Beiträge von christoph

    Liebe Freunde,


    zu den unverrückbaren Einsichten vieler Imker scheint die Überzeugung zu gehören, dass die Bienen im Winter absolut nicht gestört werden dürfen. Das ist Quatsch. Die Winterbehandlung macht den Völkern nichts aus. Wer z.B. mit Milchsäure die Winterbehandlung macht, wird die Völker im Abstand von zwei Wochen stören müssen und dabei jeweils alle!!! Waben ziehen. Es schadet nicht! Auch die 5 Grad Grenze ist relativ wilkürlich: bei 10 Grad wird die Behandlung mit Oxalsäure bzw. Perizin kaum erfolgreich gelingen, da die Bienen schon im Kasten umherlaufen. Eine geschlossene Traube ist dafür besser geeignet.


    Ein Imkerkollege berichtete mir, daß ihm einmal durch einen schweren Sturm einige Vöker umgekippt sind und sie einige Tage offen herumlagen. Auch das haben sie gut überstanden.


    Wichtiger scheint mir der Schutz vor dauerhafter Störung (Mäuse, klappernden Beutendächer, Spechte und reibenden Ästen) zu sein, da dieses sehr häufig zu stärkerem Futterverbrauch und der Gefahr des Abkotens in der Beute führen kann.


    Aber mit der Winterbehandlung sollte wirklich nicht mehr lange gewartet werden.


    Grüße aus der Pfalz
    Christoph

    Halle Freunde,


    vielen Dank für die informativen Antworten. Es gibt in der Tat einige Imkerkollegen in der Nachbarschaft (Umkreis etwa 3 Kilometer), bei denen würde ich mich ohne Schleier nicht an den Stand begeben. Ein älterer Imker, den ich persönlich sehr schätze, sagt ausdrücklich, dass ihm die temeramentvolleren Bienen sogar lieber seien. Er fand es sogar schade, dass ich die beiden stacheligen Königinnen getötet habe, denn er hätte sie gern übernommen.


    Die Belegstellenbeschickung ist für mich kein Problem. Die Belegstelle wird von unserem Verein betreut, und ist für mich kostenlos! Aber auch sonst nicht sehr teuer. Die Ergebnisse sind wirklich gut. Es gibt Stammkunden, die geben ihre Königinnen nirgendwo anders mehr hin. Meine Bienen, die dorther kommen, sind absolut ruhig. Franz Xaver zeigt in einem seiner Imkerfilme einen Züchter, der an einem offenen Volk die für ihn notwendige Sanftmut demonstriert. Das war für mich ein wirkliches Zuchtziel! Die Kö von der Belegstelle zeigen genau dieses Verhalten. Damit bin ich wirklich glücklich und zufrieden.


    Ein von euch beschriebener Weg, die Nachbarimker mit entsprechenden Kö zu versorgen und so die Qualität der Drohnen zu erhöhen, ist sich ein gutes Ziel, bedarf aber wohl viel Überzeugungsarbeit. Wid außerdem erschwert, da mein Stand in unmittelbarer Nähe zu Wanderimkern steht, die die Kastanie auserkoren haben.


    Christoph

    Hallo Arnix,


    mir drängen sich sofort einige Fragen auf? Da du bei der Behandlung alles richtig machst, ist zu fragen, ob dein Nachbar wirklich so vorgeht, wie es idealerweise geschehen sollte. Dabei geht es nicht nur um die jeweiligen Mittel! Bist du dabei, wenn er behandelt? Wie kontrolliert er den Behandlungserfolg? Sind die äußeren Umstände (z.B. Kleinklima und Luftfeuchtigkeit) identisch? Wann sterben die Völker? Wie sieht die Varroaentwicklung im Jahreslauf aus? Auch die Betriebsweise (Drohnenbrutentnahme, Jungvolkbildung mit verdeckelter Brut) kann mit entscheidend sein. Vor allem kann sich eine entsprechende Betriebsweise über zwei oder drei Jahre negativ aufschaukeln!


    Viele Grüße
    Christoph

    Liebe Freunde,


    seit langem hadere ich mit meinen Erfahrungen bei der Standbegattung. Das für mich sehr wichtige Kriterium Sanftmut leidet dabei auf unerklärliche Art und Weise. Dabei empfehlen gerade auch von mir so hochgeschätzte Leute wie Liebig und Pfefferle die Standbegattung (unter strenger Auswahl der mütterlichen Linie).


    Im vergangenen Jahr habe ich dazu nocheinmal einen Versuch gestartet. Mütterliche Linie waren zum einen Mayen sowie Carnica von einem Züchter aus Bayern (Sanftmütig und hervorragende Honigleistung). Einen Teil der gezogenen Königinnen habe ich auf der Insel (Spiekeroog), einen anderen Teil auf unserer Belegstelle (Vatervöker Kirchhain) udnden Rest Standbegattung. Insel und Belegstell waren super (Sanftmut), die standbegatteten Kö sind/waren die reinste Katastrophe. Nicht zu bearbeiten! Mit unserem Zuchtobmann habe ich diese im Spätsommer umgeweiselt. Nach zwei Völkern habe wir abbrechen müssen. Mehr als 40 Stich hat abbekommen - und ich hatte ihn gewarnt!!!


    Diese Erfahrungen sind natürlich nicht allgemeingültig, ich habe daraus gelernt - keine Standbegattung mehr.


    Grüße aus der Pfalz
    Christoph

    Liebe Freunde,


    konnte auch kurz vor Weihnachten (23. und 24. Dezember) meine Winterbehandlung durchführen. Alle Völker leben, und sind nach grober Einschätzung im guten bis sehr gutem Zustand.


    Seit Jahren benutze ich für meine Varroabehandlung - ich werde nicht müde es immer wieder zu betonen - ausschließlich organische Säuren, der Jahreszeit entsprechend. Systemisch wirkende Mittel sind meiner Ansicht nach in ihrer Langzeitwirkung unberechenbar. Es gibt wirksame und sichere Alternativen: Milch-, Ameisen- und Oxalsäure (geträufelt). In den vergangenen 5 Jahren sind mir insgesamt 2 Völker an Varoose bei 12-15 Völkern am Stand eingegangen.


    Noch eine schöne Zeit
    Christoph

    Hallo Lothar,


    den Drohnenrahmen habe ich nicht ausgeschnitten, der war komplett zur Honigwabe umfunktioniert worden. Das Volk hat schon seit geraumer Zeit keine Drohnen mehr und nach dem letzten Einhängen den Rahmen sehr schön ausgebaut und mit Honig (vollständig verdeckelt) vollgetragen.


    Standbegattungen führen bei mir leider zu häufig in eine Richtung, die ich für sehr bescheiden halte. Daher die Idee von diesem Volk umzularven und die fehlende Leistung über Belegstelle anzuzüchten.


    Da keine Drohnen mehr vorhanden sind, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass die Bienen mit ihrer Königin weiterhin zufrieden sind und nicht noch umweiseln wollen. Andere Völker haben z.T. noch verdeckelte Drohnenbrut ...


    Viele Grüße
    Christoph

    Hallo Michael2,


    zur Klarstellung: Ich habe nicht behauptet, du hättest Stecher und Leistungsschwache Bienen auf deinem Stand. Nur die Königinnen, die ich von dir bekommen habe, waren genau das. Das ist aber nicht das Problem, und eigentlich auch nicht für die Öffentlichkeit im Forum betimmt, da du aber ständig über andere Züchter abfällig schreibst, muss auch dieses einmal gesagt werden. Es gibt nicht die Superbiene und jeder Züchter weiß, dass es Ausreißer gibt. Wer deine Beiträge liest, könnte zu der Überzeugung kommen, nur auf deiner Belegstelle würden ausnahmslos hervorragende Königinnen begattet. Das ist Selbstbetrug! Die Wahrscheinlichkeit, dass sanftmütige Eltern, deren Zuchtwertschätzung hier über 100 liegt, ebenfalls sanftmütige Töchter hervorbringen, ist zwar groß aber nicht garantiert. Und genauso verhält es sich mit den anderen für die Zuchtwertschätzung wichtigen Eigenschaften. Deshalb sind aussagekräftige Bewertungen auch nur mit einer größeren Völkerzahl (und entsprechender Anzahl von Schwestern) unter sonst gleichen Bedingungen möglich.


    Und deine Aussagen über den Mayener Zuchtstoff grenzt fast an Rufschädigung. Im vergangenen Jahr habe ich mit Mayener Material und dem eines anderen Züchters etwa gleich viele Königinnen nachgezogen. Der Unterschied im Verhalten und in der Schwarmneigung ist groß. Im Leistungsvergleich sind sie etwa gleichauf. Die beste Königin stammt allerdings aus Bayern: Sanftmütig, Schwarmträge und für meine Standbedingungen hervorragene Honigergebnisse.


    Zurück zu dem Volk, um das sich alle Gedanken bewegen: Gestern habe ich dort (Stand 2) abgeerntet. Im HR befinden sich etwa 15kg, da es sehr sanft war, habe ich auch noch einmal den BR kurz untersucht, um den Drohnenrahmen zu entfernen. Dieser war voll verdeckelt mit Honig, die haben das letzte Einhängen dazu genutzt, den Honig Brutnestnah abzulegen. Dann habe ich eine weitere total verhonigte Wabe entnommen und festgestellt , dass überall ein dicker Honigkranz über den Brutflächen liegt. So komme ich auf fast 20kg Sommertracht und liege auf diesem Stand damit im Mittel. Verhungert wären die also nicht! Beim Ziehen der Waben und abschütteln der Bienen ginng alles sehr entspannt zu, keine wollte stechen - ein guter Charakter :P


    Viele Grüße
    Christoph

    Liebe Freunde,


    nun hat es auf meine Frage doch noch einige, zum Teil sehr kontroverse, Antworten gegeben. Ob nun drei oder vier Zargen Zander im 10er-Magazin im Juni erreicht werden, hängt auch davon ab, wie der Imker subjektiv die Notwendigkeit der Erweiterung einschätzt. Seit einiger Zeit komme ich zu der Überzeugung, die Bienen etwas enger sitzen zu lassen. Es bekommt, so habe ich den Eindruck, dem Honig entscheidend besser. Mancher hätte dieses Volk, von dem die Rede ist, vielleicht auf vier Zargen gesetzt... Entscheidend ist für mich, wie verhält es sich zum Standdurchschnitt: Die Hälfte der Trachtvölker saß dieses Jahr auf vier Räumen, die anderen auf dreien. Die Honigleistung lag dabei am unteren Rand der Völker. Im August würde ich diese Volk normalerweise auflösen, ich habe mich aber entschlossen, im nächsten Jahr einen Zuchtversuch zu starten. Honigleistung ist sicher schwieriger anzuzüchten als Sanftmut, aber zwei für mich sehr wichtige Kriterien liegen halt schon vor: Schwarmträgheit und Sanftmut!


    Michael2: Du solltest mit deinen Pauschalurteilen etwas zurückhaltender sein. Die Königinnen, die ich vor Jahren von dir hatte, hätte man am besten gleich fliegen lassen (Stecher und Leistungsschwach).


    Meine Erfahrungen mit dem Mayener Zuchtstoff ist dagegen überwiegend positiv.


    Aggressivität und Sammelfreude gehören auch nicht automatisch zusammen! Und jeder könnte dafür genügend Beispiele nennen.


    Viele Grüße
    Christoph

    Hallo Reiner,


    die Volksstärke ist normal, besetzt dicht drei Zandermagazine (á 10 Waben). Mich überzeugen halt die beiden genannten Eigenschaften, die ich so noch nicht kennengelernt habe. Seit Jahren larve ich mit Mayener Zuchtstoff um, bin damit sehr zufrieden. In diesem Jahr habe ich einmal damit die Insel und unsere Belegstelle beschickt. Wir werden sehen, wie sich diese Königinnen entwickeln. Gelegentlich habe ich auch einzelne Königinnen zugekauft. Die Erfahrungen sind unterschiedlich von ganz hervorragend bis Totalausfall. Ich bin mir natürlich darüber im klaren, dass eine vernünftige Aussage über den Zustand zugekaufter Königinnen nur möglich ist, wenn man eine gewisse Anzahl vom gleichen Züchter hat , dafür ist meine Imkerei aber leider zu klein. Kann mich auch aus zeitlichen Gründen nicht weiter vergrößern.


    Grüße
    Christoph

    So sehr ich Liebigs Vorstellungen von "Einfach imkern" begrüße, muß ich doch eine kleine Einschränkung machen. Standbegattungen führen bei mir häufig zu einem schlechten Ergebnis, betrifft zum einen die Schwarmträgheit aber auch ein für mich sehr wichtiges Thema: die Sanftmut. In meiner Nachbarschaft gibt es Imker, die gerade darauf keinen gesteigerten Wert legen. Daher habe ich mich auf die Belegstelle begeben.


    Nun habe ich ein Volk auf meinem Stand, das in Punkto Sanftmut durch nichts übertroffen wird und ebenso keinerlei Anzeichen für einen Schwarm zeigte. Die Kö ist im dritten Jahr, auch in diesem Sommer waren noch nicht einmal Spielnäpfchen zu sehen. Aber was die Honigleistunleistung betrifft , ist es etwas mager. Hängt den Vergleichsvölkern weit hinterher. Die Bienen selbst sind mit ihre KÖ scheinbar sehr zufrieden.


    Nun möchte ich noch eine Zuchtserie von diesem Volk ansetzen und die Damen auf der Belegstelle zur Hochzeitsreise bringen. Kann man die fehlende Leistung "anzüchten". Was sagen die Experten?


    Grüße
    Christoph

    Hallo Simon, hallo Guido,


    der Ertrag ist schwer zu schätzen. Bei allen Wirtschaftsvölkern ist der obere Honigraum Zander mit 10 Waben (einige stehen auf vier Zargen) komplett verdeckelt. Es dürften bei denen mit einem HR etwa 25kg pro Volk bei den mit 2 HR vielleicht 30-35 kg sein. Damit bin ich sehr zufrieden. Zumal es bei uns sehr trocken ist. Die Edelkastanie, die neben der Wärme noch ein Fußbad hat, honigt auch entsprechend mehr. Der langjährige Schnitt liegt bei mir etwa bei 25kg pro Volk Edelkastanie. Eine andere Tracht ist normalerweise zu dieser Zeit bei mir nicht zu erwarten.
    Wir haben sehr viele Kiefern in der Nähe stehen, ob diese auch beflogen werden, kann ich nicht sagen. Obgleich die Blüten der Kastanien schon seit einer Woche fallen, kam es nach dem Regen zu einer Wiederbelebung der Tracht über das das Wochenende hinweg.


    Grüße
    Christoph

    Hoffentlich nerve ich niemanden mit meiner Info zum aktuellen Stand der Edelkastanie.


    Am Haardtrand ist es bald vorbei. Normalerweise blüht es ca. 3 Wochen, dieses Jahr ist es aber nach ca. 1 1/2 Wochen vorbei. Liegt wohl an der starken Trockenheit. Pollen im Übermaß, Nektar viel mehr als im vergangenen Jahr und etwas über dem langjährigen Mittel. So jedenfalls bei mir. Leider ist alles viel zu trocken. Selbst das in den Wald spucken, löst gegenwärtig Waldbrand aus. Insofern können wir mit der Kastanientracht sehr zufrieden sein.


    Grüße aus der Pfalz
    Christoph

    Hallo Buchneria,


    die Edelkastanie blüht an einem Standort ca. 3 Wochen. Wie ich schon geschrieben habe, gibt es drei Sorten, die nacheinander blühen. Vor meinem Wohnzimmerfenster steht ein sehr großer Baum, der seit gestern in voller Blüte steht, die letzten werden in ca. 2 Wochen folgen. Ich wohne klimatisch sehr günstig, in Wernersberg oder Annweiler (hallo Guido!) beginnt die Kastanienblüte etwa 1 bis 2 Wochen später. Wenn also das Wetter mitspielt, kann es sich durchaus noch lohnen in zwei Wochen anzuwandern (in die Hinterpfalz), vorausgesetzt es gibt dort Kastanien. Die Kastanie ist auch wegen der sehr guten Pollenversorgung Gold wert.


    Gestern Abend kehrten die ersten Bienen mit ihren dicken gelben Pollenballen zurück, heute morgen ab 6 Uhr begann der Trachtflug. Ob allerdings wirklich die Kastanie beflogen wird, ist für mich noch nicht ganz sicher, denn es fehlt noch der betörende, alles durchdringende Duft der Kastanienblüte. Die Bienenvölker bekommen davon sogar "Mundgeruch", der Duft strömt einem aus dem Flugloch unverwechselbar entgegen.


    Guido, über Kaffe und Kuchen läßt sich reden. Ich bin allerdings kein Kuchenesser, aber wir werden für dich schon etwas auftreiben.


    Grüße aus der Pfalz
    Christoph

    Bei mir auf dem Berg haben die frühen Kastaniensorten (es sind drei) ihre Blüten geöffnet. Ich konnte aber noch keinen Beflug feststellen, es fehlen der unverwechselbare Duft und die dicken Pollenballen an den Bienen. Gestern wollte ich die HR schleudern, habe aber feststellen müssen, dass noch sehr viel frischer Nektar in den vergangenen Tagen eingetragen worden ist.


    Grüße
    Christoph