Beiträge von gazdin

    Nicht alle Bienen werden zurückfliegen, nur die Flugbienen; die Stockbienen (= die, die noch nicht im "Außendienst" tätig sind) bleiben brav da, wo man sie hinhängt. Nach kurzer Zeit ist der Ableger halt um einiges schwächer, als er anfangs war. Ich persönlich mach mir auch nicht die Mühe, einen Ableger auf einen Außenstand zu bringen; stell sie nur ein bischen abseits; hab' sie trotzdem immer noch alle durchgebracht.
    Will man den Ableger dennoch stärker haben, kann man die Bienen von 2 Waben aus dem Honigraum dazukehren.


    Weiselunruhe tritt ein, wenn man ein Volk (oder einen Teil davon) seiner Königin beraubt. Von solch einem Volk geht ein heulender Ton aus. Sie suchen die Königin, finden sie aber nicht. Das Ganze lässt nach ca. 2-3 Tagen nach, sobald Nachschaffungszellen angesetzt wurden.
    Wenn du 2 oder 3 Stunden mit dem Zuhängen der Weiselzelle wartest, sollte das reichen; kannst es aber auch am nächsten Tag tun.


    lg, Stefan V.



    P.S.: Nach spätestens 3 Wochen ist im Ableger die ganze vorhandene Brut ausgelaufen und das Volk für kurze Zeit brutfrei; ein idealer Zeitpunkt der Varroa zu Leibe zu rücken.

    Wenn ich das richtig verstehe, willst du mit der zweiten Königin einen weiteren Ableger bilden.
    Wenn die Weiselzellen verdeckelt sind, musst du eine der beiden (vorsichtig) ausschneiden. Dann bildest du deinen Ableger und hängst die Weiselzelle dazu. Damit die Weiselzelle nicht runterfällt, kannst du sie mit einer Nadel fixieren. Pass aber auf, dass du die Königin nicht abstichst.
    Ich halte es so, dass ich mit dem Zuhängen der Königin ein paar Stunden warte, bis die Weiselunruhe richtig eingesetzt hat.


    Wenn du deine Ableger wirklich verstellen möchtest, dann sollten es mindestens 3 km sein, besser wären 5. bei allem was darunter ist, fliegen die Flugbienen wieder nach Hause. Da kannst du sie gleich am Stand ein paar Meter zur Seite stellen.


    lg, Stefan V.

    Nun ja, ich bin alles andere als ein Experte, was die Vermehrung der Varroa betrifft, aber das Problem scheint mir folgendes zu sein:
    Die paarungsbereiten Borkenkäfer werden durch Feromone (Duftstoffe) auf der Suche nach potentiellen Partnern angelockt. Sie meinen einen gefunden zu haben, krabbeln in die Falle ... und schon ist es um sie geschehen.
    Die Varroa schlüpft und paart sich in der verdeckelten Zelle, kommt raus, krabbelt in die nächste Zellen, die wird verdeckelt und das Spiel beginnt von vorn. Soweit ich das sehe, weiß man noch nicht, nach welchen Kriterien sich die Varroa ihre Zelle aussucht. Wir wissen, dass Drohnenbrut bevorzugt wird. Warum das so ist und was sie dazu bewegt, wissen wir aber nicht.
    Da gibt es wohl noch eine Menge zu forschen. Dazu ist aber viel Geld notwendig; vielleicht mit ein Grund, warum bisher nicht mehr in diese Richtung geschehen ist.
    Und sobald der Mechanismus mal erkannt ist und wir den Dreh heraus haben, wären viele Mittel mit einem Schlag überflüssig. Den Rest kann sich jeder selber denken - wenn er will.


    lg, Stefan V.

    Naja, ob die Rechnung mit dem Honigertrag aufgeht, mit dem man den Preis für das Volk schon im 1. Jahr wieder hereinbringt ... ich weiß nicht. Dazu gehört eine optimale Führung der Völker; und bekanntlich ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.
    Für die meisten von uns als Freizeitimker wird das Geld auch nur eine Nebenrolle spielen.
    Im übrigen bin ich heute noch recht dankbar für meine ersten zwei Völker, die ich als Schwärme umsonst bekommen habe (nach 3 Wintern leben sie immer noch). Manchmal frage ich mich, woran es wohl liegt, dass ich in unserem Verein mit 28 Jahren mit Anstand der Jüngste bin (der Durchschnitt liegt irgendwo jenseits der 60). Nun ja, ein Grund ist bestimmt, ich schließe mich Henrys Meinung an, dass nur wenige bereit sind für 3 Völker zw. 240,- und 300,- Euro auszugeben.
    Obwohl noch nicht lange im Geschäft, habe auch ich schon Völker weitergegeben. Es freut mich einfach, wenn jemand meine Leidenschaft für die Bienen teilt. Wenn ich auch nur einen zur Imkerei bringe, habe ich schon was für die Erhaltung der bedrohten Art des Imkers getan.
    Wer von der Imkerei lebt, wird natürlich nicht darum herumkommen Völker dazu zu kaufen - bzw. zu verkaufen; er lebt ja nicht nur von Honig allein.


    Eine Regel für Anfänger war bei uns hier - haben mir unsere alten Bienenväter erzählt -: ein Volk bekommst du geschenkt, eins musst du dir kaufen, eins sollte dir zufliegen. War, finde ich, gar nicht dumm.


    lg, Stefan

    Nicht direkt nutzbar würde ich nicht sagen. Ich habe den Artikel in einer unserer österreichischen Tageszeitungen gelesen. Eine Erkenntnis scheint mir schon verwertbar. Soweit ich mich erinnere, tut sich unterkühlte Brut (es war, glaub ich, ein Unterschied von 1°C oder 2) später schwerer mit dem Geruchssinn. Damit sollte allen ins Stammbuch geschrieben sein: "Reiss deine Völker wirklich nur dann auf, wenn es sein muss."
    lg, Stefan

    ... versuch es mit Nelkenöl. Träufel ein wenig auf ein Tuch, das groß genug ist, die Beute abzudecken. Dann leg das Tuch für 2-3 Min. über die Beute ... und schon lassen sich auch die Bösesten leichter bearbeiten. Der Geruch des Öls behagt den Mädels nicht. Sie ziehen sich, solange dieser Geruch da ist, zurück und tanken mal so ordentlich Honig. Und mit vollem Bauch sticht es sich nicht gern.
    Das Tuch kannst du in einer Dose aufbewahren und später wieder verwenden.
    Wenn du das Tuch beim Öffnen über (neben, usw.) den Deckel hältst, werden die Bienen auch nicht herauskommen, bzw. können es gar nicht.


    lg, Stefan

    Ich kann deine Waben zwar nicht sehen, aber das mit den weißen Punkten auf den Mittelwänden ist mir bekannt. Bienenwachs ist ja im Grunde nichts anderes als Fett. Wenn es kalt wird können die Waben einen weißen Film/Überzug bilden. Das hat nichts zu beudeuten; ist normal. Bei Erwärmung verschwindet das Ganze wieder. Wenn du diese Waben einhängst werden sie von den Bienen gereinigt.
    Genauer schauen mußt du bei den ausgebauten, vielleicht noch honigfeuchten, Waben. Die können auch Schimmel ansetzen.


    lg, Stefan

    Ameisensäure geht nicht mehr. Dafür ist es zu kalt, die verdunstet nicht mehr.
    Ich weiß, manche werden mich jetzt steinigen, dennoch:
    Die günstigste Varriante ist, Oxalsäure zu träufeln. Du brauchst keinen teuren Verdampfer, etc. Die Wirkung ist nicht so gut wie beim Verdampfen, aber ausreichend. (Anmerkung: Ich bin in Österreich zu Hause und Oxalsäure ist bei uns ein erlaubtes Mittel. Wie es in D aussieht, weiß ich nicht.)
    Die Behandlung ist leicht: ab +5°C (ideal wäre +10°C) Deckel runter und 5ml Oxalsäure in jede (besetzte) Wabengasse träufeln. Am leichtesten geht das mit einem Schwanenhals (=Flasche mit langem, gebogenem Röhrchen dran).


    lg, Stefan


    P.S.: Diese Methode darfst du im Winter als Nachbehandlung nur 1x (!) anwenden. Also auf Brutfreiheit achten.

    @ bienenfreundjj:
    Nun, welche Königin auch immer; nicht die Königin bestimmt den Preis für den Honig ihres Volkes.
    Jeder von uns steckt eine Menge Liebe, Energie, (Frei)zeit, usw. in seine Bienen. Viele von uns produzieren so nebenbei ein hochwertiges Naturprodukt, das auch seinen entsprechenden Preis haben sollte. Ich muß zum Glück nicht vom Ertrag meiner Bienen leben. Wenn ich meine Ausgaben decken kann (und das ist auf das ganze Jahr verteilt immerhin ein ganzer Monatslohn!) und am Ende des Jahres noch ein kleines Plus habe, reicht mir das. Die Arbeitszeit will und darf ich dabei nicht rechnen.
    Zu uns kommt viel billiger Honig aus dem Ausland; das ist ja allgemein bekannt. Da müssen wir uns als einheimische Imker doch nicht auch noch gegenseitig kaputt machen. Anstatt unseren Honig als österreichisches/deutsches (was auch immer), qualitätiv hochwertiges Naturprodukt den Menschen schmackhaft zu machen und einen - für unsere Verhältnisse - gerechten Preis dafür zu verlangen, gibt es immer wieder welche die in eine Preisschlacht ziehen müssen.
    Alles hat seinen Preis. Wer glaubt, sich - und seinen Honig - unter dem Wert verkaufen zu müssen, tut sich und den anderen nichts Gutes.


    lg, Stefan

    ... kommt mir nicht in die Beute. Das Zeug riecht, da vergeht es mir gleich. Die Anwendung mit dem Gel (hab' eine Produktbeschreibung gelesen) klingt ja einfach; wenn's halt nicht Thymol wär.
    Aber in diesem Fall soll jeder nach seiner Facon selig werden.


    lg, Stefan

    Nun, dass es keine Biene gibt, die mit der Varroa zurecht kommt, stimmt so nicht. Eine kann es - zumindest wird davon, auch in diesem Forum, gesprochen: die afrikanisierte Biene (Killerbiene).


    buckibiene: Ich kann verstehen, dass du deinen Bienen nicht wehtun willst, aber wenn du nicht behandelst, tust du damit deinen Kollegen in deiner Gegend weh. Denn Völker, die von der Varroa befallen sind, gehen nicht einfach ein. Sie lösen sich auch auf, betteln sich bei anderen Völkern ein und verschleppen damit ihren gesamten Vorrat an Milben.
    Es kann dann durchaus passieren, dass andere Imker, die ihre Völker mittels Behandlung überlebensfähig gemacht haben, hohe Verluste hinnehmen müssen.


    lg, gazdin

    ... für die Aufklärung. Dann bewegen sich ja (Gott sei Dank) unsere Preise in etwa auf gleichem Niveau. 500g Blütenhonig: 3,50.