beim Abschneiden darauf achten, daß jeweils ca. 5-10 mm Restwachs am Oberträger verbleibt.


    Frische Mittelwandstreifen brauchst du bei dieser Methode keine, sofern du genügend alte Waben zum Aussondern / Einschmelzen zur Verfügung hast.

    Hallo,


    a) Nein, die Königinnen sind ja beide durch das Absperrgitter optimal getrennt. Es ist sehr unwahrschienlich, daß eine Königin die andere durch das Gitter hindurch totbeißt. Damit das schwächere Volk von den frisch geschlüpften Bienen und der aufsteigenden Wärme profitiert, muß es auf das stärkere Volk aufgesetzt werden. Der Futtervorrat muß in jedem Volk erhalten bleiben.


    b) Die Dauer der Maßnahme ist abhängig von der Temperatur / Brutentwicklung. Spätestens zur / ab der Kirschblüte (ca. April-Mai) dürfte das aufgesetzte Volk gut mit Bienen und gepflegter Brut gefüllt sein. Dann wird es abgehoben (das starke Volk wird dadurch gleichzeitig leicht geschröpft). Das starke Volk bekommt sofort seinen Honigraum, das abgehobene Volk wird an seinen vorgesehenen Platz gestellt und bekommt eine Erweiterungszarge obendrauf.

    Ich nehme an, daß deine Carnica-Völker seit drei Jahren immer mit denselben Schüsseln gefüttert werden, und daß du diese nach Ende der Fütterung nur mit Wasser reinigst...


    Somit bleibt eine dünne Schicht Propolis, Wachs, Staub und Dreck auf der Schüsseloberfläche, welche den Bienen als Steighilfe dient.


    Bei den neuen Kunststoffboxen fehlt diese Propolisschicht. Die Bienen rutschen daher leicht ab, bzw. können sich an den fabrikneuen, glatten Kunststoffwänden nicht festhalten. Der Zuckersirup wirkt quasi wie ein Gleitmittel; reib mal ein wenig davon zwischen deinen Fingern und du weißt, was ich meine.


    Die ertrinkenden Bienen machen's genau wie wir Menschen, sie geraten in Panik, strampeln und rudern, und reißen mehr und mehr Mitgenossen mit in die Pampe. Das Massensterben ist erst dann zu Ende, wenn eine zentimeterdicke Schicht aus toten Bienen eine lückenlose, tragfähige Fläche für die übrigen futtersuchenden Bienen bildet.


    Unlängst hat ein Forumsmitglied empfohlen, die Wände der Schüsseln vor dem Ersteinsatz mit Schleifpapier aufzurauen und Sabi(e)ne plädiert für vollflächige Steighilfen innen und außen.


    Die Korkschicht sinkt mit abnehmender Futtermenge nach unten, wodurch der Rand für die Bienen immer weiter weg rückt. Abhilfe: raue Holzbretter, die durchgehend vom Schüsselboden bis zum Schüsselrand reichen, und die Schüsseln besser so aufstellen, daß die Ränder genau einen Beespace (6-8 mm) von der Beutenwand entfernt stehen. Wie sollen die Bienen um den Rand herumkommen, wenn die Schüsseln dicht mit der Beutenwand abschließen?

    Hallo liebes Forum,


    warum gebt ihr Anfänger immer wieder den Rat, die Königin auszutauschen?
    Ihr wißt doch selbst aus langjähriger Erfahrung: die Bienen sind im Frühjahr handzahm und im Herbst absolut unausstehlich.


    Ich selbst habe sanfte Bienen und bemerke, wie diese ihr Temperament je nach Jahreszeit, Trachtangebot, Räuberei, Wespenanzahl und Varroabehandlung verändern.


    Momentan sind meine Bienen auch nicht wiederzuerkennen. Ich habe viel Respekt vor deren aggresiven Flugbewegungen und der erhöhten Stichbereitschaft.
    Ich bearbeite daher die Völker nur wenn unbedingt notwendig und so kurz wie möglich.

    Aus eigener Erfahrung kann ich bestätigen, daß die komplette Brutentnahme / totale Bauerneuerung (unter der Bedingung, daß man alle Bienen vor dem Flugloch abkehrt und in nur mit Mittelwänden oder ausgeschleuderten Honigwaben gefüllte Zargen einlaufen läßt) sehr zum Vorteil für den Bien ist.


    Er ist vitaler, baut schneller und schöner, die Königin legt wie ein Weltmeister, und die Bienen machen auf mich insgesamt einen gesünderen Eindruck. Im Frühjahr sind diese Völker die besten, verglichen mit nicht erneuerten Altvölkern.


    Die Nosemaanfälligkeit und Varroabelastung dieser Völker wird geringer, auch deshalb, weil evtl. Krankheitserreger mit den Brutwaben entfernt werden. Und das alles auf biologischem Wege, ohne unnötigen Einsatz von Säuren. Natürlich muß man den Milbenfall beobachten und bei Bedarf behandeln, die Restentmilbung im Winter sollte mittlerweile obilgatorisch sein.


    Ich kann jedem Imker wärmstens empfehlen, diese Methode bei sich am Stand auszuprobieren, um einen Eindruck von der positiven Wirkung auf den Bien zu bekommen.