Beiträge von Johannes

    Hallo Gerhard,


    1. hast Du den Hobbock nach dem Schleudern umgerührt? Solche Feuchteunterschiede sind in Hobbocks, die beim Schleudern einfach nach und nach vollgekippt wurden, völlig normal, da der Honig ja mit wabenweise unterschiedlichem Wassergehalt aus der Schleuder läuft. Ich rühre daher jeden Hobbock nach dem Abschäumen grundsätzlich einmal gründlich durch.


    2. Ist es ein diesjähriger Honig? Ist der Eimer dicht? Wie feucht wird er gelagert? Ein Jahr im feuchten Keller mit nicht ganz dichtem Deckel kann auch mal einen Unterschied zwischen der obersten Schicht und dem Rest darunter machen. Bei nur ein paar Wochen Lagerung ist das aber zu vernachlässigen.


    3. Hat dein Refraktometer eine automatische Temperaturkompensation? Wenn ja, zeigt es um so trockener an, je länger Du es in der Hand hältst (es sei denn, Deine Hand ist nicht wärmer als die Temperatur der Raums, des Refraktometers und des Honigs. Die letzteren drei sollten auch bei ATC-Refraktometern immer gleich sein. Probier's mal aus: Du kannst zusehen, wie Du Deinen Wert in immer trockenere Bereiche kuschelst, wenn Du das Ding mal über 10 Minuten in der Hand hältst). So kann es vorkommen, daß mehrere Messungen derselben Charge hintereinander immer trockener erscheinen, obwohl sie es nicht sind.


    Viele Grüße, Johannes

    Lieber Hannes,


    das alles riecht nach Weisellosigkeit des Volkes - das laute Brausen, das verzweifelte Pflegen leerer Weiselnäpfchen, die ungeordete Einlagerung von Futter.


    Da das Volk das Problem nicht erst heute hat und (wenn ich mich recht erinnere) bereits Ersatzköniginnen getötet hat, wäre ich mit einem nochmaligen Beweiselungsversuch vorsichtig - es ist die Frage, ob sich die Investition lohnt. Ich schließe mich vielmehr der Meinung von Uwe Eichholz an und würde das Volk auflösen.


    Mehrmals kräftig Rauch geben im Verlauf von 10-15 Minuten (dadurch tanken die Bienen sich mit Futter richtig voll). Dann die Waben im Abstand von mindestens 20 m zum Stand abkehren. Die Bienen dabei möglichst großflächig und locker im Gras verteilen, damit sich keine sozialen Klumpen bilden, deren Bienen aufhören, nach einer neuen Heimat zu suchen. Je großflächiger und lockerer die Streuung, desto besser. Die Bienen betteln sich dann bei den Nachbarvölkern ein. Da diese bereits etablierte, legende Königinnen haben und sich die abgefegte Bienenmasse auf 3 Völker verteilt, ist das Risiko für die 3 intakten Völker (bzw. deren Königinnen) gering.


    Sich rechtzeitig von Wackelkandidaten, schwachen oder problematischen Völkern trennen zu können ist ein wichtiger Lernprozeß beim Imkern, das habe ich selbst auch erst schmerzhaft kapieren müssen.


    Viel Erfolg,


    Johannes

    Zitat

    Und ich dachte, diese Milbenanzahl in einer Woche wären wenig

    Das sind auch wenig Milben. Aber die Chance, ein brutfreies Volk um diese Jahreszeit mit einem im Vergleich zu Ameisensäure weniger aggressiven Mittel zu behandeln, sollte man sich nicht entgehen lassen.


    Mach' morgen die Beuten auf und behandle, wenn keine Brut verdeckelt ist. Wenn Du keine 3,5%-ige Oxalsäure hast, besorg' Dir Bienenwohl oder misch' sie Dir selbst an.


    Zur Verdeckelungsart:


    Futter oder Honig werden reinweiß verdeckelt. Die Deckel sind manchmal(!) nicht sechseckig, sondern wie eine weiße, leicht höckrige Fläche über die Wabenfläche gezogen, so daß die Zellgrenzen nicht immer eindeutig erkennbar sind. Verdeckeltes Futter findest Du am Oberrand oder im hinteren, fluglochfernen Teil der Waben.


    Brut wird beige bis gelblich verdeckelt; je älter und häufiger bebrütet Deine Brutwaben werden, desto mehr geht die Farbe der Deckel ins Braune. Jede Zelle ist einzeln verdeckelt mit gleichmäßiger, konvexer Form des Deckels, die Deckeloberfläche ist eher stumpf und erscheint wie sehr feiner Filz. Verdeckelte Brut findest Du kreisförmig im Kern des Brutnestes; nach dem Schlupf des ersten Brutsatzes auch ringförmig um das neu bestiftete Zentrum herum. Um diese Zeit ist in Kunstschwärmen Brut nie entlang des Randes der Wabe angeordnet.


    Wenn Du es nicht hast, besorg' Dir dringend ein Buch, in dem Du Dir Photos der verschiedenen Waben anschauen kannst. Sehr schön, wenn auch nicht ganz billig ist "Der schweizerische Bienenvater". Darin sind schöne Photos ohne Ende. Vorsicht: die Betriebsweise im Schweizerkasten ist natürlich auf Deine Situation nicht übetragbar. Etwas kürzer wird auch die Dadantbetriebsweise beschrieben. Manches, was dort steht, würde ich aber anders machen.


    Hast Du einen Dadantimker in der Nähe? Dann geh' hin.

    Hallo Hannes,


    1. Stock:
    Die Königin gesichtet. Von 8 Dadantbrutwaben 7 ausgebaut oder größtenteils ausgebaut, die achte wird gerade begonnen. Viele Stiftchen sichtbar, noch nicht verdeckelt. 2 Weiselzellenansätze gesichtet und sicherheitshalber entfernt. Wieso haben die das gemacht?


    Das hört sich doch gut an. Denk' daran, weiter zu füttern, der Futterstrom sollte nicht abreißen. Du kannst das werdende Volk etwas unterstützen, indem Du die Rand-Mittelwand, auf der gerade das Bauen begonnen wird, an den Rand des Brutnestes, also neben die letzte bebrütete Wabe innen neben die Pollen-/Futterwabe hängst; sie vergrößern das Brutnest dann eher in Kugelform statt ein sekundäres Brutnest jenseits des Pollenbrettes anzulegen.


    Zitat


    Die Königin gesichtet. Viele Stiftchen, aber auch eine Menge Maden sichtbar, jedoch nicht verdeckelt!?

    Daß jetzt noch keine Brut verdeckelt ist, heißt nichts schlechtes. Bedenke die Zeit: die Königin muß befreit werden, die Waben müssen stiftfertig ausgebaut werden, und dann sind es von der Eilage bis zur Verdeckelung immer noch neun Tage.


    Noch keine verdeckelte Brut bedeutet aber, daß JETZT noch die Gelegenheit ist, mit Oxalsäure zu behandeln. Sobald die erste Brut verdeckelt wird, nimmt die Wirksamkeit rapide ab, und Du müßtest z. B. Ameisensäure nehmen. Das wäre unnötiger Streß für die Kunstschwärme, da die OS spürbar besser toleriert wird. Eine Anwendung reicht, egal ob verdampft, gesprüht oder geträufelt; mehrere Anwendungen verkürzen die Lebensdauer der Bienen, was für ein Vollvolk im Sommer kein Problem ist, für einen Kunstschwarm, der jede Biene braucht, weil noch nichts nachschlüpft, aber sehr wohl.



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    Warum? Ist da eine andere Königin, die ich "nicht bestellt" hatte? Die anderen bauen fleissig aus, auch hier 6-7 Rähmchen teilweise oder ganz ausgebaut. Kien Unterschied zu anderen Stöcken, keine auffällige Unruhe. Bitte um Euren Rat.

    Wenn eine andere begattete Königin drin wäre, sollten jetzt Stifte zu sehen sein. Daß die Bienen eine versehentlich mit zugekehrte unbegattete einer begatteten Königin vorziehen, halte ich für unwahrscheinlich. Wenn Du ganz sicher sein willst, hast Du die Möglichkeit einer Weiselprobe; das Verfahren wirst Du anderswo schon gelesen haben. Bereiten sie ein Brutnest vor - also eine zentrale "Kugel" aus trockenen Zellen, in die kein Futter eingelagert wird? Sind sie wirklich so ruhig wie die anderen Völker oder ist das Brausen etwas stärker oder länger anhaltend? Beides spräche für das Vorhandensein einer anderen Königin. So ganz wahrscheinlich finde ich das aber nicht.


    Zitat

    Auch hier ist die Königin eifrig am Werk. 3 Weiselzellen-Ansätze! Ich habe sie entfernt. Warum jetzt Weiselzellen-Ansätze??

    Ich vermute, die Näpfchen enthalten keine Stifte. Das sind Spielnäpfchen. Die werden je nach Herkunft manchmal sehr häufig angelegt. Es bedeutet weder Schwarmtrieb (sowieso nicht um diese Zeit und in einem Kunstschwarm) noch Umweiselungstendenz. Findest Du aber in einigen Wochen nach dem Schlupf der ersten Brutsätze bestiftete oder gepflegte Weiselzellen, will das Volk tatsächlich umweiseln. Dann brauchst Du eine neue Königin; auf eine natürliche Begattung zu dieser Zeit des Jahres ist zumindest in meinen Breiten kein Verlaß mehr.



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    Varooakontrolle (eine Woche Lade drinnengelassen!):


    Lade 1: 1 Milbe
    Lade 2: 5 Milben
    Lade 3: 2 Milben
    Lade 4: 2 Milben


    Irre ich mich oder ist das wenig? Die letzte Behandlung erfolgte im November 2008!

    Ich finde das für jetzt immer noch zu viel. Es werden noch mehrere Brutsätze in Deinen Jungvölkern schlüpfen, während ältere Völker das Brüten im Herbst längst eingestellt haben werden. Auch die paar Milben müssen 'raus. Ich würde jetzt vor dem ersten Verdeckeln und im Winter je einmal mit Oxalsäure behandeln. Aber das sagte ich schon.

    Zitat

    keine Minuspunkte, nur weniger Punkte.

    :roll:


    Zitat

    Wie will man z.B. "Sortentypisch" bei einem Mischhonig bewerten?

    Na, gar nicht!


    Zitat

    Der schmeckt ja jedes Jahr anders.

    Eben...


    Sortenreinheit oder -typizität finde ich als Qualitätskriterium für Honig so geeignet wie typische Krümmungsradien oder -längen als Qualitätskriterium für Bananen.

    Hallo Aton,


    das Phänomen, das Du beschreibst, nennt man Phasentrennung. Dieser Honigfehler ist ein Zeichen für zu hohen Wassergehalt. Wie freibad schon sinngemäß beschrieben hat, trennen sich im Honig die Sirup- und die Kristallphase, wobei die Sirupphase hauptsächlich Fructose enthält. Diese Phasen hat jeder Honig, und die Trennung tritt nur auf, wenn die Sirupphase zu dünn ist, um die Kristalle tragen zu können. Begünstigt wird das durch eine eher grobe Kandierung; bei grober kristallisierenden Honigen muß der Wassergehalt also eher noch niedriger sein als bei feinkandierenden. Ich befürchte daher, daß Du das auch mit Auftau- oder Rühraktionen nicht dauerhaft 'rauskriegst; der Honig wird irgendwann wieder trennen. Was Radix vorschlägt, also einen anderen Honig dazuzumischen, geht, wenn der feiner und/oder trockener ist; dann ist es aber in jedem Fall sinnvoll, den phasengetrennten Honig vorher komplett zu verflüssigen (nicht aber den "neuen", der nicht trennt!). Daß Dein Impfen mit der Phasentrennung zu tun hat, glaube ich nicht. Mischen ist ja übrigens im Grunde auch nichts anderes.


    Entscheidend wird sein, daß Du im den nächsten Jahren Deine Betriebsweise hinsichtlich des Wassergehalts optimierst.


    Radix : Sorten"unreinheit" gibt Minuspunkte in Fulda??? Ich faß' es nicht.

    Merkwürdig. Wie kommt das Wasser dort hinein? Ich habe nach der Fütterung nie etwas anderes als knochentrockene Fütterer erlebt. Der Außendeckel kragt doch tief über den Innendeckel - die Fuge zwischen Innendeckel und Fütterer ist dem Wetter doch gar nicht zugänglich.


    Die Hölzchen würde ich nicht wegmachen, solange die Ursache des Problems nicht klar ist. Mit den Hölzchen entfernst Du auch die Dichtlackierung an der Stelle, und das Futter kann in das Holz ziehen. Bei mir bewähren sich diese Sockel glänzend, und ich glaube immer noch, daß sich diese kleineren Probleme anders lösen lassen müssen.


    Wenn Du erreichen willst, daß die Haube zum Füttererboden hin keinen Bienenspalt mehr läßt, würde ich an den drei Stellen, an denen die Haube aufsitzt, den Kunststoff so wegfräsen, daß das Hölzchen genau in die Lücke paßt und die Kappe damit auf dem Boden aufsitzt. Dann kannst Du, falls Du später doch wieder den Spalt haben willst, die Haube einfach ein bißchen drehen und auf die Hölzchen setzen.


    Die Abstandsregelung zum Außendeckel sollte man durch 4 Pilzköpfe, wie Du sie sicher auch für die Rahmen als Abstandshalter verwendest, lösen. Sie werden einfach oben auf die Ecken des Innendeckels genagelt. Dann kann man die provisorisch eingeklebten Transport-Abstandshalter im Blechdeckel entfernen.


    Viel Erfolg,


    Johannes

    Hallo Hucho,


    ich habe dieselben Fütterer seit Jahren im Einsatz und das, was Du beschreibst, noch nie beobachtet. Nach Sauberlecken des Troges gehen die Bienen anstandslos wieder in den Brutraum 'runter. Da sie dabei auch wissen, wo sie hinmüssen mit ihrer vollen Honigblase, glaube ich nicht, daß sie sich verirrt haben.


    Allerdings sind die Witterungsbedingungen im Moment hier zumindest so feucht und warm, daß die Bienen in großen Trauben vorlagern. Sie tun das ja u. a., um die Beute wärmemäßig zu entlasten. Wer drinnen nicht gebraucht wird, geht 'raus, damit die Klimatisierung nicht noch schwieriger wird. Ich vermute, daß die Bienen in Deinem Fütterer nichts anderes tun, als sich aus dem Brutraum zurückzuziehen, aus besagtem Grund.


    Ich würde sie einfach lassen.

    Hannes, das hängt davon ab, wie die Trachtverhältnisse in Deiner Gegend sind. Wo wohnst Du denn? Ich bin kein Süddeutscher, habe aber von dortigen Imkern gehört, daß Wald oder Weißtanne manchmal in enormem Umfang honigen können. Ich kenne Bilder von einem mir bekannten Buckfastimker dort, der in der Weißtannentracht 5 Honigräume drauf hat.


    Ich selbst habe früher bis zu 4 Honigräume aufgesetzt, wenn die Tracht für meine Gegend sehr gut war. Auch bei mittelmäßiger Tracht schaffen meine Völker, wenn man sie läßt, drei 12-er-Dadanthonigräume weitgehend vollzutragen, sowohl in der Früh- als auch in der Sommertracht.


    Die Frage ist, was Du erreichen willst. Die Gefahr bei z. B. 4 Honigräumen ist, daß der Wassergehalt zu hoch geht. Mir ist z. B. in der Sommertracht schon knapp unter 18% zuviel, weil da weniger Glucose drin ist und die Kandierung dann nicht dahin geht, wo ich sie haben will. Darum bin ich inzwischen bei der Erntemengenbeschränkung angelangt. Ich setze in der Sommertracht einen HR weniger auf, als sie vollmachen können, also nur noch 2. Das Ziel sind eher eng sitzende Völker und Honigräume mit ausreichend trockenem, voll durchgereiftem Honig Mitte Juli - was sie über die beiden HR eintragen, landet im Brutraum und reduziert die notwendige Einfütterungsmenge.


    Interessant ist, daß die Spitzenwinzer ähnlich arbeiten - in ihren besten Parzellen ernten sie oft nur einen Bruchteil der Menge, die der Weinberg abwerfen könnte, dafür aber teilweise mit einer sprachlos machenden Qualität.

    Hallo Günther,


    ja, es sollte 0,3-mm²- oder 0,2-mm²-Maschen haben. Das ist bei den feinen und extrafeinen Spitzsieben von Holtermann der Fall. Siehe auch hier: http://www.holtermann-shop.de/…5_77/category/sieben.html


    Noch ein Rat: Niemals mit Rauch an den Honigraum. Wirklich ohne Ausnahme. Auch nicht "nur auf die Oberträger", auch nicht "nur ein bißchen", auch nicht mit der noch so angenehmen Rauchkräutermischung. Von unten durchs Flugloch oder durch den Gitterboden zur Begrüßung; später vielleicht bei Bedarf von oben am Brutraum. Aber dann soll der Honigraum schon 'runter sein. Wenn man Glück hat, ist der Rauchgeruch später 'raus oder überdeckt; hat man Pech, genügt auch ein bißchen Rauch, um sich im Bukett dauerhaft als Fremdkörper festzusetzen.

    Hallo Günther,


    mögliche Ursachen sind:


    - Das Doppelsieb, insbesondere was die Wachsteilchen angeht. In der Regel ist auch das Feinsieb darin eher grob im Vergleich zum feinen Nylonspitzsieb. Mit dem Spitzsieb in feinster Maschenweite sollte das nicht passieren; ein Grobsieb brauchst Du dann i. d. R. auch nicht mehr: Wenn Du nicht mehr als 5 Völker hast, funktioniert ein Spitzsieb auch dann noch, wenn schon einiges an Wachs darin hängt.


    - Ich hatte einmal ein paar schwarze Partikel in einer Honigcharge; es stellte sich heraus, daß sie aus der Heißluftpistole stammten, mit der ich entdeckelt hatte. Seitdem nehme ich nur noch die klassische Gabel.


    - Ansonsten kommen unzureichend gespülte Gläser infrage. Auch fabrikneue Gläser haben manchmal Schmutzreste, und es kommt vor, daß von 50 Gläsern nur 1 oder 2 betroffen sind - so auch bei den letzten Gläsern, die ich hatte. Ich spüle daher alle Gläser vor dem Abfüllen im heißesten Spülgang ohne Klarspüler.


    - War der Hobbock wirklich total sauber?


    Was Hygiene und Sauberkeit angeht, profitiert der Honig noch von einer beinahe zwanghaften Pingeligkeit, insofern bist Du mit Deinem Perfektionismus auf einem guten Weg... :daumen:

    Hallo Dr. Harper,


    so gehe ich vor:


    1. Nach dem Abschäumen am Tag nach der Schleuderung gründlich durchrühren, um eine gute Homogenisierung zu erreichen. Sonst gibt es im Hobbock Bereiche mit verschiedenen Wassergehältern und Zuckerspektren.


    2. Nichts tun, bis die erste Kristalltrübung einsetzt. Das läßt sich gut mit einer Taschenlampe prüfen, mit der man durch die Hobbockwand in die Tiefe des Honigs leuchtet. Es geht um die ersten unregelmäßig schimmernden Schlieren, nicht um die allgemeine leichte Trübung des Honigs durch Pollen und evtl. winzige Restluftbläschen. Ein Photo habe ich gerade nicht an diesem Rechner, kann ich bei Bedarf aber mailen.


    3. Dann einmal täglich für 3-5 Minuten mit dem Aufundab durch jeden Hobbock. Mit der richtigen Rührtechnik kann man dabei Lufteintrag weitgehend vermeiden. Das ist vor allem wichtig, wenn der Honig schon recht fest ist und evtl. Luftblasen nur noch langsam oder gar nicht wieder aufsteigen.


    4. Abfüllen tue ich persönlich im allerletzten Moment, also oft erst Tage nach den ersten Schlieren. Der Honig darf bei mir im Hobbock schon zu erstarren beginnen. Mit dem Rührer bringe ich ihn dann noch mal auf abfüllbare Konsistenz - das muß im Zeitlupentempo geschehen wegen der Gefahr des Lufteintrags. Das Abfüllen muß dann wirklich sofort erfolgen und braucht wegen der extremen Dickflüssigkeit viel Geduld.


    Diesen Aufwand betreibe ich, weil ich recht genaue Vorstellungen von der Idealtextur meines Honigs habe und außerdem eine Marmorierung des Honigs im Glas wünsche; die ist hier sozusagen mein Markenzeichen. Vorsicht: bei einer DIB-Honigprämierung fällt man damit durch, schon weil sich einzelne Lufteinschlüsse an der Glaswand so nicht vollständig vermeiden lassen. Etwas früheres Abfüllen geht schneller, bringt eine gleichmäßige Farbe im Glas, einen etwas festeren Honig und ist prämierungsfähig.