Beiträge von Wespenkönig

    Hallo
    Schon seit längerer Zeit treibt mich die Frage um, welche Vor und Nachteile die verschiedenen Methoden zur Entdecklung von Honigwaben haben.


    1. Entdeckelungsgabel. Funktioniert eigentlich immer, aber keine besonders schnelle Methode. Erzeugt viele kleine Wachsteilchen, daher Doppelsieb häufig reinigen. Wird von sehr vielen Imkern angewandt.


    2. Entdeckelungsmesser, stromlos. Auch recht universell, aber Deckel sollten höher als Wabenkante sein. Weniger Wachs im Honigsieb wie 1. Geschwindikeit ähnlich wie 1.


    3. Entdeckelungmesser mit Strom. Es werden Geräte von 120W bis 600W angeboten. ???


    4. Entdeckelungshobel. Ähnlich wie 3. aber ziehen statt schieben.


    5. Heissluftpistole. Weniger Wachs im Honigsieb als 1. Geschwindigkeit lt. thread wohl schneller als 1. Nur unbebrütete Waben.


    6. Entdeckelungswalze. Zum Entdeckeln lt. thread wohl ungeeignet.


    7. ???


    Ich habe Erfahrungen mit 1 und 2, würde aber gerne von Euch Informationen zu anderen Methoden haben, am liebsten Berichte von praktischen Erfahrungen. 5 und 6 wurden hier schon ausführlich behandelt, braucht nicht nochmal wiederholt werden. Welche anderen Methoden gibt es noch?
    Viele Grüße
    Wolfgang

    Danke an alle für die vielen Tips


    @ Dieter Das mit dem Aluminium als Unterkonstruktion ist interessant!


    @ Jona Du hast sicher recht, dass ein Leinölanstrich allein kein ausreichender Holzschutz ist. Aber warum verlieren die Pigmente nach 1-2 Jahren ihre Wirkung. Meine Zargen sehen, wenn nicht mit zu hellen Farben gestrichen auch nach vielen Jahren zumindest optisch gut aus. Die Abdeckung der Beuten ist sicher gut, ich denke, dass ich das machen werde.


    @ Thomas Ich verwende Leinöl statt Firnis, weil ich das Leinöl mal von einem alten Maler geschenkt bekommen habe (bin Schwabe). Du hast recht, Leinöl lässt sich schlechter streichen und trocknet langsamer als Leinölfirnis. Ich habe mal im einem alten Buch nachgeschaut: Der Leinölfirnis ist Leinöl, das bei der Herstellung erhitzt, belüftet und mit Metallverbindungen versetzt wird. Diese bewirken das schnelle trocknen. Am effektivsten sind wohl Kobalt, Mangan und Blei. Was heute üblich ist weiß ich nicht, aber ich habe gehört es seien auch Schwermetalle.
    An Pigmenten habe ich mir mal gelben und roten Ocker, deutsche (dunkelbraun), cyprische(braungrün) und grünliche Umbra gekauft. Die Umbra hat, so steht in dem Buch „eine hohe Trockenkraft“. Bei dem Ockeranstrichen ist es so wie du sagst, mit 20% Pigment sind das eher Lasuren. Die Anstriche mit Umbra decken aber recht gut, vermutlich auch wegen der dunklen Töne. Ich stelle die Farbtöpfe in einen alten Topf und erwärme sie etwas im Wasserbad. Dann lässt sich das Leinöl viel besser streichen und trocknet auch schneller.
    Was für Pigmentkonzentrationen nimmst du und wie lange halten solche Anstriche nach deiner Erfahrung?


    Viele Grüße
    Wolfgang

    Meine ältesten selbstgebauten Zargen aus Fichte/Tanne vom Sägewerk sind 10 Jahre alt und sehen heute noch absolut perfekt aus. Anders sieht es bei den Böden aus, die stehen bei mir auf einer Palette und können dadurch nach einem Regen lange feucht bleiben. Aber 5 - 10 Jahre werden die lausigsten wohl schon noch halten. Bei Neubau von Böden verwende ich seit letztem Jahr für die untersten Leisten Eiche. Hat jemand Tipps zur Lebensdauerverlängerung von Böden?
    Zum Anstreichen verwende ich reines Leinöl (ohne Sikkative) in das ich im Wasserbad erwärme und rund 20% ungiftiges Pigment (deutsche oder zyprische Umbra sind meine Favoriten) einrühre. Wenn das Leinöl beim streichen noch warm ist zieht es klasse ins Holz ein und ist nach 1-2 Wochen troken. Die Anstriche von Auro oder Linos nehme ich nicht mehr, weil die furchtbar nach Orangenschalenöl riechen und auch Sikkative enthalten. Diese sind zwar Bleifrei, enthalten dafür aber andere auch nicht viel weniger schädliche Schwermetalle.
    Viele Grüße
    Wolfgang

    Hallo Sabi(e)ne
    Nein, praktische Erfahrung habe ich nicht. :(
    Ich war vor etwa 5 Jahren bei BEE-L eingeschrieben und da kam die Sache gerade auf. Dr. Rodriguez (ein Veterinär) dachte, daß die Anwendung von FGMO bei Haustieren (Milben bei Hund, Katze...) sich auch auf die Bienen übertragen lassen müßte. Die Diskussion wurde sehr emotional geführt und Dr. Rodriguez verließ zunächst wütend BEE-L ( Ihr seht, alles schon mal dagewesen). Später hat er immer wieder seinen Wissenstand mitgeteilt. Er experimentierte zunächst mit der Ausbringungsform, soviel ich noch weiss aufschmieren auf Oberträger, sprühen und vollgesaugte Papiere oder Dochte. FGMO wirkt varroazid, aber wohl mit schlechtem Wirkungsgrad. Soviel ich weiss, muss selbst nach jetzigem Stand der Versuche regelmäßig im Abstand von 2-3 Wochen behandelt werden um die Varroapopulation nicht gefährlich ansteigen zu lassen. Ich meine das ist schon ein drastischer Nachteil. Außerdem finde ich es nicht gut große Mengen Mineralöle in die Bienenstöcke einzubringen. Die organischen Säuren kommen ja auch schon natürlich im Honig vor, aber ein Erdölprodukt (persönliche Meinung)?!?
    Vielleicht spielst du ja auf die Versuche zum kleinen Bienenstockkäfer an? Die Ergebnisse mit FGMO sind meiner Meinung nach noch zu vage um von einem Erfolg zu sprechen.
    Für mich sind das viele Gründe von FGMO die Finger weg zu lassen. :wink:
    Viele Grüße
    Wolfgang

    Hallo
    Mein Wissen zu dem Thema Beuten verstellen ist, daß bis zu 50 cm seitlich und bis zu 90 Grad gedreht pro Fluftag in Ordnung geht. Bei größeren Entfehrnungen entweder mehrmals schieben oder raus aus dem Flugkreis wandern und warten bis eine neue Bienengeneration herangewachsen ist und dann an den Zielplatz wandern. Eine Ausnahme stellt wohl die Winterruhe dar, danach fliegen sich die Bienen selbst am alten Platz wieder neu ein.


    Also zurück zu deiner Frage Fips. Wenn deine Bienen den Reinigungsflug gemacht haben, würde ich sie nicht "beliebig" verstellen. Du schreibst nicht wie weit es sein soll. Der halbe Meter je Flugtag wäre schon ok. In den Völkern sind zur Zeit nur langlebige Winterbienen. Das heisst beim Abwandern könntest du nicht vor etwa April zurückwandern, wenn du Flugbienenverluste vermeiden willst. Im Sommer, mit den kurzlebigeren Sommerbienen kannst du nach etwa 6 Wochen sicher zurückwandern.


    Ich habe in dieser Sache mal selbst eine Dummheit gemacht. Ich habe an 2 Ständen Bienen und wollte zur Wandervorbereitung im Sommer von einem Stand abends Bienen zum andern Stand bringen, damit wir am nächsten morgen ohne viel Umwege losfahren könnten. Weil es am Abend noch heiss war habe ich das Flugloch geöffnet. Das haben die Bienchen genutzt um sich neu einzufliegen. Nach 4-5 Wochen im Wald kamen wir wieder zurück und ein Volk von denen die über Nacht gelagert wurden lies ich gleich an dem Stand , aber an einem anderen Platz. Am nächten Tag sammelten sich gut eine Hand voll Bienen an dem Platz des Zwischenlagerns.
    Übrigens kannst du gut erkennen ob sich Bienen einfliegen. Sie fliegen eine ganze Weile mit dem Kopf zur Beute auf und ab. Eine bereits eingeflogene Biene fliegt mit dem Kopf von der Beute wegzeigend davon.


    Übrigens H. Watzl, das mit dem Schmieröl und Fett als Lösung des Varroaproblems gibt es tatsächlich. Ein Amerikaner verwendet "food grade mineral oil" also Paraffinöl um erfolgreich Varroen zu bekämpfen. Es gibt dazu einige Artikel im Internet. Es wirkt wohl so, daß die Atemöffnungen von Milben von dem Zeug verstopft werden und die Milben ersticken. Ähnliches wendet man auch bei der Milbenbekämpfung von Haustieren an.
    Wenn der Schwarm sich nur einen recht öligen und fettigen Platz gesucht hat, wurde er von den Varroen vermutlich nicht sehr geplagt.


    Viele Grüße
    Wolfgang

    Hallo Andreas
    Mir sind noch ein paar Informationen eingefallen, die dich vielleicht interessieren könnten.
    Die Stockmutter zieht nicht aus, weil du bei dieser Methode den Nachschaffungstrieb ansprichst (Bienen im Honigraum fühlen sich ein bischen weisellos) und nicht den Schwarmtrieb.
    Du kannst pro Serie mit einer bis maximal 2 in Pflege genommenen Weiselzellen rechnen. Das Volk sollte stark genug sein um auch den Honigraum gut zu belagern. Daß 3-4 Zellen gepflegt werden ist ziemlich unwahrscheinlich.
    Ich verwende keine Begattungskästchen, weil ich als normaler Imker (kein Königinnenverkauf) keinen Vorteil darin sehe. Ein Züchter der Königinnen verkaufen will kann dadurch mit möglicht wenig Bienenmaterial viele Königinnen erzeugen. Aber was fangt man danach mit den Bienen der Begattungsvölkchen an? Die Gefahr einer Nosematose Erkrankung soll auch ein Problem dieser Minivölker sein. Und selbst wenn du ein Begattungvölkchen hast, Ablegerkästen brauchst du trotzdem noch. Für mich ist es viel einfacher mit Ablegern umzugehen als mit Königinnen. Selbst wenn ich ein Volk umweisele geht das sicherer mit einem Ableger und einer Zeitung als mit anderen Zusetzmethoden. Falls ein Ableger mal nicht begattet wird ist das auch kein Problem, er kann einfach mit einem danebenstehenden begatteten Ableger vereinigt werden. Kein Bienenmaterial wird verschwendet.
    Ich will dich nicht von eigenen Versuchen abhalten, :o , nur mal dir meine Erfahrungen mitteilen.
    Hoffentlich gehts bald los mit den Bienen, mir juckts schon in den Fingern
    Viele Grüße
    Wolfgang

    Ich habe es mal probiert, war aber nicht begeistert. Ich habe schon von vielen Imkern gehört, die damit zufrieden sind. Ich bin allerdings bei der Entdeckelungsgabel geblieben.
    Ich hatte ein Gerät mit 1200 Watt zur Verfügung, weiss jemand ob das zu wenig ist? Ich musste jedenfalls ziemlich lang auf eine Stelle blasen um die Wachdeckel zu schmelzem. Von Vorteil ist, daß nicht soviel Wachs das Doppelsieb vestopft wie bei der Gabel. Die geschmolzenen Deckel bleiben an der Wabe hängen. Man kann es nur bei unbebrüteten Waben anwenden.
    Obwohl ich schon einige Jahre imkere bin ich immer noch auf der Suche nach der besten Entdeckelungsmethode. Was macht ihr denn so?
    Viele Grüße
    Wolfgang

    Hallo
    Ich habe zu Anfang meiner Imkerei, als ich nur wenige Völker hatte diese Methode häufig angewand. Es hat eigentlich immer recht gut funktioniert. Weil ich mittlerweile so um die 15 Völker habe ist für mich die Königinnenvermehrung im Sammelbrutableger günstiger.


    zu deinen Fragen:
    1.) Nein, die Stockmutter zieht nicht aus.
    2.) Frühzeitig in Jahr gebildet habe ich immer nur 2-3 Waben mit Bienen genommen.
    3.) Weiss ich nicht, weil ich nie Begattungskästchen verwende.
    4.) Wie schon gesagt, positiv.


    Übrigens finde ich, daß "Der Wochenendimker" ein super Anfängerbuch ist. In der mir vorliegenden rund 10 Jahre alten Auflage ist zwar die Varroabekämpfung nicht ausführlich beschrieben, aber da ändert sich der Wissenstand eh jedes Jahr. Ansonsten kenne ich kein Buch, das die Imkerei so umfassend abhandelt.
    Viele Grüße
    Wolfgang